SCP-2957
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Objekt Nr.: SCP-2957

Klassifizierung: Sicher

Sicherheitsmaßnahmen: SCP-2957 wird an seinem Fundort in einem halböffentlichen Park aufbewahrt. Der Park ist tagsüber öffentlich zugänglich, wird jedoch mit Eintreten der Dämmerung unter dem Vorwand abendlicher Wartungs- und Reinigungsarbeiten geschlossen. Der Sicherheitsdienst des Parks wird von der Foundation betrieben, unter dem Vorwand gegen Vandalismus und Drogenkonsum vorzugehen. In der Nähe des Parks liegt ein Sicherheitsbüro, in welchem sich Unterkünfte und ein Lager befinden.

Derzeit sind dem Park zwei Agenten der Stufe 3 zugeteilt, welche in sechs-Stunden-Schichten im Park patrouillieren. In einem Schuppen auf dem Gelände befinden sich Utensilien und Lagerraum, sowie ein Vorrat an Material zum Tausch mit SCP-2957-1.

An Standort-DE4 befinden sich im Umgang mit SCP-2957-1 ausgebildete Mitarbeiter auf Abruf. Die Kontaktpersonen für SCP-2957-1 sind alle sechs Monate zu wechseln. Falls nötig kann zusätzliches Personal angefordert werden.

Sämtliche Instanzen von SCP-2957-2 sind vorsichtig zu beschriften, und zur weiteren Analyse und Aufbewahrung nach Standort-DE4 zu transportieren.

Beschreibung: SCP-2957 ist eine silbrige Marmorstatue von 60 cm Größe. Ihre äußere Erscheinung ähnelt stark antiken „Nachtwächter”-Gartenzwergen, mit dem Unterschied das hier polierte Fragmente aus Mondstein in Augen und Fingernägel der Figur eingesetzt wurden.

Die anomalen Effekte von SCP-2957 treten ein, wenn es direkt vom Licht eines Viertelmonds beschienen wird1. Ungefähr sieben Minuten nachdem es dem Mondlicht ausgesetzt wurde, verschwindet SCP-2957 und eine Instanz von SCP-2957-1 erscheint an Stelle der Statue.

SCP-2957-1 sind kleine humanoide Kreaturen mit einer Körpergröße von 40 bis 60 cm, einem hüftlangen silbernen Bart und sehr heller (beinahe weißer) bläulicher Haut. Instanzen von SCP-2957-1 sind dünn und scheinen fragil, ähnlich betagten Menschen, und stehen leicht vorgebeugt. Die großen runden Augen von Instanzen von SCP-2957-1 sind absolut schwarz. Reflektieren die Augen jedoch das Mondlicht, gibt die Sklera des Auges ein leichtes gelbes Leuchten von sich.

Alle beobachteten Instanzen von SCP-2957-1 manifestierten mit der gleichen, silbern besetzten dunkelblauen Robe, und einem hohen konischen, mit, den in SCP-2957 eingebetteten ähnelnden, Mondsteinfragmenten, verzierten Hut. Trotz des zerbrechlich wirkenden Äußeren von SCP-2957-1 lässt ihr Verhalten darauf schließen, dass sie bei guter Gesundheit sind.

Nach ihrer Manifestation sprechen Individuen von SCP-2957-1 das nächstliegende Lebewesen an2, und fragen, ob das Lebewesen daran interessiert ist, „einen ausgewählten Stein mit dem Flüstern des Mondes zu erfüllen”. Wird ihm ein Stein3 von nicht mehr als 17 cm Größe übergeben, verlangt SCP-2957-1 eine Bezahlung für seine Arbeit, üblicherweise in Form von Nahrung, Baumaterial und anderen nicht-Luxusgütern. Wird die geforderte Bezahlung binnen 50 Minuten4 überreicht, beginnt die Instanz von SCP-2957-1 mit einem komplizierten Ritual welches verschiedene Gesten und unverständliche Phrasen beinhaltet, um dem Stein einen einfachen anomalen Effekt zu verleihen. Die Steine die durch SCP-2957-1 einen anomalen Effekt erhalten haben werden als SCP-2957-2 klassifiziert. Es folgt eine Liste einiger Tauschgeschäfte zwischen der Foundation und SCP-2957-1:

Name, Erscheinung Dargebrachter Stein → Veränderung Geforderte Bezahlung Gelieferte Bezahlung
Schiefer5, 45 cm groß, leicht dunklere Haut, die Mondsteine auf seinem Hut bilden einen eingekreisten Punkt. Ein 10 cm großes flaches Stück Schiefer → Kann als Spiegel genutzt werden; das Spiegelbild ist von exzellenter Klarheit. „So viel grüner Seetang wie ich tragen kann.” Eine große Menge getrocknete Seetang-Blätter. SCP-2957-1 inspiziert die Blätter und nimmt etwa 23 kg.
Bimsstein, 49 cm groß, fahle Haut, die Mondsteine auf seinem Hut bilden ein umgedrehtes Dreieck. Ein 6 cm langes, klares Kalzit-Prisma → Wird es in den Boden gesteckt, beginnt es, ähnlich dem Mondlicht, für 3 Stunden zu leuchten. „Wir bedürfen neuen Werkzeugs für die Arbeit, bringt uns das stärkste aller Metalle, so wir daraus feinstes Werkzeug machen mögen.” 20 kg Tiegelgussstahl, 20 kg modern hergestellter Stahl. SCP-2957-1 weist den modernen Stahl zurück und nimmt dem Tiegelgussstahl.
Kohle, 55 cm groß, extrem fahle Haut mit leichtem Blauton, ein einzelner Mondstein am Hut, Der Bart ist deutlich kürzer als bei anderen Instanzen von SCP-2957-1 Ein 8 cm großer unregelmäßig geformter Mondstein → Wird dieser sichtbarem Licht ausgesetzt, gibt der den Duft von Cestrum nocturnum6 an die Umgebung ab. „Das beste Leder das ihr finden könnt, soviel in meine Tasche passt.” 10 kg Vollleder. SCP-2957-1 nahm etwa 7 kg davon.
Marmor, 60 cm groß, bleiche Haut, ein Ton dunkler als die von „Bimsstein”, 3 vertikal angeordnete Mondsteine auf dem Hut, der Bart deutlich dunkler als bei anderen Instanzen von SCP-2957-1, erscheint auch deutlich zierlicher. Ein runder Mondstein von 7 cm Durchmesser → Wirkt sofort schmerzlindernd bei Hautkontakt. Kann bei geringen Langzeitbehandlungen als Analgetikum eingesetzt werden. „Etwas warmes für mein Haupt, aber kleiner als mein Kopf.” Sieben kleine königsblaue Strickmützen aus Wolle. SCP-2957-1 scheint mit der Anzahl und Farbe sichtlich zufrieden zu sein.

Nachtrag 2957-1: Bisweilen erscheinen Instanzen von SCP-2957-1 während eines Neumonds. Hier erscheinende Instanzen wirken angespannt und nervös. Am ██.██.████ erschien eine der Foundation bekannte Instanz von SCP-2957-1. Agent Grauer, der damals zugeteilte Kontakt für SCP-2957-1 Instanzen, konnte eine kurze Befragung durchführen.

Anmerkung: Das folgende Gespräch fand auf Deutsch statt. Die im englischsprachigen Original dieses Dokuments hervorgehobenen Abschnitte sind hier kursiv dargestellt.

Agent Grauer: Ich muss anmerken, dass es ungewöhnlich ist, sich zu dieser Mondphase zu treffen.

Bimsstein: Verzeihung. Aber die Gezeiten sind unruhig, und der Mond ist in dieser dunklen Nacht ruhelos. Seine dunkleren Diener bevorzugen solche Zeiten.

