Objekt-Nr.: SCP-6932
Klassifizierung: Keter
Sicherheitsmaßnahmen: SCP-6932 ist derzeit nicht eingedämmt. Die Eindämmungsmaßnahmen sind noch nicht abgeschlossen und bedürfen der Genehmigung durch den Aufsichtsrat.
Beschreibung: SCP-6932 ist ein Mann asiatischer Abstammung, der 50-60 Jahre alt zu sein scheint, obwohl weiterführendes Material darauf hindeutet, dass es wesentlich älter ist (siehe Anhang 6932-4). Trotz seines offensichtlichen Alters berichteten Zeugen, dass es aufgrund seiner häufigen Anwendung von Kampfsportarten in einer außergewöhnlichen körperlichen Verfassung ist.
SCP-6932 besitzt die Fähigkeit, eine Taschendimension zu kontrollieren, die eine variable Temporalität besitzt, welche viel schneller als normal verstreicht. Es ist bekannt, dass durch diesen Effekt zwischen 24 Stunden und sechs Monaten vergehen können, während in Wirklichkeit nicht mehr als eine Stunde vergangen ist. Es ist derzeit unbekannt, ob SCP-6932 diesen Effekt bewusst steuern kann oder ob das Wesen überhaupt Kontrolle darüber hat. Es wurde festgestellt, dass lebende Subjekte innerhalb der Dimension nicht mehr altern, obwohl sie scheinbar Monate darin verbracht haben. Dieser Effekt hört auf, sobald ein Subjekt die Taschendimension verlässt, und wird möglicherweise von SCP-6932 unterbewusst gesteuert.
Die Taschendimension schien für gewöhnlich ein Dojo zu sein, das Merkmale aufwies, die üblicherweise während der japanischen Heian-Periode üblich waren. Nach dem 05.10.2025 wurde festgestellt, dass das Dojo nun einem solchen ähnelt, die in Japan zwischen 1950 und 1970 n. Chr. vorherrschten. Zwei Elemente blieben zwischen den Versionen: Ein großer Teich, umgeben von Prunus serrulata, befindet sich in der Nähe des Gebäudes, ebenso wie eine einzelne menschliche Leiche, die keine Anzeichen von Verwesung aufweist.
SCP-6932 behauptet, über Kenntnisse in mehr als hundert verschiedenen Kampfkünsten zu verfügen. Zivile Zeugen gaben an, dass SCP-6932 dieses Wissen nutzt, um andere zu unterrichten, obwohl es hieß, dass SCP-6932 nur Obdachlose oder Elternlose unterrichten würde. Es ist unbekannt, warum SCP-6932 diese Kriterien befolgt.
Entdeckung: SCP-6932 wurde am 23.07.2025 von Agent Marcos Halo bei seinen Ermittlungen zu einer bis dahin unbekannten anomalen Erscheinung entdeckt, die in der Nähe eines Waisenhauses in einem heruntergekommenen Vorort von Ohio aufgetaucht war.
Agent Halo beobachtete die Aufzeichnungen einer Straßenkamera, als er eine Gruppe von drei Kindern bemerkte, die aus dem Nichts zu erscheinen schienen. Die Kinder wurden zu einem nahe gelegenen Waisenhaus verfolgt, wo Agent Halo das Trio befragte. Zwar konnten die Kinder Agent Halo nicht viele hilfreiche Informationen geben, aber Agent Halo konnte anomale Aktivität verfizieren.
Agent Halo kehrte zu dem Ort zurück, an dem die Kinder gesichtet worden waren, und fand dort einen älteren Mann vor, der auf einer Bank in der Nähe saß und ein abgenutztes Tagebuch las. Bei einer Befragung erkundigte sich die Person nach Agent Halos Familie und ignorierte alle Versuche von Agent Halo, Informationen zu sammeln. Agent Halo beantwortete die Fragen der Zielperson, was zu dem Angebot führte, Agent Halo eine Lektion in Kampfkunst zu erteilen. Agent Halo willigte ein und schaltete ein kleines Sprachaufzeichnungsgerät ein.
Interviewed: SCP-6932
Interviewer: Agent Marcos Halo
Forwort: Die folgende Aufnahme war stark verzerrt und musste rekonstruiert werden. Während der gesamten Aufnahme ist schweres Atmen zu hören.
