Objekt-Nr.: SCP-741
Klassifizierung: Euclid
SCP-741 vor dem Untergang am ██.██.196█
Sicherheitsmaßnahmen: Da das Objekt auf eine extreme Tiefe gesunken ist und von einer Region mit erhöhtem Druck umgeben ist, ist es von äußeren Einflüssen weitgehend isoliert. Dennoch sollte eine regelmäßige Überwachung mit Sonar und/oder Tauchboot durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass keine Manipulationen vorgenommen wurden. Russland hat den Einsatz der von der Foundation beauftragten russischen Kriegsschiffe SCPS Basisty und Krasnoyarsk für diese Zwecke aktiv gefördert. Im Falle von Aktivitäten innerhalb der Sperrzone um SCP-741 ist Prozedur 353-KOSCHEI anzuwenden; diese Prozedur beinhaltet den Einsatz von nuklear und konventionell bewaffneten RPK-2 Viyuga Anti-U-Boot/Boden-Raketen an Bord der Krasnoyarsk. Jede Bewegung von 741 ist sofort mit einem Nuklearschlag zu beantworten. Alle anderen Kontakte sind mit konventionellen Sprengköpfen zu bekämpfen.
Beschreibung: SCP-741 ist ein gesunkenes sowjetisches U-Boot. Es sank im März 1968 in der Nähe von ████, ████; die Foundation übernahm das Unterseeboot jedoch nicht in ihre Obhut bis zum ██. ████████ 1999. Bei dem U-Boot handelt es sich um eine Version der Charlie-II-Klasse, die acht (8) P-120 Malakhit-Schiffsabwehrraketen an Bord hat.
Vor dem Untergang war das U-Boot unter ungewöhnlichen Umständen eingesetzt worden, die die Aufmerksamkeit westlicher Geheimdienste erregten. Die Regierung der Vereinigten Staaten versuchte in den frühen 1977er Jahren, das U-Boot zu bergen, eine Operation, die als Projekt ████████ bekannt wurde. Diese war einigermaßen erfolgreich, obwohl nie bekannt wurde, was geborgen wurde. In den späten 1990er Jahren kontaktierten Agenten der US-Regierung, die mit [ZENSIERT] verbunden sind, die Foundation mit der Nachricht von einem möglichen Euclid- oder Keter-Klasse-Objekt im Wrack. Nach Verhandlungen nahm die Foundation das Wrack in Verwahrung und überwacht es seitdem.
Das U-Boot liegt in drei Teilen auf dem Meeresgrund. Es gibt Hinweise darauf, dass der Rumpf während des Bergungsversuchs im Rahmen des Projekts ████████ auseinandergebrochen und zum Zeitpunkt des Untergangs weitgehend intakt war, mit Ausnahme eines Lochs direkt vor dem Tiefenruder und eines weiteren Lochs weiter achtern, direkt unter den Steuerbord-Raketenrohren. Die aus diesem Loch geborgenen Trümmer deuten darauf hin, dass das U-Boot von einer P-120 Malakhit-Schiffsabwehrrakete getroffen wurde, während es aufgetaucht war. Eine der eigenen P-120-Raketen des Boots wurde abgefeuert. Das U-Boot scheint aufgrund der schnellen Flutung nach dem Raketentreffer gesunken zu sein. Es wurden keine Überreste der Besatzung gefunden, weder im U-Boot noch in der Umgebung, und die gesamte Notfallausrüstung ist unversehrt. Taucher, die zur Untersuchung entsandt wurden, berichteten von anomalen Strömungen, abnormalem Meeresleben, Stöhnen, unerklärliche Stimmen und unverständlichem Flüstern sowie der Anwesenheit verschwommener, schwach leuchtender Gestalten. Ein Taucher wurde von einem großen Tintenfisch unbekannter Art schwer verletzt, und bei zwei Gelegenheiten wurden Beobachtungstauchboote von Haien und großen Tintenfischen aggressiv angegriffen.
