SCP-2700
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Objekt-Nr.: SCP-2700

Klassifizierung: Sicher

Sicherheitsmaßnahmen: SCP-2700 wird in Sicherheitsbunker-███ gelagert. Nur Personal mit der Sicherheitsfreigabe 4/2700 ist der Zugang zum Bunker gestattet. SCP-2700 befindet sich in einem 10 m X 5 m X 10 m Betongewölbe und darf unter keinen Umständen transportiert oder in irgendeiner Form verändert werden.

Beschreibung: SCP-2700 ist ein komplexes mechanisches Gerät von dem angenommen wird, dass es eine ausgeklügelte gerichtete Energiewaffe darstellt, welche vom serbischen Physiker und Erfinder Nikola Tesla entwickelt wurde. Das Gerät wurde 1946 entdeckt und aus einer ausgedienten aber stark gesicherten Forschungseinrichtung geborgen, die von Tesla 1934 für [ZENSIERT] benutzt wurde.

SCP-2700 besteht aus drei Komponenten, der Benutzeroberfläche (SCP-2700-1), dem Beschleuniger (SCP-2700-2) und dem Kern (SCP-2700-3).

SCP-2700-1 ist eine stählerne Steuerkonsole mit einer QWERTY-Tastatur, einem 23 cm x 23 cm Anzeigebildschirm und einer Anzahl an Knöpfen, Schaltern und Hebeln. SCP-2700-1 ist mit SCP-2700-2 und SCP-2700-3 über ein Netzwerk aus Kupferdrähten verbunden. Der Bildschirm zeigt ein kommandozeilenbasierendes Betriebssystem, dessen Ein- und Ausgaben als grüner Blocktext angegeben werden. Die Natur von SCP-2700-1's Betriebssystem wird noch immer untersucht.

Von SCP-2700-2 wird angenommen, dass es sich dabei um einen linearen Teilchenbeschleuniger handelt, der sich in einer mit Blei ausgekleideten Zylinderkammer aus Wolfram befindet. Das Gerät enthält alle Komponenten die für einen modernen Teilchenbeschleuniger benötigt werden, auch wenn es wesentlich kleiner ist (7,35 Meter lang) als ein solches Gerät sein müsste. Bitte ziehen sie für die vollständigen Informationen über die individuellen Komponenten des Beschleunigers Dokument-SCP-2700-2 zurate.

SCP-2700-3, in Teslas Bauplänen als der "Kern" bezeichnet, ist eine mit Blei ausgekleidete Wolframkonstruktion die einen Apparat mit im Moment unbekannter Funktion enthält. Der Apparat, sichtbar durch ein Ansichtsfenster aus Quarzglas, besteht aus einem kugelförmigen Gerüst das aus einer nichtidentifizierten Substanz besteht. Dieses Gerüst hat einen Durchmesser von 10 cm und hält in sich eine durchscheinende Kugel in der Schwebe, deren Zusammensetzung unbekannt bleibt. Teslas Notizen nach wird in dem Raum der Kugel ein perfektes Vakuum aufrechterhalten. In dem Gerüst befindet sich ein kontinuierlicher Strom aus Plasma, das auf unbekanntem Wege erzeugt und aufrechterhalten wird.

Die verfügbaren Informationen lassen darauf schließen, dass in SCP-2700-3 generierte Partikel in SCP-2700-2 eingebracht und dann wie von einem solchen Gerät zu erwarten beschleunigt würden. Energiereiche Partikel würden dann vom Ende von SCP-2700-2 auf das vorgesehene Ziel abgegeben werden. Wie das Gerät mit Energie versorgt wird und welcher Natur die von SCP-2700-3 produzierten Partikel sind ist bisher unklar.