<Beginn der Aufzeichnung>
Halo: Warte, wo gehen wir hin? Hier ist nichts? …heißt das, ich soll Ihnen einfach vertrauen?
SCP-6932: Folge. In mein Haus werden wir gehen.
Halo: Wow… Wie haben Sie das gemacht? … Das ist dein Zuhause? Hier war nichts, als wir auf der Straße waren?
SCP-6932: Ja. Komm, ich werde dich lehren.
Halo: Sie wissen viel über Kampfsportarten, richtig? Wie viele Stile kennen Sie?
SCP-6932: Die meisten. Ich bin sicher, dass sich mir ein paar entzogen haben.
Halo: Warum starren Sie mich so an?
SCP-6932: Icho-Ryu.
Halo: Was?
SCP-6932: Ich werde Icho-Ryu lehren.
Halo: Oh, ähm… Okay.
SCP-6932: Sieh zu, dann ahme nach.
<Fünfzehn Minuten wurden aus der Aufnahme gestrichen, da die Aufzeichnungen nicht transkribiert werden konnten.>
SCP-6932: Du lernst schnell.
Halo: Danke? Hey, Kannst du mir sagen, wie deine Fähigkeiten funktionieren?
SCP-6932: Das werde ich nicht. Fahre fort.
<Zehn Minuten vergehen, bevor Agent Halo das Gespräch fortsetzt.>
Halo: Wenn Sie all die Kampfkünste kennen, müssen Sie ziemlich lange gelebt haben, ja?
SCP-6932: Konzentriere dich.
Halo: So?
SCP-6932: Ja. Gut.
<Mehrere Minuten vergehen, bevor einer der beiden wieder spricht.>
Halo: Sind Sie sicher, dass das richtig ist? Es fühlt sich unangenehm an.
SCP-6932: Ja. Fahre fort.
<Drei Minuten Stille>
Halo: Sie sind ziemlich gut in dieser Lehrersache. Machen Sie das schon länger?
SCP-6932: Ja. Seit vielen Jahren. Nochmal
Halo: Sie erschienen traurig. Darf ich fragen warum?
SCP-6932: Nein.
Halo: Hat es was mit dem Porträt von dem Mädchen da drüben zu tun? Sie ist hübsch.
<SCP-6932 klingt merklich mürrischer.>
SCP-6932: Zurück zu deinem Training
Halo: In Ordnung. Entschuldigen Sie die Frage.
<Siebenundzwanzig Minuten vergehen in Stille.>
SCP-6932: Das reicht für heute. Morgen kannst du wiederkommen.
Halo: Sind Sie sicher? Sie sahen ziemlich deprimiert aus. Ich habe angenommen, meine Fragen hätten Sie verletzt.
SCP-6932: Es ist nicht deine Schuld. Du bist ein Jäger. Das ist, was du tust.
<Ende der Aufzeichnung>
Abschließende Bemerkungen: SCP-6932 verschwand nach seiner Aussage. Agent Halo durchsuchte das Dojo und stieß auf das Tagebuch, das die Person zuvor gelesen hatte. Er blätterte es durch, aber es war in einem alten japanischen Dialekt geschrieben. Es wurde zum Übersetzen geborgen.
Beim Verlassen des Dojos überprüfte Agent Halo sein Telefon, um sich zu melden, musste aber feststellen, dass nur achtzehn Minuten vergangen waren. Es wurde beschlossen, dass Agent Halo den Unterricht fortsetzen würde, um mehr Informationen über SCP-6932 zu erhalten.
Anhang 6932-1: Am 30.08.2025 brach ein bisher unbekanntes Wesen aus einer zuvor versiegelten Höhle im Berg Upepesanke, Hokkaido, Japan, aus. Es wird angenommen, dass die seismische Aktivität in dem Gebiet seine Freisetzung begünstigt hat. Foundation-Agenten, die in dem Gebiet stationiert waren, berichteten, dass sich das Wesen abrupt zu einer kleinen Hütte am Fuße des Berges begab und diese sofort zerstörte. Anschließend bewegte sich das Wesen mit hoher Geschwindigkeit auf die Zivilisation zu.
Zivile Zeugen berichteten, dass ein etwa drei Meter großer, gehörnter Humanoid mit auffallend scharfen Zähnen und Klauen die Stadt Kamishihoro betrat. Das Wesen schaute sich um, während es lief, und schien einen seltsam hungrigen Gesichtsausdruck zu haben.
