SCP-250-DE
Bewertung: +5+x

Objekt-Nr.: SCP-250-DE

Klassifizierung: Thaumiel

Sicherheitsmaßnahmen: SCP-250-DE wird gegenwärtig in Außenposten-DE4/250 verwahrt und muss zu jeder Zeit in seinem Eisler-Johann-Raumisolator-System eingespannt sein. Dieses System ist zu jeder Zeit mit Energie zu versorgen und besitzt zu diesem Zweck zwei Backup-Generatoren, die im Falle eines Stromausfalls aktiviert werden. Sollte die Energieversorgung komplett ausfallen oder SCP-250-DE entwendet werden, ist der Normalzustand innerhalb von sechs Monaten wiederherzustellen. Andernfalls ist Standort-DE9 mit sämtlichem darin befindlichen Personal und Anomalien als verloren zu betrachten und seine Zugänge dürfen nicht wieder geöffnet werden.

Der Eisler-Johann-Raumisolator darf nur von Personen mit der Freigabe 4/250-DE bedient und justiert werden. Wartungen und Reparaturen müssen, wenn möglich, während des laufenden Betriebes erfolgen. Falls das nicht möglich ist, kann der Apparat mit vorheriger Anmeldung sowie Evakuierung des Standortes-DE9 für bis zu zwei Tage deaktiviert werden.

Aufgrund seiner strategischen Wichtigkeit ist in einer der Universität Bielefeld nahegelegenen Unterkunft ein Infanteriezug, bestehend aus vierzig Sicherheitskräften, unterzubringen, die SCP-250-DE in Schichten von je zehn Personen zu jeder Zeit bewachen. Weiterhin muss sich die Hälfte des anwesenden Gefechtspersonals von Standort-DE3-EX, -DE4, -DE8 und -DE15 jederzeit auf Abruf befinden, falls es zu einem Angriff auf SCP-250-DEs Isolierzelle in Außenposten-DE4/250 kommen sollte.

Um SCP-250-DEs Existenz zu kaschieren, müssen die Stromrechnungen der Universität Bielefeld bearbeitet werden, um den Energieverbrauch des Eisler-Johann-Raumisolator-Systems zu verbergen. Die Foundation erstattet der Universität über Spenden die anfallenden Stromkosten.

Sollte eine Nachricht mit dem Codewort TITAN an Außenposten-DE4/250 gesendet werden, so ist nach dem Erhalt der Genehmigung des Standortleiters des Standortes-DE9 unter Einsatz des Eisler-Wurmlochprojektors ein Wurmloch mit den gewünschten Spezifikationen an den in der Nachricht erhaltenen Koordinaten zu öffnen. Es ist zu beachten, dass eine derartige Aktion gegenwärtig nur in Abständen von einem Jahr oder länger sicher durchgeführt werden kann.

Die Sicherheit der durch das Eisler-Johann-Raumisolator-System generierten Wurmlöcher ist vor der Benutzung durch das Hindurchwerfen eines Gegenstandes, etwa Steinen oder Tennisbällen, zu überprüfen.

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SCP-250-DE. Der Hintergrund erscheint durch das Gegenlicht schwarz.

Beschreibung: SCP-250-DE ist eine 75 cm durchmessender Kugel aus einem unbekannten Material. Sein Gewicht beträgt ca. 15 kg. Es leuchtet von innen heraus und besitzt ein sich kontinuierlich veränderndes Blasenmuster im Spektrum rosa bis rot. Bisher war es nicht möglich, Proben von dem Objekt zu nehmen, da es sich durch keine von der Foundation angewendeten Methoden beschädigen ließ.

Wird SCP-250-DE elektrischem Strom mit mindestens 200 Volt Spannung ausgesetzt, beginnt es, das Raumgefüge um sich herum zu verzerren, ein Effekt, dessen Wirkungsradius sich kontinuierlich mit zum Quadrat abnehmender Geschwindigkeit erweitert, je länger ihm Energie zugeführt wird. Unter SCP-250-DEs ungerichteter Einwirkung bilden sich spontan Wurmlöcher und räumliche Abmaße werden gedehnt und gestaucht. Das bleibt in der Regel ohne Folgen für statische Objekte, wenn die Energiezufuhr abgebrochen wird, aber Objekte und Lebewesen, die innerhalb des Wirkungsradius bewegt wurden, können unter Umständen räumliche Deformationen zurückbehalten, die sich in einer Verzerrung ihrer physischen Form und in seltenen Fällen Wurmlöchern in ihrem Inneren äußern. Insbesondere Wurmlöcher erweisen sich bei Lebewesen oft tödlich, da sie Organe miteinander verbinden, deren Inhalte sich negativ auf das jeweils andere auswirken. Das größte bisher dokumentierte Verzerrungsfeld betrug 50 m im Durchmesser.

