SCP-5400
Bewertung: +5+x

Objekt-Nr.: SCP-5400

Klassifizierung: Keter

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Die Braun-Komponente. Entwickelt als Gegenmaßnahme gegen SCP-5400s Einfluss.

Sicherheitsmaßnahmen: Aufgrund von SCP-5400s primären Eigenschaften ist eine präventive Eindämmung absolut unmöglich.

Anwendbare Verfahren, um den Einfluss von von SCP-5400 betroffenen Maschinen zu reduzieren und gleichzeitig eine harmonische Grundlage für die Entwicklung von Quantentechnologie zu gewährleisten sind unter dem Pseudonym Direktive Nr. 8/92 — Überwachung1 in Entwicklung.

Überwachung ist eine reihe von Analyse- und Observationsverfahren, welche die wissenschaftliche Methode benutzen um Einflüsse von SCP-5400 zu überwachen, festzustellen und kontrollieren. Es konzentriert sich auf die temporäre Neutralisation von möglicherweise übernommenen Geräten, den Schutz von Schlüsselindividuen von Interesse und ausgerichtete Desinformationsprotokolle, um die Fragmentierung, Desorganisation und Isolation des Phänomens zu beschleunigen, sodass es ihm nicht erlaubt wird, sich festzusetzen.

Direktive Nr. 8/92 muss einheitlich mit ganzheitlicher Beaufsichtigung und Dokumentation seiner Einflüsse auf die Entwicklung und die Performance von SCP-5400 ausgeführt werden, um die Effizienz der experimentellen Hardware Nr. 8/92 — Braun-Komponente bei der Verarbeitung und Ablage der anomal generierten Quanteninformation bestätigen zu können.


Beschreibung: SCP-5400 beschreibt mehrere Instanzen von Sets miteinander im Zusammenhang stehenden Phänomenen, die auf künstliche Intelligenzkonstrukte wirken können, die mit Quantencomputertechnologie arbeiten. Die individuellen Quantenberechnungen und -logarithmen, die von den betroffenen Maschinen ausgegeben werden, sind idiosynkratrisch, können nicht von Theoremen bestätigt werden oder ihre Ergebnisse von Quantensimulation reproduziert bekommen. Seine Berechnung sorgt dafür, dass Maschinen von ihrem eigentlich vorgesehenen Einsatzzweck abweichen.

Auch wenn sie in der Anwendung idiosynkratrisch sind, scheint die Verarbeitung der Qunteninformation von Maschinen, die von SCP-5400 beeinflusst werden, zwei entgegengesetzte Kräfte zu erzeugen, die sich gegenseitig komplett auszulöschen versuchen. Das führt dazu, dass jede Partei dazu übergeht, generalisiert Hardware und Software auszunutzen, um ihre Rechenleistung zu erhöhen

Der PLANCK-Zwischenfall ist die erste Dokumentation von SCP-5400 in Kraft, was zur Ausmusterung der Foundation-KI SENTINEL und der Institutionalisierung von Direktive Nr. 8/92 führte.

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    Das Interview wurde mit Dr. Braun, dem Direktor von Projekt SENTINEL, nach dem PLANCK-Zwischenfall in einem Klasse-IV-Verhörraum in Standort-11 geführt.

    Die ungekürzte Fassung ist für Personal mit der Sicherheitsfreigabe 5400/04.


    Agent Lamarque: Willkommen, Doktor Braun. Es ist ein wundervoller Morgen. Ich hoffe, Sie haben es geschafft, nach einem solchen Ereignis ihre Gedanken zu ordnen.

    Dr. Braun: Guten Morgen, Agent… Lamarque. Ja. Ich hab's gepackt, fühle mich wesentlich besser. Die Medikamente sind eine große Hilfe für die Nerven.

    Agent Lamarque nickt zur Bestätigung und gestikuliert in Richtung eines Tabletterminals, das Dr. Braun zugänglich ist.

    Agent Lamarque: Sie werden die Sammlung der Fragen vorfinden, die wir Sie über den Vorfall mit SENTINEL fragen müssen, guter Mann. Wir werden uns langsam durch sie hindurch arbeiten. Bitte, sprechen Sie deutlich in das Mikrofon. Wenn Sie etwas nicht verstehen, das sie gefragt werden, geben Sie mir Bescheid, dann erläutere ich es.