Einer der drei Überlebenden berichtete, dass er beobachtete, wie etwas, das wie ein dicker, durchsichtiger Schleim aussah, aus einem Mann herausgezogen wurde, dem sich die Kreatur genähert hatte. Der Mann fiel kurz darauf tot zu Boden. Es wurde beobachtet, wie der Schleim in den Mund des Wesens floss, bevor er verschwand. Das Wesen ging dann auf jedes lebende Wesen zu, das es fand, und führte dabei dieselben Handlungen aus.
Der Verlust der Stadt wurde als Opfer des Ausbruchs des Upepesanke vertuscht, der in eine aktive Phase eintrat.
Anhang 6932-2: Am 09/03/2025, nach dem Verlust von drei weiteren Städten, entdecken Foundation-Agenten vor Ort alte Dokumente über die Entität. Die Dokumente wurden zur Übersetzung mitgenommen, da sie in einem alten japanischen Dialekt verfasst waren, der um 1200 n. Chr. ausgestorben war.
Nach der Übersetzung stellet sich heraus, dass die Kreatur zum ersten Mal der ehemaligen Interessengruppe "Yokai Hunters" begegnet war. Auf der Seite wurde ein Mann beschrieben, der nur als "Sensei" bezeichnet wurde und der in der Lage war, die Kreatur zu versiegeln, obwohl die Methode nicht überliefert ist. Die Kreatur selbst wurde als O-49 betitelt.
In dem Dokument wurde zwar behauptet, dass "Sensei" verschwunden sei, doch wurde darauf hingewiesen, dass "Sensei" für unsterblich gehalten wurde. Die Bemühungen, "Sensei" ausfindig zu machen, haben begonnen, da alle Versuche, O-49 aufzuhalten, fehlgeschlagen sind.
Anhang 6932-3: 06.09.2025. Das im Besitz von SCP-6932 befindliche Tagebuch wurde übersetzt und eine finale Ausgabe hochgeladen. Anhand der aus dem Tagebuch gewonnenen Informationen wurde festgestellt, dass die Foundation nach SCP-6932 suchte. Agent Halo wurde angewiesen, die Person mit allen Mitteln zur Kooperation zu bewegen.
Laut dem Bericht, den Agent Halo später einreichte, erwies sich die Kooperation der Zielperson als entgegenkommender als erwartet. Agent Halo erkundigte sich, ob die Person von O-49 wisse und beschrieb kurz dessen Fähigkeiten. Als SCP-6932 diese Informationen hörte, erstarrte es Berichten zufolge mit einem traurigen Gesichtsausdruck, bevor es fragte, ob Halo sich sicher sei. Als er die Bestätigung erhielt, wirkte SCP-6932 befangen.
SCP-6932 erklärte sich bereit, der Foundation bei ihrem Vorhaben zu unterstützen, und erklärte, dass es in seine Heimat zurückkehren würde, sobald das Problem mit O-49 erledigt sei. SCP-6932 erklärte dann, dass O-49 mit ziemlicher Sicherheit nach Kap Erimo, Japan, unterwegs sei, da dies ein wichtiger Ort für O-49 sei, weigerte sich aber, dies näher zu erläutern.
SCP-6932 erklärte sich bereit, einer Gruppe von Foundation-Mitarbeitern das Ritual zur Versiegelung von O-49 beizubringen. Zwölf MTF-Agenten wurden aus verschiedenen Gruppen abgezogen, um das Ritual zu erlernen. Es wurde festgestellt, dass sich die Zeit im Dojo während der Ausbildung auf sechs Monate pro Stunde beschleunigte.
Agent Halo war während der Unterweisung zugegen und notierte sich alles für spätere Aufzeichnungen. SCP-6932 erklärte, dass es sich um ein von ihm geschaffenes Ritual handelte, das sich stark auf Kampfkünste stütze. Die Person nahm sich dann Zeit für eine Demonstration, wobei sie sich auf eine Weise zu bewegen schien, die an verschiedene alte Kampfsportarten erinnerte, und einen Satz auf Japanisch rezitierte.
In der Übersetzung heißt dieser: "Hinfort, Kind der Hölle. Möge deine Bosheit niemals einen anderen treffen. Möge das Blut, das du vergossen hast, deine Ketten sein, die Leben, die du genommen hast, deine Peiniger." SCP-6932 stellte fest, dass es zwar ähnliche Kreaturen wie O-49 "verbannen", O-49 aber nur versiegeln konnte. SCP-6932 war sich nicht sicher, wie O-49 terminiert werden kann.