Es wurde außerdem festgestellt, dass der Effekt durch starke Magnetfelder abgelenkt werden kann, wodurch er sich im verbleibenden Wirkungsbereich intensiviert und so ausgerichtet werden kann, dass es keinen Raum mehr krümmt, sondern lediglich extrem starken Druck auf das Raumgefüge ausübt. Dies kann dazu führen, dass Durchgänge zu anderen angrenzenden räumlichen Konstrukten wie etwa Taschendimensionen und metaphysischen Ebenen geöffnet werden.

Die Foundation wurde 1993 auf SCP-250-DE und seine dazugehörigen Studien aufmerksam, als Gerüchte aufkamen, in denen es darum ging, dass an der Universität Bielefeld "Weltraumexperimente" durchgeführt werden, die Universität nach und nach zu einem Raumschiff umgebaut werde und eine Verschwörung existiere, die vertuschen sollte, dass es Bielefeld gar nicht gibt. Eine Untersuchung förderte daraufhin die Existenz von SCP-250-DE im Naturwissenschaftlichen Verein für Bielefeld und Umgegend e. V. zutage, worauf die Foundation das Objekt und sämtliche Akteure, die an den Studien zu dem Objekt beteiligt waren, in Gewahrsam nahm.

Das Objekt gelangte 1972 durch die Spende eines Hobbygeologen, der das Objekt angeblich auf dem Puys de Sancy im französischen Zentralmassiv gefunden hatte, in den Besitz des Vereins. Nachdem das Objekt offenbar versehentlich fallen gelassen und dabei eine Lampe zerstört hatte, wurden seine anomalen Eigenschaften festgestellt.

Durch Einsatz eines Induktionsofens aus der Fakultät Mathematik und Ingenieurwissenschaften der Universität Bielefeld gelang es später, SCP-250-DEs Auswirkung so zu bündeln und auszurichten, dass ein ungefährliches Wurmloch erzeugt werden konnte, dass sich allerdings mit keinem auf der Welt befindlichen Ort verband, sondern stattdessen den Zugang zu SCP-250-DE-1 öffnete.

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Aufnahme aus SCP-250-DE-1.

SCP-250-DE-1 ist eine Taschendimension mit einer Fläche von etwa 270 km2. Der Himmel des Ortes ist zu jeder Zeit von grauen Wolken bedeckt, durch die Licht von einer unbekannten Quelle auf die ganze Taschendimension scheint. Innerhalb der Taschendimension herrschen konstant 23,5 °C Lufttemperatur. Sie beherbergte zum Zeitpunkt ihrer Entdeckung die teilweise überwucherten Ruinen einer verfallenen Stadt, sowie die Überreste ihrer ehemaligen Bewohner, die vom Naturwissenschaftlichen Verein für Bielefeld und Umgegend e. V. untersucht wurden. Laut ihren Befunden handelte es sich bei den Ruinen um die Überbleibsel der Stadt Bielefeld, welches offenbar im Jahre 1637 in diese Dimension verfrachtet worden war.

Die Foundation besaß zum damaligen Zeitpunkt nicht die Mittel, die aufgekommene "Bielefeld-Verschwörungstheorie" vollständig zu unterdrücken und beschränkte sich daher darauf, ihren Ursprung so abzuändern, dass keine Parallelen mehr zu SCP-200-DE gezogen werden konnten. Im Nachhinein stellte sich das als Glücksfall heraus, da █████████ ██████, damaliges Mitglied der SCP-250-DE-Exkursion, 2009 aufgrund einer zuvor unbekannten Resistenz gegen die damals eingesetzten Amnesika einen Rückfall erlitt. Seine versuchte Enthüllung wurde allerdings von der Öffentlichkeit ohne Einfluss der Foundation als Marketing-Gag für den anstehenden Film Die Bielefeld-Verschwörung abgetan. ██████ wurde später wieder in Gewahrsam genommen und sein Gedächtnis mit weiteren, stärkeren Amnesika bereinigt.

Die Foundation richtete nach dem Abschluss der Ermittlungen einen Außenposten-DE4/250 in abgelegenen, unterirdischen Räumlichkeiten der Universität Bielefeld ein, die für die Öffentlichkeit und den Lehrkörper der Universität nicht zugänglich sind. Wartungsarbeiter und Hausmeister mit Zugang zu dem Bereich sind alle von der Foundation eingesetzt und werden von ihr bezahlt. Diese Aktion war unumgänglich, da SCP-250-DE an keinem anderen Ort, den die Foundation in Bielefeld getestet hat, ein Portal erzeugen konnte.

Nach der Einrichtung von Außenposten-DE4/250 begannen ausgiebige Studien zu SCP-250-DE-1 und den Gründen für seine Existenz. Zahlreiche Dokumente konnten aus der Taschendimension geborgen werden, die allerdings aufgrund ihres Alters und der fehlenden Pflege zu großen Teilen nicht mehr leserlich waren.

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Eine Magnetringkomponente des Eisler-Johan-Raumisolator-Systems.