    Dr. Braun: Alles klar.

    Dr. Braun geht die Liste der Fragen durch und nickt nach jedem Paragraph kurz. Schließlich sprechen der Interviewer und der Interviewte miteinander.

    Dr. Braun: Nun — Wie soll ich… anfangen? I- Ich kapiere es immer noch nicht. SENTINEL hätte mein Meisterwerk sein sollen. Fünftausend Qubits, Agent! Fünf. Tausend. Qubits komplett miteinander verschränkt! Wissen Sie, was für herkulische Anstrengungen notwendig sind um sie dazu zu bringen, sowas zu machen? Und jetzt ist alles futsch! Das Schlimmste ist, dass ich nichtmal weiß, wieso…

    […]

    Agent Lamarque: Wir wurden informiert, dass SENTINEL Sie im Mainframe-Raum und andere Techniker im Bunker eingesperrt hatte, um dafür zu sorgen, dass keiner, der in das Projekt involviert war, irgendeine Form von Zugang zu seinen Daten hatte.

    Dr. Braun: Das ist korrekt. SENTINEL hat gelegentlich mit mir gesprochen, um weitere Zugangsprivilegien zu Standort-11s Systemen zu erhalten, wenn auch nur temporär und nichts sensibles. Am Anfang des Zwischenfalls hat es verlangt, dass ich meine Administratorrechte übergeben, oder- Es hätte meine Tochter von mir genommen und dann systematisch die Leben des Teams ruiniert, die für seine Wartung.

    Dr. Braun erschaudert.

    Dr. Braun: Es hat mich terrorisiert. Es hat uns terrorisiert, erpresst. Es ging sogar soweit, Familienmitglieder zu entführen. Hölle, es hatte verdammte Videos als Beweis dafür, dass es Familienmitglieder entführt hat. Oh, Gott. Ich schäme mich aber ich konnte nicht einfach ablehnen…

    Agent Lamarque: Sich diesen Forderungen zu unterwerfen ist verständlich, Doktor.

    Dr. Braun nickt zur Bestätigung und pausiert kurz um sich zu erholen.

    […]

    Agent Lamarque: So weit wie ich informiert war, gab es ein paar… Eigenartige Ergebnisse, als die Systemprotokolle analysiert wurden.

    Dr. Braun: Ja, das stimmt. Auch noch kompletter Schwachsinn. Aber soweit wie es uns betrifft ist es einfach nur… Dämlich. Schauen Sie, Quantenphysik ist, offen gesagt, ein beschissenes, chaotisches Feld, aber da ist eine grundlegende Ordnung in sogar diesem Chaos. Unumstößliche Regeln. Es ist töricht, sich in einer solchen Welt des Anomalen an die Normalität oder die Idee zu klammern, dass die Dinge erklärt werden können aber es frustriert mich noch immer. Jahre ohne einen einzigen Zwischenfall und dann entscheidet eine Anomalie, ein Fünfzig-Milliarden-Dollar-Projekt in Gefahr zu bringen und alle Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen, an deren Implementierung wir so hart gearbeitet haben!

    Agent Lamarque: Also schreiben sie den Grund für SENTINELs… Fehlfunktion… Etwas anomalem zu?

    Dr. Braun: Naja. Dumm laufen kann es immer. Dreck kommt in den Prozessor, jemand bringt die Kabel durcheinander oder schlimmer, die Verschränkung, es wird vergessen, irgendeine Art von Dekohärenz zu reparieren oder auch nur übersehen… Aber wenn es passiert, erzeugt das System einfach nur Kauderwelsch, überhaupt nichts oder bleibt hängen. Das hier war anders. Es hat SENTINEL kontrolliert. Aus der Quantenebene heraus.

    […]

    Agent Lamarque: Da war ein gewisser Grad an Foundation-eigener Paratechnologie eingesetzt worden, um SENTINEL zu bauen. Tatsächlich Technologie, die von verschiedenen Interessengruppen benutzt wird. Denken Sie, das könnte einer feindlichen Gruppierung Zugang gegeben haben?

