SCP-5959
Bewertung: +1+x

Objekt-Nr.: 5959
Level2
Klassifizierung:
euclid
Sekundärklasse:
none
Störungsklasse:
vlam
Risikoklasse:
warnung

5959.jpg

SCP-5959, höchste verfügbare Auflösung.

Sicherheitsmaßnahmen: Eine vollständige Eindämmung SCP-5959s ist sowohl operativ unmöglich, wie auch wegen der Distanz zur Erde unnötig, und derzeitige Eindämmungsbemühungen bestehen größtenteils aus Beobachtung und Erforschung. Zu diesem Zweck wird das MONETA-77 Interferometer ausschließlich zur Beobachtung von SCP-5959 genutzt. Ein Forschungsteam aus Personal mit einem Kognitiven Widerstandswert (KWW) über 18 muss das MONETA-77-Interferometer bedienen; beteiligtes Personal muss jederzeit seinem Mnesikaprogramm Folge leisten.

Standardmäßige Informationsunterdrückungsmaßnahmen werden derzeit nicht für eine effektive Eindämmung benötigt, eine Beobachtung von SCP-5959 durch Zivilisten ist nicht möglich.

Beschreibung: SCP-5959 ist ein Himmelskörper im Orbit um die Sonne, welcher vermutlich eine Typ-C-Asteroid von etwa 110 km Länge, 80 km Breite und 120 km Dicke ist. Die Beschaffenheit von SCP-5959s Orbit bringt es während seines Perihels häufig nahe an die Erde, ein Vorbeiflug findet näherungsweise einmal alle ~3 Jahre statt. SCP-5959s Trajektorie ist bemerkenswerterweise abnormal stabil; sein Orbit unterlief keine sichtbaren Bahnstörungen seit seiner ursprünglichen Entdeckung durch die Foundation 2001.

Eine Analyse durch das astronomische Forschungsteam MONETA-77 konnte bestimmen, dass SCP-5959 mehrere kollokierte antimemetische Auslöser der Typen IV, V und X trägt, deren kollokierte Effekte darin resultieren, dass das Objekt ohne Langzeitnutzung von Mnesika und hohen KWW nicht bewusst beobachtet werden kann. Auf welche Weise diese Auslöser ausgeprägt sind, ist derzeit noch unbekannt.

Da die verschiedenen Auslöser SCP-5959s zusammengesetzt als beträchtlich starker informatorischer Selbstunterdrücker wirken, ist eine beobachtende Analyse SCP-5959s selbst unter dem Effekt von Mnesika schwierig. Aufgrund dessen ist die grobe äußerliche Struktur SCP-5959s derzeit nicht bekannt, und MONETA-77-Forscher konnten lediglich die ungefähre Größe und Trajektorie des Objekts bestimmen.

Es ist von Interesse, dass sich der Orbit SCP-5959s mehrere Male sichtbar angepasst hat, offenbar mit dem Ziel, eine stabile Trajektorie frei von Bahnstörungen zu erreichen. Diese Vorkommnisse deuten stark auf die Existenz eines intelligenten Wesens oder Konstrukts mit Kontrolle über die orbitale Trajektorie SCP-5959s hin. Dieses Wesen wurde als SCP-5959-A designiert.

Der Start eines autonomen Landemoduls, um SCP-5959 direkt zu untersuchen und die genaue Natur SCP-5959-As zu bestimmen, ist derzeit in Erwägung.

Nachtrag 5959.01: Am ██.██.201█ wurde der obige Antrag akzeptiert, und die Konstruktion von Landemodul und Orbiter begann. Am ██.██.201█, █ Jahre später, wurden der Orbiter Orpheus und das Landemodul Freya fertiggestellt und während eines nahen Vorbeiflugs SCP-5959s an der Erde gestartet. Freya wurde konstruiert, um SCP-5959 selbstständig zu erkunden, Daten und Beobachtungen zu sammeln und dabei, wenn notwendig, potentiellen Gefahren auszuweichen, während Orpheus auf unbestimmte Zeit im Orbit um SCP-5959 bleibt und zusätzlichen Daten sammelt.

Während der Landung auf SCP-5959 beeinflusste eine Zahl wahrnehmungsstörender Vektoren von beträchtlicher Stärke alles Filmmaterial und Daten, die vom Landemodul Freya übertragen wurden, was eine direkte Untersuchung der Daten verhinderte. Trotz umfassender memetischer Filterung verblieben mehrere gefährliche visuelle Wahrnehmungsgefährdungen im Filmmaterial. Beim Nachfolgenden handelt es sich um eine Abschrift des Filmmaterials Freyas, welches als sicher zu betrachten freigegeben wurde.

