ANMERKUNG DER ADMINISTRATIONS- UND INFORMATIONSSICHERHEITSABTIELUNG
Die in den Sicherheitsmaßnahmen und der Beschreibung zugrunde liegenden Informationen sind veraltet und wurden für eine Überarbeitung markiert.
— Maria Jones, Direktorin, RAISA
Objekt-Nr.: SCP-307-DE
Klassifizierung: Euclid Continua1
Sicherheitsmaßnahmen: SCP-307-DE muss in einer den Standards entsprechenden Eindämmungszelle mit den Maßen 4 m x 4 m x 6 m in Standort-DE4 aufbewahrt werden. Für Tests befindet sich ein ordinäres Bett in der Zelle.
Beschreibung: SCP-307-DE bezeichnet einen handelsüblich erscheinenden, 1 m x 1 m x 2 m messenden Schrank aus Wengeholz. Das Objekt weist zwei Türen auf, die dem Bediener Zugriff auf das Innenleben geben, welches sich aus zwei Abteilen zusammensetzt. Links fünf Ablagen für Kleidungsstücke und rechts ein bis auf eine Kleiderstange leerer Raum. Anomale Eigenschaften des Objekts werden erst nachts erkenntlich, wo im selben Raum schlafende Personen starke Angstzustände in Bezug auf den Inhalt von SCP-307-DE durchleben. Durch Tests mit ferngesteuerten Greifarmen konnte außerdem herausgefunden werden, dass das Objekt nachts nicht geöffnet werden kann. Von Sonnenaufgang bis -untergang kann SCP-307-DE wie ein gewöhnlicher Kleiderschrank verwendet und geöffnet werden. Es ist bisher nicht bekannt, was für die anomalen Eigenschaften von SCP-307-DE verantwortlich ist. Längeres Aussetzen gegenüber dem Objekt resultiert in Schlaflosigkeit und durch Herzinfarkt schließlich im Tod.
Entdeckung: SCP-307-DE wurde in einer Residenz in █████████ entdeckt, deren Einwohner2 sich über nächtliche Klopfgeräusche im Kinderzimmer beschwerten. Ferner vermissten sie ihren 16-jährigen Sohn, den die örtlichen Behörden jedoch nicht finden konnten. Passanten, die des Nachts in Sichtweite des Hauses unterwegs waren, konnten von draußen das Licht flackern und mehrere Handabdrücke sich auf den Fenstern formen sehen. Laut den Eltern waren sie unfähig, das Zimmer in der Nacht zu betreten. Nachdem schließlich berichtet wurde, dass ein Zivilist den Sohn im Zimmer sah, wie letzterer ihn mit einem verhängnisvollen Grinsen durch das Fenster anstarrte, besuchte Agent Freud unter der falschen Identität eines Polizisten die Familie und platzierte ohne deren Wissen Kameras im Kinderzimmer, welche in der darauf folgenden Nacht jedoch nichts Ungewöhnliches aufzeichneten. Letztlich entschloss sich der Vater, in dem Kinderzimmer zu übernachten, wo sich die Effekte von SCP-307-DE auf ihn auswirkten. Nachdem der Vater Agent Freud darüber in Kenntnis setzte, beantragte letzterer zwei weitere Agenten zum Sicherstellen des Objekts und Behandlung der Eltern mit Klasse-A-Amnesika.
Vorfall-307-DE-01: Bei einem Eindämmungsbruch von SCP-███-DE kam es zu einem großflächigen Brand, welcher die Zelle von SCP-307-DE einnahm und es neutralisierte, bevor das Sicherheitspersonal die Flammen löschen konnte. Auf den verbrannten Überresten befand sich ein unbeschädigtes Quija-Brett, was auf eine Spektralentität hinweisen könnte. Rechts daneben lag die verbrannte Leiche eines Kindes, das sich nach anschließenden Untersuchungen als das der Familie Rut herausstellte.
Vorfall-307-DE-02: Als Agent Freud einen Tag nach dem oben beschriebenen Vorfall unfähig war, nachts sein Bett in seiner Schlafkammer in Standort-DE4 zu betreten, wollte er sich bei seinem Vorgesetzten melden. Jedoch konnte er nach eigenen Aussagen die Tür nicht öffnen. Am nächsten Tag erschien Agent Freud nicht an seinem Arbeitsplatz und Sicherheitspersonal fand ihn in der Fötusposition in seiner Schlafkammer kauern. Während einer psychischen Evaluierung berichtete er über die Geschehnisse.
