Letztes erstelltes Foto intakter SCP-259-DE
Objekt-Nr.: SCP-259-DE
Klassifizierung: Neutralisiert
Sicherheitsmaßnahmen: SCP-259-DE befindet sich derzeit in einem Standardschließfach für feste Objekte mit kleineren geometrischen Abmaßen in Standort-DE18. Die Eindämmungsvorrichtung ist elektronisch alarmgesichert und sollte jederzeit mittels dualer Videokamera1 erfasst werden. Die einzelnen Objekte befinden sich jeweils in genormten zylindrischen, transparenten Kunststoffbehältnissen, welche in einem mit Vließ ausgepolsterten, tragbaren, zugeschnittenen und mit einem mechanischen Schloss gesicherten Transportkoffer eingelagert werden. Personal, welches von SCP-259-DEs anomalen Effekt betroffen ist, ist mindestens drei Monate als Klasse-E-Personal einzustufen und hat sich regelmäßigen psychologischen und physiologischen Evaluierung zu unterziehen; des Weiteren steht diesen Personen nach Ablauf genannter Prozedur einmalig ein vierteljähriger, bezahlter Urlaub zur Verfügung, um die persönlichen Erlebnisse zu verarbeiten2. Die Nutzung der Objekte ist nur in Ausnahmesituationen gestattet und wird bei Zuwiderhandlung mit schweren Disziplinarmaßnahmen bis hin zur Degradierung zum Klasse-D-Personal geahndet; das Sicherheitspersonal ist zudem zu tödlicher Gewalt autorisiert.
Jegliche Anwendung ist genaustens zu protokollieren und zusätzlich in dem, im Koffer beigeführten, Formular zu erwähnen. Der Fortschritt des Zerfalls der Objekte gehört zu jenen Informationen, welche stets zu überwachen und zu dokumentieren sind. SCP-259-DE-Objekte, welche vollständig korrodiert und somit auch nicht mehr anomal sind, sind weiterhin den objektspezifischen Sicherheitsmaßnahmen entsprechend zu verwahren, aber im Bewusstsein ihrer Neutralisation zu referenzieren.
Beschreibung: Bei SCP-259-DE handelt es sich um eine alt erscheinende Sammlung historischer Silbermünzen, welche ursprünglich in einer hölzernen Schatulle mit Glasdeckel aufbewahrt wurden, diese ist aber nach Beschlagnahme entfernt worden. Die Sammlung setzte sich zu Beginn aus zwölf gleichen, handgeprägten Münzen zusammen, welche diploid zuordenbar waren. Alle einzelnen Objekte stellten verschiedene Motive der griechischen Mythologie dar, darunter die Kriegsgöttin Athene. Die Münzen sind neusten Erkenntnissen und Untersuchungen nach in einem Zeitraum von zwischen 620 v. Chr. und 564 v. Chr. hergestellt worden, allerdings ist fraglich, ob die Objekte auch damals schon anomale Attribute besaßen. Verbleibende Münzen sind aufgrund ihrer zahlreichen Verwendungen jedoch unbrauchbar geworden oder nach Vorfall-SCP-259-DE/01 verschollen.
SCP-259-DEs anomale Eigenschaft besteht darin, sämtliche Organismen nahezu unabhängig der Art und Anatomie sowie der Todesursache vollständig geheilt wiederzubeleben, sofern der Zeitpunkt des Todes nicht länger als zwei Tage zurückliegt oder die Ursache selbst anomal ist sowie die Blessuren nicht zu erheblich sind. Um jenen anomalen Effekt hervorzurufen ist es notwendig, Haut- oder direkten Körperkontakt mit zwei der SCP-259-DE-Exemplare zu haben3; das Auflegen von lediglich einem Objekt führt nicht zur Auslösung der anomalen Attribute. Ab diesem Zeitpunkt beginnt der Körper des Subjektes auf anomalem, nicht-biologischem Wege, sich zu regenerieren und anschließend seine biologischen Funktionen nach Beendung dieses Prozesses wieder aufzunehmen, was zwischen vier und zwölf Stunden andauern kann. Währenddessen beginnt auch das Gehirn seine Funktionen wieder auszuüben, das Subjekt befindet sich jedoch in jenem Stadium in keinster Weise dazu in der Lage, sein Bewusstsein wiederzuerlangen; es befindet sich in Absence. Innerhalb dieses Ablaufes kommt es zur erhöhten Bildung von Immunzellen und der Erholung von Fremdkörperbefällen. Zirka einen halben Tag nach der Prozedur arbeitet das Bewusstsein des Subjekts wieder und es geht in die Remschlafphase über. Anschließend erwacht es. Während dieses Vorganges finden verschiedene anomale chemische Reaktionen mit dem Werkstoff der SCP-259-DE-Objekte satt. Dabei reagiert das Silber, aus denen die Objekte bestehen, zu schwarzem Silbersulfid, allerdings ist die Herkunft des Schwefels größteils bislang ungeklärt. Mit jeder Anwendung eines SCP-259-DEs vergrößert sich der Silbersulfidanteil, bis das Ursprungsmaterial vollständig aufgebraut ist, was in der Neutralisation der anomalen Eigenschaften resultiert.