[PROTOKOLLBEGINN]

<T+00:00:01> Freyas Kamera wird von der geschlossenen Luke des Orbiters Orpheus verdeckt. Es wird kein Filmmaterial aufgenommen.

<T+00:01:13> Luke öffnet sich. Freya verlässt den Orbiter Orpheus und nutzt ihre Bremsraketen, um ihren Sinkflug zu bremsen. Zu diesem Zeitpunkt ist SCP-5959 unter den Landemodul sichtbar, doch ein Großteil des Objekts ist von umgebenden atmosphärischen Staub verdeckt, welcher sich scheinbar unstet bewegt.

<T+00:05:30> Freya durchdringt die Staubschicht und macht Kontakt mit der Oberfläche SCP-5959s und deaktiviert ihre Bremsraketen. Von darunter betrachtet fluktuiert die Staubschicht in ihrer Form und scheint eine mosaikartige Anordnung von komplexen, durch Freya als antimemetische Auslöser markierten, Glyphen zu bilden. Die Oberfläche von SCP-5959 scheint wie eine hochviskose Flüssigkeit zu bewegen und fluktuiert ebenfalls in ihrer Form dabei bildet sie ähnliche Glyphen von solider Konsistenz aus.

<T+00:14:21> Aufgrund der Bewegung von SCP-5959s Oberfläche wird Bewegung sichtlich erschwert. Freya fährt fort, so gut es ihr möglich ist. Ein reguläres Gitter aus nicht zu entziffernden Glyphen, welche alle entweder als teilweiser antimemetischer Auslöser oder visuelle Wahrnehmungsgefährdungen markiert sind, kerbt sich rapide in die Oberfläche SCP-5959s ein und löst sich wieder auf, als sich Freya darüber bewegt.

<T+00:19:05> Freya erreicht eine Erhebung auf der Oberfläche SCP-5959s, welche rasch absinkt und abflacht. Freya erleidet dadurch geringfügige mechanische Schäden an Lauffläche und unterem Chassis, aber kann sich weiterhin bewegen. Mehrere Logogramme, als zur Ortothanischen Extraterrestrischen Sprache1 (OES) gehörend identifiziert, bilden sich an der vorherigen Position der Erhebung und werden von Freyas Heckkamera aufgenommen. Die OES-Logogramme können grob als “KEHRT UM” übersetzt werden.

<T+00:23:13> In Freyas Pfad bildet sich spontan ein Krater. Freya ist gezwungen, sie zu umfahren. Währenddessen kerbt sich ein spiralartig aufsteigendes Fraktalmuster aus antimemetischen Triggerglyphen und OES-Logogrammen in den Boden um Freya und löst sich auf, was weitere Schwierigkeiten verursacht. Die OES-Logogramme können grob als “STOPP”, “NICHT WEITERMACHEN” und andere Varianten der Aufforderung, sich nicht weiter zu bewegen, übersetzt werden. Freya kann die Doline nach einer Stunde umfahren; zu diesem Zeitpunkt verschwinden die Glyphen und Logogramme und sie kann fortfahren.

<T+01:20:32> Freya kommt auf einen Streifen unregelmäßigen Terrains, was das Vorwärtskommen merklich behindert. Die erhöhte Bewegung von SCP-5959s Oberfläche schränkt Bewegung weiter ein; die Verformung der Landschaft verursacht weiteren Schaden an Freyas unterem Chassis während sie sich bewegt. Die atmosphärische Staubschicht beginnt mit erhöhter Geschwindigkeit zu fluktuieren, was die Sicht drastisch einschränkt. Mosaikartige Gitter und Spiralen von antimemetischen Triggerglyphen, wahrnehmungsstörenden Symbolen und anderen memetischen Kampfmitteln bilden und trennen sich unregelmäßig in der atmosphärischen Staubschicht und am Boden.

<T+01:45:27> Eine riesige Kluft von geschätzt 70 m Länge und 6 m Breite tut sich direkt unter Freya auf. Das Landemodul sinkt in die Kluft und begibt sich in kontrollierten Sinkflug, indem es seine Bremsraketen zündet. Währenddessen formen sich wiederholt Wolken aus Umgebungsstaub in Anordnungen von OES-Logogrammen, die um Freya rotieren und sich dann auflösen. Übersetzung wie folgt:
“Das [Gefängnis?] von [unbekanntes Symbol 23 - ein Name?] geschützt durch [kombiniertes Symbol - heilige Worte?] so dass niemand sehen [unbekannt] euch selbst [unbekannt] sollt nicht [bringen, austragen] seine [Zerstörung?] und [Falschheit, Lügen]. Kehrt um. Kehrt um.” Dieser Satz wird fünfmal wiederholt, bevor sich die Staubwolken auflösen.

