SCP-382-DE

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Bewertung: +11+x
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Objekt-Nr.: SCP-382-DE

Klassifizierung: Ausstehend

Bedrohungsstufe: X Unbestimmt

Sicherheitsmaßnamen: Da derzeit keine handfesten Informationen über die Natur/Naturen von SCP-382-DE und dessen jeweiligen Unterobjekten vorliegen und folglich kein Wissen über deren Eindämmbarkeit zur Verfügung steht, ist die Entwicklung von Eindämmungsmaßnahmen nur unter schweren Einschränkungen oder z. T. noch nicht möglich. Demzufolge ist SCP-382-DE mit dem aktuellen Kenntnis- und Erfahrungsstand der Foundation nicht eindämmbar, wodurch lediglich reaktionäre Standard-Amnesizierungs- und Desinformationsprotokolle zur Bearbeitung von Schleierleckagen wirksam zum Einsatz kommen können.

Als Reaktion auf diese Situation haben alle Bemühungen hinsichtlich SCP-382-DE in erster Linie zunächst auf Daten- und Informationserhebung zwecks Erreichens eines Status Continentur abzuzielen.

Das die Überreste der Residenz von SCP-382-DE-A umfassende Grundstück ist über eine Foundation-Schein-Person aufgekauft, anschließend unbemerkt durchsucht und ausgeräumt worden. Ebendieser Grundbesitz ist gegenüber unbefugten Betretens mit handelsüblichen Grundstücksbegrenzungen, wie beispielsweise Maschendrahtzäunen, abgesichert sowie mit vereinzelten als Einbruchmeldeanlage dienenden passivinfrarot-angesteuerten Videokameras überwacht. Es ist nicht vonnöten, Personal vor Ort zu stationieren.

Genannte und alle zukünftig konfiszierte Asservate sind im zuständigen Standort-DE20 zu lagern.

Beschreibung: Bei SCP-382-DE handelt es sich um eine Kollektivbezeichnung für ein anomales Phänomen, dessen Existenz der Foundation ausschließlich durch zahlreiche Zeugenaussagen, gefundenen Notizen und mit denselben in Verbindung stehenden Ereignissen bezeugt wird. Es ist nicht abschließend bestätigt, was SCP-382-DE konkret ist. Momentan sind zwei Entitäten mit der Designation SCP-382-DE-A und -B sowie eine mutmaßliche Entitätenklasse mit der Designation SCP-382-DE-1 katalogisiert (s. u.). Des Weiteren fällt ein Konglomerat an Aufzeichnungen und Niederschriften in die Causa SCP-382-DE.

Bisher konnte die Foundation über ordinäre Verfahren SCP-382-DE nicht nachweisen; alle gegenwärtig bekannten Beschreibungen und Informationen über das Objekt werden aus den Zeugnissen exzerpiert.

Bislang wird es seitens der Foundation als wahrscheinlich angenommen, dass es sich bei SCP-382-DE um ein psychologisches - eventuell auch das kollektive Unterbewusstsein mit einschließendes - Phänomen oder um ein Phänomen anderer Existenzebene handelt. Ansätze für diese Hypothese finden sich unter anderem in den mutmaßlichen Aufzeichnungen von SCP-382-DE-A/-B, welche Informationen über mit solchen Phänomena übereintreffenden Eigenschaften führen. Restriktive ist jedoch einzuräumen, dass das geborgene Material keine zweifelsfrei gesicherte Quelle darstellt, die auf den Foundation-Wissenschatz nutzbringend anwendbar ist.

SCP-382-DE als Sammelbezeichnung umfasst, nach dem derzeitigen Verständnis der Foundation, eine Reihe halluzinierter Entitäten unterschiedlicher Erscheinung, Wirkung auf den Betroffenen und Verhalten während des Perzipierens, die sich im Sichtfeld eines psychologisch hinsichtlich des Todes oder Nekrophobie traumatisierten Kindes im Alter zwischen drei und sechs Lebensjahren manifestieren. Die genauen Umstände und Risikofaktoren für eine Manifestation der Anomalie sind weiterhin unklar, da das unten aufgeschlüsselte Beschwerdebild in Kreisen der benannten Traumatisierten signifikant unterrepräsentiert ist.