Das Wrack ist von einem anomalen Druckgefälle umgeben, das sich über eine Strecke von ca. 250 m erstreckt und sich auf einen Punkt 30 m hinter dem Zentrum des U-Boots konzentriert. In der betroffenen Region ist der Druck viel höher als in dieser Tiefe zu erwarten wäre. Es wird angenommen, dass dies der Grund dafür ist, das Projekt ████████ nicht das gesamte U-Boot bergen konnte. Dies hat auch die weiteren Bergungs- und Untersuchungsbemühungen erheblich behindert. Der extreme Druckunterschied erschwert die Analyse mit Sonar, da sehr hohe Amplituden erforderlich sind. Auch für Taucher ist ein besonderer Schutz erforderlich, um sich dem Wrack zu nähern.
Die Aufzeichnungen, die die Foundation von Russland und den Vereinigten Staaten über das U-Boot erhalten konnte, deuten stark darauf hin, dass es zur Beförderung einer geheimen Fracht verwendet wurde, deren Art noch unbekannt ist. Die in den russischen Dokumenten verwendeten Codewörter deuten darauf hin, dass die geheime Ladung nichts mit den typischen nuklearen oder chemischen Waffen der damaligen Zeit zu tun hatte. Erwähnt wird das Projekt [ZENSIERT], ein sowjetisches [DATEN GELÖSCHT].
Vorfallbericht I741-C: Am █████████ meldete SCPS Basisty einen Unterwasserkontakt, der sich SCP-741 mit 46 Knoten von Süden her näherte. Die akustische Signatur des Kontakts stimmte nicht mit einem bekannten U-Boot oder Torpedo überein. Der Kontakt reagierte weder auf das Abwerfen von Sonobojen noch auf aktive Sonarimpulse. Als der Kontakt in die 18 km breite Unterwasser-Sperrzone eindrang, wurde er als feindlich eingestuft. Das Sonar zeichnete Geräusche eines unterseeischen Raketenstarts auf. Basisty löste sich und feuerte einen Torpedo vom Typ 53 auf den Angreifer ab. 15 Sekunden später wurden Raketen unbekannter Konfiguration beobachtet, die das Wasser durchbrachen und in einer Höhe von 1.8 Metern mit einer Geschwindigkeit von 0.92 Mach flogen. Von den Flugkörpern wurden keine Radaremissionen festgestellt, und sie reagierten nicht auf abgeschossene Wurfkörper oder Leuchtkugeln. Beide Raketen wurden von Basistys 3K95 "Kinzhal" Boden-Luft-Raketen und Kashtan Punktabwehrsystemen bekämpft und in 1800 Metern und 210 Metern Entfernung vom Aufschlag zerstört. Danach waren Ausweichmanöver des Gegners zu hören, gefolgt von vier dicht beieinander liegenden Explosionen und dem Geräusch eines zerfallenden U-Boots. Die Identität und die Absichten des Angreifers sind noch nicht festgestellt worden.
In Anbetracht dieses Vorfalls sollte das akustische Sensornetz erweitert und zusätzliche Patrouillen- und Verteidigungsmittel angeschafft werden. Es wird empfohlen, eine unterseeische Vergeltungsfähigkeit zu erwerben.
Nachtrag 741b: Eine weitere Analyse der Sonaraufzeichnungen, die von SCPS Basisty während Virfall I741-C gemacht wurden, hat anomale akustische Signaturen ergeben, die mit keiner bekannten Form von Antrieb, einschließlich magnethydrodynamischem Antrieb, vereinbar sind. Anomale Transienten, die an [ZENSIERT] erinnern, sind auch während des Zerfalls des unbekannten Angreifers zu hören.
Dokument 741-A: Eine Befragung zwischen dem Foundation-Forscher [NAME ZENSIERT] und einem amerikanischen Geheimdienstagenten, der für [ZENSIERT] arbeitet; der relevante Teil ist im Folgenden transkribiert.