Anhang 6932-4: Das Folgende ist das Tagebuch von SCP-6932. Es wurde von einem Kind namens Katsuyori geschrieben. Der Schreiber und SCP-6932 stehen in enger Verbindung zu einer ehemaligen Interessengruppe namens "TheYokai Hunters ". Es wird angenommen, dass sich die Gruppe um 1100 n. Chr. aufgelöst hat, allerdings liegen der Foundation nur wenige Informationen über die Gruppe vor.
Schreiben macht wirklich Spaß! Es ist schwer, aber das ist schon in Ordnung! Vielleicht kann ich Sensei dazu bringen, mir mehr beizubringen? Er ist super nett, seit wir uns kennengelernt haben. Seit ich hier bin, kriege ich was zu Essen und habe es warm. Ich hatte noch nicht mal Angst!
Nicht so wie vor den Yokai. Mama, Papa… So rot. Mein Zittern wollte nicht aufhören. Die Stille. Die Nächte, die ich allein verbrachte. So kalt. Magenknurren.
Papa! Nein! Er will "Sensei" genannt werden! Papa hat angefangen, mir das Kämpfen beizubringen! Er hat das Zeug erfunden, das er mir beibringt. Papa hat es Jujutsu genannt. Aber die anderen Schüler sind komisch. Sie reden über Yokai und machen dabei so glückliche Gesichter. Und warum? Yokai und ihre Magie sind unheimlich. Haben sie noch nie einen Yokai getroffen?
Ich glaube, jemand hat Papa einen Yokai genannt. Das ist unmöglich. Papa ist nett. Überhaupt nicht wie die bösen Yokai! Sie glauben, er hat dunkle Magie oder so was. Zumindest glaube ich das. Ich habe gehört, wie jemand sagte, dass Papa nicht altert? Das kann nicht wahr sein. Genauso wenig wie ihre anderen Lügen! Wie wenn sie sagen, dass Papa Magie zu einer anderen Welt steuert! Alles Lügen! Nur Yokai können Magie anwenden. Papa ist kein Yokai!
Papa hat heute Besuch bekommen … Ich habe beobachtet, wie sie hereinkamen. Ein Mann mit schwarzen Vogelflügeln bat mich, Papa zu holen. Ich erstarrte und zitterte. Er stand direkt vor mir. Ich war kurz davor, rot zu werden.
Dann wurde ich gepackt. Papa hielt mich ein paar Minuten lang fest, bis ich mich beruhigt hatte. Bei Papa fühlte ich mich sicher. Mit ihm in der Nähe konnte nichts passieren. Ich schaute zu der Gruppe hinüber, während Papa mit ihnen sprach. Er nannte sie "den verdammten Rat". Was auch immer das bedeuten mag. Er schien nicht glücklich zu sein. Kann ich ihm nicht verdenken.
Der Vogelmann war nur der erste. Da war eine hübsche Frau, an der Frost abging. Und ein Mann mit flauschigen, runden Ohren und einem Schwanz. Eine Dame mit Fuchsohren und drei Schwänzen war hinter ihnen. Und dann war da noch ein Kind mit einem seltsamen Blätterhut und Schwimmhäuten an den Fingern. Die Art, wie sie mich ansahen, jagte mir einen Schauer über den Rücken.
Seltsamerweise haben diese Yokai verschiedene Farben. Nun, so hat Papa sie jedenfalls genannt. Er nannte den Vogelmann Kuro. Dann schimpfte er mit ihnen, weil sie mich erschreckt hatten. Darüber hätte ich fast gelacht.
Ich konnte letzte Nacht nicht schlafen, weil ich so viel Angst hatte. Diese Yokai machen mir Angst. Papa hat mich gefunden, als er nach mir sehen wollte. Papa hat Tee gekocht und mir eine Geschichte erzählt, um mich zu beruhigen.
Vor Jahren gab es einen großen Krieg unter den Yokai. Viele Dörfer wurden zerstört, und viele Menschen kamen ums Leben. In einem bestimmten Dorf, das von diesem Krieg heimgesucht wurde, lebte ein kleiner Junge. Er war noch nicht einmal alt genug, um von seinen Flügeln getragen zu werden, und doch wusste er, was geschah, als sein Haus bis auf die Grundmauern niedergebrannt wurde.