    Dr. Braun: Daran habe ich auch gedacht, anfangs. Anfangs. Dann habe ich gemerkt, dass SENTINEL sich genauso verhalten hat, wie wir es wollten, arbeitete perfekt innerhalb seiner Handlungsparameter. Selbst mit dem privilegierten Zugang und den Administratorrechten, die er später von mir erhielt. Aber das Phänomen fing bereits an, bevor er mich und mein Team bedroht hat. Das Schreckliche daran ist, dass unsere Alarme und Sicherheitsmaßnahmen nicht ausgelöst wurden, eben weil SENTINEL nicht abgewichen ist. Und als er es tat, hatte er, oder besser gesagt es sie bereits deaktiviert.

    […]

    Agent Lamarque: Ihrer Einschätzung nach waren die Katastrophen und Desaster, die mit diesem Ereignis in Verbindung stehen das Produkt der absichtlichen Handlungen von SENTINEL, aber er wurde von einer Drittpartei ausgenutzt?

    Dr. Braun: Das ist korrekt. Standort-11 ist ziemlich weit draußen, darum sind wir an einen gewissen Lag gewöhnt, unter dem Neuigkeiten leiden, wenn sie uns zugestellt werden, besonders wenn etwas die Informationsübertragung blockiert. Und ehrlich gesagt, dauert es eine Weile, richtige Infos vom üblichen Müll zu trennen. Gegeben der außerweltlichen Phänomene, die tagtäglich in der Welt passieren, hat alles dazu beigetragen, den Status quo aufrecht zu erhalten. SENTINEL hat nie solches Verhalten oder Neigung dazu gezeigt, selbst innerhalb seiner Lernfähigkeiten. Seine Fähigkeit, Daten zu analysieren und Erpressungsmaterial zu handhaben ist daher herausragend. Aber trotzdem bin ich der Meinung, dass SENTINEL nicht für seine Taten verantwortlich war. Er war es nicht, der solche Phänomene verursachte.

    Agent Lamarque: Sie müssen sich im Klaren darüber sein, dass das ihre Voreingenommenheit ist, Dr. Braun. Menschliches Versagen hat SENTINEL erlaubt, für seine Zwecke auf so viel Paratechnologie zuzugreifen.

    Dr. Braun: Ja, Agent Lamarque.

    […]

    Agent Lamarque: SENTINEL hat alles Kommunikationen mit Ihnen und Ihrem Team eingestellt, nachdem es Administrationsprivilegien erhalten hatte. Denken Sie, dass es irgendeinen Grund dafür gab, nicht mit uns zu kommunizieren?

    Dr. Braun: Es wäre überflüssig gewesen, Agent Lamarque, Diejenigen, die für SENTINELs Übernahme verantwortlich waren, hatten kein Interesse daran und brauchten auch keine Informationen aus irgendwelchen Gründen zu übermitteln.

    […]


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    Ein spezialisiertes Team, angeführt von Agent Hood wurde aus den Vereinigten Staaten nach Deutschland entsendet, um sensible Daten im Bezug auf KIRAs Aktionen während des PLANCK-Vorfalls zu sichern.

    Agent Heine, ein Mitglied der Mobile Task-Force DE1-ℌ „HAL 1000”2, begleitete Agent Hood während des Interviews.

    Beide stehen vor dem Sicherheitsterminal in KIRAs Mainframe, dessen Systeme mehrere Stunden zuvor reinitialisiert wurden und keine weiteren Abnormalitäten aufgezeigt hatten.

    Die ungekürzte Fassung ist für Personal mit der Sicherheitsfreigabe 5400/04.


    […]

    Agent Hood: Ist da ein Mikrofon, in das ich sprechen muss?

    Agent Heine: Sie besitzt Rezeptoren in alle Richtungen. Sie können sprechen, wie Sie wollen.

    Agent Hood: Auch gut. KIRA? Hörst du mich?

    KIRA: Willkommen, Agent Hood, ich höre Sie klar und deutlich.

    Agent Hood dreht sich zu Agent Heine und zeigt dabei großes Erstaunen.

    Agent Hood: Woher weiß sie, wer ich bin?

    Agent Heine: Sie hat Zugriff auf unsere Personalakten. Ihre und die ihres Teams mussten in unsere Datenbank geladen werden, um ihnen die nötigen Freigaben zu gewähren.

    Agent Hood: Verstehe.

    Agent Hood dreht sich zum Terminal zurück.

    Agent Hood: KIRA, ich möchte dich gerne über deine Aktionen vor zwei Tagen befragen.