SCP-Forscher: Warum haben Sie sich entschlossen, sich zu äußern? Die US-Regierung hat diese Informationen 30 Jahre lang zurückgehalten.
Amerikanischer Agent: Sie haben diese Berichte gesehen - Projekt [ZENSIERT], verdammt noch mal? Wir wussten diesen Teil auch. Wie die Direktoren die Verbindung nicht herstellen konnten, ist mir ein Rätsel. Das, und das Zeug das ███████████ aufgezogen hat? Ja, das. Der andere Teil, von dem man nichts hört, ist, woran einige aus dem Forschungsteam gestorben sind. [DATEN GELÖSCHT] tut so etwas normalerweise nicht. Und die Besatzungsmitglieder, die wir begraben haben? Nur Uniformen. Außerdem war der geborgene Sprengsatz kein Raketen- oder Torpedosprengkopf, sondern eine Sprengladung. Ergibt das einen Sinn? Nach all diesen Hinweisen musste ich mich melden. Warum die Direktion das nicht getan hat, kann ich mir nicht ganz erklären.
SCP-Forscher: Moment - das U-Boot wurde unbemannt rausgeschickt? Aber wenn das so ist…
Agent: (Unterbrechend) Nein, nicht unbemannt. Es gab keine Leichen, aber persönliche Gegenstände waren überall, zusammen mit Uniformen. Es gab etwas Blut - menschliches, bevor Sie fragen - auf einem der Torpedos und ein Stück Haut, wo jemand wahrscheinlich seine Hand beim Laden des Dings zerquetscht hat. Nur, dass es keine Leichen mehr gab. Als ich mir das alles zum ersten Mal ansah, hatte ich keine Ahnung, was da unten passiert war, aber ich fing an, die Dinge zusammenzufügen.
SCP-Forscher: Ein sowjetisches Waffenprogramm? Eine Art biologischer Wirkstoff, nach dem, was Sie über [DATEN GELÖSCHT]
Agent: (Schüttelt den Kopf) Nein, nein, das war es nicht. Ich dachte, es könnte vielleicht sein, also habe ich einige meiner Kontakte bei Bioreparat angerufen - wir Spione schulden uns nach einer Weile gegenseitig Gefallen - und sie haben es abgestritten. Vehement. Es war auch nicht die übliche Vertuschungsscheiße, sondern sie sagten ganz klar, dass das, was zum Fick ██████ auch immer trug, nicht ihnen gehörte und sie nichts damit zu tun haben wollten. Er hörte sich an, als müsste er kotzen, als ich [ZENSIERT] erwähnte. Und Doktor, haben Sie eine Ahnung, was es braucht, um einen Biowaffenforscher krankzumachen?
SCP-Forscher: Ich kann es mir denken.
Agent: nun, das war nicht, was mich wirklich beunruhigte. Was mich wirklich nachts wach hielt, waren die KGB-Akten, die uns in die Hände fielen. Sie erwähnten eine verdeckte Operation des sowjetischen Militärs gegen eine interne, nicht genannte Gruppe, um "furchterregende Waffen" loszuwerden, die "nicht einmal sie Sowjetunion sicher kontrollieren kann". Sie /wollten// es loswerden, was auch immer es war, oder es vielleicht den USA zuschieben. Natürlich kam das alles kurz vor dem Fall des Eisernen Vorhangs ans Licht, und angesichts der damaligen Atmosphäre war es praktisch unmöglich, die Direktoren davon zu überzeugen, dass es sich um Atomwaffen handelte, und selbst als ich es geschafft hatte, hielten sie es immer noch nicht für nötig, etwas zu unternehmen. Ich meine, die [ZENSIERT] werden mich wahrscheinlich wegen Hochverrats hängen lassen, wenn sie mich jemals finden, aber es war das Risiko wert. Und soweit ich das beurteilen kann, scheint Russland das auch so zu sehen - leihen euch die halbe Pazifikflotte und so…
Siehe auch:
Vorfallbericht I741-A

