SCP-388-DE.
Objekt-Nr.: SCP-388-DE
Klassifizierung: Euclid
Bedrohungsstufe: Rot ●
Sicherheitsmaßnahmen: SCP-388-DE ist zu jeder Zeit in einer 20 m2 großen Eindämmungszelle für nicht körperliche Entitäten an Standort-DE3 Standort-DE22 aufzubewahren. Scranton-Realitätsanker der Klasse 2 sind an der Eindämmungszelle von SCP-388-DE zu installieren, um externe Humeabweichungen bis hin zu 200 Hm einzudämmen. Diese laufen im Normalfall im Bereitschaftsbetrieb und werden bei dem Auftreten von externen Hume-Werten über 110 Hm automatisch aktiviert.
Der Raum ist optisch so einzurichten, dass dieser einem Kinderzimmer für ein präadoleszentes Kind aus dem Jahre 1930 ähnelt. Hierbei ist zu beachten, dass Spielzeug und Dekoration zum Spielverhalten von Jungen passen. Die Spielzeuge und Dekorationen sind alle sieben Monate zu rotieren und mit neueren Spielmöglichkeiten im Wechsel auszutauschen, um SCP-388-DE bei Laune zu halten. Jeden Monat ist ein psychologisches Gutachten zu SCP-388-DE zu erstellen, das von einem von der SCP Foundation beauftragten Verhaltenswissenschaftler sowie einem pädagogischen Berater verfasst wird, und der Forschungsleitung zur Planung des weiteren Vorgehens vorzulegen.
Bei einer Spielzeugrotation ist Protokoll "Tauschtag"1 strengstens einzuhalten und durchzuführen. Ein von der SCP Foundation beauftragter Erziehungswissenschaflter wird hierbei eingesetzt, um auch den Förderbedarf und Bedürfnissen von SCP-388-DE gerecht zu werden. Für weitere Details bezüglich Protokoll Tauschtag siehe Anhang 3.
Dr. Egon Lichtfeld hat sich zu jeder Zeit in Standort-DE3 Standort-DE22 aufzuhalten und darf sich dabei nicht mehr als 400 Meter von der Eindämmungszelle von SCP-388-DE entfernen. Eine eigens für ihn errichtete, funktionsfähige Wohnung, welche direkt an die Zelle angebaut wurde, dient Dr. Lichtenfeld als Quartier. Dr. Lichtfeld ist es gestattet, ein Mal im Monat eine "Beurlaubung" zu beantragen, wo er für den Zeitraum von 3 Stunden einen 20 km Radius rund um Standort-DE22 frei betreten darf. Sämtliche Ausnahmen zu den obigen Restriktionen in der Form von Beurlaubungen sind strengstens untersagt.
Dr. Lichtfeld muss mindestens dreimal täglich SCP-388-DE besuchen, mit diesem eine Konversation führen, SCP-388-DE Kindergeschichten vorlesen und mit den in der Eindämmungszelle bereitgestellten Spielzeugen spielen. Wünsche von SCP-388-DE sind, sofern realistisch umsetzbar, zu erfüllen.
Um eine angemessene Betreuung von SCP-388-DE durch Dr. Lichtfeld und das gesamte für die Entität verantwortliche Forschungspersonal zu gewährleisten, hat dieses alle sechs Monate den Grundkurs für "Pädagogisches Fachpersonal für anomale Kinder" zu absolvieren und mit mindestens 85 % der erreichbaren Punkte zu bestehen.
Beschreibung: Bei SCP-388-DE handelt es sich um ein circa 1921 von der Firma "Bing Teddybären" hergestelltes Plüschtier in Form eines Bären. Die Entität ist etwa 30 cm groß, wiegt 198 g, weist eine weiße Fellfarbe auf und trägt eine rote Schleife um den Hals. Die Anomalie ist kaum von einem herkömmlichen Plüschbären zu unterscheiden. Das Innenmaterial besteht aus handelsüblicher Baumwolle, das Außenmaterial ist aus einer Kombination von Polyester- und Acrylfasern zusammengesetzt. Dies lässt vermuten, dass SCP-388-DE auf den aktuellen Standard für Plüschtiere erneuert wurde. Zudem weist es gläserne blaue Knopfaugen, weiches Fell und bewegliche Gliedmaßen auf.
Die Anomalie besitzt die Fähigkeit der telepathischen Kommunikation und bevorzugt es, diese aktiv bei Dr. Lichtfeld zu benutzen. SCP-388-DE identifiziert sich selbst als "Benjamin"2, ein 10-jähriger Junge aus Merzig, Saarland. Die Entität scheint sich der eigenen Lage nicht bewusst zu sein, da es laut eigenen Angaben ein Kind und "kein Teddybär" sei. Fragen bezüglich gesellschaftlicher und technologischer Fortschritte zeigen, dass SCP-388-DE Erinnerungen an eine Kindheit aus den späten 1920er, frühen 1930er Jahren besitzt.