Achtung, Freigabe-4/2700-Personal: Die Tatsache dass sie diesen Text lesen können verifiziert ihre Sicherheitsfreigabe und Zugriff auf die folgenden Aufzeichnungen. Bitte fahren zu Dokument-SCP-2700-DE fort. Personal unter Stufe 4 kann durch Provision Ω-R5 der Notfallzugriff auf dieses Dokument gewährt werden.


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SCP-2700-Omega.

Objekt-Nr.: SCP-2700

Klassifizierung: Keter

Sicherheitsmaßnahmen: Das obige gefälschte Dokument ist für sämtliches Personal ohne die Freigabe 4/2700 zugänglich zu machen.

SCP-2700's Eindämmungskammer befindet sich 180 Meter unter dem Eingang zu Sicherheitsbunker-███. Die Kammer ist gegen seismische Aktivitäten zu isolieren und durch drei Stahltüren zu sichern. Der Zutritt zur Kammer ist außer zur halbstündigen Inspektion verboten, außer es besteht die Gefahr eines sich anbahnenden Eindämmungsversagens welche Eventualfallprozeduren erfordert. Sämtliches Personal ist mit Batrachotoxinhalsbändern auszustatten, welche für jedwedes Abweichen vom Protokoll zu aktivieren sind.

SCP-2700 ist durchgängig zu überwachen und alle Daten zum Zustand von SCP-2700-Omega sind halbstündig zu aktualisieren. Personal das mit dem Zugriff auf SCP-2700-1's Betriebssystem beauftragt wurde muss sich an eine Reihe an Richtlinien halten die in Dokument-SCP-2700-1 aufgeführt sind. Es darf keine direkte Interaktion mit SCP-2700-3 stattfinden, außer wenn eine einstimmige Genehmigung des O5-Rates vorliegt. Die Abweichung von diesem Protokoll hat die sofortige Terminierung zur Folge. Jede Veränderung von SCP-2700-Omegas Zustand muss sofort gemeldet werden, da derartige Aktivität in einem YK-Klasse-Ereignis münden könnte.
Personal das mit der Eindämmung von SCP-2700 betraut ist hat sämtliche verfügbare Dokumentation zu seinem Ursprung und seiner Funktion zu untersuchen. Das Primärziel der Eindämmung des Artefakts ist seine Deaktivierung bevor ein YK-Klasse-Ereignis eintreten kann. Aufgrund des katastrophalen Ausmaßes das ein mögliches Eindämmungsversagen von SCP-2700 darstellt, kann Statut-30-A von Personal mit der Freigabe 5/2700 ausgesetzt werden. Vorschläge für die Kreuzneutralisierung von SCP-2700 unter Nutzung anderer SCP-Objekte (Keter-Klasse-Objekte miteingeschlossen) können dem O5-Rat zur Evaluierung vorgelegt werden.

Im Falle eines unmittelbar bevorstehenden Eindämmungsversagens ist SCP-2700-3 mit dem momentan zugelassenen Kreuzneutralisierungs-SCP-Objekt unschädlich zu machen.

Beschreibung: SCP-2700 ist ein Gerät das ursprünglich von Nikola Tesla konstruiert wurde. Es sollte als gerichtete Energiewaffe dienen. Untersuchungen des Artefakts während seiner Verwahrung durch die Foundation haben allerdings ergeben, dass SCP-2700 eine andere und wesentlich gefährlichere Funktion besitzt als ursprünglich geplant.

