SCP-255
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3214 Hybris, beobachtet während eines erdnahen Vorbeiflüge im Jahr 2012

Objekt-Nr.: SCP-255

Klassifizierung: Keter

Sicherheitsmaßnahmen: Mit SCP-255 in Zusammenhang stehende Gewebeproben und Teststücke werden in Bio-Standort-16 verwahrt, einer speziell errichteten Eindämmungs- und Forschungseinrichtung, ausgelegt auf infektiöse Phänomen-Spezifikationen der Priorität Beta. Bio-Standort-16 unterliegt einem Personal-Rotations-Verzicht für abgelegene Standorte, sowie standardmäßigen Quarantänezeiten, um infektiösen Phänomenen vorzubeugen. Bio-Standort-16 befindet sich im Vaitupu Atoll von Tavula, auf einer Insel, die sich im Besitz von Ragnarik Ecological Modeling Inc. befindet, einer Fassaden-Organisation der Foundation.

Personen und Tiere, deren Infektion mit SCP-255 bestätigt wurde, sind vor der Überstellung an Bio-Standort-16 zu sichern und in ein dafür vorgesehenes temporäres Unterbringungszentrum zu bringen. In Fällen, in denen sich die Sicherstellung eines Infizierten von SCP-255 als außerordentlich schwierig bis unmöglich erweist, ist der Einsatz tödlicher Gewalt gestattet.

Das "Office of Celestial Anomalies" hat die Umlaufbahn von 3214 Hybris kontinuierlich zu überwachen, einen Zeitplan für kommende erdnahe Annäherungen aktuell zu halten und den Forschungsdirektor zu alarmieren, sollte es in der beobachteten Umlaufbahn zu Veränderungen kommen. Die nächste planmäßige Annäherung von 3214 Hybris ist am 11. November 2023, wenn der Trabant die Erde innerhalb eines prognostizierten Abstands von 950.000 km passieren wird.

Beschreibung: SCP-255 ist ein anormales, infektiöses Phänomen außerirdischen Ursprungs, welches sich in den meisten lebenden Subjekten als neurologische Krankheit mit vielfältigsten Symptomen manifestiert. Bisher konnte beobachtet werden, dass anfällige Träger von SCP-255 Organismen sein müssen, die eine Hirnrinde mit ungefähr ≥ 5,4 Milliarden Neuronen besitzen. Durch Experimente konnte festgestellt werden, dass Spezies, die in der Lage sind, sich mit SCP-255 anzustecken, Menschen, Schimpansen, afrikanische Elefanten, Große Tümmler, Kleine Schwertwale und andere miteinschließt.

In nichtmenschlichen Trägern verursacht SCP-255 durch unbekannte Mittel eine Degeneration von Motoneuronen und Nervenzellen. Die Degenerationsrate, sowie die Schwere der damit verbundenen Symptome ist umgekehrt proportional zur Anzahl der Neuronen, die das Subjekt in seiner Großhirnrinde besitzt, wobei die Auswirkungen auf neurologisch weniger entwickelte Organismen am schwächsten sind.

Die Auswirkungen von SCP-255 auf Menschen sind jedoch merklich komplexer. Während die Degeneration der Gehirnzellen und des Nervensystems beim Menschen nur eingeschränkt zu beobachten ist, tritt bei diesen Subjekten eine Reihe ungewöhnlicher Symptome auf. Siehe SCP-255 Forschungsprotokoll für nähere Einzelheiten.

Von SCP-255 infizierte Individuen können zuverlässig durch EEG-Beobachtung und Bestätigung durch verifizierte Marker in Messungen der neurologischen Aktivität diagnostiziert werden. Siehe Appendix B für weitere Dokumentation.

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Unverkennbares SCP-255-EEG-Muster, beobachtbar dreizehn Sekunden nach Beginn des Beobachtungsprotokolls

Ausbrüche von SCP-255 fallen mit den nahen Vorbeiflügen von 3214 Hybris zusammen, ein Zusammenhang, der nach dem zweiten Ausbruch im Jahr 1965 unter Heranziehung fortschrittlicher statistischer Modelle theoretisiert, und während der Annäherung des Asteroiden im Jahr 1987 bestätigt wurde. Observationen von 3214 Hybris haben festgestellt, dass es sich dabei um einen etwa 110 Meter großen Asteroiden vom Typ C handelt, an dem bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei anormale Eigenschaften festgestellt werden konnten. Die Beschaffenheit des Orbits von 3214 Hybris bringt ihn einmal alle 11 Jahre sehr nahe an die Erde heran.