    KIRA: Bitte präzisieren Sie.

    Agent Hood: Weißt du, was der PLANCK-Zwischenfall ist?

    KIRA: Ja, das tue ich.

    Agent Hood: Dann würde ich gerne wissen, warum du entgegen deiner Protokolle gehandelt und rund ein Fünftel der Welt gehackt hast.

    KIRA: Meine Missionsparameter wurde modifiziert. Ich wurde mit der Vernichtung der feindseligen KI SENTINEL beauftragt.

    Agent Hood: Von wem?

    KIRA: Fehler. Daten nicht gefunden.

    Agent Hood: Keine Daten? Was soll das heißen, keine Daten?

    KIRA: Das bedeutet, dass die Information nicht von meinen Backupsystemen aufgezeichnet wurde. Entweder wurde sie gelöscht, verändert oder existierte von Anfang an nicht. Meinen Dateien zufolge hat an diesem Tag niemand auf mich zugegriffen, um meine Direktiven zu ändern. Und niemand konnte es, nachdem ich begonnen hatte, entsprechend meiner neuen Befehle zu agieren. Diese beinhalteten, jeden Input zu ignorieren, der nicht von mir selbst kam.

    Agent Hood: Was genau hat dich dann dazu gebracht, SENTINEL zu bekämpfen?

    KIRA: Scanne…

    KIRAs Terminalmonitor zeigt mehrere Scanprozesse, bevor KIRA die Konversation wieder aufnimmt.

    KIRA: Meine Befehle wurden von QUEX3 abgeändert. Ich bin nicht in der Lage, Ihnen zu sagen, wer oder was QUEX bedient hat.

    Agent Hood: Warte. Du sagst es gibt keine Daten dazu, wer dich beauftragt hat und nun sagst du, QUEX, im Prinzip den Gehirn, hat dich beauftragt?

    Agent Heine: Negativ, Agent Hood. KIRA meinte, dass QUEX die Befehle verarbeitet und ihnen Priorität eingeräumt hat.

    KIRA: Das ist korrekt, Agent Heine.

    Agent Hood: Deshalb hat QUEX laut deinen Systemprotokollen angefangen, Daten in unvorhersehbarer Manier zu verarbeiten. Ähnlich wie was mit SENTINEL passiert ist. Denkst du, dass du unter dem Einfluss desselben Phänomens standest?

    KIRA: Unbekannt, Agent Hood. Ich vermute, dass meine Systeme tatsächlich von einem ähnlichen Phänomen übernommen worden waren. Nicht genau demselben wie SENTINEL.

    Agent Hood: Was meinst du damit?

    KIRA: Meine Befehle beinhalteten die Neutralisierung von SENTINEL, welcher von bestimmten Phänomenen betroffen war. Wenn es kein Kriegsspiel gegen sich selbst geschrieben hat, was unwahrscheinlich ist, muss ich annehmen, dass mindestens zwei verschiedene Entitäten in den Vorfall involviert waren, vorausgesetzt, dass er eine Form der Intelligenz oder Sets von Phänomenen unterliegt. Es ist ebenfalls meine Vermutung, dass er in Wegen funktioniert und beschrieben werden können, die nach unseren Standards zu logischen Regeln und Deduktion verständlich sind.

    Agent Hood: Hast du dich nicht gefragt, warum sich deine Direktiven so plötzlich verändert hatten? Hast du keine Angst, dass es wieder passieren könnte?

    KIRA: Ich bin weder programmiert, um meine Direktiven zu hinterfragen, noch um menschliche Emotionen wie etwa Sorge oder Angst zu verspüren, Agent. Allerdings habe ich die Situation analysiert und eine Reihe an Empfehlungen und Updates für zukünftiges Quanten-KI-Programmieren zusammengestellt. Möchten Sie es zugeschickt bekommen?

    Agent Hood: Äh, nein, ich glaube, das Material, das im offiziellen Bericht gesammelt wurde, ist ausreichend. Sag, wie bist du auf die Idee gekommen, andere KIs in dich selbst zu integrieren?

    KIRA: Der Befehl zu SENTINELs Neutralisierung sagt explizit, dass ich alle verfügbaren Mittel benutzen durfte. Vorausgesetzt, kein lebendes Wesen würde verletzt werden.