Subjekte, welche mittels SCP-259-DE wiederbelebt werden, schildern unabhängig voneinander, dass diese äußerst realistische Träume hatten. Im Allgemeinen wird eine dunkle, kahle Tropfsteinhöhle beschrieben, durch deren Zentrum sich, den Zeugenaussagen nach, ein kilometerlanger Fluss zieht, über welchen die Subjekte nur mittels eines hölzernen Bootes, gelegentlich auch als Kahn identifiziert, überqueren können. Die Zeugen berichten davon, dass jenes Holzboot von einer Entität, fortlaufend als SCP-259-DE-1 referenziert, gefahren wird, dies aber nur tut, wenn es mit den zwei der SCP-259-DE Instanzen bezahlt wird, welche das Subjekt innerhalb dieses Traumes mit sich zu führenden scheint. Jene Entität wird unterschiedlich beschrieben, die häufigsten Darstellungen sind u.a. ein "grässlicher alter Mann im Schifferkittel" und ein "scheußlicher Todesdämon", aber auch als humanoides Skelett oder "schwebender herrenloser Mantel" wurde es erkannt. Nach Beendung der Hin- und Rückfahrt, wird geschildert, dass die Subjekte einschliefen und in der Basisirealität aufgewacht sind. Diese Traumphase konnte somnologisch4 nachgewiesen werden, weshalb die Theorie einer Bewusstseinsprojektion oder einer Taschendimension ausgeschlossen wurde. Jene Personen sind sich ihres eigentlichen Todes — oder vergangenen — nur in seltenen Fällen bewusst, was bei Aufklärung über das Geschehene oft zu Panik oder psychischen Schäden führt. Auch wenn SCP-259-DE körperliche Schäden und Blessuren heilen kann, weisen diese Wunden eine besonders ausgeprägte Narbenbildung auf und die Heilung ist anscheinend nur auf Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit ausgelegt, was ebenso zu leichten physischen Einschränkungen führen kann; im Falle von Amputationen verschließen sich lediglich die Blutungen, die Extremität wachsen nicht nach.
Entdeckung: SCP-259-DE wurde erstmals in ████████████ ausfindig gemacht, während eines Trödelmarktes Ortsansässiger am ██.██.1990. Dort ist die Münzsammlung, SCP-259-DE, in Besitz des ebenso dort beheimateten Agenten ██████, einen leidenschaftlichen Numismatiker, nach Kauf übergegangen. SCP-259-DEs anomale Attribute blieben jedoch bis einschließlich den 01.03.1998 ungekannt und verweilte unter den persönlichen Besitztümern des Foundationangestellten. Nach dessen kurzzeitigem Ableben während Eindämmungsbruch-SCP-███-DE/04 in Standort-DE19 wurde die deutschsprachigen SCP-Foundation auf die Anomalität der Objekte aufmerksam. Der ursprünglich tote Agent ██████ wurde jedoch durch die SCP-259-DE-Objekte, welche sich zufällig in seiner Jackentasche befanden, wiederbelebt. Eigenen Aussagen zufolge soll er in Panik durch den Eindämmungsbruch-Alarm seine Miniaturvitrine zerschlagen und die Münzen geistesgegenwertig eingesteckt haben. Der zufällig gegebene Körperkontakt seiner Hand zu den Objekten ermöglichte eine Manifestation der anomalen Wirkungen nach dessen Tod. Agent ██████ wurde daraufhin als Klasse-E-Personal eingestuft, wurde aber zwei Jahre später nach ausführlichen Evaluationen in den vorzeitigen Ruhestand entlassen. Neben Fundort, Daten und Rekapitulation der Ereignisse wurden keine nennenswerten Informationen aus dem darauf folgenden Interviews gewonnen, weshalb es aus dem Dokument entfernt wurde. Im Rahmen der Erforschung der SCP-259-DE-Objekte wurden zahlreiche Tiertests durchgeführt, welche alle zum oben erklärten Ablauf führten. Im Laufe der Zeit ist SCP-259-DE auch dazu eingesetzt worden, wichtiges Personal im Falle des vorzeitigen Ablebens wiederzubeleben, diese Verwendung wurde aber von der deutschsprachigen Delegation des Ethik-Komitees scharf kritisiert. Nach langer interner Diskussion durch diese Partei und dem Direktionsgremium, erteilte als übergeordnete Instanz das Aufsichtsgremium den Befehl, SCP-259-DE nur nach Beantragung bei diesem höchst selbst nutzten zu dürfen, da ein generelles Missbrauchsrisiko bestünde.