Der Junge sah zu, wie die Soldaten das Dorf verwüsteten und jeden in ihrem Weg töteten. Die Soldaten trafen auch auf den Jungen und schlugen ihn brutal, bevor sie ihn in sein brennendes Haus sperrten, damit er starb. Obwohl der Junge Schmerzen hatte und durch den Rauch kaum atmen konnte, gelang es ihm, ein kleines Loch in der Wand zu finden, durch das er entkommen konnte.
Nachdem er aus dem Dorf geflohen war, verirrte sich der Junge. Er irrte umher, bis seine Beine versagten und seine Verletzungen ihn einholten. Verbrennungen brannten sich in seine Haut, Rippen brachen und machten ihm alles schwerer. Am Ende wurde er ohnmächtig, als er fiel.
Als der Junge erwachte, wurden seine Wunden versorgt und ein freundliches Lächeln begrüßte ihn. Als er die Person als Mensch erkannte, bekam der Junge Angst. Seine Eltern hatten ihm immer gesagt, dass Menschen gefährlich seien, dass sie ihn ohne zu zögern töten würden, nur weil er anders war als sie. Er riss sich von seinem vermeintlichen Feind los und versuchte, davonzueilen, bevor er zusammenbrach.
Der Junge verbrachte Monate damit, sich zu erholen, und verlor mit jedem Tag die Angst vor seinen Rettern. Sie behandelten ihn besser als die meisten Yokai, und man bot ihm sogar einen Platz in ihrem Haus an. Als der Junge heranwuchs, erkannte er, dass die Menschen viel freundlicher waren als alle Yokai, denen er bisher begegnet war.
Es wird erzählt, dass der Junge, als er endlich erwachsen war, erkannte, wie schrecklich die meisten Yokai waren, die er traf. Er beschloss, dies zu ändern und begann, die schlimmsten Yokai zu jagen. Obwohl niemand weiß, was mit ihm passiert ist, sind viele davon überzeugt, dass er immer noch da draußen ist.
Die anderen Schüler nerven mich in letzter Zeit noch mehr. Ich bekomme auch immer diese komischen Blicke. Wie dieses eine Mal, als ich gefragt wurde, wie ich so schnell lerne. Ich weiß gar nicht, was die meinen. Ich bin noch klein, aber ich lerne schon sehr lange. Fast schon seit Papa mich aufgenommen hat. Das ist nicht die einzige seltsame Frage, aber ich finde sie merkwürdig, weil sie Yokai suchen, also ist es okay.
Kuro hat mich heute wieder besucht, aber Papa hat es mir diesmal gesagt. Nur hatte Kuro eine große Kiste dabei und gab sie Papa. Ich konnte nicht sehen, was drin war, aber Papa schien verärgert zu sein. Kuro sagte nur, dass es ein paar weitere magische Gegenstände seien, die sie gefunden hätten, und dass der sicherste Platz für sie in Papas Magie sei. Papa benutzt aber keine Magie! Nur Yokai!
Papa setzte mich heute nach dem Unterricht zu sich gerufen. Ich hatte ihn noch nie so ernst gesehen. Ich dachte fast, er würde mir sagen, dass ich gehen soll. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass er mich nach den Jägern fragen würde. Er wollte wissen, was ich über sie weiß. Alles, was ich über sie weiß, ist, dass sie seltsame Leute sind, die Yokai jagen.
Ich schätze, sie wollen mich irgendwann rekrutieren. Papa war nicht glücklich darüber, nicht mit seinem finsteren Blick. Er hat ganz klar gesagt, dass er ihre Methoden nicht mag. Aber Papa wollte, dass ich weiß, dass ich meine eigenen Entscheidungen treffen kann, wenn ich älter bin. Aber warum sollte ich mich ihnen anschließen wollen?
Vater benutzt Magie. Ich dachte, ich wäre siebzehn, aber das stimmte nicht, nachdem ich das Dojo zum ersten Mal verlassen hatte. Anscheinend sollte ich sechsunddreißig sein. Das ist verrückt, warum sollte ich ihnen glauben? Nun, Vater hat es bestätigt. Er war mehr als bereit zu erklären, dass das Dojo selbst seine Magie war. Doch seine Grenzen wollte er mir nicht verraten.