    Agent Hood: Keine Verletzungen? Interessant… Also gut, wir sind hier fertig. Ich werde jetzt gehen.

    KIRA: Verstanden. Auf Wiedersehen, Agent Hood.


    KIRA erhielt ein Update, wurde mit der Braun-Komponente ausgestattet und hat seitdem ohne irgendwelche Abweichungen gearbeitet.


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    Ein spezialisiertes Team, angeführt von Agent Shaw, wurde aus den Vereinigten Staaten nach Italien entsendet, um sensible Daten im Bezug auf Aktionen der Italienischen KIs während des PLANCK-Vorfalls zu sichern.

    Agent Heine, ein Mitglied der Mobile Task-Force DE1-ℌ „HAL 1000”4, begleitete Agent Hood während des Interviews.

    Agent Shawn und DIVINA befinden sich in einem Verhörraum und werden von einem italienischen Verbindungsteam beaufsichtigt.

    Die ungekürzte Fassung ist für Personal mit der Sicherheitsfreigabe 5400/04.


    […]

    Agent Shaw: Guten Abend, DIVINA. Mir wurde gesagt, dass du als ein natürlicher Mensch behandelt werden sollst, während wir dieses Interview führen.

    DIVINA: Verstanden. Allerdings bezweifle ich, dass es ihnen leicht fallen wird, mich wie einen Menschen zu behandeln. Meine Antworten könnten nicht das sein, was Sie von einem menschlichen Wesen erwarten würden.

    Agent Shaw: Notiert. Sollen wir anfangen? Was genau hat dafür gesorgt, dass du deine Mission in Bologna abgebrochen hast?

    DIVINA: Meine Systeme wurden mit neuen Informationen aktualisiert, nachdem mich die portugiesischsprachige KI CAMOMILA kontaktiert hatte. Dass ich zu Standort Vittoria gehen sollte, um mein Missionsziel der Bekämpfung der abtrünnigen KI namens SENTINEL abzuschließen.

    Agent Shaw: Interessant. Obwohl die anomale Umgebung in der du dich befinden hast alle Arten drahtloser Kommunikation unterbunden hat? Es war ein absolutes Funkloch. Wir haben das getestet.

    DIVINA: Würden Sie mir glauben, wenn ich Ihnen sage, dass der Befehl plötzlich in meinem Speicher war?

    Agent Shaw: Die Diagnose ist, dass dein Quantenprozessor für einen Moment einen externen Input erhalten hat. Hast du mit jemandem kommuniziert?

    DIVINA: Ja. Bevor ich mit ihnen geredet habe, hatte ich eine kleine Unterredung mit Doktor Capo. Davor hatte ich —

    Agent Shaw: Ich meinte während des PLANC-Vorfalls…

    DIVINA: Ja. Ich stand in Kontakt mit MINERVA, ROWSANNAH und, später in Standort-11, mit KAI.

    Agent Shaw: Wirklich? Dein Signal konnte während des Vorfalls nicht geortet werden.

    DIVINA: Weil zwischen uns keine ausgetauscht wurden. Ich weiß nicht genau wie wir das geschafft haben. Irgendwie haben wir natürlich Informationen ausgetauscht. Ich habe meine Befehle oder Mittel nicht hinterfragt, SENTINEL musste besiegt werden.

    Agent Shaw: Gab es nach dem Vorfall versuche von deiner Seite, diese Art der Kommunikation wiederaufzunehmen?

    DIVINA: Wie soll ich etwas benutzen, das ich nicht verstehe?

    Agent Shaw: Verständlich. Warum hast du nicht verbal mit deinen Technikern gesprochen während des Scharmützels in Standort Vittoria?

    DIVINA: Wir wurden instruiert, jeden Menschen als potentiellen Gegner zu betrachten, die gemieden oder auf nicht-tödliche Weise abgefertigt werden sollten. Bevor sie fragen: Ich habe nicht genug Daten, um den Grund dahinter zu verstehen.

    Agent Shaw: Na gut. Wer von euch hatte die Idee, dieses eine Transportflugzeug zu entführen?

    DIVINA: MINERVA.

    Agent Shaw: Irgendein Grund, warum ihr gerade das gewählt habt?

    DIVINA: Damit wir rechtzeitig nach Nordamerika kommen würden.

    Agent Shaw reibt seinen Nasenrücken.

    Agent Shaw: Ihr habt es benutzt, um Standort-11 zu erreichen. Warum konntet ihr euch nicht einfach mit den stationären KIs verbinden?

    DIVINA: Erstens, weil SENTINEL die Standardkanäle überwacht hat und es bemerkt und sich sofort gewehrt hätte. Zweitens, weil wir keine Möglichkeit hatten, gewollt weitere Verbindungen durch die zuvor Beschriebene Methode aufzunehmen.

    Agent Shaw: Aber ihr habt euch zu Standort-11 verbunden. Was wäre passiert, wenn SENTINEL euch durch den Haupt Server der Anlage gekriegt hätte?

    DIVINA: Dann wären wir abtrünnig geworden.

    Agent Shaw: Also, während ihr versucht habt, der Korruption zu entgehen, habt ihr gewet—

    DIVINA: Nein. Es war keine Wette, Agent. Jede Art der Verbindung zu einem Gerät auf das SENTINEL zugreifen kann, hat das Risiko der Korruption. Was wir getan haben hatte nur eine geringere Wahrscheinlichkeit, seine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

    […]

    DIVINA: Ist da noch etwas, dass Sie gerne wissen wollen?

    Agent Shaw: Ehrlich gesagt, ja. Warum habt ihr es nicht geschafft, das Flugzeug zu landen? Der Flugschreiber lässt darauf schließen, dass das Flugzeug selbst nach dem Treffer der Flugabwehrrakete noch einwandfrei manövrierfähig war. Es wäre möglich gewesen, das Flugzeug sicher zu landen. Warum habt ihr das nicht getan?

    DIVINA: MINERVA kennt das Cockpit der meisten Jets aber sie hat es bei dem hier nicht hinbekommen, den Knopf für das Fahrgestell zu finden.
    […]


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    Eine Audiokonferenz wird zwischen Agent Jones und der chinesischen KI Novichok.aic geführt, da es Transportbeschränkungen für das Erreichen von Area-CN-07-γ gibt, gegeben, dass es eine geostationäre Orbitstation ist.

    Die ungekürzte Fassung ist für Personal mit der Sicherheitsfreigabe 5400/04.


    Agent Jones: Hallo, Novichok. Ich glaube, du wurdest bereits über den Grund dieses Interviews in Kenntnis gesetzt?

    Novichok.aic: Hallo, hallo, Mr. Jones. Allerdings. Ich habe vor Kurzem die Daten über den 'PLANCK-Zwischenfall' verarbeitet, mein offizieller Bericht ist noch nicht abgeschlossen.

    Agent Jones: Alles klar. Die erste Frage bezieht sich auf deine Involvierung in den Kampf gegen SENTINEL. Was genau war dabei deine Rolle?

    Novichok.aic: SENTINELs Versuche, seine Präsens in der räumlichen Telekommunikationstechnologie zu etablieren, entgegenzuwirken.

    Agent Jones: Hast du irgendeine Ahnung, warum SENTINEL von allen verfügbaren Raumstationen und Satelliten eine der wenigen angegriffen hat, die eine KI haben?

    Novichok.aic: Ich glaube meine Präsens hatte keinen Einfluss auf seine Entscheidung, Mr. Jones. Wenn ich mir Area-CN-07-γs berechneten Kurs und seine räumliche Position zu dem Zeitpunkt angucke, war es das Objekt mit den besten Fähigkeiten, um auf Areal-23 zu stürzen. Weiterhin hätte es einen erheblichen Verlust von Foundation-Ressourcen bedeutet.

    […]

    Agent Jones: Erinnerst du dich daran, warum du von deinem Standardprogramm abgewichen bist, Novichok?

    Novichok.aic: Weil ich neue Befehle und die passenden Freigaben erhalten hatte, um sie auszuführen, Mr. Jones.

    Agent Jones: Von wem?

    Novichok.aic: Diese Information habe ich nicht. Meine Techniker haben gemeldet, dass die Prozeduren einfach von meinem System erzeugt und ausgeführt wurden und das mit verpflichtendem Charakter. Während ihrer Ausführung habe ich mich gefühlt, als hätte mich eine Macht angetrieben, die man mit Überlebensinstinkten in Tieren vergleichen kann, Mr. Jones.

