SCP-643

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Bild von SCP-643 aus dem Inneren seiner gekühlten OCU.

Objekt-Nr.: SCP-643

Klassifizierung: Sicher Keter

Sicherheitsmaßnahmen: Aufgrund der jüngsten Entwicklungen bei der Untersuchung von Standort-120 werden einzelne SCP-643-Instanzen in einer gekühlten Objektschutzeinheit (OCU) im Standort-119 eingeschlossen. Diese Einheit muss bei einer Umgebungstemperatur von höchstens 10° Celsius gehalten werden.

Das Personal, das mit SCP-643 hantiert oder Experimente durchführt, während sich das Objekt in seinem flüssigen Zustand befindet, muss eine Stufe-B-Gefahrgutausrüstung tragen. Für den Fall, dass Mitarbeiter der Foundation ohne Sicherheitsausrüstung mit einem verflüssigten SCP-643 in Berührung kommen, wird ihre sofortige Terminierung als einzige praktikable und ethische Option angesehen.

Beschreibung: SCP-643 ist eine Sammlung von 79 unmarkierten Schokoladenbonbons mit einem ungewöhnlich niedrigen Schmelzpunkt.1Im gekühlten Zustand weist SCP-643 keine anomalen Wirkungen oder äußerlichen ästhetischen Unterschiede zu normalen Schokoladen auf.

Die anomalen Eigenschaften von SCP-643 werden erst sichtbar, wenn das Objekt geschmolzen ist. In diesem Zustand überträgt sich SCP-643 auf jede essbare Substanz und bedeckt die Oberfläche dieser Substanz mit soviel Masse wie möglich. Sobald die SCP-643-Instanzen ihren Wirt umhüllen, verströmen sie einen starken, angenehmen Geruch. Personen, die diesen Duft ausgesetzt sind, berichten von einem unwiderstehlichen Verlangen, mit geschmolzenem SCP-643 umhülltes Material zu verzehren.

SCP-643-1 sind Menschen, die von SCP-643 kontaminiert wurden. SCP-643-1-Instanzen haben keine SCP-643-Beschichtung, verströmen aber das gleiche Aroma wie von der Anomalie verseuchte Lebensmittel. Wie solche Lebensmittel erzeugen SCP-643-1-Instanzen bei allen exponierten Personen den Wunsch, sie vollständig zu verzehren.

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Die Gasse, die zu Dr. Breffens Haus in FP-120 führt.

Entdeckung: Ursprünglich wurden die mit SCP-643 in Verbindung gebrachten Angriffe als eine Reihe von Morden in FP-120 ("Esterberg") eingestuft und als unabhängige Fälle von kannibalistischen rituellen Opfern erklärt. Standort-120 hatte zu diesem Zeitpunkt jedoch weder Beweise für eine thaumaturgische Kontamination der Körper von SCP-643-Opfern noch historische Aufzeichnungen über derartige Rituale in den von SCP-643 betroffenen Gebieten gefunden.

Ab Mitte des 20. Jahrhunderts nahm die Häufigkeit dieser Angriffe drastisch ab, und es wird angenommen, dass sie am 19. Februar 1978 ganz aufgehört haben. Dies veranlasste Standort-120, die Anomalie für neutralisiert zu erklären. Am 27.12.2001 wurde jedoch ein damit zusammenhängender Mord an dem Standort-120-Forscher Dr. Eavel Breffen verübt.2 Dieses Ereignis sollte später der Auslöser für die weitere Untersuchung von SCP-643 sein.

Anhang 643-1: Die Untersuchung von Breffens Wohnsitz wurde nach ihrer Terminierung genehmigt. Unter der Leitung von Standort-120-Agent Marie Surratt und Dr. Ryan Smith vom Standort-119 waren die beiden in der Lage, den Aufenthaltsort einer potenziellen Person von Interesse zu ermitteln, nachdem ein Brief in Dr. Breffens Briefkasten hinterlassen worden war. Bemerkenswert war der Inhalt des Briefes selbst, der lautete: "Madame Valerie's Emporium For The Magical, ruft Eavel Breffen an, um ihre Schulden zu bezahlen."

Nach weiteren Versuchen, Informationen über Dr. Breffens Verschwinden herauszufinden, erhielt die SCP-643-Untersuchung Einblick in "Madame Valerie's Emporium For The Magical". Es folgt ein Protokoll dieser Untersuchung, die von Agent Surratt geleitet wurde.

<BEGINN PROTOKOLL>

Die Verbindung wird hergestellt, als Dr. Ryan Smith und Agent Marie Surratt vor einem alten, aber gut erhaltenen Laden in einer breiten Gasse im Kanalisationsbezirk stehen. Trotz der relativ unhygienischen Bedingungen ist dieser Ort sauberer als der Rest des Bezirks.

Smith schaut auf die große Glasfront des Ladens. Darin sieht er viele Kisten, Truhen, Fässer, Regale und andere Behälter, die hauptsächlich verschiedene Lebensmittel zu enthalten scheinen. Er schüttelt den Kopf und schaut auf das große Schild über der Eingangstür des Gebäudes.

Smith: Das ist der Ort, richtig?

Surratt scheut durch die Glasfront ins Innere und sucht nach jemanden - offenbar dem "Ladenbesitzer" - im Inneren. Als sie nach einigen Sekunden niemanden findet, wendet sie sich wieder an Smith.

Surratt: Ja, stimmt.

Das Duo geht durch die Eingangstür; eine kleine Glocke klingelt, als sie eintreten. Der Raum selbst ist vollgestopft mit zahlreichen Regalen, Bücherregalen, Fässern, Kisten, Behältern, Schränken und Truhen und mit einem alten roten Teppich auf dem Boden ausgestattet. Über ihnen hängt ein mit brennenden Kerzen bestückter Kronleuchter von der niedrigen Decke und erhellt den Raum mit einer schummrigen Aura.

Surratt: Fass nichts an.

Smith nickt

Nach ein paar Schritten kommen sie in die Nähe eines hölzernen Tresens, auf dem eine alte Registerkarte und einige Papiere liegen. Surratt tippt ein paar Mal auf die Tischglocke in ihrer Nähe und beginnt, die Regale hinter dem Tresen zu betrachten, während sie mit ihren Schuhen nervös auf den Holzboden klopft.

Smith: Was ist los?

Surratt: <schaut nervös um sich:> Du wirst schon sehen.

Smith beginnt, die Produkte in den Kisten um ihn herum zu betrachten und versucht, eines von ihnen zu berühren. Surratt schlägt ihm sanft auf die Hand und zieht sie von den Gegenständen weg.

Surratt: Ich sagte — nichts anfassen.

Smith: Ja, ja, aber sieh dir das an - es ist alles dasselbe. All diese… das sind Lebensmittellieferungen.

Surratt: Was?

Smith: Surratt. Dieser ganze Ort sieht aus wie ein Walmart. <zeigt auf ein Regal in der Ferne:> Siehst du? Gabeln, Teller, Brot, Dosenfraß, Wasser, Saft, Obst, Gemüse—

Surratt: Ich… so war das hier noch nie. Ich— das ist einfach… wirklich seltsam, ich weiß nicht…

Unbekannt: Ich dachte nur, eine kleine Renovierung würde dem Ort guttun. Du weißt schon, andere Zeiten, andere Bedürfnisse. <kichert>

Als das Duo sich wieder dem Tresen zuwendet, ist ein großer, gewandeter Humanoid mit einem großen Hut zu sehen, der in der Nähe des Tresens steht. Seine Hände sind mit dicken, dunklen Handschuhen bedeckt, und sein Gesicht wird vom Schatten seiner Kleidung verhüllt. Surratt zittert leicht, geht aber auf den Tresen zu.

Unbekannt: Also, was brauchst du, Marie? Geld? Ruhm? Status? Oder vielleicht wollen Sie Ihre Zukunft wissen? Ich kann Ihnen versichern, sie ist SEHR interes—

Surratt:Ich bin heute nicht wirklich hier, um mit dir Geschäfte zu machen. Das Einzige, was ich brauche, sind Informationen.

Dort, wo die Augen des Wesens sein sollten, sind für den Bruchteil einer Sekunde zwei Funken zu sehen. Es schüttelt den Kopf und kommt näher an Surratt heran.

Unbekannt: Informationen, sagst du? Dir, dir ist klar, dass alles einen Preis hat, ri—

Surratt: <augen verdrehend> Ach was soll's. Um Himmels willen… Schau. Um unserer alten Freundschaft willen…

Smith: <leise:> Freundschaft?

Surratt: Das passiert, wenn man sich mit Dämonen wie diesen anlegt, Smith. <pause:> Sind drei Fragen zu viel verlangt?

Das Wesen atmet ein, seufzt theatralisch und kratzt sich dabei am Kopf.

Unbekannt: In Ordnung, in Ordnung! Aber nur drei. Schieß los.

Surratt: Was hast du mit Breffen gemacht?

Das Wesen tut so, als wäre es überrascht und weicht leicht zurück.

Unbekannt: Breffen? Nichts. Dieser kleine Waldidiot kam nie zurück, um zu bezahlen; wie konnte ich da um irgendwas bitten?!

Surratt zeigt die gelbe Nachricht, die sie in Breffens Post gefunden haben, und hält sie mit zwei Fingern nach vorne.

Surratt: Ich weiß nicht, vielleicht warst du sauer auf sie, weil sie dich nicht bezahlt hat?

Unbekannt: Ich töte keine Menschen, Marie…

Surratt: Bitte, nur "Surratt".

Unbekannt: Ich töte keine Leute, Surratt. Ich verlange nur, was sie versprochen haben. Und nein, ich habe nicht etwas mit Breffen gemacht. Ich weiß, dass Sünde und Gier mein ganzer Auftritt sind, aber selbst sich bin nicht so hinterhältig.

Surratt: <seufzt> In Ordnung, gut. <pause> Weshalb genau ist sie denn hier hergekommen?

unbekannt: Sie war… sie war hoffnungslos. Sie wollte Nahrung finden, die sie und ihren Partner langfristig ernähren würde. Alles, was ich getan habe, war, ihr eine schicke kleine Broschüre zu geben, um diesen Ort zu finden.

Surratt: Ihr… Partner?

Unbekannt: Das sind vier Fragen.

Surratt: Schon gut, schon gut. Aber was ist das für ein Ort?

Unbekannt: Uuuuund das sind fünf. Aber ich werde so nett sein und dir geben, was ich ihr gegeben habe.

Das Wesen beugt sich hinter den Tresen, hebt einen kleinen Gegenstand auf und reicht ihn Surratt.

Unbekannt: Mach mit diesem Ort, was immer du willst. Nur… sei sicher, dass du einem Mädel hilfst und versuche, nichts davon zu erwähnen, dass ich dir ein Trinkgeld gegeben habe.

Surratt nickt.

Surratt: Danke.

Unbekannt: Jederzeit.

Das Wesen entmaterialisiert sich schlagartig hinter dem Tresen und wird zu Staub. Smith blinzelt dreimal, um dann von Surratt zum Ausgang gezogen zu werden.

Surratt: Komm schon. Wir haben, was wir brauchen.

Sie treten aus dem Laden hinaus auf die Straßen, die auffallend leer sind. Während die Sonne in der Ferne untergeht, beginnt Surratt, den Gegenstand zu lesen, den das Wesen ihr gegeben hat,

Smith: Also, wer zum Teufel war das? Oder, ich schätze, was zum Teufel war das?

Surratt: Einfach ein Weg, um Informationen zu bekommen. Nichts, worüber du dir Sorgen machen müsstest.

Sie stehen beide in der Gasse und blicken auf den riesigen Leuchtturm im Hafenviertel in der Ferne. Surratt atmet langsam ein und massiert sanft ihre geschlossenen Augen.

Smith: Magst du mir erklären, wohin wir jetzt gehen?

Surratt: Bin mir nicht sicher. Aber wo auch immer es ist, es wird uns zum Ursprung von Breffens Tod führen.

Smith: Was wo ist?

Surratt: <blickt auf das Pamphlet> Im Norden.

<PROTOKOLL ENDE>

Anhang 643-2: Nach weiteren Untersuchungen der Informationen, die nach dem Tod von Dr. Eavel Breffen in "Madame Valerie's Emporium For The Magical" gefunden wurden, vermutete Foundation-Agent Surratt die Region Podvoloch'ye3 als einen Ort, der von besonderem Interesse bezüglich SCP-643 ist.

Die Entsendung zu und Erkundung von Podvoloch'ye wurde dem genannten Agenten zusammen mit Dr. Ryan Smith am 03.04.2002 bald genehmigt. In den Berichten, die später von den beiden Mitarbeitern abgerufen wurden, hieß es, dass die Region trotz der Aussagen von Madame Valerie, die auf einen möglichen Nahrungsmittelüberschuss hinweisen, stark unter Versorgungsengpässen gelitten hatte, die vermutlich durch den letzten Winter verursacht wurden. Eine Häufung von Morden, die denen ähnelte, die zuvor entdeckt worden waren, deutete auf einen Zusammenhang zwischen der Region und den mutmaßlichen Eigenschaften von SCP-643 hin.

Durchsuchungen des Dorfes und Befragungen der örtlichen Bevölkerung ergaben die Existenz des neu klassifizierten SCP-643. Versuche, die Anomalie in den örtlichen Lagern aufzuspüren, deuteten darauf hin, dass SCP-643-Instanzen aus einem nahe gelegenen Bunker am nordwestlichen Ortsrand geliefert wurden.

<BEGINN PROTOKOLL>

Suratt und Smith gehen eine unbefestigte Straße entlang, die nach Norden führt. Um sie herum stehen eine Reihe von Häusern, die sich bis zum Ende der Straße erstrecken. Die beiden tragen Mäntel, Handschuhe und andere Winterkleidung. Um sie herum fällt leichter Schnee, der den leicht weißen Boden und die nahen Bäume bedeckt.

Surratt: <zitternd> Hätte nicht gedacht, dass es so kalt sein würde.

Smith: Tja, das hat man davon, wenn man etwas vermutet.

Smith geht voran, während die beiden diagonal über eine Weggabelung gehen und nach Nordwesten abbiegen. Die Sonne hinter ihnen zeigt an, dass die Nacht naht. Von weitem ist die schwache Silhouette eines großen Gebäudes zu erkennen.

Suarratt: Ist das der Ort?

Smith nickt, während die beiden weitergehen. Fast drei Minuten lang herrscht Stille, bevor sich die beiden der Eingangstür nähern. Über ihnen hängt lose ein Holzschild.