Agent Grauer: Seid ihr nicht die Diener des Monds?

Bimsstein: Der Mond ist stark, das wohl, aber er gehört uns nicht allein. Es ist so, Heinzelmännchen7 kommen über die Runden, aber es ist nicht einfach; und die Jahrzehnte verbessern das nicht unbedingt. Ja, wir kommen klar, aber mit jedem Mondkreislauf gibt es weniger Steine die sprechen, und mit jedem Tag weniger Orte, an die wir gehen können.

Agent Grauer: Tut mir Leid, das zu hören. Gibt es sonst niemanden, der mit euch Handel treibt?

Bimsstein: Wir verlassen uns meist einzig und allein auf uns selbst. Hie und da bitten wir um etwas Milch, aber die Zeiten vergehen, und die Schatten werden länger. Die Kobolde mögen den Aberglauben, und es gibt mehr Schrecken und Bestrafungen, die sie … nein. Vergiss, dass ich etwas gesagt habe.

Agent Grauer: Kobolde sagst du?

Bimsstein: Die von uns, die ohne Tausch nehmen. Wir haben ihren Raubzügen standgehalten. Du wirst nicht der Nächste sein, dem sie etwas nehmen.

Agent Grauer: Sollte ich auf der Hut sein? Könnte ich auf einen von ihnen treffen?

Bimsstein: [zurückhaltend] Vielleicht, ja. Sei auf der Hut. Wenn du je einen von uns erblickst, dessen Augen so dunkel wie die mondlose Nacht sind, der so leblos wie die Windstille ist und dessen Haut so klar wie Wasser im Sturm, dann wende dich ab.

Agent Grauer: „Einen von uns”? Also sind sie…?

Bimsstein: Sie sind diejenigen von uns, die des Mondes oberster Pflicht entsagt haben. Die sich abgewandt haben und seine leitenden Worte für ihre eigenen Intrigen missbrauchen. Ein schiefgegangener Wunsch.

Agent Grauer: Warum lehnen sie die oberste Pflicht ab?

Bimsstein: Die Güte der Natur unterliegt der Führung des Mondes, und der Mond kann nicht leiten, was er nicht sieht. Aber obwohl wir seine Worte hören müssen, möchten manche nicht zuhören. Lass uns nicht mehr von ihnen sprechen.

Agent Grauer: Ich entschuldige mich dafür, diese Erinnerung hervorgeholt zu haben. Sprechen wir über deine Entlohnung.

Bimsstein: Nein, mein Freund. Du hast zugehört, das ist Lohn genug. Sieh es als volle Bezahlung an. Wir sind immer froh, mit euch Geschäfte machen zu dürfen. Beim Licht des Mondgesteins, wir sind froh, dass Leute wie du einen unserer sprechenden Steine gefunden haben.

Nachforschungen bezüglich der von SCP-2957-1 erwähnten „Kobolde” und der Existenz weiterer Instanzen von SCP-2957 sind im Gange. Weitere Manifestationen von SCP-2957-1 haben es abgelehnt, über ihre Kultur und Geschichte zu berichten, sind Personal der Foundation gegenüber aber weiterhin freundlich.

Nachtrag 2957-2: Seit dem ██.██.████ gelten, aufgrund wiederholter anomaler Aktivität in dem Wuppertaler Park in welchem sich die Statue befindet, erhöhte Sicherheitsbestimmungen für das SCP-2957 zugeteilte Personal der Foundation. Überwachungsaufnahmen zeigen wie das Wasser eines Springbrunnens rot wird, einzelne Steine aus soliden Wänden entfernt werden, und Haufen toter Insekten vor der Tür des Schuppens, in welchem Gegenstände zum Tausch mit SCP-2957-1 aufbewahrt werden.

Jüngste Manifestationen von SCP-2957-1 weigern sich nach wie vor diese Ereignisse zu kommentieren, und warnen das Personal der Foundation „von ihnen zu sprechen ist sie zu rufen”.

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