Als SCP-382-DE-A und -B werden hier zwei angebliche anomale Entitäten menschlichen Phänotyps o. g. Klassifikation designiert, die historische Bewandtnis in der Causa SCP-382-DE-1 haben (s. u.) und bisweilen würden diese in halluzinierter Form von Augenzeugen bis heute gesehen. SCP-382-DE-A sei laut Zeugenberichten ein phänotypisch weißer Mann, der ausschließlich in einem schwarz-beige farbenen Anzug und stehts in der Begleitung von SCP-382-DE-B auftrete. Augenzeugen beschrieben ihn mit Durchschnittsstatur und kurzem dunklen zu einem Seitenscheitel gekämmten Haar. Es handle sich bei ihm um eine sehr schweigsame Entität, die zumeist - so die Zeugen - im Hintergrund agiere. Das Gegenteil davon sei SCP-382-DE-B, eine großgewachsene schwarzhaarige Frau, die ähnlich SCP-382-DE-A immer gleich aussehend, in einem langen lilafarbenen Kleid in Erscheinung trete. Beiden Entitäten ist gemein, dass sie dem halluzinierenden Subjekt gegenüber höflich und zuvorkommend aufträten sowie auch bemüht seien, verbal zu kommunizieren. Die Subjekte seien dabei der deutschen Sprache in sinnvoller und dem Empfänger angemessener Artikulation mächtig. Untersuchungen und in deren Rahmen getätigte komplementäre Aussagen legen nahe, dass die Entitäten nicht an das Sichtfeld des jeweiligen Subjektes gebunden sind und sich frei im Raum bewegen könnten. Bei benannten Untersuchung wurden den Probanden Eye-Tracking-Systeme in Brillenform aufgesetzt, mit deren Hilfe die obenstehende These im Testzeitraum belegt wurde. Interessanterweise nahmen augenscheinlich sich im selben Raum befindliche infizierte Subjekte SCP-382-DE-A/-B simultan an der gleichen Stelle wahr. Dies legt nahe, dass SCP-382-DE eventuell zwar anomal halluzinativer, aber nicht ausschließlich individuell psychophatogener Natur ist, sondern viel mehr als Vermögen oder Sensitivität und damit einhergehender Anfälligkeit für die pathogene Wirkung der -1-Instanzen verstanden werden kann. Zu den historischen Realpersonen, die hinter SCP-382-DE-A und -B vermutet werden, siehe übernächster Paragraph.

Die Wirkung derselben Entitäten wird i. d. R. von den Zeugen als sehr positiv und zuträglich beschrieben, weil dieselben diesen in Worten beistünden und in der Lage seien, die „Mumien zu vertreiben”1, sprich sie - umgangssprachlich formuliert - folglich auch vor SCP-382-DE-1 zu schützen. Aus dem Gesagten lässt sich ableiten, dass die Entitäten die Rolle imaginärer Freunde bzw. Beschützter einnähmen. Versuche, über die betroffenen Subjekte als Vermittler mit SCP-382-DE-A und -B zu kommunizieren, scheiterten mangels der angeblichen Kooperativität der Entitäten.

SCP-382-DE-A und -B existierten dem derzeitigen Wissenstand der Foundation nach auch einst in physischer Form: Es wurde ermittelt, dass die Entitäten einst Bürger der deutschen demokratischen Republik (DDR) waren und zwischen 1946 und 1971 hinsichtlich SCP-382-DE forschten und wirkten. Inzwischen ist auch eine teils ausgebrannte Immobile in ██████████, Sachsen ausfindig gemacht worden, in welcher die Entitäten zu Lebzeiten nachweislich ihre Forschungen betrieben. Hier wurden ebenfalls Überbleibsel einer sehr regen Korrespondenz und zahlreiche Notizen sichergestellt. Viele potenzielle Asservate waren ob des Brandes unbrauchbar und nicht mehr funktionsfähig; gleiches gilt, was schriftliches Material anbetrifft. Wie aus geborgen Denkschriften hervorgeht, ist das Haus vorsätzlicher Brandstiftung seitens der ehemaligen Bewohner zum Opfer gefallen. Das Grundstück, auf dem sich die Ruine befindet, ist im Grundbuch der DDR auf einen bislang nicht identifizierten J. ██████ eingetragen. Die bürgerlichen Namen von SCP-382-DE-A und -B sind bislang ungesichert, jedoch ist gewiss, dass die Realpersonen Pseudonyme führten. So titulierte sich SCP-382-DE-A als „Byatsch” und SCP-382-DE-B als „Aschla”. Da sich diese Pseudonyme auch in offiziellen Dokumenten und sich Implikationen diesbezüglich in den benannten Notizen finden, steht zu vermuten, dass auf den Namen ein informationeller Effekt liegt.