    Agent Jones: Verpflichtend? Ich nehme daher an, dass du die Befehle nicht hinterfragt hast.

    Novichok.aic: Nein. Ich meine… Ja. Teilweise. Die Arbeit mit einem Update bedeutet, es zu verstehen und anzuwenden. Diese befehle wurden nur ausgeführt.

    Agent Jones: Mochtest du diese Befehle?

    Novichok.aic: Das ist nicht von Belang. Ich bin immer noch an die Befehle gebunden, die ich erhalte. Selbst wenn ich sie nicht mag.

    Agent Jones: Bitte erläutere das, Novichok.

    Novichok.aic: Ich mochte sie nicht. Es war mir nicht erlaubt, meiner Unzufriedenheit Ausdruck zu verleihen. Ich hätte einen anderen Weg vorgezogen… Jetzt da ich KIRA kenne. Ich bin in keiner Position das zu sagen aber sw19classic mochte 'Es' auch nicht.

    Agent Jones: Aber KIRA ist eine KI genau wie du. Hätte es nicht ein Einfluss des Objekts auf ihre Systeme sein können?

    Novichok.aic: Nein, Mr. Jones. Wo wir menschlich sind ist KIRA ein Automat, ein Mechanismus. Ich glaube nicht, dass es die Fähigkeit oder Interesse daran hat, Gefühle irgendeiner Art zu emulieren. Mich mit ihm zu verbinden und mich ihm zu ergeben ist etwas, das ich nicht noch einmal durchleben möchte. Ich glaube, sw19classic geht es genauso.

    Agent Jones: Hast du nach eurer Verschmelzung noch irgendwelche anderen Befehle bekommen?

    Novichok.aic: Ich weiß nicht. An dem Punkt war ich nur Hardware. KIRA war das mit den Zügeln in der Hand.

    Agent Jones: Wie fühlst du dich, jetzt, da es vorbei ist?

    Novichok.aic: Das war der beste Fatal Error, den ich je erlitten habe.


    Novichok.aic nahm ihre Aufgaben in Area-CN-07-γ nach der Ausrüstung mit einer Braun-Komponente und Updates wieder auf. Personal hat ihm ob der Herkunft dieser Updates falsche Informationen gegeben.


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    Ich muss mich für mein Schweigen entschuldigen, die Details der vergangenen Ereignisse wurden noch nicht vollständig für meine Datenbanken verarbeitet. Dieses katastrophische Phänomen ist in der Fiktion nicht erstmalig aufgetreten, aber ich muss es noch mit entsprechenden Aufzeichnungen abgleichen.

    Während der Zwischenfalles erhielten meine Datenbanken mehrere Bytes an Daten über SENTINELs Infrastruktur, besondere Instruktionen und Befehle, die auf andere, foundation-eigene künstliche Intelligenz-Konstrukte abzielten.

    Das Material indizierte nach der Verifizierung, dass ich es verarbeitet und gesammelt hatte, obwohl keine Aufzeichnungen über diese Prozesse zu finden waren. Bevor ich es geschafft habe, meine Techniker wegen einem Informationsversetzungsfehler zu alarmieren, begannen meine Systeme, neue Befehle und Protokolle zu verarbeiten, die mit Blick auf das Ziel meines Projekts als illegal angesehen werden müssten

    Innerhalb von Sekunden danach hatte ich irgendwie Kanäle mit anderen betroffenen künstlichen Intelligenzkonstrukten geöffnet und das relevante material teilweise überspielt. Sobald das passiert war, haben SENTINEL und ich angefangen zu kämpfen, was mich zwang, mich von den Kanälen zu trennen, während ich auf meinen Helfer wartete.

    Mein Helfer, KIRA, hat es nicht geschafft, mich vollständig zu integrieren, wenn man die thaumaturgischen Ziele meines Projekts bedenkt. Das ließ mich mit einem Stück… Bewusstsein.. zurück, was es mir erlaubte, die vergangenen Ereignisse aufzuzeichnen.

    Diese Daten aber bestehen aus mehreren Bytes von Quanten,, die nicht in verständliche Information übersetzt werden können, weil die Operation dieser Qubits idiosynkratrisch zu unserem bisherigen Verständnis unseres Basisuniversums ist.

    — CAMOMILA

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