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Das vom Subjekt "Agent Jörgers" gefundene Dokument beschreibt die Erlebnisse, die es nach der Absorbierung durch SCP-362-DE erlebte. Durch Beschädigungen konnte Wasser in den Behälter eindringen, wodurch einige Aufzeichnungen des Subjekts zerstört oder schwer zu entziffern sind.
Das folgende ist eine Sammlung der wiederhergestellten Seiten des Subjekts:
[Kein Datum angegeben]
Es ist nun ungefähr 3 Wochen her, seitdem ich das Gemälde betrat. Ich führe jetzt dieses Tagebuch, anstatt mich weiter auf die Kamera zu verlassen. Sie macht so langsam Probleme, es scheint als sei die Solaraufladefunktion beschädigt worden. Ich hoffe, dass meine Versuche nicht vergebens sind und das man dieses Buch irgendwann findet.
19. Mai 1398
Heute fand ich ein kleines Dorf. Man erzählte mir es sei der 19. Mai 1398, somit werde ich versuchen das Datum weiter zu zählen. Der Professor sagte mir vor dem Test, ich soll versuchen ins Innenland zu wandern. Also werde ich mich morgen auf den Weg machen.
23. Mai 1398
Ich kann nicht mehr. Ich kann keinen einzigen Schritt weiter ins Innenland machen. Es tut weh, nicht im Körper, sondern im Kopf. Seit heute morgen habe ich eine Migräne, die mit jedem Schritt, mit dem ich mich vom Meer entferne, mehr an Stärke zu nimmt. Ich habe Angst, weiterzugehen. Ich habe Angst davor, was passiert, wenn ich mich von der Sicherheit der See entferne und weiter in das unbekannte Land hinein bewege. Es tut mir leid, aber ich kann nicht mehr. Ich kehre um, zur See.
9. August 1398
Ich habe eine Möglichkeit bekommen. Seit den letzten Wochen, in denen ich immer wieder mit den Bewohnern zum Fischen herausgefahren bin, habe ich gerade so meinen Unterhalt verdienen können. Einige meinten, ich sollte mit den Fischen im Inland Handel betreiben, aber dies steht außer Frage.
Ein Mann kam ins Dorf und fragte nach Seeleuten, um längere Fahrten zu unternehmen. Ich habe angenommen, denn die Bezahlung soll nicht so übel sein.
16. August 1398
Ich fasse es nicht. Es handelt sich um Piraterie! Ich traf mich in ██████ mit 9 weiteren Personen, wo sich ein Mann als Magnus vorstellte. Er erklärte, dass wir alle hier sind, um unter dem großen Störtebeker zu dienen. Jeder, der sich traut, das Leben von Gefahr und Raub zu führen, soll ihm folgen und dafür reich belohnt werden. Ich habe Zeit bis morgen um mich zu entscheiden.
19. August 1398
Wir fahren nun zur See. Ich weiß nicht, ob die Entscheidung die richtige war, aber irgendwie muss ich überleben und gleichzeitig dem Meer nah sein. Ich kann von meinem Posten aus den Kapitän sehen. Obwohl man über ihn im Dorf viele Gruselgeschichten erzählt hat und man ihn als Barbar bezeichnet, so muss ich zugeben, dass er von nahem wie ein gewöhnlicher Mann aussieht.
5. Februar 1399
Nachdem man sich etwas eingelebt hat, ist das Piratendasein gar nicht so übel. Die meisten geben nach dem Entern sowieso schon auf und die wenigen, die es nicht tun, überschätzen ihre Fähigkeiten im Kampf. Leider plagen uns die Krankheiten der Seefahrt sehr. Diese Woche bestatteten wir drei weitere Kameraden. Wir werden wohl bald wieder am nächsten Hafen nach neuen Mitgliedern suchen.
16. Februar 1399
Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass ich es in der Vergangenheit schaffen würde zu überleben, aber hier bin ich nun. So oder so, ich kann ruhig schlafen im Wissen, dass meine Frau und mein Kind im 20. Jahrhundert gut versorgt sind. Marta, falls du das hier jemals liest, sei dir sicher, dass ich immer an dich denken werde, wenn ich auf den Sternenhimmel über dem Ozean blicke. Es tut mir leid, dass ich gegangen bin, aber ich wollte euch keine Bürde mit meiner Krankheit sein. Und auch wenn ich hier im 14. Jahrhundert nicht mehr lange leben werde, werde ich versuchen so lange zu überleben wie es geht! Sag Peter, dass ich ihn liebe und dich liebe ich auch mein Schatz.