Das fand ich seltsam, obwohl er bereit war, mir alles andere zu erklären. Ich schätze, er will seine Geheimnisse für sich behalten. Das ist in Ordnung; es ist nur … ich weiß nicht, wie ich mich jetzt fühle. Hat er das vor mir geheim gehalten, weil er meine Ängste kennt? Hätte er es mir jemals gesagt? Hätte ich es je erfahren, wenn ich es nicht auf diese Weise erfahren hätte? Hätte ich jemals erfahren, dass Vater ein Yokai ist?
Das fühlt sich nicht richtig an. Vater mag Magie haben, das ist wahr, aber er ist kein Yokai. Yokai sind grausam. Yokai sind gefühllos. Sie würden kein Kind von der Straße nehmen und ihm ein liebevolles Zuhause geben. Also zu was macht das Vater?
Ich kann verstehen, warum Vater die Jäger nicht mag. Sie sollen die Menschen beschützen. Aber was ich gesehen habe … diese Mission …
Kleine Kinder, Yokai-Kinder, aber immer noch Kinder, rannten herum. Ihre Eltern schauten fröhlich zu, ohne zu wissen, in welcher Gefahr sie sich befanden. Mein Gruppenführer gab den Befehl. Schreie ertönten, als sich der Boden mit Yokai-Blut besudelt wurde. Der Gestank von Rauch und brennendem Fleisch erfüllte die Luft.
Etwas Seltsames stieg in mir auf. Ich empfand … Mitleid? Für die Kreaturen, vor denen ich mich mein ganzes Leben lang so gefürchtet hatte? Die Kreaturen, die einfach nur versuchen, ihr Leben zu leben, wie jeder andere Mensch auch? Das … Das macht keinen Sinn. Was soll ich mit diesen widersprüchlichen Gefühlen anfangen? Ich bin mir nicht sicher, ob ich das noch kann.
Diese Szene spielt sich ständig in meinem Kopf ab. Sie lässt mich nicht in Ruhe. Die Hilflosigkeit der Yokai und die Brutalität der Jäger. Das ist das Einzige, woran ich denken kann. Ich weiß jetzt, dass ich etwas tun muss, um dieses sinnlose Gemetzel zu beenden. Ich glaube, mir ist endlich eine Lösung eingefallen.
Ich werde mit Kuro reden, wenn er nächste Woche vorbeikommt. Ich bin sicher, dass ich bei seinen monatlichen Inspektionen der Jägerausbildung unter Vater einen Moment mit ihm verbringen kann. Ich fühle mich immer noch unwohl mit ihm, aber der Mann ist meine einzige Option. Ich werde ihn bitten, mich die Yokai erforschen zu lassen. Vielleicht, nur vielleicht, wird es helfen, das unnötige Abschlachten von Unschuldigen zu stoppen. Ich weiß nicht, warum mir das so wichtig ist, aber ich weiß, dass sich etwas ändern muss.
Das Dorf, das wir besuchten, war froh, uns zu sehen, obwohl es Yokai waren. Sie gaben mir ein magisches Tanto als Zeichen des guten Willens. Ich möchte es behalten, da es eine gute Klinge zu sein scheint.
Kuro war besonders an dem Tanto interessiert, das ich bekommen hatte. Er schien mehr als nur ein wenig an seiner Magie interessiert zu sein. Kuro bat mich, die Waffe zur Aufbewahrung abzugeben. Ich war mir nicht sicher, ob ich das tun wollte. Immerhin gehörte sie mir.
Aber irgendetwas war an seiner Fixierung darauf. Kuro erklärte, er wolle nur dafür sorgen, dass alle magischen Gegenstände sicher sind und nicht in die falschen Hände geraten. Aber da war noch etwas anderes. Ich wünschte nur, ich könnte es herausfinden.
Am Ende kamen wir zu einer Einigung. Ich überlasse Kuro die Waffe, aber ich darf sie immer noch benutzen, wenn ich meine Missionen für gefährlich halte. Kuro übergab sie Vater, und ich durfte zusehen, wie Vater sie mit seiner Magie versteckte.
Kuro sagte mir, ich solle Vater alle weiteren magischen Gegenstände, die ich finde, zur sicheren Aufbewahrung geben.