SCP-388-DE hat einen reduzierten internen Hume-Wert mit Basiswert 70 Hm, was nahelegt, dass es über ontokinetische3 und ectoentropische4 Fähigkeiten verfügt. Im Normalfall gibt es keinerlei Änderungen der externen Hume-Lesungen. Des Weiteren besitzt es telekinetische sowie realitätsverzerrende Fähigkeiten, welche in direkter Verbindung mit dem aktuellen emotionalen Zustand und deren Intensität stehen. Ist SCP-388-DE beispielsweise traurig, erscheint eine kleine Regenwolke in der Eindämmungszelle über der Instanz. Der bisher stärkste gemessene Wert liegt bei 70/412 Hm. Für weitere Informationen zu diesem spezifischen Vorfall, siehe Anhang 1.
Außerdem scheint es aus bis dato ungeklärten Gründen eine starke emotionale Bindung zu Dr. Egon Lichtfeld zu pflegen. SCP-388-DE bezeichnet Dr. Lichtfeld als "Papa", wobei Dr. Lichtfeld laut eigenen Angaben keine leiblichen Kinder habe. Wie es zu dieser emotionalen Bindung kam ist weiterhin ungeklärt, da auch vor der Eindämmung von SCP-388-DE kein Kontakt zu Dr. Lichtfeld in irgendeiner Form stattgefunden habe.
Infolge von Zwischenfall #028-DE/I2 musste SCP-388-DE und das für Protokoll Tauschtag benötigte Material von Standort-DE3-EX zu Standort-DE22 verlegt werden.
Anhang 1: Zwischenfallprotokoll #388-DE/I1
Dr. Egon Lichtfeld
Am ██.██.196█ fiel Dr. Egon Lichtfeld aufgrund eines Schlaganfalls in ein unvorhergesehenes dreitägiges Koma. In dieser Zeit wurde Dr. Tanja Mayer als Interims-Leitforscherin SCP-388-DE zugewiesen. Anfangs wurde die Information von Dr. Lichtfelds Status vor der Instanz verborgen, aufgrund der Annahme, dass ansonsten dessen ontokinetische Fähigkeiten unkontrollierbar werden. Stattdessen wurde SCP-388-DE berichtet, dass Dr. Lichtfeld krankheitsbedingt ausfallen würde.
Zunächst reagierte SCP-388-DE leicht negativ auf diese Entwicklung, kam aber mit Verständnis dem Personal entgegen. Während des ersten Tages und nach der Vorstellung von Dr. Mayer schien das Gemüt der Entität stark zu fallen. SCP-388-DE verlangte wiederholt nach seinem "Papa" und folterte Dr. Mayer mit grotesken Bildern und lauten Schreien über die etablierte telekinetische Bindung. Dabei konnte beobachtet werden, dass sich Sturmwolken über der Instanz bildeten.
Am zweiten Tag entschied sich das Forschungsteam dazu, die SRAs auf maximaler Stufe zu aktivieren und die Zelle von SCP-388-DE bis zur vollen Erholung von Dr. Lichtfeld nicht zu betreten. Jedwedes Weinen und Schreien von SCP-388-DE wurde ignoriert.
Am dritten Tag überschritten die Hume-Werte in der Zelle von SCP-388-DE den maximalen Schwellenwert, den die SRAs effektiv stabilisieren können, und und der gesamte Standort-DE035 fiel unter den Effekt von stark erhöhten Hume-Werten. Der Zwischenfall sorgte im Standort für insgesamt ██ verletzte und █ verstorbene Mitarbeiter (inklusive Dr. Mayer, welche von den Effekten der Hume-Werte besonders stark betroffen war) des Standortes.
Dr. Lichtfeld erwachte kurz darauf aus seinem Koma, und SCP-388-DE beruhigte sich. Als Reaktion wurden in der nächsten Sitzung des O4-Rates mögliche Notfallpläne bzgl. SCP-388-DE und Dr. Lichtfeld auf die Tagesordnung gesetzt (vgl. Anhang 2).
Anhang 2: Ausschnitt aus der ordentlichen Sitzung des O4-Rats vom ██.██.196█ bezüglich der Einführung erweiterter Sicherheitsmaßnahmen für SCP-388-DE.
O4-1: […] Fahren wir fort. Der nächste Punkt der Tagesordnung bezieht sich auf erweiterte Sicherheitsmaßnahmen für SCP-388-DE, spezifisch die geplante Erweiterung von Protokoll Tauschtag. Hat jeder Anwesende den Entwurf bereits gelesen?
Stille. Die Ratsmitglieder sehen sich gegenseitig an und nicken.
O4-1: Gut. Irgendwelche Kommentare?
O4-12: Dieser Plan erscheint mir durchaus verschwenderisch mit Ressourcen, die wir im Moment nicht bereitstellen können. Wieso genau sollten wir so weit gehen und SCP-████ dafür in Betracht ziehen? Gibt es keine Alternativen?