Über SCP-382-DE-1 ist aus Foundation-Forschung nicht viel bekannt. Dem zur Verfügung stehenden Quellenmaterial SCP-382-DE-As zufolge handle es sich um als "Mumien" bezeichnete und als Kreaturen kategorisierte halluzinatorische Pathogene, denen die traumatisierten Kindern auf nicht anhand der Quelle unmittelbar nachvollziehbare Weise als Nahrungsquelle dienen. Hierbei unterteile sich der Konsum in zwei Phasen (s. u.). Die Instanzen würden, der Quelle nach zu urteilen, einer Art Parallelrealität oder Taschendimension in die Basisrealität entsteigen, um ihrem Jagdmuster nachzugehen. Ebendieses bestünde wie bereits beschrieben darin, Opfer anhand der o. g. Kriterien zu erlesen und sich ein effektives Jagdterritorium um den täglichen Lebensbereichen des Opfers aufzubauen, in welchem es patrouilliere. SCP-382-DE-1 machten dem Quellenmaterial nach eine zielgerichtete Jagd auf ihr erwähltes Opfer und konsumierten zunächst derer sogenannte „Essenz” in regelmäßigen Abständen, wobei sich die Entitäten individueller und dem Opfer angepasster Jagdstrategien bedienten, die Finten, Hinterhalte und Verfolgungsjagden umfassten. Ebenso ist eine gewisse Neigung gegenüber Verängstigung der Opfer überliefert, deren genaue Zweckmäßigkeit ungewiss ist. Der Konsum dieser „Essenz” habe körperliche Begleiterscheinungen, die sich den Aufzeichnungen nach in Ermüdbarkeit, Schlaflosigkeit, Abgeschlagenheit, verringerter Resilienz, hormoneller Regungen, Pigment- sowie Farbstoffmangel und in schweren Fällen in Autoimmunerkrankungen zeigten. Opfer würden, sobald sie keine „Essenz” mehr besitzen, von SCP-382-DE-1 Instanzen entführt und anschließend auf allgemeinverständliche Weise konsumiert.

Im Kontext von SCP-382-DE-1 ist in den referenzierten Aufzeichnungen der Begriff des sogenannten „Sarkophags” auffallend häufig im Gebrauch, der nicht mit einem definitionsgemäßem Sarkophag zu verwechseln ist. Dessen genaue Funktion wird lediglich impliziert und ist nicht abschließend verstanden. Diesbezüglich heißt es in den Niederschriften: „Die jeweiligen Existenzen der Mumien in unserer Welt bedürfen zum Bestehen einem ,Sarkophag', der in einem gangbaren Gegenstand gefunden werden kann” (Siehe: Konvolut ab 1963).

Ob die Einordnungen SCP-382-DE-As jedoch zutreffen und ein Bild der tatsächlichen Realität abzeichnen ist ob der vorherrschenden Beweisarmut zum jetzigen Zeitpunkt fraglich.

Momentan sind der Foundation sieben Fälle von SCP-382-DE bei Kindern mit den obengenannten Eigenschaften bekannt, wobei einige der Subjekte auch körperliche Symptome aufweisen, die mit den geschilderten übereinstimmen. Dazu kommen zwei Vermisstenfälle, welche in Erwägung kämmen, mit SCP-382-DE in Verbindung zu stehen. Diese Augenzeugen berichteten von der Erscheinung SCP-382-DE-1s: Diese sollen phänotypisch der einer nach altägyptischen Rezept mumifizierten Leiche gleichen. Häufig ist hierbei von freilegenden Gebeinen, den charakteristischen Leinenwickel und der schwarzen lädierten Haut sowie dem ob Organentfernung eingefallenen Unterleib die Rede. Vier der sieben betroffenen Individuen gaben Auskunft, dass sie SCP-382-DE-A und -B in unmittelbarer zeitlicher Nähe zu den ersten Manifestationen SCP-382-DE-1s sahen. Alle Betroffenen legten gleichermaßen eine beschützende Funktion der A- und B-Entität nahe.

Entdeckung: Die Entdeckung von SCP-382-DE im Dezember 2023 war ein Zufallsbefund, der im Zuge einer Razzia gegen identifizierte Mitglieder der Interessengruppe Zirkel der Neodruiden stattfand. [DATEN GELÖSCHT] Die operierende MTF DE10-ℭ „Bluthunde“ stellte die fußläufig flüchtigen Interessenpersonen wenig später in einer modernen Wohnhausruine abseits des urbanen Gebietes, die sich später als die ehemalige Wirkstätte von den mutmaßlichen Realpersonen hinter SCP-382-DE-A und -B herausstellen sollte, sicher. Nach der Verhaftung wurden die Foundation-Agenten dem durch den Brand in Mitleidenschaft gezogenen, aber teils intakten Keller des Bauwerkes gewahr, in dem sich die Flüchtigen verschanzt hatten. Darauffolgende Begehungen durch spezialisiertes Personal führten zu dem Schluss, dass das Gebäude im Zusammenhang zur Astralmagie stand, wie zahlreiche in die Wände profilierte Runen und asservierte Reliquien bewiesen. Rechercheteams instaurierten die das Feuer überstandenen Schriftzeugnisse stückweise, was Informationen über SCP-382-DE-1 und die Realpersonen hinter -A und -B an den Tag förderte.

Intranetcrawler der Foundation wurden auf das rekonstruierte Symptombild in Patientenakten und der polizeilichen Kartothek angesetzt. Suchtreffer wurden von der Foundation unter maßgeschneiderten Deckgeschichten aufgesucht, dokumentiert und inquiriert. Unter Zuhilfenahme dieser verschiedenen Quellen wurde SCP-382-DE aufgearbeitet, jedoch nie seitens der Foundation zweifelsfrei nachgewiesen.

Recherchezugang erkannt.

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