Interview von Agent Freud
Anwesende Parteien:
- Dr. von Stein3
- Agent Freud
Dr. von Stein: Guten Tag Herr Freud. Ich bin hier, um Ihnen bei der Verarbeitung Ihrer gestrigen Erlebnisse zu helfen. Meine Vorgesetzten wiesen mich an, unser Gespräch aufzuzeichnen. Ist das für Sie in Ordnung?
Agent Freud: Mir egal.
Dr. von Stein: Dann beginnen wir. Können Sie mir berichten, was letzte Nacht passiert ist?
Agent Freud: Ich … ich kann es versuchen.
Einige Minuten vergehen, ehe Agent Freud antwortet.
Agent Freud: Ich wollte eigentlich nur ins Bett gehen und pennen, aber plötzlich war da diese Angst. Mein ganzes Denken drehte sich nur noch darum, was sich unter meinem Bett befand.
Dr. von Stein: Konnten Sie sich überwinden, unter das Bett zu blicken?
Agent Freud: Nein, ich war wie gelähmt. Wie in einer dieser Schlafparalysen, nur stand ich aufrecht. Außerdem erschien alles unterhalb und um meinem Bett herum viel dunkler als sonst. Dann kam diese verfluchte Stimme.
Dr. von Stein: Jemand hat mit Ihnen gesprochen?
Agent Freud: Ja, es war zuerst so ein kindliches Wimmern, dann richtige Worte. Es rief, dass ich schuldig sei und es nach Hause wolle.
Dr. von Stein: Können Sie sich einen Reim daraus machen?
Agent Freud: Gestern genauso wenig wie heute. Und ich denke auch nicht gerne darüber nach. Das Etwas schien zu verstehen, dass ich ihm nicht folgen konnte. Also packte es mein Handgelenk und zog mich unter das Bett, woraufhin ich für einige Minuten nichts sah.
Dr. von Stein: Was sahen Sie danach?
Agent Freud: Um mich bildeten sich Wände und schließlich saß ich in einem Schlafzimmer. Als ich aufstehen wollte, wurde ich abrupt nach hinten gezogen und sah einen Jungen. Er hatte Handschellen in der Hand, von denen eine Seite um meinen Hals geschnallt war. Ein paar weitere Minuten später öffnete sich die Tür von dem Zimmer und der Vater von dem Jungen, den wir auf dem Aschenhaufen fanden, trat herein. Diesen Mistkerl werde ich noch lange in Erinnerung behalten.
Dr. von Stein: Definieren Sie "Mistkerl". Was hat er Ihnen angetan?
Agent Freud: Gott bewahre, hätte er mir etwas angetan, wäre ich wahrscheinlich noch nicht bereit für dieses Gespräch. Er ging zum Bett des Jungen, der genauso aussah, wie der, der mich an der Kette hatte, nahm ihn und ging hinaus. Dann - ich nenn' den jetzt mal "Geist", damit wir sie unterscheiden können - zog mich der Geist an der Kette hinterher. Wir fanden uns dann in einem größeren Badezimmer wieder, wo der Vater …
Dr. von Stein: Sie müssen es nicht erwähnen, wenn es Ihnen zurzeit noch zu schwer fällt.
Agent Freud: Nun, ich habe die Augen erst wieder öffnen können, als der seinen Gürtel wieder anzog.
Dr. von Stein: Verstehe. Denken Sie, dass er deswegen zu solch drastischen Mitteln für einen Rachefeldzug gegriffen hat?
Agent Freud: Das wäre möglich.
Schlusswort: Agent Freuds Bett wurde verbrannt, was darin resultierte, dass die beschriebenen Ereignisse bei dem Bett in einem Zimmer, das näher am Ausgang lag, auftraten. Alle Möbel wurden in eine neue brandsichere Eindämmungszelle verlegt. Ohne konkrete Beweise konnten die erwähnten Eltern nicht rechtlich belangt werden.

