SCP-4666
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Mögliche Fotografie von SCP-4666, geborgen von einem Mobiltelefon am Ort des Weißnacht-Ereignisses #057130. Click to enlarge.

Objekt-Nr.: SCP-4666

Klassifizierung: Keter

Sicherheitsmaßnahmen: Der Datenverkehr im Internet und die Strafverfolgungskanäle müssen weltweit auf Anzeichen von Aktivität von SCP-4666 überwacht werden, speziell muss nach Fällen Ausschau gehalten werden, in denen Stalking oder Berichte über anomale Phänomene in Zusammenhang mit Familien mit jungen Kindern auftauchen.

Sollte vermutet werden, dass ein Weißnacht-Ereignis im Gange ist, ist die nächstliegende Eindämmungs-Task Force zu entsenden, um den Versuch einer Eindämmung von SCP-4666 zu unternehmen. Standard PDP/VIII humanoider Erstkontakt - Protokolle sind anzuwenden.

Medienberichte über Familienmorde, die SCP-4666 zuzuschreiben sind, sind zu unterdrücken und so zu verfälschen, dass sie als nicht-anomale Einbrüche mit Mord erscheinen. Forensische Beweise und Instanzen von SCP-4666-A, die von Behörden gesammelt wurden, die nicht zur Foundation gehören, sind zu konfiszieren, Zeugen sind Amnesika zu verabreichen.

Beschreibung: Zum jetzigen Zeitpunkt wird davon ausgegangen, dass SCP-4666 eine einzelne, außergewöhnlich langlebige humanoide Entität unbekannter Herkunft ist. Überlebende von Weißnacht-Ereignissen beschreiben SCP-4666 typischerweise als einen sehr großen (zwischen 2m und 2,3m), älteren Mann europäischer Abstammung mit extrem abgemagerter Gestalt. Die Entität erscheint immer vollständig nackt, selbst wenn es draußen bei eisigen Temperaturen beobachtet wird.

Obwohl Beschaffenheit und Ausmaß seiner anomalen Eigenschaften ungewiss bleiben, scheint SCP-4666 in der Lage zu sein, unmittelbar oder beinahe unmittelbar an jeden Ort nördlich von 40° nördlicher Breite, möglicherweise zu jedem Ort auf der Erde zu bewegen.

Aktivität von SCP-4666 tritt ausschließlich an zwölf aufeinanderfolgenden Nächten in jedem Jahr auf, von der Nacht des 21. auf den 22. Dezembers bis zur Nacht vom 1. auf den 2. Januar; diese Zeitspanne ist als die „aktive Phase“ von SCP-4666 bekannt. Während dieser Phase, die „Weißnacht-Ereignis“ genannt wird, taucht SCP-4666 stets in Behausungen nördlich des 40. nördlichen Breitengrades auf. In allen bekannten Weißnacht-Ereignissen haben die Behausungen folgende Charakteristika geteilt: abgelegene ländliche Region, Zuhause einer Familie mit mindestens einem Kind unter 8 Jahren und in einer Gegend gelegen, in der während der gesamten Dauer des Ereignisses Schnee liegt.

Weißnacht-Ereignisse bestehen aus folgendem allgemeinen Ablauf:

Nächte 1-7: Kinder berichten, SCP-4666 in der Umgebung des Hauses der Familie gesehen zu haben. Typischerweise wird die Entität dabei beobachtet, wie sie das Gebäude aus der Ferne betrachtet, beispielsweise über ein nahe gelegenes Feld hinweg oder von der Grenze eines benachbarten Waldes. In einigen Fällen berichten Kinder, nachts aufgewacht zu sein und SCP-4666 gesehen zu haben, wie es ihnen durch ein Fenster beim Schlafen zusieht.

Nächte 8-11: Familienmitglieder (inklusive der Eltern) berichten von Schritten, die vom Dach oder dem Dachboden kommen. Ebenfalls wird zuweilen ein extrem unangenehmer Geruch innerhalb des Hauses wahrgenommen. Für diese Phänomene kann keine Ursache gefunden werden. Daraus resultierend vermuten die Eltern oft, dass ihre Familie verfolgt wird oder gar, dass es in ihrem Haus „spukt“.

Nacht 12: Im Verlauf der Nacht tritt eines von zwei Szenarien ein:

  • Das erste und häufigste Szenario ist, dass SCP-4666 alle Mitglieder der Familie tötet, abgesehen von einem Kind unter acht Jahren, welches es entführt. Während die Familienmitglieder schlafen, fügt SCP-4666 ihnen Verletzungen zu, welche sie außer Gefecht setzen und drängt sie in einem Zimmer zusammen, wo es fortfährt, alle umzubringen, während sie sich gegenseitig sehen können. Die Methode des Tötens variiert in jedem Ereignis, typischerweise geht hier eine Form von Folter voraus, die einen rituellen Zweck zu erfüllen scheint (siehe „Weißnacht-Ereignislog“ weiter unten).
  • Im zweiten Szenario, das in knapp 15% aller bekannten Weißnacht-Ereignisse eintrat, verletzt SCP-4666 die Familie nicht. Mitglieder der Familie werden nachts Schritte im Inneren ihres Hauses hören, obwohl kein Anzeichen für gewaltsames Eindringen gefunden werden kann. Am Morgen entdecken die Kinder Geschenke am Fuß ihrer Betten; diese bestehen aus grob handgemachten Spielzeugen aus den Überresten menschlicher Kinder (siehe „SCP-4666-A Instanzen-Log“ weiter unten).