SCP-2700-1 und SCP-2700-2 sind zwar in ihrer Gänze im obigen Dokument beschrieben, SCP-2700-3 allerdings nicht. Bei der lumineszierenden Anomalie die sich im Zentrum von SCP-2700-3 befindet handelt es sich nicht wie vorher beschrieben um Plasma, sondern um ein eigenständiges Energiephänomen das als SCP-2700-Omega bezeichnet wird. SCP-2700-Omega verhält sich im Bezug auf Entropie invers. Der Energiezustand in seinem Inneren bewegt sich konstant vom thermischen Gleichgewicht weg zur thermischen Singularität, von unorganisiert zu organisiert. Anders ausgedrückt bewegt sich der Energiefluss von der maximalen Entropie weg zu minimalen Enthropie, also genau umgekehrt zum Standard der im Rest des Universums vorliegt. Dadurch wird auch der vorherrschende Zeitfluss umgekehrt. Im Moment sind die nichtidentifizierten Materialien die die Region umgeben (das Gerüst und die durchsichtige Kugel) vom Effekt von SCP-2700-Omega unberührt. Dies scheint der einzige Faktor zu sein, der einen Ausbruch des Phänomens verhindert.

Wenn SCP-2700-Omega aus dem Inneren von SCP-2700-3 austritt, würde eine unaufhaltsame Kettenreaktion in Gang gesetzt, durch die das restliche Universum in den umgekehrten Entropiezustand versetzt wird. Das Endresultat dieses Szenarios währe ein YK-Klasse-Entropieauslöschungsereignis, durch welches das Universum auf eine Singularität mit unendlicher Energie reduziert wird (mutmaßlich ein umgekehrter Urknall).

SCP-2700-1 indiziert, dass das Gerät im Moment scharf und darauf eingestellt ist sich im Jahre 2234 (exakt dreihundert Jahre nach seiner ursprünglichen Bestückung) zu aktivieren. Da dies einen inhärenten Eindämmungsbruch von SCP-2700-Omega auslösen würde, müssen die bestehenden Eindämmungsprotokolle vor dem angegebenen Datum vollständig in Kraft getreten sein um ein YK-Klasse-Ereignis zu verhindern.

Anhang [2700-001]: Das folgende ist ein Exzerpt aus den persönlichen Aufzeichnungen von Tesla, geschrieben 1934.

Es steht vor mir, komplett und unaufhaltsam in Richtung des Nexus meiner Versehen und Fehler herunterzählend.

Vor nur einem Monat wurde ich von einem Mann angesprochen den ich noch nie zuvor gesehen hatte. Er… war die zufriedenste Person die ich je gesehen hatte. Seine Augen fühlten sich wie ein Fenster zur Gelassenheit an. Er sagte, er suche nach dem neugierigsten Geist auf der Welt und ich besaß ihn. Offenbar war mein Verstand unschwer von den Milliarden anderen auf der Welt zu unterscheiden, nicht dass mich das überrascht hätte. Ich wusste sofort, dass er nicht… von hier war und ich fühlte mich verlegen wegen dieser Welt-meiner Welt. Es war erniedrigend für mich. Ich glaube, er wusste was in mir vorging.

Während der kurzen Perioden in denen ich nicht in meine Arbeit vertieft war, erhaschte ich Blicke auf das was anderswo vor sich ging. Ich scherte mich nie um das was ich sah. Die Welt ist zu kaputt um sich selbst zu versorgen und reagiert darauf wie ein hungriges Tier. Sie ist wütend, Krieg bahnt sich an. Ich kann nur hoffen, dass in diesem Konflikt die Natur ihren Lauf nimmt und die herumlungernden Verkommenen unserer Spezies ausgelöscht werden. Es liegt an den Verkommenen, dass Krieg ausbricht und Krieg ist das Einzige das die Zivilisation von ihnen reinigen kann. Das ist der Weg jedes Systems, wenn die… unnötigen Bestandteile eine kritische Masse annehmen sorgt Chaos für die Zerstörung die die Dinge wieder zurück ins Gleichgewicht bringt.

Aber sein Lächeln schien einfach durch den Malstrom aus Ekel und Unzulänglichkeit in meinem Kopf hindurch zu schneiden.