Wir haben viel über die Yokai gelernt, denen wir begegnet sind. Ich bin immer wieder überrascht. In dem letzten kleinen Dorf, in dem wir waren, schienen die Yokai freundlich zu sein. Wir wurden hereingebeten, und sie waren mehr als bereit, uns etwas über sich selbst zu erzählen. Nicht alle Yokai sind böse, gefühllose Kreaturen. Viele sind wie Vater und leben einfach ihr Leben.
Als wir von unserer letzten Mission zurückkehrten, sah ich einige neue Leute im Dojo. Sie machten etwas mit verschiedenen magischen Gegenständen.
Hat Kuro sie beauftragt, herauszufinden, was sie können? So sah es zumindest aus. Meistens verletzen sie sich nur selbst und machen Vater Probleme. Was erwartet Kuro denn zu finden? Man kann Magie genauso wenig erklären, wie man erklären kann, warum die Sonne aufgeht. Sie ist einfach da.
Für diese Mission wurde mir ein Ort genannt und ich sollte allein kommen. Das hat mich nicht gestört. Es ist ja nicht so, als würde ich nicht auch alleine auf Erkundungsmissionen gehen. Es war ja auch nicht so weit weg. Ich kam an und Kuro wartete auf mich, während er das Dorf ein paar hundert Meter entfernt beobachtete. Ohne zu überlegen, griff ich zu meiner Waffe, auch als er sich umdrehte und mich anlächelte. Kuro erklärte mir, dass in dem Dorf eine Gefahr lauerte, und er wollte sehen, ob ich herausfinden könnte, welcher Art er ist.
Ich fühle mich immer noch unwohl mit ihm, aber irgendetwas an ihm macht mich neugierig. Kuro ist ein viel beschäftigter Mann; was treibt ihn hierher?
Wer ist Kuro wirklich? Ich verstehe ihn nicht.
Diese Mission… Sie dauerte drei Wochen. Drei Wochen Beobachtung, Gespräche mit den Dorfbewohnern und Herumschnüffeln. Die ganze Zeit über kam und ging Kuro. Aber ich habe es geschafft, herauszufinden, wovon er sprach. Ich ertappte mich sogar dabei, dass ich ihm Bericht erstattete, ohne nach einer Klinge zu greifen.
Dann bekam ich Schmerzen, mein Körper stieß gegen etwas Hartes. Für lange Zeit habe ich nichts anderes mehr wahrgenommen. Als ich endlich wieder zu mir kam, war der Ort blutgetränkt. Kuros Krallen hatten der anderen Kreatur das Herz herausgerissen. Ich hörte etwas über "Menschen" und "die Zukunft".
Das Nächste, woran ich mich erinnere, ist, dass ich auf dem Boden des Dojos lag. Vaters beunruhigter Blick lag auf mir. So habe ich ihn noch nie gesehen. Es wäre eine Untertreibung zu sagen, dass ich überrascht war, als Vater mich fest umarmte und ein paar Tränen meine Kleidung benetzten. Ich weiß immer noch nicht, warum Kuro mich zurückgebracht hat.
Was soll ich tun? Kuro beauftragte mich mit der Untersuchung eines Oni, den die Jäger als O-49 bezeichneten. Er sagte, es sei gefährlich, aber ich sei aufgrund meiner Fähigkeiten am besten für diese Mission geeignet. Ich bin sicher, dass ich es schaffe; ich hatte schon früher gefährliche Aufträge, aber irgendetwas an dieser Sache macht mich nervös.
Als ich nach Hause kam, schrie Vater mich an, als er es erfuhr. Ich war erschrocken. Er machte mir seine Meinung dazu klar. Vater war dagegen und meinte, dass ich sterben würde. Er schien zu wissen, was ich untersuchen sollte, aber er wollte es mir nicht sagen.
Ich verstehe sein Zögern, besonders nach dem letzten Mal. Vater will mich kaum noch gehen lassen. Er denkt, die Jäger werden allmählich zu etwas anderem, als sie einst waren. Nicht, dass er es nicht unterstützt. Vater sagt nur, dass es die Jäger schwach machen würde. Ich kann verstehen, was er meint. Sie haben sich in letzter Zeit so sehr verändert, vor allem dank Kuros Bemühungen.
Ist das, was Kuro vorhat, die Zukunft, die er anstrebt, nicht ein bisschen Gefahr wert? Die Art und Weise, wie er seine Pläne und seine Ziele erklärt hat?