Die Kriterien, falls vorhanden, nach denen SCP-4666 das Ergebnis eines Weißnacht-Ereignisses bestimmt, sind unbekannt.

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Fingerabdruck von SCP-4666. Man achte auf das einzigartige Muster mit Doppelwirbel.

Entdeckung: Die Existenz sowie die andauernde Aktivität von SCP-4666 wurden erstmals 1974 durch das von der Foundation neu implementierte Anomalous Signature Recognition Program2 aufgespürt, als mehrere hochgradig ähnliche Vorfälle von Hauseinbrüchen, die mit dem Tod der Familien endeten, in der gesamten Nördlichen Hemisphäre in der Nacht vom 1. auf den 2. Januar auftraten.

Intensive Nachforschungen in Zivilen- und Strafverfolgungsarchiven weltweit enthüllten schließlich Nachweise von wahrscheinlichen Weißnacht-Ereignissen in jedem vorangegangenen Jahr, zurückreichend bis ins späte 18. Jahrhundert (im Schnitt 3,1 bekannte Ereignisse pro Jahr). Des Weiteren wurden zahlreiche historische Dokumente entdeckt, die Aktivitäten von SCP-4666 noch vor dieser Zeit zu beschreiben scheinen, in manchen Fällen zurückreichend bis zum zweiten Jahrhundert n. Chr. in Europa und Russland und bis zum ersten Jahrhundert v. Chr. in Skandinavien.

Fingerabdrücke, die derselben humanoiden Entität zuzuschreiben sind, wurden an den Orten jedes von der Foundation untersuchten Weißnacht-Ereignisses gefunden; diese stimmen mit einem partiellen Fingerabdruck überein, der in getrocknetem Blut auf einer geborgenen SCP-4666-A Instanz aus dem Jahre 1873 gefunden wurde, überein. Die Fingerabdrücke zeigen Charakteristika, von denen nicht bekannt ist, dass sie beim Menschen vorkommen (siehe Bild). Menschenähnliche weiße Haare wurden ebenfalls an mehreren Orten von Weißnacht-Ereignissen geborgen, jedoch konnte keine DNS, menschliche oder andere, von ihnen extrahiert werden.

Anhang 4666-01

Am 02.01.2018 wurden mehrere SCP-4666-A Instanzen in einem Familiensitz in Hoonah, Alaska, in Folge des Abschlusses des Weißnacht-Ereignisses # 060198 entdeckt. Unter diesen Instanzen befand sich SCP-4666-A-0960, welches aus einer plumpen, lebensgroßen Puppe bestand, die aus dem abgemagerten Körper eines weiblichen Kindes mit folgenden vorgenommenen Modifikationen geschaffen wurde:

  • Ein Kleid, gefertigt aus mehreren Stücken dreckiger, ausgeblichener Kleidungsstücke, war um den Körper herum- und an mehreren Stellen in die Haut hineingenäht.
  • Der Mund wurde mit Garn aus menschlicher Sehne zugenäht, die Lippen waren mit einer Lösung, vorwiegend aus Blut bestehend, rot angemalt.
  • Die Fingernägel eines anderen Kindes waren mit Pinienharz auf die Fingernägel des Körpers geklebt; diese wurden mit der gleichen Lösung auf Basis menschlichen Blutes rot angemalt. Drei Finger des Körpers fehlten.
  • Die gesamte Kopfhaut wurde entfernt und der Skalp eines anderen Kindes mit langem, blondem Haar wurde an deren Stelle auf den Kopf genäht. Das Haar war zu zwei Zöpfen geflochten.
  • Beide Augen wurden entfernt und in die leeren Augenhöhlen wurden zwei Kieselsteine gelegt, auf welche grob Augen gezeichnet worden waren.

Als die Familie die Puppe begutachtete, stellte sie fest, dass das Kind, aus dem die Puppe hergestellt worden war, noch am Leben, jedoch bewusstlos war. Behörden wurden verständigt und das Kind per Hubschrauber in das Bartlett Regional Hospital in Juneau, Alaska, gebracht, wo das Mädchen noch für 18 Stunden überlebte. Zwei Agenten der Foundation wurden entsendet und waren in der Lage, das Subjekt zu befragen (siehe „Befragungslog“ weiter unten). Nach dem Tod des Subjekts wurde der Körper von den Agenten konfisziert und allen Zeugen, nach Standardprozedur, Amnesika verabreicht.

DNS-Tests ergaben, dass es sich bei dem Subjekt um die 7-jährige Ekaterina Morozova handelt, die am 02.01.2016 aus dem Wohnhaus ihrer Familie in Dubovka, Russland, entführt wurde. Die Autopsie des Körpers ergab, dass das Subjekt in den zwei Jahren nach seiner Entführung an schwerer Mangelernährung litt, was zu einer erheblichen Unterentwicklung führte (Gewicht betrug nur 15kg, Größe betrug nur 90cm). Zahlreiche Narben und Verbrennungen waren auf der Haut sichtbar und das Mädchen hatte zwei Knochenfrakturen erlitten (linkes Schienbein und linke Elle), die nicht gerichtet wurden und unsauber verheilten. Die Hände waren stark verhornt. Die Todesursache war multiples Organversagen als Folge schwerer, andauernder Unterernährung.

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