Anmerkung Archiv-Mitarbeiter W. Bilger: Das vorliegende Dokument weist in seiner Struktur Abweichungen vom standardisierten SCP-Format auf. Diese Anpassungen wurden vorgenommen, um eine präzisere Kategorisierung und Zuordnung der spezifischen Eigenschaften von SCP-331-DE zu ermöglichen.
Objekt-Nr.: SCP-331-DE
Klassifizierung: Sicher Neutralisiert
Sicherheitsmaßnahmen: Die inaktiven Überreste von SCP-331-DE sind in Standort-DE4 bei Restaurierungseinheit 2 in Lagerraum 5 aufbewahrt. Zugang ist ab Stufe-2-Freigabe oder höher möglich.
Beschreibung: SCP-331-DE befindet sich gegenwärtig in einem dekonstruierten Zustand. Eine Untersuchung der einzelnen Komponenten hat ergeben, dass keine anomalen Effekte oder außergewöhnlichen Eigenschaften mehr nachweisbar sind. Somit zeigt das Objekt in seinem aktuellen Zustand keinerlei anomale Aktivität.
Restaurierungseinheit 2 wurde mit der Rekonstruktion von SCP-331-DE beauftragt, um zukünftige Forschungen zu ermöglichen. Diese Maßnahme dient sowohl der Untersuchung potenzieller wiederkehrender anomaler Eigenschaften als auch der Analyse möglicher historischer Relevanz des Objekts.
Archivierter Objekteintrag:
Sicherheitsmaßnahmen: SCP-331-DE stellt im inaktiven Zustand keine Gefahr dar. Aus diesem Grund wird es in Standort-DE22 in einem Raum für Erholung mit Stufe-1-Zugang ausgestellt. Ton- und Klangerzeugnisse jeglicher Art dürfen in der Nähe des Objekts nur unter Stufe-3-Aufsicht zu Testzwecken abgespielt werden.
Beschreibung: Bei SCP-331-DE handelt es sich um ein freistehendes Wandbild, das auf einer massiven Steinfläche aufgebracht ist. Der Trägerstein wurde offenbar in einem Stück aus dem umgebenden Fels geschlagen. Das Gemälde wurde auf eine frische Kalkschicht aufgetragen und ist daher als Fresko zu klassifizieren. Die Darstellung zeigt eine größere Feier auf einem Marktplatz innerhalb einer für die Entstehungszeit typischen griechischen Stadt mittlerer Größe. Die Perspektive des Werkes entspricht dem Blick einer Person, die sich auf einem Balkon oberhalb der Festgesellschaft befindet. Im oberen Bereich des Freskos sind die Dächer der Stadt jenseits des Marktgeländes erkennbar.
Eine auffällige Besonderheit des Bildes ist die Darstellung mehrerer Personen mit tierischen Extremitäten. Ob es sich dabei um eine künstlerische Stilentscheidung oder um eine bewusste Abbildung eines übernatürlichen Phänomens handelt, ist derzeit nicht abschließend geklärt. Abgesehen von diesem Merkmal entspricht die Komposition in Farbgebung und Stil anderen bekannten Kunstwerken derselben Epoche. Ein signifikanter Unterschied liegt jedoch im außergewöhnlich guten Erhaltungszustand der Farben: Diese zeigen keinerlei Anzeichen von Verblassung oder Alterung, wie sie bei vergleichbaren Fresken zu erwarten wäre.
Obwohl die dargestellten Figuren innerhalb des Freskos während der Aktivierungsphase autarke Verhaltensweisen zeigen, weisen sie keinerlei Anzeichen eines Bewusstseins darüber auf, dass sie sich innerhalb einer zweidimensionalen Bildfläche befinden. Ihre Interaktionen und Bewegungsabläufe deuten darauf hin, dass sie die Szenerie als realen, dreidimensionalen Handlungsraum wahrnehmen. Bislang konnten weder durch optische Reize noch durch direkte physische Einwirkungen Hinweise darauf gewonnen werden, dass die Figuren in der Lage sind, externe Beobachter oder den künstlichen Charakter ihrer Umgebung zu erkennen. Versuche, zusätzliche Elemente oder Schriftzeichen auf der Oberfläche zu hinterlassen, sind gescheitert. Aufgetragene Farbe haftet zwar kurzzeitig, trocknet jedoch nicht und fließt an der Oberfläche herab, bis sie sich am Boden sammelt. Trockenmedien wie Graphit lösen sich nach dem Auftragen in einem feinen Staubnebel auf, der vom Fresko abgestoßen wird.