Es schien vernünftig. Die Menschheit zu schützen und gleichzeitig die Yokai zu schützen, selbst wenn die größte Bedrohung die Yokai waren. Es scheint ein wenig idealistisch, aber es könnte möglich sein. Nicht, dass Vater so denkt. Vater glaubt, Kuro redet Unsinn und will nicht, dass ich einem Verrückten in den Tod folge. Ich dachte fast, er würde mich anflehen.
Das alles macht es mir nicht gerade leicht. Ich reise erst morgen früh ab. Ich werde noch mal darüber nachdenken, bevor ich ins Bett gehe.
Die letzte Seite des Tagebuchs ist ein von einer anderen Hand geschriebenes Ersatzblatt. Es wird angenommen, dass es sich um die von SCP-6932 handelt.
Mein Kind. Was ist geschehen? Ich habe versucht, dich zu warnen, aber vielleicht war ich nicht überzeugend genug. Ich habe versucht, dich aufzuhalten, aber du hattest immer deinen eigenen Kopf. Wenn ich es nur gekonnt hätte, dann hätte ich es verhindern können. Ich hätte dazu fähig sein müssen. Ich muss das Versagen auf mich nehmen, dass du gefallen bist. Ich war nicht stark genug, um dich zu beschützen, und das werde ich nie wieder gutmachen können. Dein Tod war meine Schuld. Wenn du mir nur eines Tages verzeihen könntest.
Anhang 6932-5: SCP-6932 öffnete seine Taschendimension am Kap Erimo am 07.09.2025 und ermöglichte es SCP-6932 und der MTF, O-49 zu lokalisieren, als dieses seine Reise beendete. Es wurde festgestellt, dass sich SCP-6932 beim Anblick von O-49 aufregte, sich jedoch innerhalb weniger Minuten wieder beruhigte. SCP-6932 deutete dann auf den nahe gelegenen Schrein und erklärte, dass dies der Ort sein würde, an dem O-49 versiegelt würde.
Die Hälfte der MTF wurde beauftragt, O-49 zu beschäftigen und die übrigen Agenten bei der Durchführung des Rituals zu schützen. O-49 kreischte vor Schmerz und stürzte sich auf SCP-6932, als das Ritual begann. Obwohl es aus dem Bereich gestoßen wurde, verlangte SCP-6932, dass sie weitermachen, und forderte die verbleibenden MTF auf, bei dem Ritual zu helfen, und begann dann selbst mit O-49 zu kämpfen. Es ist nicht bekannt, warum O-49 SCP-6932 nicht sofort tötete, wie es bei den anderen Opfern der Fall gewesen war.
SCP-6932 begann dann einen Kampf mit O-49, welches durch das Ritual geschwächt wurde. Zunächst schien es, als sei O-49 viel stärker als SCP-6932. Doch schon bald waren die beiden ebenbürtig. Die Auseinandersetzung dauerte mehrere Minuten an, bis das Ritual O-49 so weit geschwächt hatte, dass es terminiert werden konnte.
SCP-6932 erlitt bei der Vernichtung von O-49 mehrere tiefe Wunden. Als der Rest des Teams zu SCP-6932 zurückkehrte, wirkte es erschüttert, sagte das Wort "Katsuyori" und verschwand.
Anhang 6932-6: 10.05.2025. Agent Halo konnte SCP-6932 nach fast einem Monat ausfindig machen. Bei der Ortung wurde festgestellt, dass sich die Taschendimension in ihre jetzige Form verwandelt hatte. SCP-6932 wurde mit einem weiblichen Kind asiatischer Abstammung gesehen, das auf ein Alter von etwa drei Jahren geschätzt wurde. Auf die Frage nach dem Kind erklärte SCP-6932, dass es das Mädchen adoptiert habe und dass ihr Name "Shiko" sei. Das Kind schien keine Anomalien aufzuweisen.
Auf Anweisung versuchte Agent Halo, SCP-6932 davon zu überzeugen, sich selbst zur Eindämmung auszuliefern. Es stimmte zwar nicht sofort zu, stellte aber zwei Bedingungen für seine Eindämmung. SCP-6932 bat darum, weiterhin nach eigenem Ermessen Agenten der Foundation ausbilden zu dürfen und dass die Foundation das Kind in keiner Form belangt. Agent Halo brachte die Angelegenheit vor die Leitung der Foundation, die derzeit darüber berät.