O4-13: Zumal SCP-████ am anderen Ende der Welt liegt und unsere Verwendung die Einstimmung des O5-Rates benötigt… […] Die Transportkosten und der Transport selbst wären noch dazu ein logistischer Albtraum, den ich mir gerne ersparen würde.
O4-1: Ich stehe diesbezüglich bereits im Kontakt mit O5-11. Der O5-Rat würde einer solchen Verwendung des SCPs zustimmen, sofern nötig.
O4-2: Und was ist mit Zwölfs Punkt? Gibt es keine Alternative? Wie wäre es mit ████████?
O4-1: Zwei, ich denke wir sind uns beide einig, dass ████████ eine Lösung ist, auf die wir verzichten wollen … Zumal es mittlerweile als bewiesen gilt, dass das SCP ohne [Dr. Lichtfelds] tägliche Anwesenheit eine starke emotionale Reaktion aufweist. Wir wissen zusätzlich, dass SCP-388-DE bisher ungemessene onthokinetische Kräfte besitzt, welche mit stärker werdenden Emotionen nur zunehmen.
O4-4: Wir können die Kräfte mit der Nutzung von Ankern reduzieren und haben es bereits getan. Weitere Anker zu installieren, welche unsere Arbeit um einiges erleichtern, wäre doch eine einfachere Lösung.
O4-6: Das wäre nicht durchsetzbar. Wir haben nur eine begrenzte Anzahl an Ankern von der Mutterfoundation bereitgestellt bekommen. Und die Energiekosten würden unser Budget sprengen. Denk daran, unser Zweig genießt im Moment nicht gerade das Vertrauen des O5-Rats. Wir brauchen die Anker für Notfälle.
O4-4: Dies ist allerdings ein solcher Notfall.
O4-6: Keiner, für den wir noch mehr Anker bräuchten.
O4-12: Und stärkere Anker wären keine Option?
O4-1: Es gibt keine stärkeren Anker als die Aktuellen, Zwölf. Wir können natürlich eine horrende Summe an Mark an die Entwicklungsabteilung des Hauptzweiges schicken, in der expliziten Hoffnung, dass die nächste Klasse an Anker fertiggestellt wird, bevor [Dr. Lichtfeld] nach Rente verlangt oder ins Gras beißt, aber ich persönlich würde mich auch lieber für die Alternative entscheiden. Zumal wir mehrere Instanzen auf einen Schlag beantragen können, wodurch nur ein einzelner Flug von den Staaten vonnöten wäre.
O4-12: Hm … Ein guter Vorschlag, auch wenn ich bedenken habe, SCP-████ zu nutzen.
O4-8: Eben. Es gilt auch zu bedenken, dass es sich hier um einen Altnazi handelt. Nur, weil er nicht '45 terminiert wurde, heißt das nicht, dass der Mann sämtliche Allianzen zum SKP aufgegeben hat.
O4-11: Na und? Wir schenken diesem Mann ja nicht das ewige Leben-
O4-3: Doch. Genau das tun wir.
O4-11: … in Gefangenschaft. Ich sehe keinerlei moralische Bedenken bezüglich möglichen Überbleibseln irgendwelcher Allianzen, Acht. Und selbst wenn, laut Protokoll würden wir ihn mehr beobachten als so manche D-Klasse. Wenn er meint, er müsse in seiner glorifizierten Gefängnisszelle auf alle Ewigkeit den rechten Arm heben, tut das nichts zur Sache.
O4-8: Das tut was zur Sache, wenn wir den braunen Schmutz nicht beseitigen, sondern ihn unsterblich machen! Wie würde die Mutterfoundation nur von uns denken, wenn wir einen ehemaligen Nazi begünstigen! Gäbe es keine Möglichkeit, eine andere Person für SCP-388-DE abzubestellen, damit diese eine Bindung aufbaut?
O4-3: So einfach ist das nicht. Du hast das Ergebnis bei #388-DE/I1 gut beobachten können, Acht.
O4-1: Und seit neustem haben wir Zugriff auf das Department for Brainmapping and Memories von den Amerikanern erhalten. Wir können also immer an den Erinnerungen von ihm arbeiten und sie zu unseren Gunsten wenden. Wie im Protokoll detailliert beschrieben wird bei jeder Kopie die Erinnerung so angepasst, dass es zum Alter und der Zeitperiode des Erwachens passt. Ab einem gewissen Punkt ist das SKP nichts weiter als Wissen in den Akten.
O4-8: Verstehe …
O4-1: Sonstige Bedenken?
Stille
O4-1: Dann lasst uns zur Abstimmung kommen …
| Dafür | Dagegen | Enthaltung | |
|---|---|---|---|
| O4-1 | |||
| O4-2 | |||
| O4-3 | |||
| O4-4 | |||
| O4-5 | |||
| O4-6 | |||
| O4-7 | |||
| O4-8 | |||
| O4-9 | |||
| O4-10 | |||
| O4-11 | |||
| O4-12 | |||
| O4-13 | |||
| Status: Angenommen | |||
Anhang 3:

