Objekt-Nr.: SCP-612
Klassifizierung: Euclid
Sicherheitsmaßnahmen: Alle Exemplare von SCP-612 sind in der Eindämmungszelle █ im Standort-██ aufzubewahren, wobei sie an ihrer Form entsprechenden Steckdosen angeschlossen sind. Die Wände, der Boden und die Decke der Zelle werden alle fünfzehn (15) Minuten auf physische Beschädigungen überprüft. Ein außerhalb der Zelle installierter Stromzähler bleibt mit einem Fernüberwachungsgerät verbunden. Jeder signifikante Stromfluss muss protokolliert und an Dr. █████ sowie an das Wartungspersonal vor Ort gemeldet werden. Tests haben ergeben, dass SCP-612 durch eine 1 M Lösung von wässrigem Natriumchlorid betäubt und vorübergehend inaktiv wird; daher muss ein Abgabesystem geladen und für den sofortigen Einsatz bereitgehalten werden. Wöchentliche Tests sind obligatorisch. Die Wände der Eindämmungszelle sind mit einem leitfähigen Metallnetz auszukleiden, das stets geerdet ist, und der Ausgang der Zelle ist mit einer Spannung von mehr als 1 kV zu versehen. Die gesamte Energie für die Zelle muss lokal erzeugt werden, um zu verhindern, dass SCP-612 auf das Primärnetz zugreift. Da die Eindämmung von SCP-612 noch nicht abgeschlossen ist, wird dem gesamten Personal empfohlen, auf jedes Kabel zu achten, das ungewöhnliche Aktivitäten aufweist, einschließlich, aber nicht beschränkt auf: unerklärliche Energieflüsse, nicht stimulierte Bewegungen und [DATEN GELÖSCHT].
09.07.██: Das gesamte SCP-612 zugewiesene Personal muss Faraday-Anzüge tragen, die in der Lage sind, eine elektrische Spannung von mehr als 2 kV zu entladen.
Beschreibung: SCP-612 tritt in Form von elektrischen Kabeln verschiedener Art auf. SCP-612 kann jede Art von Kabel beherbergen, aber seine bevorzugte Angriffsmethode führt dazu, dass es Strom- und Netzwerkkabel vorzieht.
SCP-612 wird in seinen Ruhezustand einfach auf dem Boden gestapelt. Es zieht es vor, sich an dunklen, warmen Orten zu verstecken oder mit entsprechenden Steckdosen verbunden zu sein. Abgesehen von seiner Empfindungs- und Bewegungsfähigkeit weist es einen etwas höheren spezifischen Widerstand auf als gewöhnliche Kabel seiner Art; Strommessungen zeigen einen um █ % höheren Ohmwert an. Die Analyse eines neutralisierten Exemplars von SCP-612 zeigt, dass die Zusammensetzung des Materials praktisch identisch ist mit der normaler Kabel dieses Typs, abgesehen von Spuren von Gold, das über das Kabel verteilt ist, anderen Bestandteilen einer Formgedächtnislegierung und weiteren Spuren von noch nicht identifizierten Elementen. Die Verunreinigungen sind regelmäßig in einer mikrokristallinen Struktur angeordnet.
SCP-612 greift nicht an, es sei denn, es wird provoziert; wobei SCP-612 jeden Versuch, es grob zu bewegen, als Provokation interpretiert, unabhängig der Absicht. Wenn SCP-612 durch eine solche Bewegung von seiner Steckdose getrennt wird, wird es starr und schwankt in der Luft, bevor es sich auf seinen Angreifer stürzt und ihn wie eine Würgeschlange erstickt. Nach seinem Angriff kehrt SCP-612 in seine Steckdose zurück. Bleibt SCP-612 auch nur teilweise mit einer Stromquelle verbunden, ändert es seine Taktik und nutzt Elektrizität als Mittel zur Abwehr oder Betäubung des Angreifers. Netzwerkkabel, die SCP-612 beherbergen, haben ein ganz anderes Ergebnis – siehe Vorfallbericht 612-1. Tests haben gezeigt, dass SCP-512 selbst bei Anschluss an eine US-Standardsteckdose in der Lage ist, eine Ladung von über ███ kV freizusetzen. Derzeit ist nicht bekannt, wie SCP-612 dies bewerkstelligt, aber vorläufige Untersuchungen deuten darauf hin, dass es mit seiner ungewöhnlichen inneren Struktur zusammenhängt, insbesondere [DATEN GELÖSCHT], die Ladung speichert.
Aktuelle Modelle gehen davon aus, dass SCP-612 direkt für etwa ██ % der häuslichen Zwischenfälle mit Elektrizität verantwortlich ist.
Anhang 612-1: Drei (3) Exemplare von SCP-612 wurden im Serverraum von Standort-██ an demselben Peripheriegerät gefunden. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass SCP-612 sich vermehrt, indem es nach und nach reguläre Kabel, die in irgendeiner Weise mit ihm verbunden sind, angreift. Die Eindämmungsmaßnahmen werden entsprechend aktualisiert.
Vorfallbericht 612-1:
09.03.██
Während der Domestizierungstests gemäß [DATEN GELÖSCHT] stolperte das zugewiesene D-Klasse-Personal und stürzte, wobei es teilweise ein Exemplar herauszog, das an einer industriellen Hochspannungssteckdose angeschlossen war. Das Exemplar durchbrach die Eindämmung und griff den D-Klässler mit einem kurzen Hochspannungsbogen an, was zu einem Herzstillstand führte. SCP-612 zweigte ein für die bisher gesammelten Exemplare untypisches Verhalten: Es löste seinen Plastikstecker und stürzte sich auf D-42174, wobei es das blanke Kupfer in seinen Hals versenkte. Der elektrische Strom führte dazu, dass der Leichnam 23 verschiedene Male krampfte, beginnend an der Einstichstelle und sich in Richtung der Extremitäten ausbreitend, anders als bei einem normalen Elektroschock. Die Krämpfe hielten drei Minuten lang an, danach blieb das Opfer weitere zehn Minuten lang regungslos. Die Agenten █████ und █████ wurden angewiesen, die Leiche zu bergen und für die Autopsie vorzubereiten.
09.04.██
Bei den Vorbereitungen zur Autopsie stellte der Leichenbeschauer fest, dass das Herz des Opfers noch schlug. Bei der Verlegung auf die Intensivstation wurde festgestellt, dass der Herzschlag unregelmäßig war und nicht auf Leben hindeutete. Außerdem waren die Hirnfunktionen erloschen und durch elektrische Entladungen ersetzt worden, von denen derzeit angenommen wird, dass sie [DATEN GELÖSCHT] sind. Weitere Beobachtung wird empfohlen.09.07.██
Irgendwann in der vergangenen Nacht begann der Körper von D-43174 (fortan als SCP-612-01 klassifiziert), faseriges, strähniges Gewebe aus seinen Gliedmaßen abzustoßen, vor allem aus seinen Nagelbetten. Die visuelle Analyse dieses Gewebes deutet darauf hin, dass es sich hauptsächlich um [DATEN GELÖSCHT] handelt. Dieses Gewebe türmte sich um die Füße von SCP-612-01 auf, bis der Haufen [DATEN GELÖSCHT] erreichte, was darauf hindeutet, dass das gesamte Gewebe aus dem Körper ausgestoßen worden war. SCP-612-01 begann heftig zu zittern und brach dann zusammen, als sich sein Rückenmark aus dem Körper zog. Kurz darauf begann SCP-612-01 zu [DATEN GELÖSCHT], woraufhin die Testkammer ferngesteuert in Flammen gesetzt wurde. Es wird empfohlen, dass das gesamte Personal leitfähige Netzanzüge trägt, die als "faradayscher Käfig" dienen, wenn es mit SCP-612 in Kontakt kommt.
Anhang 612-2: Eine positive Reaktion des SCP wurde erreicht, indem es durch physischen Kontakt in Verbindung mit elektrischen Signalen mit einer Frequenz von 1 bis 4 Hz stimuliert wurde, die den Deltawellen des Tiefschlafs ähneln; das SCP scheint sich in einer vage schwankenden, ruhigen Art und Weise zu bewegen und reagiert, indem es die kontaktierende Person streift. Des Weiteren wurden an den Enden des Kabels Signale registriert, die Spitzenwerte von 200 mV aufweisen und dem Muster von Muskelsignalen in einem Nervensystem ähneln. Die Analyse weiterer zugrundeliegender Signale wird derzeit untersucht. Es könnte sinnvoll sein, die Möglichkeit von [DATEN GELÖSCHT] zur Verwertung zu untersuchen. Siehe dazu Interview SCP-612.

