SCP-260-DE

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Objekt-Nr.: SCP-260-DE Stufe 4/260-DE
Klassifizierung: Keter Streng Geheim

Bedrohungsstufe: Orange

Sicherheitsmaßnahmen: SCP-260-DE muss in einer psychiatrischen Weichzelle untergebracht werden. Pflege- und Forschungspersonal darf SCP-260-DEs Eindämmungszelle nur betreten, nachdem die Beleuchtungsstärke auf 2 mcd oder weniger gedämmt wurde. Der gesamte Unterbringungsstandort darf über keine Fenster, Oberlichter, oder sonstige natürliche Lichtquellen verfügen und muss über ein ausfallsicheres Abschaltsystem für die Innenraumbeleuchtung verfügen.

Am Unterbringungsstandort darf es keine Quellen an konzentriertem Kupfer, Silber oder Gold geben; insofern muss Kupferverkabelung durch Kohlenstofffasern ersetzt werden und Personal mit Zahnprothesen muss Vollkeramikersatz erhalten.

SCP-260-DE muss, außer unter direkter Überwachung, jederzeit in einem Polsteranzug gekleidet sein, der verhindert, dass es sich blutig kratzt oder sich selbst anderweitig mutwillig Wunden beifügt. Der Anzug muss mit Schnallen am Rücken verschlossen sein, und darf nur unter Aufsicht durch mindestens zwei Wachleute zu Hygienezwecken entfernt werden.

Im Falle eines Eindämmungsbruchs muss SCP-260-DE mittels Betäubungsgas, Elektroschocks, Schall-basierte Bewaffnung oder anderweitige Methoden, die keine Blutungen verursachen können, neutralisiert werden.

Beschreibung: SCP-260-DE ist eine Frau mittleren Alters von südeuropäischer Abstammung, 165 cm Körpergröße und hagerer Statur. SCP-260-DE besitzt eine Gangstörung am rechtem Bein.

In bis jetzt nicht ausreichend identifizierten Fällen treten die Wirkungen von SCP-260-DEs Entscheidungen näherungsweise 10 Jahre vor deren Ursache auf. In allen Fällen ist SCP-260-DE selbst der Hauptfokus der akausalen Auswirkung, andere werden nur oberflächlich von diesen beeinflusst. SCP-260-DE scheint keine Kontrolle über diesen Effekt zu besitzen.

Es wird vermutet, dass lediglich schwerwiegende Entscheidungen SCP-260-DEs Akausalität unterliegen, da der Nachweis subtilerer akausaler Konsequenzen aber schwer ist, konnte diese Hypothese noch nicht ausreichend bestätigt werden.

Befragungsleiter: Forscherin Dr. Heinzel


Aufzeichnungsbeginn

Heinzel: Könnten Sie bitte für das Protokoll Ihren Namen angeben.

SCP-260-DE: F████ L█████.

Heinzel: Wann haben Sie das erste mal ihre Anomalie bemerkt?

SCP-260-DE: Nach der Sache mit meinem Bein.

Heinzel: Erläutern Sie.

SCP-260-DE: (seufzt) Während meinem Flitterwochen bin ich eines Nachts mit höllischen Schmerzen in meinem Bein aufgewacht. Die Ärzte sagten, ich hätte mir so ziemlich jeden Knochen in meinem Bein mindestens zweimal gebrochen. (tippt sich auch das rechte Bein) Viele Jahre später schaffe ich es, bei einer Ausgrabung mit dem Bein unter eine der Maschinen zu geraten. Das Teil fährt einmal über mich drüber. Aber mein Bein bleibt unverletzt. Also bis auf das, was schon kaputt war. Da bin ich dann misstrauisch geworden, dass da mehr dahinterstecken muss.

Heinzel: Haben sie noch weitere Erfahrungen mit ihrer Anomalie gemacht?

SCP-260-DE: Ja. Im Nachhinein ist alles so offensichtlich. Warum konnte ich diese Erkenntnis nicht…wie viel früher nochmal haben können?

Heinzel: (schlägt in ihren Unterlagen nach) 3579 Tage und mehr oder weniger sechs Stunden. Fast zehn Jahre.

SCP-260-DE: Scheiße. (schnaubt) Aber auch egal. Das verfolgt mich schon seit meiner Geburt. (schweigt)

Heinzel: Fahren sie fort.

SCP-260-DE: Also, es fängt alles damit an, dass ich als Kleinkind richtig dick war. Nicht nur ein bisschen pummelig mit übergebliebenem Babyspeck, sondern richtiges Übergewicht. Meine Mutter hat alles versucht, um mich fit zu halten, hat mich gesund ernährt, aber egal was, ich konnte einfach nicht abnehmen, bis ich elf oder so war. Danach war erst mal nichts seltsames…bis zu der Schwangerschaft.

Heinzel: Erzählen Sie weiter.

SCP-260-DE: Mit Ende vierzehn, Anfang fünfzehn wurde ich schwanger. Das war natürlich ein riesen Skandal bei uns im Dorf, vor allem weil niemand, auch nicht ich, erklären konnte, wo das Kind herkam. Die Medien haben irgendwie davon Wind gekriegt, und dann haben sich alle nur noch gegenseitig mit Kindesmissbrauch beschuldigt.

Heinzel: Was ist mit dem Kind passiert?

SCP-260-DE: Bei der Geburt gestorben. So jung sollten Mädchen einfach keine Kinder bekommen.

Heinzel: Gut. Fahren sie fort.

SCP-260-DE: Dabei hat irgend so ein Reporter scheinbar Nachforschungen über mich angestellt, und hat herausgefunden, dass ich ich auf dem Standesamt scheinbar als mit einem Jungen, T████ L█████, verheiratet geführt wurde.

Heinzel: T████ L█████? Ihr Ehemann?

SCP-260-DE: Ja. Das Standesamt hat sich natürlich sofort entschuldigt, dass da eine Verwechslung vorliegen musste, und hat den Fehler verbessert. So habe ich T████ überhaupt erst kennengelernt. Wir haben uns angefreundet, sind später auf die selbe Hochschule gegangen, um Paläontologie zu studieren, und irgendwann hat er mir dann einen Antrag gemacht. Zumindest war diese ganze Zeit mit dem Medienrummel richtig stressig für mich, und ich habe aus Frust angefangen zu fressen und ständig irgendwelchen Süßkram in mich hineinzustopfen. (schweigt)

Heinzel: War das alles?

SCP-260-DE: Nein, da ist noch viel mehr. Also, ich weiß nicht, was davon wirklich nennenswert ist…als ich Achtzehn wurde, bin ich auf die Bank gegangen, um das Konto meiner Eltern für mich zu übernehmen. Es war richtig voll, auch wenn ich dass damals noch nicht richtig eingeschätzt habe. Erst nach der Bein-Sache habe ich mal einen näheren Blick darauf geworfen, und scheinbar habe ich da, seitdem ich sechzehn war, meinem jetzigen Lohn drauf ausgezahlt bekommen. (denkt nach) Das wäre dann das Gröbste, glaube ich.

Aufzeichnungsende

Nachtrag: Am 22.01.2020 wurde auf Befehl des O5-Rates die Klassifizierung von SCP-260-DE (ursprünglich Euclid der Bedrohungsstufe Grün) zu Keter der Bedrohungsstufe Orange geändert und die jetzigen Sicherheitsmaßnahmen in Kraft gesetzt. Gründe dafür liegen zurzeit noch nicht vor.

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