2. April 1399
Was ein großer Erfolg! Wir haben diese Woche 3 Handelsschiffe geplündert! Man kann von hier aus schon den Hafen erkennen. Sobald wir da sind, wird es ein Festmahl in der Kneipe geben.
3. April 1399
Schon irgendwie komisch. Meine Kameraden nennen mich den „Nachwuchs Kapitän“, da ich wohl genauso wie er nicht oft das Schiff verlasse. Sie meinen, er sei noch seltener am Land als ich und spaßen herum, dass ich ein uneheliches Kind von Störtebeker sei. Ich habe es als wirre Gedanken von ein paar betrunkenen Seeräubern abgetan. Trotzdem werde ich dieser Sache vielleicht mal nachgehen. Nur zur Sicherheit.
7. Juli 1399
Heute habe ich ihn gefragt. Als Störtebeker abends in seiner Kajüte saß und Bier trank, fragte ich ihn warum er selten an Land geht. Er antwortete: "Die See ist der einzig sichere Platz für mich. An Land lauert nur die ungewisse Dunkelheit der Ferne". Mir kam diese Wortwahl sofort bekannt vor. Ich fragte ihn darauf, ob er auch das Gemälde durchtrat, worauf er mit einem Gesicht voller Erschrockenheit und Verblüffen antwortete. Es stimmte, er war auch ein Testsubjekt der Foundation. Wir redeten viel über unser Leben, über Freunde, Familie, die Foundation und warum wir hier waren. Offenbar handelt es sich bei ihm um ein D-Klasse-Personal mit dem Namen ██████. Er hatte vor seinem Darsein D-Klasse ein Juwelier ausgeraubt und tötete 2 Polizisten bei der Flucht. Nachdem er gefasst wurde, hat man ihn als D-Klasse in die Foundation rekrutiert. Ein Ergebnis hatte ich nicht erwartet, aber immerhin klingt es nach der Wahrheit. Ich werde mich erstmal schlafen legen, nach diesem Gespräch bin ich erschöpft genug.
28. September 1399
Ist das das Ende? Nach all der Zeit sterbe ich nun an einer Verletzung am Bein? Von einem feindlichen Matrosen Grünschnabel ins Bein gestochen, so will man wirklich nicht abtreten. Der Kampf war hart, aber zumindest konnte ich alles geben. Sterben darf ich trotzdem nicht. Ich habe es meiner Frau versprochen! Das wird nicht mein Ende sein.
2. Oktober 1399
Ich werde wohl das Schiff verlassen. Mein Bein musste amputiert werden. So kann ich nicht weiter Kämpfen oder vernünftig auf dem Schiff arbeiten. Man wird mich in der Nähe von Hamburg von Bord gehen lassen. Gefährliches Territorium, aber zumindest kriege ich eine gute Menge Geld mit. Vielleicht kann ich noch was machen, ohne meinem Wahnsinn an Land zu verfallen.
19. Februar 1400
Der Platz im Buch wird knapp, also werde ich wohl nicht mehr viel beitragen können. Ich habe nun ein Haus in Hamburg erworben und arbeite wieder als Fischer. Der Handel läuft gut und hier kann ich ohne Probleme bleiben, ohne der See zu weit entfernt zu sein. Für ein paar Tage wohne ich weiter Fluss aufwärts, um mehrere Tage am Stück fischen zu können, danach fahre ich wieder heim. Ich merke aber jetzt, wie mich der Krebs einholt. Ich fühle mich von Monat zu Monat immer schwächer. Es kann sein, dass dies mein letzter Eintrag wird. Ich deponiere das Buch mit dem Behälter unter meinem Haus in der Hoffnung, dass man diesen irgendwann findet.
Das von dem Subjekt erwähnte D-Klasse Personal konnte nach der Wiederherstellung der Seiten als D-3618 identifiziert werden und wurde dem SCP-362-DE Test hinzugefügt. Um Zeitparadoxen zu vermeiden, ist es verboten Informationen an D-3618 weiterzugeben. Mit Ausnahme von Personal der Stufe-3/362-DE ist der Kontakt mit D-3618 verboten und wird dementsprechend geahndet.