Dann kam die Wahrheit. Er suchte nach den einfallsreichsten Köpfen aus jedem der anderen Universen. Er war wegen meinem mangelnden Erstaunen gegenüber der Phrase "andere Universen" überrascht. ich fragte ihn, wie viele es gäbe und er sagte er wüsste es nicht. Zusätzlich zu meinem und seinem hätte er nur fünf andere gefunden die kohärent waren und Leben unterstützen konnten. Ich war nur darüber erstaunt, dass nur sieben gefunden worden waren. Das brachte ihn zum Lachen, sagte ich sähe für ihn vielversprechend aus. Ich fragte ihn was er von mir wollte.

"Das letzte Geheimnis der Wissenschaft zu ergründen."

Über die nächsten vierundzwanzig Stunden breiteten wir uns auf die Abreise vor. Ich fragte den Reisenden, ob ich mein Projekt mitnehmen dürfte damit seine Leute es sich ansehen könnten, woraufhin er antwortete dass das kein Problem sei. Die Telekraft war auf substantielle Hindernisse gestoßen, ich hatte keine Möglichkeit eine Energiequelle zu entwickeln die für sie ausreichend gewesen wäre. Ich sagte ihm nicht was es war. Ich sagte nur es sei ein Beschleuniger, keine Waffe. Ich wollte nicht, dass er im Nachhinein meine Motivation anzweifelte. Ich dachte wenn ich sie in seinem Universum vollenden könnte, wäre es mir möglich sie zurückbringen und dann selbst das… Gleichgewichtsproblem zu lösen.

Wir reisten am frühen Morgen ab. Ich gebe zu, die Existenz eines anderen Universums schockte mich nicht sonderlich aber die Prämisse tatsächlich in eines zu reisen war faszinierend. Der Reisende packte meinen Arm und stellte irgendwas ein das an seinem Handgelenk befestigt war. Es sah aus wie eine simple Armbanduhr aber ich konnte es mir nur kurz ansehen. Es gab einen heftigen Blitz und alles wurde schwarz. Ich dachte kurz ich sei erblindet, dann spürte ich den fürchterlichen freien Fall. Mit unfassbarer Geschwindigkeit durch die unendliche Dunkelheit stürzend, ich hatte in meinem ganzen Leben noch nie so viel Angst gehabt. Aber zur selben Zeit erfuhr ich Erstaunen und Erwartung die ich bisher nie gekannt hatte. Dann, ganz plötzlich, hörte alles auf. Ich öffnete meine Augen und sah… Worte können dem nicht Genüge tun. Besser gesagt, unsere Worte können dem nicht Genüge tun. So wie ich auch den Namen des Reisenden nicht in diesen Buchstaben schreiben und mit dem Ergebnis zufrieden sein kann, so kann ich auch nicht die transzendente Schönheit seiner Heimatwelt wiedergeben. Es war eine Welt mit einem Puls, einem Leben das ich ertasten konnte und an diesem Punkt fühlte ich die Ungeheuerlichkeit der leeren und primitiven Natur meiner Welt über mich hineinbrechen. Ich weinte, nicht wegen der Schönheit seiner Welt, sondern wegen der Minderwertigkeit meiner Welt.

Ich bin erleichtert, dass er nie den wahren Grund meiner Tränen erkannte.

Ich wurde in eine Stadt gebracht. Erneut, ich benutze das Wort "Stadt" als nichts anderes als das beste Analogon. Dort stellte mir der Reisende seine Familie und viele seiner Leute vor. Das Gefühl der Zufriedenheit, das er mir bei unserer ersten Begegnung gegeben hatte, umringte mich nun von allen Seiten. Mein Schamgefühl vertiefte sich nur. Diese Welt war nicht nur besser, sie war das der Perfektion am nächsten kommende Ding das ich mir vorstellen konnte. Sie waren nicht grundlos fröhlich aber sie tolerierten keinen idiotischen und trivialen Schwachsinn über den sich die Leute hier Sorgen machen.

