Archivfoto von SCP-594
Objekt-Nr.: SCP-594
Klassifizierung: Euclid
Sicherheitsmaßnahmen: SCP-594 ist in der Bio-Forschungsstation Sektor-██ untergebracht, die sich auf 54 km2 bergigem Weideland 35 km von ██████, Alaska, befindet. Offiziell ist Sektor-██ als Munitionsfabrik und Testanlage aufgeführt. Die Umzäunung und die Zugangstore werden jederzeit fernüberwacht, wobei an jedem Tor zwei Stufe-2-Wachen in 8-Stunden-Schichten positioniert sind. Alle eingezäunten Koppeln sind mit statischen Entladungsvorrichtungen um Abstand von 2 cm versehen. Das Hauptforschungsgehege und die Stallungen sind täglich zu reinigen, um eine Ansammlung von Exkrementen zu vermeiden und notwendige Reparaturen zu ermöglichen. Wegen der möglichen Gefahr eines Stromschlags sind beim Umgang mit SCP-594 die folgenden Verfahren zu beachten:
- Alle metallischen Gegenstände und elektrischen Geräte, einschließlich Armbanduhren und Schmuck, müssen vor dem Anlegen der Schutzausrüstung abgenommen und in die dafür vorgesehenen Kunststoffbehälter gelegt werden.
- Vor dem Betreten des Geheges wird dem Personal empfohlen, mindestens einen Tesla-Schutz, strapazierfähige Arbeitshandschuhe, einen Gehörschutz, eine Schutzbrille und Stiefel mit Gummisohlen zu tragen. Außerdem wird dem Personal empfohlen, Tabakprodukte (insbesondere Kau- oder Pfeifentabak der Marke "Skoal"), Süßigkeiten, Trockenobst oder hochwertigen Alkohol als "Belohnung" für SCP-594-01 bereitzuhalten.
- Die Stallungen und Zäune sind stets in gutem Zustand zu halten.
- Die Wolle ausgewachsener Tiere (2 Jahre und älter) ist zweimal jährlich mit einer Keramikschere auf eine Länge von 2 mm zu scheren und in antistatischen Säcken zu verpacken, wobei die Richtlinien des Dokuments #594-S strikt einzuhalten sind. Unter keinen Umständen dürfen Scheren mit Elektromotoren zum Scheren verwendet werden. Ausnahmen sind 594-01 und 594-02, die gemäß den Richtlinien in Dokument #594-01/02A geschoren werden müssen [lose Wolle wird per Hand herausgezupft], wobei bei beiden Tieren keine mechanischen Scherungsversuche unternommen werden dürfen.
- Aufgrund der Beschaffenheit von SCP-594, vornehmlich 594-02, kann das gesamte Personal, das mit SCP-594 und seinen Nebenprodukten in Berührung kommt, einer vollständigen Leibesvisitation unterzogen werden, und das gesamte Personal hat sich vor dem Verlassen des Geheges einer Durchsuchung/Metalldetektoruntersuchung zu unterziehen.
- Die Fütterung mit der zugelassenen Getreide-Heu-Mischung, die in Dokument #594-F beschrieben ist, hat zweimal täglich zu erfolgen, wobei frisches Wasser und Minerallecksteine in allen Bereichen des Geheges leicht zugänglich sein müssen. Futtersuche und Weidegang außerhalb der regelmäßigen Fütterung sind sorgfältig zu überwachen.