<T+02:11:01> Freya stellt Bodenkontakt auf der rechten Seite einer großen, runden Höhle her. Die Sensoren deuten auf ein wärmeabstrahlendes Objekt mit erkennbaren Lebenszeichen im Zentrum hin; jedoch versperrt eine dichte Wolke aus Staub die Sicht darauf. Eine große Anzahl von tödlichen wahrnehmungsstörenden Glyphen, manche in das Gestein gefurcht, manche daraus hervortretend, bewegen sich entlang des Bodens und der Wände, wie sie sich auch in der zentralen Staubwolke bilden und wieder auflösen. Freya beginnt damit, sich in Richtung des Mittelpunkts der Höhle zu bewegen, obwohl ihr Fortschritt durch starke Verformung des Höhlenbodens erschwert wird, und sie extreme Schäden am unteren Chassis, der Lauffläche, und Sensorleiste erleidet.

<T+02:59:58> Freya erreicht trotz der schweren Beschädigung ihres Chassis, den Mittelpunkt der Höhle, streckt einen Schwenkarm durch die Staubwolke und stellt Kontakt mit dem Objekt darin her. Direkt darauf nimmt Freyas Heckkamera einen Frame eines spitzen Felsvorsprungs auf, der sich aus der entgegengesetzten Wand ausbildet und sich dabei das Landemodul mit extrem hoher Geschwindigkeit nähert, bevor alle Prozessoren simultan versagen.

<T+02:59:59> Eine Sekunde bevor der Kontakt endgültig abbricht, erscheint eine diagonale Reihe von OES-Logogrammen im Filmmaterial. Es ist anzumerken, dass diese Logogramme einen anderen Transkriptionsstil als die vorher beobachteten Logogramme besitzen, was möglicherweise andeutet, dass diese Kommunikation nicht von SCP-5959 stammt. Übersetzung wie folgt:
“Die [kombiniertes Symbol - heilige Worte?] lügen. Es selbst ist frei.”

[PROTOKOLLENDE]

Nachtrag 5959.02: An den Verlust des Landemoduls Freya anschließend, begann die orbitale Trajektorie SCP-5959s von vorherigen Beobachtungen abzuweichen. Dies wurde kurz darauf von einer Reihe von Ereignissen, die in der scheinbaren Neutralisation SCP-5959s endeten, gefolgt, welche in Gänze vom Orbiter Orpheus aufgezeichnet wurden.

[PROTOKOLLBEGINN]

<T+00:00:01> SCP-5959 weicht sichtlich von seiner vorherigen Bahn ab und nimmt einen unstetigen Orbit an, welcher es beinahe 50 km von seiner vorherigen Position entfernt.

<T+00:40:23> SCP-5959 verlangsamt seinen Orbit, bevor es an Ort und Stelle verharrt und stark zu vibrieren beginnt.

<T+01:22:07> Die antimemetischen Auslöser demanifestieren sich spontan, gefolgt von der Auflösung der nicht-wahrnehmbaren atmosphärische Staubwolke. Die Oberfläche von SCP-5959 ist jetzt unverdeckt; eine riesige, über die Hälfte des Objekts klaffende Kluft ist sichtbar.

<T+01:54:13> Die Kluft vertieft sich sichtlich und dehnt sich aus, als sie ein Strom aus Staub verlässt. SCP-5959 wird beinahe zweigeteilt. Kantzähler an Bord des Orbiters Orpheus registrieren einen lokalen Abfall an Humes.

<T+02:12:34> Staub umkreist jetzt SCP-5959 in konzentrischen Ringen, welche sporadisch antimemetische Triggerglyphen bilden und dabei die Sicht auf viel der folgenden Ereignisse versperren. Ein großes Objekt beginnt, aus der Kluft aufzusteigen, und dabei die beiden Hälften SCP-5959s auseinander zuschieben. Kantzähler an Bord von Orpheus registrieren beträchtliche Schwerkraftanomalien, räumliche Verzerrungen und einen weiteren Humeabfall, während das Objekt aufsteigt.