Auf Grundlage stilistischer und materialtechnischer Analysen wird die Entstehung von SCP-331-DE auf etwa 500 v. Chr. datiert. Ob der anomale Effekt bereits zum Zeitpunkt seiner Erschaffung vorhanden war oder erst später entstand, konnte bisher nicht festgestellt werden.
Der anomale Effekt manifestiert sich, sobald innerhalb eines Radius von 20 Metern Musik mit lateinischem, griechischem oder italienischem Liedtext abgespielt wird. Mit Beginn der musikalischen Darbietung beginnen die auf dem Fresko dargestellten Figuren, sich zu bewegen und für die dargestellte Szenerie typische Aktivitäten auszuführen. Der Effekt bleibt aktiv, solange Musik jeglicher Sprache oder Herkunft innerhalb des Wirkungsbereichs erklingt, und endet erst mit dem Verstummen sämtlicher musikalischer Darbietungen. Während der Aktivierungsphase überträgt sich die anomale Wirkung zusätzlich auf alle Personen, die dieselbe Musik hören, wie das Fresko selbst.
Durch die Auswertung von Videoaufnahmen sowie Befragungen nach Vorfall-331-DE-V1 konnte das Vorliegen eines zusätzlichen memetischen und körperverändernden Effekts bestätigt werden.
Dieser wirkt sich in 4 bzw. 5 Stufen aus:| Stufe 0: | (0-0,5 Stunden) | Die dargestellte Szene auf dem Fresko beginnt sich zu bewegen. Figuren führen alltägliche Handlungen aus, die für eine Feier der dargestellten Epoche typisch sind. |
| Stufe 1: | (0,5-1 Stunden) | Betroffene Subjekte berichten von Gefühlen der Entspannung, Euphorie und gesteigertem Wohlbefinden. Eine leichte Tendenz zur rhythmischen Bewegung im Takt der Musik ist erkennbar. |
| Stufe 2: | (1-2 Stunden) | Infizierte Subjekte zeigen den Drang, die Feier aktiv zu vergrößern. Sie versuchen, Außenstehende zum Mitfeiern zu animieren. Die Stimmung wird zunehmend ausgelassener, während Hemmungen und Selbstkontrolle deutlich abnehmen. |
| Stufe 3: | (2-4 Stunden) | Subjekte zeigen stark animalisches Verhalten. Aggressionen, Sachbeschädigung sowie körperliche Auseinandersetzungen treten vermehrt auf. Sprache und rationale Entscheidungsfähigkeit nehmen ab. |
| Stufe 4: | (4 Stunden und länger) | In dieser Phase kommt es zu physischen Veränderungen: Subjekte entwickeln tierähnliche Extremitäten oder andere morphologische Merkmale. Die Transformation verläuft fließend und wird subjektiv nicht als schmerzhaft empfunden. |
Anmerkungen:
Die folgenden Informationen wurden im Rahmen diverser Umstände gemacht und werden hier gebündelt wiedergegeben.
- Es wurde herausgefunden, dass bereits eine gewisse „lockere“ Stimmung herrschen muss, um die Effekte auszulösen. Da bei den üblichen Tests eine „professionelle“ Stimmung herrschte, sind die „Party“-Effekte bei Tests vor dem Vorfall nicht aufgetreten.
- Der Verwandlungseffekt aus Stufe 4 ist bei einer Aussetzungsdauer unter 2 Stunden nach dessen Einsetzen in einem Zeitraum zwischen 4 und 6 Stunden zurückgegangen. Auch hier, wie beim Einsetzen der Verwandlung, ohne Schmerzen. Bei Aussetzung über die 2-Stunden-Marke hat die Verwandlung bisher bei sämtlichen Befallenen bis auf 2 Ausnahmen angehalten. Diese 2 hatten eine Hautkrankheit (Psoriasis) als einzige Differenz zu anderen Betroffenen. Bei den beiden ging die Verwandlung nach 5 bzw. 7 Wochen im Gegensatz zu anderen Befallenen zurück. Auch die Hautkrankheit war danach verschwunden.
- Im Spektrum der Verwandlung waren unter anderem Körperteile der Tiergattungen Panther Panthera, Affen Anthropoidea, Bären Ursidae und in einem Fall der Rüssel eines Elefanten Elephantidae an einer anderen Stelle, als erwartet, vorhanden.