Um SCP-250-DE frei erkunden zu können, wurde in Standort-DE12 der Eisler-Johann-Raumisolator-System entwickelt und 1998 fertiggestellt. Diese Geräte benutzen magnetische Felder, um den Effekt der Anomalie auszurichten und anzupassen. Nach einigen Experimenten konnte herausgefunden werden, dass sich der Effekt innerhalb von SCP-250-DE-1 über ringförmige Elektromagnete weiterleiten, ablenken und verstärken ließ. Unter Ausnutzung dieser Eigenschaften wurde es möglich, Wurmlöcher beliebigen Durchmessers zu weit entfernten Orten zu öffnen. Daher wurde nach ausführlichen Experimenten ein Wurmloch in Standort-DE19 geöffnet, durch das die Taschendimension ohne großen Aufwand erkundet werden konnte. 1999 wurde von der zuständigen Projektleitern Dr. Buchenwald ein Projektvorschlag an den O4-Rat gesendet, der auf den gewonnenen Erkenntnissen basiert.

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Der Eisler-Wurmlochprojektor.

Nach einer 9-4-Entscheidung des O4-Rates zu Gunsten des Vorschlages wurde mit den Bauarbeiten an Standort-DE9 begonnen, während zeitgleich begonnen wurde, das Eisler-Johann-Raumisolator-System so zu erweitern, dass mehrere Standorte gleichzeitig mit SCP-250-DE verbunden werden konnten. Zudem begann der Bau des Eisler-Wurmlochprojektors, einer Weiterentwicklung des Raumisolator-Systems, das es erlaubt, temporär Wurmlöcher an theoretisch jedem beliebigen Ort im Universum zu öffnen. Es wurde festgelegt, dass Zugänge zu den Standorten DE19, DE25 und DE6 oberste Priorität haben und besonders gesichert werden müssen.

Standort-DE9 ging am 15.11.2007 in Betrieb. Zu diesem Zeitpunkt ist das Eisler-Johann-Raumisolator-System allerdings noch nicht gut genug kalibriert, um weitere Standorte anzubinden, weshalb erste große Logistikunternehmungen mit dem Eisler-Wurmlochprojektor erfolgen. 2008 wurde Standort-DE25 angebunden, 2009 folgte Standort-DE6. Weitere Standorte konnten allerdings nicht mehr angebunden werden, da sich 2010 Vorfall 250-DE-1 ereignete.

Vorfall 250-DE-1: Der Vorfall ereignete sich am Vormittag, als weitere Tests durchgeführt wurden, um ein passendes Wurmloch nach Standort-DE12 zu öffnen. SCP-250-DE zeigte plötzlich zuvor nicht dokumentierte Aktivitäten und begann, die Intensität seiner Effekte unabhängig vom anliegenden Strom scheinbar zufällig zu verstärken und abzusenken. Diese Abweichung wurde festgestellt, als D-28837 zum Test ein Schaf durch das neu erzeugte Wurmloch treiben sollte1. Das Schaf wurde bei Betreten des Wurmloches durch eine Raumverzerrung zerfetzt, wobei D-28837 zurückschreckte, bevor er ebenfalls Opfer der Anomalie werden konnte. Ähnliche Vorfälle ereigneten sich auch bei Personenverkehr durch die bereits bestehenden Wurmlöcher mit Ausnahme des originalen Portals in Außenposten-DE4/250.

Das Eisler-Johann-Raumisolator-System wurde daraufhin über sechs Monate hinweg überarbeitet, um derartigen Phänomenen besser wiederstehen zu können und die Stabilität der bestehenden Wurmlöcher zu sichern. Dieses Unterfangen gelang zwar zur vollen Zufriedenheit aller Beteiligten, jedoch erschwerte die neue, unvorhersehbare Natur von SCP-250-DE die Kalibrierung neuer Wurmlöcher zu einem solchen Grad, dass ihre Erzeugung nicht mehr wirtschaftlich tragbar war. Zusätzlich scheint SCP-250-DE nun eine Art "Abklingzeit" von einem Jahr zu besitzen, die sich auf den Einsatz des Eisler-Raumzeitprojektors auswirkt. Nach dessen Einsatz nehmen die Intensitätsschwankungen der Anomalie zu einem solchen Grad zu, dass ein weiterer Einsatz des Gerätes ein hohes Risiko eines fehlerhaften Wurmlochs mit sich trägt und dazu die Sicherheit des gesamten Eisler-Johann-Raumisolator-Systems und damit der bestehenden Wurmlöcher gefährdet. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden dahingehend angepasst.

Es wird mittlerweile angenommen, dass SCP-250-DE durch die immer weiter steigende Belastung beschädigt wurde, allerdings ist Standort-DE9 inzwischen ein derart wichtiger Eindämmungsstandort, dass das Risiko eines Versagens der Anomalie in Kauf genommen werden muss.

Anhang 250-DE-1: Messungen nach dem Vorfall haben ergeben, dass SCP-250-DE-1 damit begonnen hat, sich mit einer Rate von etwa 5 cm pro Jahr auszudehnen und dabei die Topografie um Bielefeld herum perfekt nachahmt. Forschungen zu den Implikationen dieses Phänomens sind im Gange.

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