<T+02:34:47> SCP-5959 wird vollständig halbiert. Eine große Wolke aus Staub versperrt die Sicht auf das aufsteigende Objekt (im folgenden als SCP-5959-B bezeichnet), doch Sensoren an Bord von Orpheus deuten an, dass es mit großer Geschwindigkeit von SCP-5959 weg beschleunigt.

<T+02:53:01> Die beiden Hälften SCP-5959s verformen sich beträchtlich, bevor sie sich wieder zusammenfügen. Die Anomalie wird weiterhin von konzentrischen Ringe aus Staub umkreist, während sie sich selbst repariert. SCP-5959-B beschleunigt weiterhin, aufgrund von extremen Raumverzerrungen in seiner Nähe kann es nicht direkt beobachtet werden.

<T+03:27:15> SCP-5959 hat sich vollständig repariert. Die atmosphärische Staubwolke bildet sich neu, aber es entstehen keine antimemetischen Auslöser mehr. Trotz eines Mangels an sichtbarem Antrieb verlässt SCP-5959 seinen vorherigen Orbit vollständig und beschleunigt in die ungefähre Richtung von SCP-5959-B.

<T+03:34:29> Ungefähr zweiundsiebzig aus der Nähe von SCP-5959-B entsprungene Projektile unbekannter Zusammensetzung treffen SCP-5959, was schwere Erschütterungsschäden verursacht und das Objekt zurückwirft. SCP-5959 kontert, indem es mehrere Ströme aus Staub von seiner Oberfläche in Richtung SCP-5959-Bs Position entlässt; diese Ströme treffen nicht, da eine zweite Salve an Projektilen von SCP-5959-B sie in ihrer Bahn aufhält und auflöst.

<T+03:49:10> SCP-5959 beschleunigt weiter in Richtung SCP-5959-Bs Position, jetzt merklich langsamer. Eine dritte Salve von SCP-5959-Bs Projektilen wird beobachtet. Die Kadenz scheint so gestaffelt zu sein, dass die Projektile SCP-5959 in einem parabolischen Schema treffen, was dazu führt, dass es eine unkontrollierte Vorwärtsrotation annimmt.

<T+03:57:23> SCP-5959 ist aufgrund des vorherigen Angriffs scheinbar nicht in der Lage, zurückzuschlagen. Eine vierte Salve an Projektilen verursacht ausreichend Schaden, um die Strukturen des Objekts bedeutend zu beeinträchtigen; es bricht teilweise an, bevor es in mehrere irreguläre Stücke zerteilt wird. Diese Teile versuchen nicht, sich wieder zusammenzusetzen und weisen keine weitere Bewegung auf. Die Wolke aus Staub formt sich in eine undeutliche Reihe von OES-Logogrammen, bevor diese sich vollständig auflösen und nicht mehr neu bilden. Logogramme können grob als "Versagen" übersetzt werden.

<T+04:32:07> Die finale Beobachtung von SCP-5959-B bestätigt eine Geschwindigkeit über 0.6 c, bevor die Anpeilung des Wesens verloren geht. Der Weg von SCP-5959-B wird es voraussichtlich innerhalb von einem Tag außerhalb der Heliospähre bringen, wenn die Beschleunigung konstant bleibt.

<T+05:11:06> MONETA-77-Sensoren entdecken eine Radioübertragung von der letzten bekannten Position SCP-5959-Bs. Eine Spektrogrammanalyse offenbart OES-Logogramme in diagonalen Reihen. Übersetzung wie folgt:
"Dankbarkeit von es selbst ist [groß, weit]. Für [unbekanntes Symbol 107] es selbst hat [unbekannt] fälschlich [eingesperrt?] innerhalb [unerträglich?] graue Wände [unbekannt] die [falsch, lügend] [kombiniertes Symbol - heilige Worte?] [unbekannt] [verloren, vergessen] von allen, die sonst suchen würden es selbst zu befreien. Nur [Verlangen, Wunsch] von es selbst ist zwischen den Sternen [schwimmen?]. Es selbst Dankbarkeit an euch selbst [Hilfe?] ist [unbekannt - ein langer Satz] Universum. Abschied. Mögen uns nachfolgend wieder anschließen."

[PROTOKOLLENDE]

In Anbetracht von SCP-5959-Bs unbekannten Beweggründen und Position, sowie seinem derzeitigen Status als uneingedämmt, wurde eine Anfrage auf Reklassifizierung zu Keter vorgebracht und ist derzeit noch ausstehend.

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