- Effekte der Stufen 0–3 können auch bei gehörlosen Personen auftreten. Eine Verwandlung nach Stufe 4 ist bei einem Subjekt mit entsprechender Erkrankung, welches während des Vorfalls SCP-331-DE-V1 anwesend war, nicht aufgetreten. Gründe dafür können nicht ermittelt werden.
Entdeckung: Das Fresko wurde kurz nach Ende des zweiten Weltkriegs in einem Militärdepot der Wehrmacht in der Nähe von ████████████ gefunden. Ob es sich hierbei um ein Lager der SKP gehandelt hat, kann heute nicht mehr festgestellt werden. Gefunden wurde es von einem Einsatzteam, welches das Depot durchsuchte, um gestohlenes Kulturgut aufzuspüren. Das eingesetzte Team bestand zu Teilen aus Mitarbeitern des Archäologischen Nationalmuseums Athen, welche während ihrer Arbeit Musik hörten. Durch die Musik wurden die anwesenden Personen auf den Effekt der bewegenden Figuren aufmerksam. Damit erfolgte ein Ausbruch der bekannten Symptome der Stufe 0. Aufgrund verschiedener Umstände wurden aber nie Tests über die 0,5-Stunden-Marke durchgeführt, weshalb die tiefergehenden Effekte nicht entdeckt wurden. Ein in das Team eingebetteter Foundation-Agent informierte die Foundation über seinen Fund und übergab ihr das anomale Objekt.
Dokument SCP-331-DE-3:
Dokument SCP-331-DE-3 gibt hierbei den ältesten und einzigen zeitgenössischen Bericht ab, der von dem Objekt handelt.
Bei dem Dokument handelt es sich vermutlich um die Reste eines Reiseberichts des in Ephesos geborenen und lebenden Philosophen Heraklit von Ephesos. Was das Ziel dieser Reise war, ist leider nicht nachzuvollziehen, weshalb der Ort, an dem das Fresko damals stand, heute nicht mehr auffindbar ist. Das Originaldokument ist ebenfalls in Lagerraum 5 untergebracht.
Auszug:
(Der Anfang ist nicht lesbar.)
…so kam ich also in jene Stadt, die nahe dem Be… (unlesbar)… gelegen ist. Gegen den sinkenden Abend, nach der ersten Darbietung meiner Verse vor einem kleinen Kreis, lud mich ein ortsansässiger Edelmann zu einem Bankett in seinem Hause ein. Offenbar hatte mein Wort sein Herz berührt, denn er sprach mit Wärme zu mir, und ich freute mich auf das Mahl, das mir bevorstand. (Hier fehlt eine Passage) Zwei Tage nun bin ich durch die Straßen jener Stadt geeilt, und mein Körper klagt unter der Mühsal. Doch nicht Müdigkeit allein verfolgt mich – nein, es sind die Dinge, die ich an jenem Abend sah. Unter den glänzenden Lichtern des Banketts fiel mein Blick auf ein Fresko an der Wand, und siehe: Die gemalten Gestalten regten sich! Sie wandten ihre Häupter, als wären sie beseelt von göttlicher Hand. In mir wuchs Schrecken, als ob die Götter selbst durch Farben und Stein zu mir sprächen. Da fühlte ich eine Hand auf meiner Schulter ruhen. Ich wandte mich um – und siehe, der Person, der diese Hand gehörte, fehlte das menschliche Antlitz; son… (hier fehlt der Text)… Als ich dies gewahrte, ergriff mich Furcht, wie sie selbst Helden erzittern lässt. Ich floh, getrieben von nacktem Entsetzen, ließ einen Teil meiner Habe zurück und besitze nun nichts mehr als das, was an meinem Leib haftet. (Der Rest ist für diese Akte irrelevant.)
Information: Weder Heraklit noch irgendein anderer bekannter historischer Vertreter der entsprechenden Epoche erwähnen dieses Fresko nochmals in überlieferten Quellen. Aus diesem Grund ist unklar, ob SCP-331-DE in der Antike bewusst verschwiegen wurde, ob seine anomalen Eigenschaften unbekannt blieben oder ob das Werk bereits frühzeitig aus dem öffentlichen Raum entfernt wurde.
Die existierenden Aufzeichnungen über das Objekt stammen ausschließlich aus Untersuchungen, die erst nach Vorfall SCP-331-DE-V1 initiiert wurden. Das entsprechende Dokument wurde im Zuge der nachträglichen Forschungstätigkeiten entdeckt, was darauf schließen lässt, dass SCP-331-DE vor dem Vorfall entweder unbeachtet blieb oder bewusst nicht erfasst wurde.