Smith: Sprechen…. die Esterberger Russisch?

Surratt: Das ist das erste Mal, dass ich das sehe. <achselzucken> Aber Russland ist nur ein Land entfernt und die Flüchtlinge waren nicht besonders wählerisch, denke ich.

Das Schild über ihnen schwingt leicht. Surratt geht weiter weg, zum anderen Ende der Tür. Smith gluckst hinter ihr her.

Smith: Hast du zufällig gesehen, was das Schild uns sagen will?

Surratt: Nicht wirklich. Ich habe versucht, nicht erschlagen zu werden, falls es herunterfällt. Was steht drauf?

Smith geht einen Schritt zurück und schaut nach oben.

Smith: Bin vor ein paar Jahren mit einem russischen Mädchen ausgegangen. Sie hat mir nicht viel beigebracht, aber sie konnte nur so wenig Englisch, dass ich irgendwann etwas davon lernen musste. <pause:> Das einzige, was ich verstehen kann, ist "Detskiy Dom." Waisenhaus.

Surratt: Waisenhaus?

Smith nickt.

Surratt: Das… wie kann das Sinn machen?

Smith schreitet an Surratt vorbei und klopft an die Holztür vor ihnen.

Smith: Das kann ich nicht sagen. <pause> Da das Dorf so abgelegen ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass es einfach sein wird. Sharya ist der nächstgelegene Ort mit Geschäften und schnellen Transportmöglichkeiten, und selbst das ist zwei Stunden von hier entfernt.

Surratt: Ganz zu schweigen von den Pralinen selbst.

Smith blickt leicht in Richtung Surratt.

Smith: Der Hunger kennt keine Gnade, Surratt.

Smith hält inne, während er leicht mit den Füßen auf den Boden unter sich stampft und den Schnee plättet.

Smith: Selbst wenn es bedeutet, auf Waisenkinder zurückzugreifen.

Die Tür vor Surratt und Smith öffnet sich knarrend. Die Tür bleibt stehen, nachdem sie sich ein paar Zentimeter geöffnet hat. Von innen lugt ein zartes, jugendliches Mädchen hervor.

Mädchen: Allo?

Anmerkung: Das Folgende wurde aus dem russischen übersetzt, um das Lesen zu erleichtern.

Mädchen: Wer sind Sie?

Smith: Ich bin Aleksander und meine Partnerin ist Jelena Patrow.

Smith zeigt von hinten auf Surratt. Nach einer pause lächelt sie und winkt.

Smith: Sie ist etwas langsam. Achte nicht auf sie.

Die Tür öffnet sich weiter.

Mädchen: Was machen Sie hier?

Smith: Wir sind Polizisten. Wir haben Gerüchte über seltsame Unfälle hier gehört und wollten sichergehen, dass alles in Ordnung ist. Hast du in letzter Zeit etwas Komisches gesehen?

Mädchen: Nein, habe ich nicht.

Surratt stößt Smith leicht in die rechte Schulter.

Surratt: <flapsig und auf Englisch:> Wo ist der Erwachsene hier?

Die Tür öffnet sich ein wenig weiter. Hinter dem Mädchen steht ein weiteres, jüngeres Kind. Die Haare des zweiten Mädchens sind zerzaust, ihre Kleidung ist fleckig und an den Nähten leicht zerrissen.

Smith: Wo ist euer Betreuer? Wir haben etwas Wichtiges zu besprechen.

Mädchen 2: Sie ist krank.

Smith: Krank?

Mädchen: Ja, und sie will im Moment nicht gestört werden.

Smith wiederholt die Aussage des Kindes gegenüber Surratt.

Surratt: Braucht sie unsere Hilfe?

Smith blickt zurück auf die beiden Mädchen.

Smith: Dürfen wir reinkommen? Wenn eure Betreuerin krank ist, können wir sie vielleicht in ein Krankenhaus bringen?

Mädchen 2: Es geht ihr gut. Mutter wird wieder gesund, wenn sie sich etwas ausruht.

Smith übersetzt die Aussage noch einmal für Surratt, die sich räuspert.

Surratt: Wir können nicht einfach gehen.

Smith wendet sich wieder der Tür zu.

Smith: Wann können wir wiederkommen, um nach ihr zu sehen?

Das erste Mädchen schüttelt den Kopf.

Mädchen: Ich weiß nicht. Nicht in nächster Zeit.

Die Tür beginnt sich zu schließen. Surratt springt vor, um die Tür einen Spalt weit aufzudrücken, wird aber von Smiths Arm aufgehalten, der sie daran hindert.

Smith: Ich verstehe. <nickt> Auf Wiedersehen dann. Ich danke euch für eure Zeit.

Mädchen 2: Ja. Ihnen auch.

Die Tür schließt sich vollständig. Danach tritt Smith von der Tür weg und beginnt zu gehen. Surratt beginnt ihm von hinten zu folgen.

Surratt: Welchen Teil von "wir können nicht einfach gehen" hast du nicht verstanden?

Smith hält kurz inne und verlangsamt seinen Schritt etwas.

Smith: Hast du es bemerkt?

Surratt: Was bemerkt? Das einzige, was ich gesehen habe, war, wie schnell sie uns loswerden wollten.

Smith: Ihre Augen.

Surratt: Oh.

Smith geht weiter, während Surratt folgt.

Surratt: Was ist mit ihren Augen?

Smith: Sie waren dunkel. Kalt und seltsam… tot.

Smith schnieft.

Smith: Es ist seltsam — ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Orte viele Besucher bekommen, und doch waren diese beiden in der Lage, völlig ruhig zu bleiben, selbst als zwei zufällige "Beamte" an ihrer Türschwelle auftauchten. <pause> Hätten sie nicht wenigstens ein wenig nervös werden sollen?

Surratt: Vielleicht. Aber manche sind einfach anders.

Smith schmunzelt.

Smith: Diese beiden hatten einen Blick in ihren Augen. Nicht wie gewöhnliche… naja, ich kann nur vermuten, dass es 7 und 4 Jahre alte Mädchen sind.

Die beiden halten inne.

Surratt: Wir müssen nur einen Weg finden, einen Blick hineinwerfen zu können.

Smith bleibt stehen. Nach einem Moment dreht er sich um und sieht Surratt an. Er seufzt kurz.

Smith: Wenn du raten müsstest, wie hoch sind die Chancen, dass diese beiden Mädchen tatsächlich das sind, für die sie sich ausgeben?

<PROTOKOLL ENDE>

Weitere Nachforschungen und Abgleiche mit den verfügbaren Immobilienunterlagen ergaben, dass es sich bei dem Gebäude, das in dem oben erwähnten Protokoll entdeckt wurde, um das "Makarova-Waisenhaus" handelt, das einer als Anya Makarova bekannten Person gehört und von ihr betrieben wird.

Die Versuche von Foundastion-Mitarbeitern, mit Makarova Kontakt auszunehmen, waren bislang erfolglos. Nach der Aufdeckung neuerer historischer Aufzeichnungen, die von der örtlichen Esterbergischen Regierung zur Verfügung gestellt wurden, wurde jedoch entdeckt, dass Makarova einen einzigen lebenden Verwandten hat, der in der Nähe des Dorfes Podvoloch'ye lebt. Bald wurde Kontakt mit der Verdächtigen aufgenommen, und das für die Untersuchung von SCP-643 zuständige Foundation-Personal erhielt die Genehmigung, Maria Makarova zu befragen, um Informationen über ihre Schwester Anya und deren möglichen Einfluss auf die Anomalie zu erhalten.

<BEGINN PROTOKOLL>

Anmerkung: Das Folgende wurde aus dem Russischen übersetzt, wobei Dr. Smith als Übersetzer für Agent Surratt fungierte.

Smith: Könnten Sie etwas mehr über Anya erzählen? Sie beide standen sich ziemlich nahe, ja?

Makarova nickt bejahend.

Makarova: Seit wir 5 oder 16 waren. Sie und ich haben Mama und Pa immer geholfen, wo wir konnten. Die Winter hier wurden… sehr kalt. Sie war sehr stark. Sehr standhaft. Da ich die jüngste war, musste ich immer auf sie aufpassen und dafür sorgen, dass ich nie in Schwierigkeiten geriet.

Makarova hustet leicht.

Makarova: Izvinite. <pause> Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich sie gesehen habe. Bevor wir erwachsen wurden, hatte Anya beschlossen, dass ihr Herz bei unserem Dorf war. Wir haben gesehen, wie es ist, ein Kind allein zu sehen. Deshalb hat sie dieses Heim gegründet.

Surratt: Und Sie?

Makarova: <nickt> Ich habe versucht, in Kontakt zu bleiben. Versucht.

Alle pausieren.

Smith: Haben Sie jemals gesagt, ob Ihre Familie abergläubisch war, oder nicht? Haben sie irgendetwas verehrt oder angebetet?

Makarova: Mama und Pa? Nein. Überhaupt nicht. Sie waren zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt. Aber Anya und ich? Wir hatten Angst vor dem Übernatürlichen. Aber ich glaube, das hielt nicht sehr lange an.

Surratt: Wissen Sie, wie lange genau?

Makarova: Ein paar Jahre, vielleicht? Aber nicht genau, nein.

Smith: Was ist mit dem Waisenhaus? Hatten Sie mit Anya oder irgendjemanden Kontakt, als es anfing?

Makarova: Das hatte, ich als es anfing. Ich hatte engen Kontakt zu einigen der Kinder. Ein Mädchen namens Alyona mochte mich jedes Mal, wenn ich sie besuchte. Aber… es ist schon Monate her, dass ich das letzte Mal von ihr gehört habe.

Weitere Pause.

Makarova: Ich bin nicht sicher, ob es etwas ist, das ich getan habe, oder ob es etwas anderes ist.

Smith: Keine Sorge - es ist nichts, was Sie getan haben.

Surratt räuspert sich.

Surratt: Anya hat Ihnen einen Teil der Finanzen für das Waisenhaus anvertraut, wenn ich mich richtig erinnere. Können Sie uns sagen, ob Ihnen irgendetwas Merkwürdiges aufgefallen ist, wie Transaktionen oder Käufe, die sich nicht richtig angefühlt haben?

Makarova: Nicht, dass ich mich im Moment erinnern könnte. Sie konnte normalerweise sehr gut mit Geld umgehen.

Surratt: Und die Papiere, die Sie uns gegeben haben, bestätigen das auch. <pause> Es tut mir leid, aber bitte geben Sie uns einen Moment.

Audio wird leicht verzerrt, bevor es für einen Moment still ist. Die Tonaufnahme beginnt abrupt erneut.

Surratt: <auf englisch:> —es macht keinen Sinn.

Smith: Es macht keinen Sinn?

Surratt: Alle ihre Aufzeichnungen zeigen nichts, Ryan.

Smith: Und?

Surratt: Was meinst du mit "und?"

Smith: Es ist möglich, dass sie ihre Papiere verloren hat. Oder auch nur vergessen. Ich meine, was glaubst du, wann sie sich das letzte Mal um ihre Finanzen kümmern musste?

Eine Pause.

Surratt: Du hältst es also für möglich, dass diese Waisen immer noch benutzt werden?

Smith: Das ist eine Möglichkeit, die ich noch nicht ausschließen möchte. Aber ohne ein Motiv oder einen Grund ist es schwer zu verstehen, warum jemand sie einsetzen will. Sie sind nicht gerade "zuverlässige Arbeiter".

Surratt: Es mag keine andere Wahl gegeben haben — besonders in einem kleinen, verarmten Dorf.

Nach einigen Sekunden der Stille wird der Ton erneut kurz unterbrochen.

Makarova: <auf Russisch:> Alles in Ordnung?

Smith: Ja, ja. Gehen nur ein paar Dinge durch.

Makarova: Ich verstehe.

Surratt: Wir wissen Ihre Informationen zu schätzen, danke für Ihre bisherige Zusammenarbeit Maria.

Makarova: Natürlich. Wenn es Ihnen hilft, gibt es noch etwas anderes, das ich Ihnen zeigen wollte.

Hörbare Stille.

Makarova: Ich sagte vorhin, dass mir ein Mädchen namens Alyona ans Herz gewachsen ist. Aus dem Waisenhaus. Sie hat mir immer Briefe geschrieben, wenn sie es konnte.

Makarova schnieft leicht.

Makarova: Nach ein paar Wochen wurden ihre Briefe immer seltener. Sie wurden seltsam. Zuerst wollte ich ihnen keine Beachtung schenken — ehrlich gesagt dachte ich, sie seien nur das Geschwafel eines jungen Geistes.

Surratt: Ich verstehe.

Makarova: Aber da Sie hier sind, können Sie genauso gut die Wahrheit wissen. Ich habe sie in einer speziellen Kiste unter meinem Bett oben aufbewahrt, versiegelt. Ich kann sie für Sie holen, bevor Sie gehen.

Surratt: Natürlich. Wir werden sie uns gerne ansehen. Nochmals vielen Dank, Maria.

<PROTOKOLL ENDE>

Anhang 643-3: Nach dem Gespräch mit Maria Makarova wurde eine Reihe von Briefen in die Obhut der Foundation gegeben. Da sie in engem Zusammenhang mit der aktiven Untersuchung von SCP-643 stehen, wurden sie zu Referenzzwecken an dieses Dokument angehängt.

Liebe Mutter Maria,

ich hoffe, es geht dir gut. Ich weiß, dass du gesagt hast, ich könne dir jederzeit schreiben, aber es tut mir leid, wenn dich das in Zukunft stören sollte.

Es war schwer, sich an diese plötzlichen Veränderungen zu gewöhnen. Da die meisten Kinder wieder zur Schule gehen, haben wir kaum noch Zeit zum Spielen. Außerdem hält uns Mutter Anya mit einer Menge Hausarbeit und Aufgaben auf Trab. Ich habe das Pech, dass ich heute Abend nach dem Essen den Abwasch machen muss, während die anderen Kinder spielen dürfen.

Ich weiß, dass du gerade erst gegangen bist, aber wir vermissen dich schon jetzt. Draußen zu spielen ist nicht dasselbe, wenn du nicht da bist, um uns zu beobachten. Alexej hat mir heute erzählt, wie sehr er es vermissen wird, beim Abendessen deine Geschichten zu hören und vor dem Schlafengehen neben dir zu singen und zu tanzen. Das hat uns immer so viel Spaß gemacht!

Mutter Anya hat uns allen gesagt, dass du nur für eine kurze Zeit weg sein wirst, um wieder zur Schule zu gehen und deinen Abschluss zu machen. Müssen Erwachsene wirklich wieder zur Schule gehen wie wir? Ich finde das albern, wirklich. Ich wette, du weißt bereits alles, was ich weiß, und noch mehr. Warum das alles noch einmal durchmachen, Mutter Maria?

Ich hoffe, Aleksander findet dein Zuhause, bevor wir abreisen. Er hat versprochen, meine Briefe in deinen Briefkasten zu werfen, während wir morgens in die Stadt gehen. Ich bin dankbar für seine Hilfe, aber ich mache mir auch Sorgen, dass er meine Briefe vergessen oder aus den Augen verlieren könnte. Könntest du mir bald wieder schreiben, wenn du die Gelegenheit dazu hast? Nur damit ich weiß, dass du diesen Brief erhalten hast.

Hi nochmal, Mutter Maria,

es ist nun schon einige Wochen her, dass ich von dir gehört habe. Ich hoffe, du hast meine Briefe erhalten. Aleksander hat geschworen, dass er meinen letzten Brief zugestellt hat, aber bei einem jungen wie ihm kann man sich nicht sicher sein. Ich hoffe nur, dass er ihn nicht irgendwo verloren hat.

Draußen fallen die Blätter. Die meisten Bäume sind jetzt kahl, und wir können morgens nicht mehr aus dem Haus gehen, ohne lange Ärmel zu tragen. Uns Kindern macht das nicht wirklich Sorgen, aber Mutter Anya ist in letzter Zeit immer gestresster. Sie hat Angst, dass wir nicht auf den Winter vorbereitet sind. Sie hat jetzt sogar einen Mann namens Dimitri, der uns gelegentlich besucht.

Seit wir uns kennen, kommt er nur ein- zweimal, aber er scheint nett zu sein. Mutter Anya sagte, dass wir gut zu ihm sein müssen und dass er uns nur eine Weile helfen wird. Wenn er nicht gerade Mutter Anya in ihrem Zimmer hilft, zeigt und erzählt er uns viele verschiedene Dinge. Meistens Geschichten über seine Kindheit und sein Leben außerhalb unseres Hauses, oder einen Zaubertrick, den er auf seiner Reise durch Russland gelernt hat.

Hast du in letzter Zeit mit Mutter Anya gesprochen? Ich bin sicher, dass sie sich freuen würde, wieder von dir zu hören. Wir alle würden uns freuen, denke ich. Wir beten, dass es dir in der Schule gut geht, so wie du es für uns Kinder getan hast (keine Sorge, uns geht es gerade sehr gut). Vielleicht könntest du ihr ein paar von den Schokoladenbonbons mitbringen, die du immer hattest. Die hat sie immer geliebt, weißt du.

Ich werde hier jetzt Schluss machen. Wenn du kannst, sag mir bitte, ob du diesen Brief erhalten hast, sonst muss ich Aleksander in den Hintern treten, weil er ihn nicht abgeschickt hat, wie ich ihn gebeten hatte!

Mutter Maria,

ich habe Aleksander in den Hintern getreten. Nun, ich habe es versucht, aber er hat mit einem kleinen Finder geschworen, dass er meinen letzten Brief abgeschickt hat. Ich glaube nicht, dass ich ihm glaube, aber ich will Aleksander noch nicht wehtun. Ich denke, ich werde ihm eine letzte Chance geben, die Dinge richtigzumachen. Schließlich ist er derjenige, die diese Briefe an dich schickt.

Vater Dimitri hat uns in den letzten Monaten häufiger besucht. Gelegentlich beobachte ich ihn bei Arbeiten wie Holz hacken, das Haus putzen und das Laub auf dem Gehweg aufsammeln. Mutter Anya sieht von Tag zu Tag ruhiger aus. Und auch größer! Wir müssen zwar immer noch Hausarbeiten erledigen, aber jetzt, wo er dabei ist, ist es weniger! Ich sollte ihm dafür danken, wenn ich ihn das nächste Mal sehe.

Dimitri ist ein freundlicher Mann, aber auch seltsam. Er ist sehr religiös. Manchmal, wenn wir Kinder zusammen sind, erzählt er und Geschichten über Gott und die Bibel. Von Menschen, die die Ozeane teilen, und von Wundern, die den Armen widerfahren. Mutter Anya scheint das nicht zu gefallen, aber mir macht das nichts aus. Ich glaube, den Kindern auch nicht, und das ist gut so.

Dimitri erzählt uns auch Gruselgeschichten. Diese Geschichten mag ich nicht. Geschichten von Unheil und Tod. Dimitri hat Angst vor dem Teufel und auch vor seinen Dämonen. Dimitri sagt uns immer, dass wir nicht sündigen sollen. Es braucht nur eine Sünde, damit "die Dämonen dich mit in die Hölle nehmen!" Mutter Anya versucht, uns zu trösten und uns daran zu erinnern, dass er nur versucht, und zu besseren Menschen zu machen, aber ich glaube, sie mag diese Geschichten genauso wenig wie wir.

Die Erkältung ist vorerst in Ordnung. Aber ich weiß, dass es schlimmer werden wird. Sofia ist gestern auf dem Weg zur Schule krank geworden und musste zu Hause bleiben. Ich hoffe, sie erholt sich schnell, aber ich weiß auch, dass wir bald wieder zu Hause lernen müssen. Du warst immer die beste Lehrerin, Mutter Maria, aber Mutter Anya ist auch nicht schlecht. Ich denke, mit Dimitris Hilfe werden wir es schaffen.

Ich hoffe, es geht dir gut. Wenn du auf diesen Brief nicht antworten willst, ist das in Ordnung, aber ich würde mich sehr freuen, von dir zu hören. Nur einmal, bitte?

Bist du da, Mutter Maria?

Es macht mich traurig, dass du mir noch nicht geantwortet hast. Geht es dir gut? Ich mache mir langsam große Sorgen. Wir vermissen dich hier sehr, und es wird mit jeder Woche, in der du dich nicht meldest, nur noch schlimmer. Du hast uns auch nicht besucht, wie du es versprochen hast. Mutter Anya sagt, dass du immer noch sehr beschäftigt bist, aber auch das macht die Sache nicht besser. Es ist einfach … Ich hoffe nur, dass es dir gut geht, das ist alles.

Wir müssen von jetzt an zu Hause bleiben. Inessa und Maxim mussten heute beide nach Hause gehen, weil sie ihre Finger nicht mehr spüren konnten. Mutter Anya sagte, dass es jetzt zu gefährlich sei, und ohne bessere Kleidung rauszulassen. Das bedeutet auch, dass es schwieriger sein wird, diese Briefe zu verschicken. Aleksander hat gesagt, dass dies der letzte Brief sein muss, den er vor dem Winter verschickt. Ich werde die restlichen Briefe bis zum Frühling aufbewahren müssen. Ich hoffe, es macht dir nichts aus, wenn du überhaupt zuhörst.

Dimitri lebt jetzt praktisch bei uns. Er übernachtet in Mutter Anyas Zimmer, und zusammen sind wir viel größer geworden als beim letzten Mal. Ich bin mir nicht sicher, was ich von seiner Anwesenheit halte, aber Mutter Anya scheint jetzt glücklicher zu sein, als sie es war, als du gegangen bist. Das kann doch nicht so schlimm sein, nehme ich an.

Er geht immer noch von Zeit zu Zeit weg. Aber wohin genau, weiß ich nicht. Normalerweise kommt er aber mit Essen zurück. Also kann ich mir vorstellen, dass er nur zum Einkaufen geht. Trotzdem ist es seltsam, wie oft er geht und zurückkommt. Sind alle Männer so seltsam wie er, Mutter Maria?

Die anderen Kinder bitten mich, mit ihnen zu spielen, also muss ich jetzt gehen. Bis zum nächsten Mal, Mutter Maria.

Mutter Maria,

seit meinem letzten Brief ist viel passiert. Ich werde versuchen, es so gut wie möglich zusammenzufassen, aber die Dinge haben begonnen, sich hier im Haus zu verschlechtern.

Kurz nachdem ich dir das letzte Mal geschrieben habe, begannen Vater Dimitri und Mutter Anya zu streiten. Ich bin mir nicht sicher, worüber, aber sie schreien und brüllen sich aus Mutter Anyas Zimmer heraus an. Es war aber in Ordnung, Vater Dimitri und Mutter Anya beruhigten sich immer und spielten mit uns Kindern, nachdem sie ihren Streit beendet hatten. Auch Mutter Anya selbst sagte uns, wir sollten uns keine Sorgen machen, also dachten wir nicht viel darüber nach.

Das war bis vor ein oder zwei Wochen, als Mutter Anya und Vater Dimitri in einen wirklich großen Streit gerieten. Ich habe sogar deinen Namen durch die Wände des Hauses gehört, als Mutter Anya schrie, dass du und Dimitri euch nicht hätten treffen sollen. Ich habe versucht, mehr von ihrem Gespräch zu hören, aber dann kam Mutter Anya nach draußen und sagte uns, dass Vater Dimitri und verlassen hatte. Sie hat uns nicht erklärt warum, aber sie war sehr panisch und verängstigt. Sie schwitzte sehr stark, und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie eine neue Schnittwunde oder so etwas im Gesicht hatte. Wir haben einfach nicht nachgefragt und sie in Ruhe gelassen, da sich nicht glücklich war. Ich glaube nicht, dass sie seither glücklich war. Wenn ich so darüber nachdenke, wurde Mutter Anya immer öfter wütend und böse auf uns. Ich frage mich, ob sie einfach nur besorgt ist über all das, was passiert ist?

Vater Dimitri war in der Lage, nach draußen zu gehen und Essen zu besorgen, aber da er nicht da ist und der Schnee uns drinnen einsperrt, ist es schwer für uns. Einige der jüngeren Kinder liegen neben mir auf ihren Betten und stöhnen und klagen über Bauchschmerzen. Mutter Anya hat uns geschworen, dass die versucht, etwas zu essen für uns zu finden, aber bis jetzt haben wir seit einer Woche nichts mehr gegessen. Sogar ich fange an, Schmerzen zu spüren.

Wir bekommen alle langsam Angst, aber ich hoffe, dass es dir noch gut geht. Wir hatten Vater Dimitri und Mutter Anya, die uns geholfen haben, aber du bist ganz allein. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob du noch lebst oder nicht. Ich habe darüber nachgedacht, mich hinauszuschleichen, um nach dir zu sehen, aber ich glaube nicht, dass ich den Schnee draußen überwinden könnte.

Maria,
wir sind am Verhungern. Einige der Kinder haben sich in ihren Betten nicht mehr bewegt. Ich fühle mich schwach, wenn ich versuche, diese Worte an dich zu schreiben. Mutter Anya hat geschworen und geschworen, dass sie kurz davor war, uns etwas zu essen zu besorgen, aber ich zweifle mehr denn ja an ihr. Und ich habe auch Angst. Was sollen wir nur tun?

Draußen wächst der Schnee nur noch. Die kleine Chance, die wir vorher hatten, über das Haus hinauszukommen, besteht nicht mehr. Die Kälte hat auch im Haus Einzug gehalten. Wir haben unser gesamtes Feuerholz verbraucht, das wir drinnen gelagert hatten, sodass die einzige Wärme von uns kommt, wenn wir uns zusammenkauern. Alle unsere Finger werten rot, einige sogar blau und lila. Die jüngeren Kinder hören nicht auf zu weinen und Mutter Anya hat ihr Zimmer seit vier Tagen nicht mehr verlassen.

Was sollen wir nur tun? Gibt es eine Möglichkeit, von hier zu fliehen und dich vielleicht zu finden? Mutter Maria, wir brauchen deine Hilfe. Was würdest du von uns verlangen, wenn du jetzt bei uns wärst?

Da ist ein… süßer Geruch, der von irgendwo da drinnen kommt. Es ist… unglaublich, wie gut er ist, als ob mich der Geruch an dich erinnert. An deine Kochkünste. Immer wenn wir im Herbst Speck gegessen haben. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen, wenn ich nur daran denke…

Ich habe Mutter Anya nicht mehr aus ihrem Zimmer gehen sehen, seit Dimitri weg ist. Was glaubst du, warum das so ist, Mutter Maria? Glaubst du, dass sie immer noch versucht, einen Weg zu finden, uns zu ernähren? Oder versucht sie vielleicht, jemand anderen zu rufen, der uns hilft?

Willst du wissen, was ich glaube, was Mutter Anya gerade tut? Sitzt sie gerade in ihrem Zimmer? Ich glaube nicht, dass sie irgendwas tut. Ich glaube, sie ist ein Feigling, Mutter Maria. Während wir Kinder in unserem Zimmer eingesperrt waren, ist Mutter Anya immer größer geworden. Wenn wir sie im Haus herumlaufen sehen, sehen wir die Essensreste auf ihren Lippen und in ihrem Gesicht. ich glaube, dass Mutter Anya in ihrem Zimmer bleibt und unsere Mahlzeiten futtert und anhäuft. Ganz für sich selbst.

Einige der Kinder wachen auf und schnuppern an der Luft, so wie ich jetzt. Der Geruch wird immer stärker, und er kommt aus ihrem Zimmer. Die Kinder rufen mir zu, dass ich kommen soll. Sie sind abgemagert und blass, so wie ich, aber sie können noch stehen. Wir sind so, so hungrig, Mutter Maria.

Ich… ich werde das hier bald weiterschreiben.

Mach dir keine Sorgen.

Wir sind nicht mehr verängstigt. Warum sollten wir das auch? Natürlich war ich wütend auf Mutter Anya. Die ganze Zeit… war sie der Grund, warum wir schwach auf unseren Betten lagen! Aber… aber jetzt sehe ich, was sie getan hat. Sie hat uns nicht nur verhungern lassen, und sie hat uns nicht nur dem Tod überlassen. Sie hat auch für uns gesorgt. Ihr Opfer wird uns endlich Hoffnung geben.

Wir tragen jetzt Teile von ihr mit uns. Wohin wir auch gehen, sie wird nun für immer hier sein.

Ihr Fleisch hat uns gerettet.

Anhang 643-4: Nach der Beschaffung der früheren Briefe an Maria Makarova sowie der Erkundung und Beobachtung des Makarov-Waisenhauses wurden im Gebäude auffällige anomale Fluktuationen festgestellt, die das Foundation-Personal zu weiteren Maßnahmen veranlassten. Die Entsendung und der Einsatz der MTF Aleph-66 ("Türbrecher") zur Hilfe und Eindämmung wurde bald für Podvoloch,ye genehmigt, wobei Agent Surratt aktive Unterstützung leistete.

Mitglieder:

  • ℵ-66-1 Alpha (Leitung)
  • ℵ-66-2 Bravo
  • ℵ-66-3 Charlie
  • ℵ-66-4 Delta
  • Agent Marie Surratt
  • Dr. Ryan Smith (Abwesend)

<BEGINN PROTOKOLL>

Aufnahme beginnt damit, dass die Kamera auf Delta gerichtet wird, der hinter dem Rest der Gruppe steht, während sie sich dem Zielort nähert. Nachtsicht wurde aktiviert und Aleph-66 nährt sich von vorne.

Alpha: Mikrofoncheck.

Charlie: Bestätigt.

Beta: Laut und deutlich, Boss.

Alpha nimmt die führende Position ein, während er die Hand hebt und der Gruppe signalisiert, anzuhalten.

Alpha: Agent?

Surratt: Ich bin hier.

Alpha: Gut. <blickt zu Charlie:> Gibt es schon etwas?

Charlie nickt und hebt sein Gerät an sein Gesicht.

Charlie: Äh… ja. Hm.

Alpha: Was?

Charlie: Es ist TRE.4 Viel davon.

Alpha: TRE? Bist du sicher?

Charlie nickt bejahend.

Alpha: Agent, wussten Sie etwas über diese dämonische Energie?

Surratt: Ich — nein? Ich bin… Ich bin genau so überrascht wie Sie, Sir.

Alpha: Können Sie es aufhalten?

Surratt: Ich meine… vielleicht? Ich habe etwas Training. Aber es kommt darauf an, wie stark es ist.

Alpha pausiert kurz, bevor er sich an die Gruppe wendet.

Alpha: Wir haben Unschuldige da drin, bleibt bei nicht-tödlich, bis ich den Befehl gebe. Wenn es hart auf hart kommt, füllen wir alles, was da drin ist, mit Blei und halten es unten, bis sich jemand darum kümmern kann.

Alpha gibt der Gruppe ein Zeichen. Sie sind nun an den Stufen angekommen, die zur Eingangstür führen.

alpha: An die Spitze, Team. Beta, du wirst durchbrechen. Stellt sicher, dass ihr eure Blocker tragt.

Die Gruppe verteilt sich in der Nähe der Tür, wobei Alpha und Charlie auf der linken Seite stehen, während Delta und Surratt die gegenüberliegende Position einnehmen. Delta hält sein Ohr an die Tür und lauscht. Nach einer Pause schüttelt er den Kopf negativ.

Alpha: <flüstert:> Tu es, Delta.

Delta dreht den Türknauf und öffnet ihn einen Spalt weit. Nach einer kurzen Pause betritt er leise das innere. Alpha und Charlie folgen ihm dicht auf den Fersen und geben Delta von hinten Deckung. Surratt und Delta folgen von hinten ins Innere.

Die Gruppe betritt den großen Wohnbereich. Auf der linken Seite steht ein zerfetztes und verschmutztes Sofa, das auf die Rückenlehne gekippt ist. Vor dem Sofa befindet sich ein kahler Kamin, aus dem Asche und Ruß auf den Boden verschüttet sind. Der Raum selbst ist kahl und ohne jegliche Dekoration oder auffällige Merkmale. Alpha gibt das Signal, sich zu verteilen und zu suchen. Charlie trennt sich von der Gruppe und geht nach Nordwesten in Richtung Esszimmer und Küche. Beta und Delta bewegen sich in Richtung der südöstlichen Ecke, in einen nahe gelegenen Flur, der von 4 separaten Räumen gesäumt wird.

Charlie: <durch den Funk und leise:> Küche und Esszimmer sauber.

Delta: Korridor frei.

Alpha: Bestätigt.

Surratt: <durch den Fink und leise:> Hat sonst noch jemand dieses Geräusch gehört?

Aleph-66 erstarrt. Nach einem Moment bestätigt sich das Geräusch, das aus einem entfernten Raum im Flur kommt.

Alpha: Wir sichern zuerst alles, Team. <pause> Wir bewegen uns jetzt in Richtung des Flurs.

Alpha und Surratt nähern sich Delta und Beta, während Charlie ihre Rückseite schützt. Gemeinsam bricht Aleph-66 in den ersten Raum auf der rechten Seite ein. Er führt in ein kleines, weißes Badezimmer. Die Keramiktoilette ist stark beschädigt, und der Duschvorhang hängt lose von der Wanne an der Wand herunter. Auch er ist zerfetzt.

Aleph-66 zieht sich in den Flur zurück und bricht die Tür auf der gegenüberliegenden Seite auf. Sie führt in ein großes Schlafzimmer, in dem mehrere Etagenbetten an den Wänden stehen. Beta und Alpha treten beide ein und durchsuchen den Raum. Abgesehen von den fehlenden Laken und einer Reihe von Flecken auf dem Boden und den Betten ist der Raum völlig unscheinbar.

Alpha: Sauber.

Das Team kehrt wieder in den Flur zurück und nähert sich nun der dritten Tür. Diesmal bricht Charlie sie auf und enthüllt das Innere einer Abstellkammer.

Die Abstellkammer ist größtenteils leer, mit Ausnahme einer Leiche, die aufrecht darin sitzt. Sobald der Bereich gesichert ist, holt Delta die Leiche heraus und bringt sie leise vom Flur in den Wohnbereich. Nachdem er die Leiche gesichert hat, beginnt Delta, die Überreste zu durchsuchen. Nach einem Moment holt er eine Brieftasche hervor und öffnet sie.

Delta: Dimitri Lukin.

Surratt atmet leicht ein. Alpha blickt kurz zu ihr, bevor er wieder zu Delta schaut.

Alpha: Lass es hier. Wir bringen es später zurück.

Delta nickt. Alpha gibt dem Team ein Zeichen, zum Flur zurückzukehren — zur letzten Tür. Sobald Aleph-66 sich gesammelt hat, bricht Alpha durch und betritt den Raum, als die Tür gewaltsam aufschwingt.

Aleph-66 betritt den Raum und gelangt in ein großes Hauptschlafzimmer. An den Wänden stapeln sich eine Reihe großer Kisten, die mit verschiedenen Etiketten versehen sind. Aus der Kameraperspektive sind die meisten dieser Kisten mit einer bräunlichen Substanz gefüllt, bei der es sich vermutlich um einzelne Exemplare von SCP-643 handelt. Auf dem Boden liegen vereinzelt kleine Kinder. Sie scheinen alle stark unterernährt zu sein, und die meisten sind mit SCP-643-Material bedeckt. Im hinteren Teil des Raumes steht ein großes Bett, in dem sich ein ausgestreckter Körper und mehrere Kinder liegen. Die Leiche scheint aus SCP-643 zu bestehen, das die Kinder konsumieren. Über ihnen befindet sich ein Fenster, das zerbrochen ist.

Die Kinder erstarren, als Aleph-66 eintritt. Charlie und Beta verteilen sich in die äußersten Ecken des Raumes, ihre Waffen auf das Bett gerichtet.

Alpha: Geht da weg, oder wir werden angreifen!

Alphas Stimme wird unhörbar, als ein Schrei vom Bett ausgeht. Schlagartig erhebt sich der auf dem Bett ausgestreckte Körper in eine sitzende Position und stößt die beiden Kinder mit seinen nun ausgestreckten Gliedmaßen auf den Boden. Die Entität ist mit einem breiten Grinsen zu sehen, sein Schädel und der Unterkiefer liegen frei.

Alpha: Eröffnet das Feuer…!

Die Entität nimmt eine stehende Position ein, als Aleph-66 das Feuer eröffnet. Sie klammert sich schnell mit seinen Gliedmaßen an einer nahegelegenen Wand fest, bevor sie zur Decke des Schlafzimmers hochklettert. Delta macht einen Schritt zurück, bevor sich die Entität auf Charlie stürzt, der mit einer Rolle zur Tür ausweicht.

Die Entität springt näher auf die Gruppe zu, während Aleph-66 weiter feuert. Alpha signalisiert der Gruppe, sich in den Flur zurückzuziehen. Surratt, Beta und Delta ziehen sich ins Wohnzimmer zurück, während Alpha den Feuerschutz für Charlie aufrechterhält. Die Entität wird kurzzeitig langsamer, sodass beide das Schlafzimmer verlassen können.

Die Entität, die jetzt mit Schusswunden am ganzen Körper übersät ist, beginnt von der Tür aus in Richtung Aleph-66 zu kriechen. Sie hinterlässt eine Spur aus SCP-643-Material, während sie vorwärts kriecht.

Alpha: Surratt, der Exorzismus — jetzt!

Surratt stößt eine Bestätigung aus, während sie beginnt, reinigende Testamente zu rezitieren. Das Wesen schreit noch einmal, während sie spricht, sein Körper löst sich auf und kocht, während sie fortfährt.

Charlie: Haltet es unten, bis sie fertig ist!

Die Entität versucht noch einmal, sich auf Alpha zu stürzen. Sie verfehlt ihn und fällt mehrere Meter vor ihm zu Boden. Alpha weicht einen Schritt zurück und feuert mehrere Schüsse in den Rumpf der Kreatur. Sie gurgelt und schreit noch einmal, als Surratt den Exorzismus vollendet. Nach einem Moment wird die Entität völlig still.

Surratt: Ich bin fertig! Ich bin fertig. Sind wir jetzt sicher?

Aleph-66 antwortet zunächst nicht, ihre Waffen sind immer noch auf das Wesen gerichtet, das vor ihnen auf dem Boden liegt.

Alpha: Ja… ja, ich denke, wir sind in Sicherheit.

<PROTOKOLL ENDE>


Abschlusserklärung: Nach der Sicherung des Makarova-Wausenhaiuses konnte die MTF Aleph-66 sechs Verletzte bergen, die alle an extremer Unterernährung litten. Die Leiche von Anya Makarova, deren Zusammensetzung dich SCP-643-Material verändert worden war, wurde ebenfalls geborgen. Seitdem wird vermutet, dass Anya Makarova unter dem Einfluss eines dämonischen Wesens stand, das von ihrem Körper und den Kindern im Waisenhaus aussickerte. Diese dämonische Entität ist wahrscheinlich auch für die körperliche Veränderung von Anya Makarova verantwortlich.

Dimitri Lukin, der zum Zeitpunkt seiner Entdeckung bereits seit mehreren Monaten verstorben war, wurde später für weitere Untersuchungen in Standort-120 eingelagert. Das gesamte Material von SCP-643, das im Makarova-Waisenhaus gefunden wurde, wurde ebenfalls auf unbestimmte Zeit der Eindämmung zugeführt.

Nach den im oben genannten Protokoll erwähnten Ereignissen gingen die SCP-643-Manifestattionen mehrere Monate lang drastisch zurück. Verbrechen und Morde im Zusammenhang mit der Anomalie gingen zurück, als SCP-643 seine Zirkulation in Russland und Europa einstellt.

Ein plötzlicher Anstieg der Aktivität, der dem zuvor bei SCP-643 beobachteten ähnelte, veranlasste jedoch weitere Untersuchungen. Es dauerte nicht lang, bis Dr. Smith wieder mit Agent Surratt in Kontakt kam, von dem ein Protokoll mit ihrer Zustimmung diesem Dokument beigefügt ist.

<BEGINN PROTOKOLL>

Surratt: Hallo?

Smith: Hey Marie, ich bin's, Ryan. Aus 119.

Surratt: Oh. Ähm, hi, Ryan.

Eine kurze Pause.

Surratt: Was gibt’s?

Smith: Oh, richtig. <schmunzelt leicht> Ich habe nur nachgedacht. Du weißt schon, wegen der ganzen Sache mit 643 in letzter Zeit?

Surratt: Ja?

Smith: Nun, etwas kam mir seltsam vor, als ich mir die Akte noch einmal angesehen habe, und ich wollte deine Meinung hören.

Surratt: Ja. Ja natürlich, wie kann ich helfen?

Smith: Nun… <pause> Wie leicht ist es für Dämonen, von Menschen Besitz zu ergreifen und sie zu benutzen? Uns, meine ich.

Sie schnieft leicht.

Surratt: Das hängt von ziemlich vielen Dingen ab, denke ich. Manchmal ergreifen sie von der Begierde Besitz, aber es ist nicht ungewöhnlich, dass sie sich aus etwas anderem heraus manifestieren. Zum Teufel, manche benutzen sogar Objekte wie 643, um sich zu verbreiten.

Smith: Sie könnten also auch Sünden benutzen. Richtig?

Surratt: Das wäre ein Beispiel.

Smith: Und Dämonen können auch von mehreren Wirten Besitz ergreifen?

Surratt: Normalerweise, ja. Aber Dämonen sind gerissen. Sie tun alles, was sie können, um zu überleben. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sie einen oder mehrere Wirte haben — es hängt einfach von der Kraft ab. Aber 643 war sowieso ein schwächerer Dämon, was willst du also damit sagen?

Smith: Du weißt doch, dass Maria und diese Briefe gegeben hat, oder?

Surratt bejaht stimmlich.

Smith: Nun, ich habe versucht, sie noch einmal durchzulesen, nur um zu sehen, ob ich irgendwelche Hinweise finden kann.

Surratt: Richtig.

Smith: Und zuerst fand ich es seltsam, wie einfach die Dinge waren. Du weißt schon, mit Anya und allen anderen?

Surratt: Führt das hier noch irgendwo hin?

Smith: Ich komme dahin, es ist nur… Zum Beispiel hier, wenn das Waisenhaus im Winter wirklich im Schnee eingeschlossen war, dann hätte die Hälfte dieser Briefe niemals in Marias Haus gelangen dürfen, richtig?

Surratt: Nun…

Weitere Pause von beiden.

Surratt: Was, wenn wir die falsche Person erwischt haben?

<PROTOKOLL ENDE>


Anschlusserklärung: Der derzeitige Aufenthaltsort von Maria Makarova ist zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Protokolls unbekannt. Auch die Produktion und der Nachschub von SCP-643 haben weitere Untersuchungen und eine Umstrukturierung der aktiven Eindämmungsmaßnahmen erforderlich gemacht, um die zunehmenden Auswirkungen der Anomalie in ganz Esterberg zu bekämpfen.

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