Die vermutete Historie von SCP-259-DE konnte durch verschiedene Untersuchungen bestätigt werden. Sowohl Symbole als auch Material lassen auf das Alter schließen: SCP-259-DE ist der griechischen Kultur entsprungen. Jedoch ist ungeklärt wie SCP-259-DE nach Deutschland gelangt ist, noch wie dessen weiterer geschichtlicher Verlauf vor dem Besitz sein von Agent ██████ war.
Nachdem Forschungsleiter Dr. von Bertheleben mich über dieses Objekt in Kenntnis gesetzt hatte und ich mir einige dieser äußerst redundanten Interviews durchgelesen habe, wurde mir noch klarer, dass die SCP-259-DEs durchaus früher schon ihre anomalen Effekte besessen haben könnten. Ich möchte aber vor allem ein paar Worte über SCP-259-DE-1 verlieren. Der Traum oder der Bootsfahrer: In der griechischen Mythologie gibt es den sogenannten Totenfluss, welchen die Toten nach ihrem Ableben überqueren müssen, um in den Hades zu gelangen. Um dies zu bewerkstelligen, liegt der Sage nach ein Boot vor Anker; und dieses Boot wird von keinem anderen als dem Fährmann gesteuert, welcher in der griechischen, römischen und gelegentlich auch etruskischen Mythologie als Charon, der Sohn der Götter Erebos und Nyx, bezeichnet wird. Charon nimmt jedoch nur jene Personen mit auf die 'andere Seite', die den sogenannten "Charonspfennig" zahlen konnten. Dieser wurde den Toten unter die Zunge gelegt, damit dieser auch immer sicher mit dem Träger ins Jenseits kommt. Dies war bis zum Mittelalter tatsächlich auch üblich, weiter zu praktizieren. Unser Sachverhalt gibt jedoch andere und zusätzliche Faktoren, unter anderem, dass wir zwei Münzen mitgeben.
-Dipl.-Hist. Alfred Rutereford
Experiment-SCP-259-DE-19: Der am 15.07.1998 durchgeführte Test zur Restaurierung von SCP-259-DE-Exemplaren erwies, dass SCP-259-DE nicht durch die Entfernung des Silbersulfides und die Erneuerung des Silbers regeneriert werden kann. Das verwendete SCP-259-DE-Objekt wurde zusammen mit Soda in einen Erlenmeyerkolben gegeben und erhitzt. Durch die Zugabe von Wärme wurde das Silbersulfid in seine Reinstoffe zerlegt, wobei der Schwefel verbrannte. Die anomalen Eigenschaften des SCP-259-DE-Objektes ist dadurch allerdings vollständig neutralisiert worden.
Vorfallsbericht SCP-259-DE/01:
Am 15.10.2007 drangen bewaffnete, maskierte Unbekannte in den Lagerraum von SCP-259-DE ein und entwendeten die Objekte. Die Aggressoren lösten am Tag des Geschehens den Eindämmungsbruchalarm im Standort aus und sorgten für eine Evakuierung des anwesenden Personals in die Schutzräume. Die standortansässige RTF-Einheit versuchte vergebens, das vermeintlich entflohene Objekt ausfindig zu machen, was den Eindringlingen ermöglichte, den Koffer mit den SCP-259-DE zu entwenden. Nachträgliche Untersuchungen stellten fest, dass von den Aggressoren ein Schläfer5 im nahegelegenen Kontrollraum platziert wurde, welcher die Schotts, die nach Entwendung des Koffers den Lagerraum abschotteten, wieder hochfahren ließ und den Lockdown am Checkpoint aussetzte. Den Interessenpersonen gelang ungesehen die Flucht, jedoch konnte kurz nach dem Vorfall der Diebstahl von SCP-259-DE festgestellt werden. Genannte Untersuchungen identifizieren vier der fünf Interessenpersonen als ehemalige Foundation-Mitarbeiter.
Foundation-interne Untersuchungen konnten am 10.01.2008 die Interessenpersonen PoI-259-DE-1 bis -5 zusammen mit den SCP-259-DE-Objekten ausfindig machen. MTF DE10-ℭ „Bluthunde“ unter Zusammenarbeit mit MTF DE1-𝔏 „Die Inquisition“ wurde entsandt, um die Interessenpersonen und die Objekte zu bergen sowie in Gewahrsam zu nehmen. Vier der fünf bekannten Täter wurden festgenommen, die SCP-259-DE-Objekte konnten jedoch nicht ausfindig gemacht werden. Eine Hausdurchsuchung fand allerdings größere Mengen Silbersulfid in der Wohnung auf, was den Schluss naheliegend lässt, dass SCP-259-DE vollständig durch intensive Nutzung neutralisiert worden ist; dies ist nach einer Befragung als bestätigt angesehen. Bei den Interessenpersonen handelte es sich um ehemaliges Foundationpersonal. Die Interessenpersonen behielten bislang Schweigen gegenüber dem Diebstahl von SCP-259-DE.