Beschreibung: SCP-594 wurde bei einer routinemäßigen Erkundungsmission im Altaigebirge entdeckt. Es handelt sich um eine Herde verwilderter Schafe einer unbekannten Rasse, die vom Körperbau her einem wilden Argali-Schaf ähnelt und ein dickes Vlies wie ein Merino-Hausschaf hat, mit einer Schulterhöhe von etwa 135 cm und einem Durchschnittsgewicht von 195 kg. Die Trächtigkeits- und Fortpflanzungszyklen ähneln denen der meisten Hausschafe, wobei die Mutterschafe mit sechs bis acht Monaten und die Schafböcke mit vier bis sechs Monaten geschlechtsreif werden. Die Brunst findet zweimal im Jahr statt, in der Regel im späten Frühjahr und im frühen Herbst, doch kann die Fortpflanzung das ganze Jahr über erfolgen. Die meisten Mutterschafe bringen ein einziges Lamm oder Zwillinge zur Welt, Drillinge sind äußerst selten (2 % aller bisher verzeichneten Geburten). Der einzige dokumentierte Fall von Drillingen, die bis zur vollen Reife überlebten, ist 594-01 und seine Geschwister 594-03 und 594-03. Die allgemeine Färbung reicht von reinweißer bis zu dunkelgrauer Wolle mit einem metallischen Schimmer, der auftritt, wenn sie ausgewachsen sind, in der Regel im Alter von 2 Jahren. Nur drei Tiere, die bereits erwähnten Drillinge, weisen atypische Wollfarben auf. Beide Geschlechter haben Hörner, wobei die unkastrierten Männchen spiralförmige Hörner mit einer Länge von 190 cm haben. Die größte dokumentierte Hörnerspanne gehört zu 594-02 mit einer Länge von 247,4 cm. Weibchen und Jungtiere haben gebogene Hörner von 20 cm Länge. Die Hörner, Hufe und Wolle älterer Tiere weisen ungewöhnlich hohe Konzentrationen von Eisenmetallen sowie Spuren von Goldlegierungen auf. Untersuchungen von frisch geschlachteten Tieren haben ergeben, dass das Skelett von SCP-594 ebenfalls große Mengen an Eisenmetallen in der Knochenmatrix aufweist.
Die Schafe sind von Natur aus sehr aggressiv, territorial und greifen fremdes Personal oft ohne Vorwarnung oder Provokation an. Sie werden sich weiterhin so verhalten, bis Maßnahmen ergriffen werden, um 594-01 zu beruhigen, was normalerweise durch die Vergabe von "Leckereien" wie Tabak oder Süßigkeiten geschieht. Sobald dies geschehen ist, wird die Herde gefügig und verhält sich wie normale Hausschafe. Die Ausnahmen von diesem beruhigenden Verhalten sind 594-02 und 594-03, wie im Anhang zu den beiden beschrieben. Im Gegensatz zu erwachsenen Schafen sind Lämmer in der Regel sehr leicht zu handhaben und zeigen Neugier gegenüber neuen Gegenständen und Menschen auf der Koppel. Sie versuchen oft, mit dem Personal zu "spielen", fliehen aber, wenn sie bedroht werden. Das Geräusch eines in Panik geratenen Lamms führt dazu, dass erwachsene Tiere in der Nähe gewaltsam angreifen, daher ist Vorsicht geboten, um die Lämmer nicht zu erschrecken. Lämmer neigen auch dazu, sich an bestimmte Menschen zu binden, folgen ihnen oft auf die Koppel und betteln um Futter oder Aufmerksamkeit. Besonders auffällig ist dies bei Lämmern, die mit der Flasche aufgezogen wurden. Solche Bindungen bleiben oft auch dann noch bestehen, wenn das Schaf bereits ausgewachsen ist, wie im Fall von 594-02 und Dr. Maryweather.
Gegenwärtig umfasst die Herde 1.314 ausgewachsene Schafe sowie 448 Lämmer und unreife Schafe, wobei unerwünschte Tiere jährlich nach der Brunstzeit selektiv gekeult werden, um den Bestand zu erhalten. Die einzigen Tiere, die von der Keulung ausgenommen sind, sind 594-01, 594-02 und 594-03 sowie alle Lämmer, die ähnliche Merkmale aufweisen. Eine Abweichung vom Muster 1314/448 über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr führt dazu, dass alle geschlechtsreifen Schafböcke [DATEN GELÖSCHT] werden. Die Nichteinhaltung des Musters über einen Zeitraum von zwei Jahren während der anfänglichen Erforschung führte zum Tod von █ D-Klasse-Mitarbeiten und █ Forschern sowie zum Beinahe-Eindämmungsbruch durch 594-02.