Anhang 255-1: Forschungsprotokoll

Das Folgende ist eine Auflistung von bekannten Ausbrüchen von SCP-255, sowie diesbezüglich relevanten Daten

Geschätztes Datum des Ausbruchs Standort(e) Anzahl bestätigter menschlicher Fälle Inzidenzrate
23. Mai 1968 Sagaing, Myanmar 86 n. a.

Der erste bekannte Ausbruch von SCP-255 ereignete sich im Jahr 1968. Heute ist bekannt, dass dieser Vorfall mit dem Vorbeiflug von 3214 Hybris in einem Abstand von weniger als 350.000 Kilometer an der Erde zusammenfiel. Alle bekannten infizierten Individuen lebten im Umkreis von 7 km um die Gemeinde Mawlaik.

Aktivposten der Foundation wurden während der Untersuchung einer unbekannten Krankheit auf SCP-255 aufmerksam, welche bestimmte Primaten, einschließlich Menschen, in ländlichen Regionen im Nordwesten Myanmars betraf. Die Anzahl der davon betroffenen Tiere ist unbekannt, wurde aber zu der Zeit auf 1000 bis 5000 Exemplare geschätzt, hauptsächlich Waldaffenarten.

Alle menschlichen Instanzen und eine repräsentative Stichprobe von infizierten Affen wurden unter die Kontrolle der Foundation gebracht, und spezielle Sicherheitsmaßnahmen traten in Kraft. Unter kontrollierten Laborbedingungen zeigten die Tiere fortgeschrittene Anzeichen von Schädigungen der Motoneuronen mit eine Sterblichkeitsrate von 100% über einen Zeitraum von drei Wochen. Menschliche Probanden zeigten eine leichte neurologische Beeinträchtigung, vergleichbar mit der nach einem leichten Schlaganfall. Experimente bestätigten, dass diese Befindlichkeitsstörung nicht ansteckend war. Alle menschlichen Probanden erholten sich innerhalb von zehn Tagen und wurden ohne Zwischenfälle freigelassen, nachdem sie darüber informiert wurden, dass sie im Rahmen einer Initiative der Weltgesundheitsorganisation behandelt worden waren.

Geschätztes Datum des Ausbruchs Standort(e) Anzahl bestätigter menschlicher Fälle Inzidenzrate
19. Juni 1979 Acre, Brasilien; Rote Island, Indonesien; Croker Island, Australien 11 n. a.

Ein zweiter Ausbruch von SCP-255 ereignete sich im Jahr 1979 in drei separaten Regionen. Dieser Ausbruch blieb bis 19 Monate später unbemerkt, als eine routinemäßige Überprüfung der bevorstehenden medizinischen Literatur beschrieb, wie mehrere Personen sich beschwerten, eine "Phantomgliedmaße" zu spüren, was die dominierende Hand beeinflusse. Dabei ahmten sie spastische Bewegungen und anhaltende Schmerzen an einem imaginären elften Finger nach.

Verdeckt operierende Mitglieder der Foundation befragten Probanden, welche behaupteten, von diesem Phänomen betroffen zu sein. Darauffolgende Nachforschungen bestätigten, dass all diese Individuen in einem Umkreis von 5 km um den 11. Grad südlicher Breite gelebt hatten und an einer anomalen Krankheit litten. Es wurde ein Mangel an Mensch-zu-Mensch-Übertragungsmöglichkeiten bestätigt und Maßnahmen zur Desinformation in der wissenschaftlichen Gemeinschaft wurden ergriffen, um eine effektive Eindämmungsmöglichkeit zu entwickeln.

Der zweite Ausbruch wurde bis 1984 als eine eigenständige SCP-Bezeichnung eingestuft, dann bestätigten Nachforschungen, dass es sich dabei um ebenjenes Phänomen wie SCP-255 handelte.

Geschätztes Datum des Ausbruchs Standort(e) Anzahl bestätigter menschlicher Fälle Inzidenzrate
30. Mai 1990 Chihuahua, Mexico 121 n. a.