Vorfallsbericht: SCP-331-DE-V1
Kopie für Archiv_User_32,
Bericht verfasst durch:
Standortleiter Dr. ███████
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Inhalt:
Gekürzter Abschlussbericht zur Untersuchung des Vorfalls SCP-331-DE-V1.
Grundlage:
Auswertung der Spurensicherung, Vernehmungen beteiligter Personen sowie Rekonstruktion der Ereigniskette.
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Rekonstruierter Ablauf
Der Auslöser des Vorfalls war das Abspielen von Musik über die Lautsprecheranlage während einer Standortfeier zur Verabschiedung des Personalleiters (griechischer Abstammung). Laut Zeugenaussagen wurde die Musik zunächst ausschließlich in den Pausenräumen der Mitarbeiter abgespielt und blieb räumlich begrenzt.
Zu einem kritischen Zeitpunkt schlossen jedoch zwei alkoholisierte Techniker die Soundanlage unsachgemäß an das interne Interkom-System an. Dadurch wurde ein parallel stattfindender Test an SCP-331-DE massiv beschallt. Die anwesenden Wissenschaftler gerieten dadurch in eine ausgeprägte Feierstimmung, was zur Aktivierung des vollständigen memetischen Effekts führte.
Die fortgesetzte Schallübertragung führte bei sämtlichen Personen im Hörbereich zum vollständigen Durchlaufen der Stufen 0 bis 4. In der Folge kam es am Standort-DE22 zu einem Eindämmungsbruch.
Mehrere betroffene Mitarbeiter verließen im Verlauf des Vorfalls eigenmächtig das Standortgelände. In Vernehmungen wurden folgende Begründungen angegeben:
- Beschaffung zusätzlicher Getränke
- Einladen von Bekannten und Freunden
- „Stärkung zwischenmenschlicher Beziehungen“
Die Zerstörung des Freskos erfolgte durch den unsachgemäßen Einsatz verschiedener Waffen aus der standorteigenen Waffenkammer. Als primäre Ursache wird der Einsatz eines Panzerfaust-3-Raketenwerfers identifiziert, dessen Detonation in unmittelbarer Nähe des Objekts zwei Mitarbeiter tötete und das Fresko vollständig zerstörte.
Durch das schnelle Eingreifen von MTF-DE4-𝔎 „PSI-Corps“ sowie MTF-DE5-𝔓 „Stummes Orchester“ konnte das betroffene Gebiet gesichert und die Eindämmung wiederhergestellt werden. Der Einsatz wurde nach 33 Stunden offiziell für beendet erklärt.
Die ersten Eindämmungsmaßnahmen wurden durch Personal eingeleitet, das etwa 4,5 Stunden nach Beginn des Vorfalls zum Schichtwechsel erschien und die Lage als Erstes erkannte. Die Ursachen für das Versagen der automatisierten Sicherheitssysteme werden zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts weiterhin untersucht.
Personal, das im Verlauf des Vorfalls durch fahrlässiges oder unangemessenes Verhalten die Sicherheit sowie die Geheimhaltung des Standortes gefährdet hat, wurde disziplinarisch belangt. Die Maßnahmen umfassten Verweise, Degradierungen und in schweren Fällen Kündigungen. Standortinterne Feiern wurden bis auf Weiteres vollständig untersagt.
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Vorläufige Abschlussstatistik zu Vorfall SCP-331-DE-V1
- Verlorenes Personal: 21 (Personen, die dauerhaft transformiert wurden)
- Todesfälle: 2
- Verlorene SCP-Objekte: 1
- Sach- und Geräteschaden (geschätzt): 31.000 €
- Einsatz von Amnestika: ca. 350 Personen (zivil und Foundation)
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Dieser Vorfallbericht wurde allen Mitarbeitern zugänglich gemacht, um als Mahnung zu dienen. Er verdeutlicht, dass auch scheinbar geringfügige oder kulturell harmlose Anomalien ein erhebliches Gefahrenpotenzial aufweisen können. Ich fordere daher alle Mitarbeiter nachdrücklich auf, sämtliche Sicherheitsrichtlinien strikt einzuhalten und die Risiken ihrer Arbeit nicht zu unterschätzen. Solange ein Objekt nicht vollständig erforscht ist, stellt es eine potenzielle Bedrohung dar.
Ende des Berichts
Standortleiter
Dr. ███████
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Verteiler:
- Zentralarchiv
- O4-Rat
- O5-Rat
- Verwaltungsabteilung
- Human Resources