Das charakteristische Merkmal der Schafe ist, dass sie in der Lage sind, allein durch die Reibung, die bei ihren täglichen Aktivitäten entsteht, eine beträchtliche Menge an statischer Elektrizität zu erzeugen. Die daraus resultierende Ladung entlädt sich in der Regel willkürlich, wobei ausgewachsene Exemplare Lichtbögen erzeugen, die mit 1000 Ampere oder mehr gemessen wurden. Aufgrund der Gefahr eines Stromschlags wird dem Personal, welches mit SCP-594 zu tun hat, empfohlen, die Richtlinien zu befolgen, die in Dokument 594-H ausführlich beschrieben sind. Bei einer "Bedrohung" wird die Herde sehr unruhig, und die erwachsenen Mutterschafe versuchen, einen Ring um die Lämmer zu bilden und reiben ihre Körper aneinander, um eine noch stärkere statische Aufladung zwischen ihnen zu erzeugen. Da dieses Abwehrverhalten besonders ausgeprägt ist, wenn die Mutterschafe gebären, ist es üblich, alle trächtigen Mutterschafe und neugeborenen Lämmer bis eine Woche nach der Geburt vom Rest der Herde zu isolieren.
Neben der Verteidigung gegen Raubtiere scheinen die Widder ihre Entladungen auch als eine Art Dominanzdemonstration zu nutzen, wobei die älteren und stärkeren Widder in der Lage sind, während ihres "Tanzes" stärkere Entladungen zu produzieren. In der Brunftzeit kämpfen Widder gegen sich selbst und führen die stampfenden "Tänze" auf, bevor sie sich mit Rivalen anlegen. Diese "Tänze" werden oft von übermäßigen Entladungen begleitet, die zu einer schnellen Ionisierung der Luft führen und SCP-594 seinen lokalen Namen "Donnerschaf" einbrachten. Bodensensoren haben während dieser "Tänze" auch tellurische Ströme festgestellt, wobei ältere Widder extrem komplizierte Muster erzeugen, die oft [DATEN GELÖSCHT] ähneln. Freemartins (Mutterschafe die sich wie Männchen verhalten und keine funktionierenden Eierstöcke besitzen) führen ebenfalls stampfende "Tänze" auf, doch die dabei erzeugten Muster sind zwar ebenso kompliziert, unterscheiden sich jedoch deutlich von denen der Widder. Bislang wurde dieses Verhalten bei Mutterschafen noch nicht beobachtet.
Ein weiteres Merkmal von SCP-594 ist die angeborene Fähigkeit, "in der Luft zu gehen" oder, genauer gesagt, sich durch Manipulation elektromagnetischer Felder in einer Entfernung von durchschnittlich 2 bis 4 Metern vertikal schweben zu lassen. Lämmer und jüngere Tiere neigen dazu, mitten im "Flug" die Kontrolle zu verlieren und oft von hohen Klippen zu fallen, was zum Tod des Tieres führen kann. Möglicherweise hat die Herde auf diese Weise schwächere Tiere in freier Wildbahn aussortiert, jedoch sind noch weitere Untersuchungen erforderlich.
Die Eigenschaften von Wolle, Milch, Fleisch und Horn von SCP-594 wurden untersucht. Die Ergebnisse dieser Tests sind noch nicht vollständig dokumentiert, aber das Fleisch, die Milch und die daraus hergestellten Milchprodukte haben sich als für den menschlichen Verzehr geeignet erwiesen. Die Genehmigung zur Aufnahme von "Donnerhammel" und verschiedenen Käsesorten, die aus der Milch von SCP-594 hergestellt werden, in das standardisierte Menü der Foundation steht noch aus.