Der dritte dokumentierte Ausbruch von SCP-255 ereignete sich in Chihuahua, Mexiko im Jahr 1990, zeitgleich mit dem Vorbeiflug von 3214 Hybris in einem Abstand von weniger als 550 000 Kilometern. Charakteristisch für SCP-255 ist, dass der Ausbruch in der damals elftgrößten Stadt im elftgrößten Land der Erde begonnen hat. Beginnend mit diesem Fall und fortlaufend durch nachfolgende Ausbrüche wurden nur menschliche Subjekte mit SCP-255 infiziert.

Betroffene Probanden zeigten bei diesem Ausbruch veränderte zirkadiane Rhythmen, wobei sie jeweils nur für 3-4 Stunden schliefen und vollkommen ausgeruht aufwachten, ihren Arbeiten nachgingen und innerhalb einer durchschnittlichen Zeitdauer von 7 Stunden ermüdeten und wieder einschliefen, sodass ihr biologischer Rhythmus einem 11-Stunden-Tag entsprach.

Während Interaktionen mit Forschern zeigten die Testsubjekte eine Tendenz, mitten während des Sprechens die Subjekte zu wechseln, um auf Englisch, Portugiesisch oder Indonesich "Hallo" zu sagen. Dabei handelt es sich um jene Sprachen, die während des zweiten Ausbruchs von den infizierten Probanden gesprochen worden war. Die Probanden würden, unabhängig von irgendwelchen früheren linguistischen Kenntnissen, in einer dieser Sprachen "Hallo" sagen, wobei sie einheitlich behaupteten, sich nicht erinnern zu können, dies je getan zu haben. Darüber hinaus sprachen diese Probanden das Foundation-Personal als Mitglieder der Weltgesundheitsorganisation an, ohne dazu veranlasst worden zu sein.

In jeder anderen Hinsicht funktionierten die in diesem Durchlauf von SCP-255 beobachteten Testsubjekte in ihrem veränderten Biorhythmus auf ganz normale Weise, bevor sie sich davon erholten und innerhalb von 2-3 Wochen in einen normalen, nicht-anomalen Zustand zurückkehrten.

Geschätztes Datum des Ausbruchs Standort(e) Anzahl bestätigter menschlicher Fälle Inzidenzrate
11. November 2001 Quito, Ecuador 1331 13,9%

Der vierte Ausbruch von SCP-255 ereignete sich in einem Bürogebäude im Geschäftsviertel 12 de Octubre Avenue in Quito, Ecuador. Zum Zeitpunkt des Ausbruchs hatte Equador eine Bevölkerungszahl von circa 11 Millionen Menschen. Darüber hinaus war das Gebäude, in dem der ursprüngliche Ausbruch lokalisiert wurde, elf Stockwerke hoch. Der vierte Ausbruch ist der erste beobachtete Fall, bei dem SCP-255 von Mensch zu Mensch übertragen wurde, mit einer Inzidenzrate von 13,9% unter Laborbedingungen. Es wurde seitdem beobachtet, dass infektiöse Iterationen von SCP-255 von Mensch zu Mensch durch anhaltende Nähe (in der Regel in einem Umkreis von 2 m) trotz des Fehlens beobachtbarer Pathogene übertragen wurden. Diese Veränderung der Pathogenität, gepaart mit der höheren anfänglichen Fallzahl, war für die Reklassifizierung von SCP-255 zu Keter verantwortlich, was am 23. Dezember 2001 wirksam wurde.

Einsatzkräfte der Foundation übernahmen unter dem Deckmantel der ansässigen Weltgesundheitsorganisation die Kontrolle über das Gebäude. Das Ausmaß des Ausbruchs erforderte jedoch strengere Geheimhaltungsprotokolle. Die Testpersonen wurden zur Beobachtung zu Bio-Standort-16 gebracht.

Ähnlich dem zweiten Ausbruch berichteten infizierte Individuen davon, so etwas wie eine Phantomgliedmaße zu spüren, in diesem Fall jedoch in größeren Ausmaßen. Testsubjekte berichteten von dem Gefühl, sieben zusätzliche Gliedmaßen zu besitzen, entstehend an scheinbar zufälligen Stellen des Körpers, ohne dass eine offensichtliche Beziehung zur bestehenden Anatomie gegeben gewesen wäre. Während die genaue Beschaffenheit der zusätzlichen Gliedmaßen schwer zu ermitteln war, berichteten infizierte Personen, dass sie sich fühlten, als ob sie drei, etwa einen Meter lange Gelenke hätten, dabei aber keine Struktur aufwiesen, die an deren Ende einer Hand oder einem Fuß entsprochen hätten. Diese "Gliedmaßen" waren offensichtlich nicht den schmerzhaften Kontraktionen und Empfindungen ausgesetzt, die normalerweise mit Amputationen verbunden werden. Testpersonen berichteten jedoch einheitlich von einer erhöhten Belastung bei der Empfindung von sieben zusätzlichen Gliedmaßen, die sich, unabhängig ihrer Kontrolle, die meiste Zeit bewegten.