Dann traf ich die Anderen, einen von jedem Universum, wie mir der Reisende erklärte (er selbst war der Repräsentant seines eigen Universums). Ich werde über ihre Erscheinung nicht ins Detail gehen, das ist unwichtige und ephemere Information die nichts über ihren großen Intellekt und Einfallsreichtum aussagt. Ich verbrachte wenigstens… einen Tag damit nur mit ihnen zu reden. Ich hatte während meines Besuchs meine Taschenuhr dabei. Sie war die einzige Sache die mir die Uhrzeit der Erde verriet während ich dort war. Sie haben natürlich ihre eigene Form der Zeit, aber es war einfacher für mich unsere zu benutzen.

Ich genoss die Zeit die ich damit verbrachte mich mit ihnen zu unterhalten in vollen Zügen. Wir redeten über Dinge die hier als "Wissenschaft" zu bezeichnen ich niemals wagen würde, die aber für die Anderen nicht merkwürdiger waren als die Schwerkraft.

Der Reisende erklärte uns, was das große Projekt war für das er uns versammelt hatte. Wir sollten einen Generator bauen der unbegrenzt Energie liefern konnte. Das löste in mir nicht nur angemessen unendliche Faszination aus, ich erkannte auch dass er genau das war was die Telekraft brauchte. Natürlich meldete ich mich freiwillig dafür, mein Gerät als Testobjekt für den Generator zu benutzen sobald er fertiggestellt war, nur um zu sehen ob er funktioniert. Zu meiner Freude akzeptierten sie diesen Vorschlag und wir machten uns an die Arbeit.

Über die nächsten paar wie im Flug vergehenden Wochen stellten wir unsere Daten zusammen und zum Schluss war ich es der die Lösung fand. Die Eigenschaften zwei verschiedener Substanzen, jede aus einem anderen Universum, sollten bei Interaktion miteinander die Reaktion auslösen die unendliche Energie produzieren würde. Beide Proben stammten aus Universen die für unsere Form des Lebens nicht geeignet waren. Ihre subatomare Natur widersprach nicht nur der Welt aus der ich stammte, sondern sogar der der jeweils anderen. Es war allein der mir von den Anderen zur Verfügung gestellten "kausalen Membran" zu verdanken, dass die Proben hier weiterhin existieren konnten. Ich war mir sicher, dass diese paradoxe Interaktion der Schlüssel war.

Ich grübelte nächtelang über den Aufzeichnungen und versuchte die Entwürfe zu vollenden. Dann kam einer der Anderen und bot mir seine Hilfe an. Ich nenne ihn den "Beobachter". Das ist was er tat, er schaute mir die ganze Zeit zu, warum weiß ich nicht. Er behauptete dass ich einfach nur "interessant" war. Definitiv beunruhigend, aber ich kann von mir behaupten oft dasselbe Gefühl zu haben. Er schaute auf meine Notizen und zeigte auf etwas das ich übersehen hatte, einen simplen Fehler der von mir nicht erkannt worden war. Damit waren meine Berechnungen komplett und wir waren endlich bereit dafür den Test zu beginnen. Ich war euphorisch.

Der Tag kam und der Reisende lud zusammen mit mir den Kern zur Erstprüfung in die Telekraft. Zuerst lief alles wie vorhergesagt, aber als wir eine Stunde später eine Inspektion vornahmen, bemerkte einer der Anderen etwas Merkwürdiges. Die Energiemenge im Kern schien sich zu verringern, das machte überhaupt keinen Sinn.

Dann kam die schreckliche Erkenntnis. Sie verringerte sich nicht, sondern verdichtete sich bis ins Unendliche. Der Kern drehte den Entropiefluss um. Keinem der Anderen entging die gewaltige Gefahr die von dieser Problematik ausging. Wenn wir die Reaktion nicht neutralisieren konnten, würde sie den Entropiefluss im gesamten Universum durcheinanderbringen. Es würde die Zeit umkehren bis der Beginn der Existenz wieder erreicht wäre.