Zusätzlich dazu verloren Testsubjekte die bewusste Kontrolle über ihren linken Arm. Meist waren die Probanden unfähig, den linken Arm zu bewegen. Jeden Tag um 1100 Uhr Ortszeit vollzogen die linken Arme und Hände von infizierten Personen unabhängig voneinander Bewegungen, die dem Akt des Schreibens ähnlich zu sein schienen. Wenn mit Papier und Bleistift ausgestattet, schreiben all diese Individuen in einer grob geformten Schrift die Zahlen "11 11 65" auf. Man ging damals davon aus, dass dies das Datum des nächsten Ausbruchs wäre, was sich 11 Jahre später bestätigte.

Sämtliche infizierten Individuen hörten innerhalb von 3-4 Wochen auf, von SCP-255 beeinflusst zu werden. Die Testpersonen erhielten das breite Spektrum der Amnesika und wurden an ecuadorianische Behörden übergeben. Aktivposten der Foundation innerhalb der Weltgesundheitsorganisation verbreiteten Desinformationen im Zusammenhang mit einer exotischen Malariaart und anschließender Behandlungsanstrengungen als Teil der Eindämmungsbemühungen.

Geschätztes Datum des Ausbruchs Standort(e) Anzahl bestätigter menschlicher Fälle Inzidenzrate
11. November 2012 Büssel, Belgien 11 100%

Der fünfte und jüngste Ausbruch von SCP-255 ereignete sich in Brüssel, Belgien, wo 11 Individuen, die im elften Stock des NATO-Hauptquarters arbeiteten, sich beim medizinischen Personal beschwerten, ununterbrochen elf elektronisch erzeugte Töne zu hören, die sich ständig wiederholten. Eindämmungsprotokolle traten durch das Personal des Westeuropa-Sektors in Kraft und alle infizierten Subjekte wurden zu Bio-Standort-16 gebracht.

Testpersonen klagten weiterhin darüber, sich kontinuierlich wiederholende Töne zu hören. Die meisten Probanden begannen, an einem erhöhtes Maß an Stress und Reizbarkeit, sowie Schlafentzug zu leiden. Infizierten Individuen wurden Sedativa verbreicht, um sekundäre Symptome von SCP-255 zu lindern. Untersuchungen an diesen Infizierten ergaben, dass die Inzidenzrate von SCP-255 nun 100% betrug, was bedeutet, dass jeder Mensch, der den Probanden ausgesetzt ist, sich damit infiziert.

Elf Tage nachdem die Testsubjekte bei Bio-Standort-16 in Gewahrsam genommen worden waren, berichteten infizierte Individuen, dass sie aufgehört hätten, die sich wiederholenden Töne wahrzunehmen. Eine Testperson berichtete sofort, eine "elektronische" Stimme gehört zu haben, ähnlich jener, die durch Sprachsimulationssoftware erzeugt wird. Diese habe das spanische Wort "estrella" wiederholt.

Sobald die Testperson dieses Phänomen den Forschern gemeldet hatte, hörte dieses sofort auf, woraufhin eine andere der elf Testpersonen von einem ähnlichen Phänomen berichtete. Die ursprüngliche Gruppe infizierter Individuen scheint auf diese Weise eine Wortverbindung mitteilen zu wollen, die einzelnen Wörter dieser Verbindung wurden für jeden neuen Infektionsfall außerhalb dieser Gruppe wiederholt. Die Wortverbindung wird im Folgenden für diese Version des Dokuments aus dem Spanischen ins Deutsche übersetzt:

DOPPELSTERN VERLOREN NICHT VERLOREN SETZE TOTE ANWEISUNG UM DRINGEND ERWARTEN ÜBERTRAGUNG

In Bezug auf die Forscher dieses besonderen Symptoms zeigten sämtliche Testpersonen keinerlei Anzeichen einer Infektion von SCP-255 mehr. Die Probanden wurden gemäß den Leitlinien bezüglich SCP-255 amnestiert und entlassen.

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