Hastig bediente ich die Konsole für die Telekraft und sah, dass jemand sie darauf eingestellt hatte sich in dreihundert Jahren zu aktivieren. Ich versuchte sie zu entschärfen, aber ich konnte nicht. Das System erkannte meine Eingaben nicht, was nur bedeuten konnte, dass jemand die Konsole sabotiert hatte. Dann machte es in meinem Kopf Klick, mit Bestimmtheit.

Ich wirbelte herum um den Beobachter anzusehen und erklärte ihm zu demjenigen der für die Situation verantwortlich war. Er setzte ein Lächeln auf das mehr Bosheit zu beinhalten schien als für ein einzelnes Wesen möglich sein sollte. Er stritt nichts ab und ging sogar noch weiter. Er erklärte, dass nur er wüsste wie man die Telekraft deaktivieren konnte und dass ihre Zerlegung nichts bringen würde, außer die Reaktion noch eher freizusetzen. Er grinste mich anzüglich an wie er es immer getan hatte und ich verfluchte mich dafür ihn nicht eher durchschaut zu haben. Was für ein "größtes Genie" ich war. Dann sagte er es. Welches Recht hätte ich, ihn mit Verachtung zu strafen wenn ich doch selbst hergekommen war um eine Waffe zu vollenden? Diese elenden Augen hatten sicherlich mein Tagebuch gefunden, da er dann damit begann den Zweck und die Funktionsweise der Telekraft zu erklären. Er gab mir seine Anerkennung dafür ein anderes Universum aufgesucht zu haben um sie zu bauen anstatt ihren Bau in meinem eigenen zu riskieren, das war exakt das was er getan hatte. Warum hatte er sie auf dreihundert Jahre eingestellt? Es war zur Sicherheit, damit sie sich nicht aktivierte während er noch hier war.

Der Beobachter verschwand anschließend zurück in sein eigenes Universum und nahm das einzige Gerät mit das fähig war ihn zu erreichen. Wir wurden mit meiner großen Erfindung zurückgelassen, die nun eine Zeitbombe für sein Universum war das ich so liebgewonnen hatte. Warum hatte der Beobachter eine solche Waffe überhaupt bauen wollen? Ich weiß es nicht mehr und es interessiert mich auch nicht. Alles was mich beschäftigte war die Furcht und Hoffnungslosigkeit des Reisenden, seiner Familie und seiner Welt. Es waren meine Theorien gewesen die das hier über sie gebracht hatten, es war alles meine Schuld. Der Reisende allerdings machte mir keinen Vorwurf und ich glaube das war das letzte Signal für das, was ich zu tun hatte.

Ich nahm die Telekraft mit hierher zurück. Ich nahm den Tod der Existenz zurück in mein Universum, wo es hingehörte. Ich habe alle Lebensformen in diesem Kosmos betrogen, ich habe unsere ganze Zukunft betrogen.

Ich fühle keine Schuld und ich entschuldige mich nicht. Ich konnte mein Vermächtnis nicht die Zerstörung eines Universums sein lassen dem ich nicht mal würdig war. Es scheint als ob ich am Ende das Gleichgewicht bringen würde das ich mir gewünscht hatte und es wird das Ende unseres verkommenen Universums sein.

Die Telekraft ist sicher weggeschlossen. Ich verbringe meine langen Stunden vor dem Teich mit den Vögeln. Sie haben so herrlich wenig Ahnung von dem was kommen wird und das gibt mir gerade genug Ausgeglichenheit um meine eigene Existenz zu tolerieren.

Eine Umkehr der Energie, der Entropie, der Zeit… Wenn das Umkehren der Zeit eine einfachere Aufgabe gewesen wäre, hätte ich das hier vielleicht am Passieren hindern können um unser Universum zu retten. Nein, das hätte ich nicht. Ich hätte unser Universum zu einem gemacht, das es wert war gerettet zu werden.

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