SCP-245-DE

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Bewertung: +6+x
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Objekt-Nr.: SCP-245-DE

Klassifizierung: Sicher

Sicherheitsmaßnahmen: SCP-245-DE ist am Standort-DE22 in einer dem Umfang des Objekts entsprechenden, möglichst säurefreien Stülpschachtel zum Lagern von altem Archivgut zu verpacken, die in einem mit einem sechsstelligen Passwort gesicherten Tresor zu lagern ist. Das Passwort ist nur der örtlichen Standortleitung bekannt. Tests oder andere dienstliche Maßnahmen, wofür SCP-245-DE benötigt werden, bedürfen der Zustimmung der Standortleitung.

Sollte es Auffälligkeiten mit auffälligen Namen von Mitarbeitern geben, sind diese der Standortleitung zu melden.

Beschreibung: SCP-245-DE ist ein altes, mit dunkelgrünem Samt umschlagenes Registratur-Buch, das sich auf das späte 18. Jahrhundert datieren lässt1. Es hat die Maße 45 cm x 60 cm und weist durch sein Alter merkliche Schäden und Gebrauchsspuren auf.

Der Aufdruck „Namensregistratur“ sowie das damalige Wappen der Illuminaten wurde in Goldbuchstaben auf die Vorderseite angebracht. Durch das Alter des Subjekts sind diese Details nur noch schwach zu erkennen. Ein rotes Band dient als Lesezeichen. Die Seiten sind vergilbt, zeigen aber nur vergleichsweise geringe Schäden auf. Auch ist es in der Lage, weitere Seiten zu erschaffen, wenn die letzte vollständig beschrieben ist, ohne von außen her an Masse zuzunehmen.

Jede Seite weist in der Mitte einen Trennstrich auf, die die linke und die rechte Seite trennt. Über jeder linken Seite steht „Alter Name“, rechts daneben „Neuer Name“. Analysen der genutzten Schreibmaterialien belegen, dass die älteste Eintragung von 1785 stammt und mit zu dieser Zeit gängigen Tinte geschrieben wurde, während die Neueste von 2018 her stammte, geschrieben mit einem in der Foundation gängigem Kugelschreiber.

Wenn der Name einer bestimmten Person auf der linken Seite geschrieben wird und auf der rechten Seite ein anderer, so wird diese Person automatisch seinen neuen Namen annehmen, als wäre dieser schon immer der Neue gewesen. Dokumente, Papiere, Dateien und sämtliche andere schriftliche Nachweise, die den alten Namen beinhalteten, ändern sich ebenfalls zu dem neuen Namen, unabhängig davon, wann, wo und wie sie verfasst wurden. Dies kann der Schreiber zum Beispiel ausnutzen, um den Namen einer Person mit gleichen Namen anzunehmen, um persönliche Zugriffsfreiheiten der Person zu nutzen2.

Der Schreiber muss, um den Effekt aktivieren zu können, die Person, der der Name gehört, soweit kennen, dass er sie sich vorstellen kann und es wird nur diese eine Person betreffen. Andere Personen mit einem identischen Namen sind nicht betroffen. Eingetragene Spitz- oder Künstlernamen zeigen ebenfalls keinerlei Effekt wie auch Eintragungen von Personen, die nur die Namen, nicht jedoch das Aussehen der eingetragenen Subjekte kennen. Auch muss der Name, den man austauschen möchte, korrekt angegeben werden. Wird der auszutauschende Name falsch geschrieben, z. B. "Schmitt" statt "Schmidt", tritt der Effekt nicht in Kraft.

Dies beinhaltet u. A. auch Personalakten, Ausweise, Verträge, selbst geschriebene Geschichten und Geburtsurkunden. Unterschriften, die das Subjekt z.B. auf Dokumenten getätigt hat, ändern sich ebenfalls zu dem neuen Namen, wobei sich dieser dem Schriftstil der vorherigen Unterschrift anpasst.

Auch Menschen, die die Person kennen, egal ob flüchtige Bekanntschaften, Kollegen, Freunde, Familie, Eltern oder Partner, kennen diese Person nur unter ihrem neuen Namen, als wäre dies schon immer seiner gewesen. Bei der Nachfrage, ob der alte Name bekannt ist, reagierten alle Beteiligten unwissend über diesen.

Betroffene Subjekte, die auf Ungereimtheiten bezüglich ihres Namens hingewiesen werden3 und nicht von dem Effekt des Objektes wissen, versuchen zunächst, über mögliche logische Gründe nachzudenken, reagieren dann jedoch aggressiv und desorientiert, wenn ihnen keine einfallen. Sie schreien, wer sie wirklich sind und greifen die Person an, die sie auf das Paradox hingewiesen haben, mit dem Ziel, die Antwort von dieser herauszubekommen. Der Angriff wird selbst dann fortgeführt, wenn die angegriffene Person schon längst tot ist. Dieser Zustand hält solange, bis das Subjekt durch Erschöpfung zusammenbricht oder in einen katatonischen Zustand fällt. Dieser Prozess kann durch die Nutzung von Amnesika und der Eintragung des korrekten oder eines neuen Namens unterbrochen werden.

Alleine derjenige, der den Namen eingetragen hat, wird sich noch an den alten Namen erinnern. Schreibt das Subjekt seinen alten und neuen Namen selbst, wird es sich noch an diesen erinnern.

Wenn die Person den Namen eines anderen Subjektes ändert, wird sich nur der Schreiber an den ehemaligen Namen erinnern, während das betroffene Subjekt glaubt, dass es schon immer den Namen trug.

Dabei ist es ohne Bedeutung, ob der Name atypisch zum Geschlecht ist, aus mehreren oder nur einem Wort besteht oder ob das oder die Worte, aus denen der Name besteht, überhaupt einen Sinn ergeben. Selbst Zahlen, Sonderzeichen oder fremde Schriftarten, die für gewöhnlich nicht für Namen oder Standardwörter genutzt werden, werden von betroffenen Subjekten als selbstverständlich angesehen, wobei sie Sonderzeichen aussprechen, etwa „!“ als „Ausrufezeichen“ oder „;“ als „Apostroph“.

Wenn der neue Name durchgestrichen, überschrieben oder auf irgendeine andere Weise unkenntlich gemacht wird, kehrt das Subjekt zu seinem alten Namen zurück, es sei denn, es wird unter dem unkenntlich gemachten Namen ein neuer Name eingetragen.

Der veränderte Name wirkt sich auch auf vergangene Ereignisse des Betroffenen und sein Umfeld aus. So leiden zum Beispiel Subjekte an psychischen Problemen aufgrund von Mobbing in ihrer Kindheit, weil ihr Name Grund für Spott war oder fühlen sich voller Stolz, wenn ihr Name positive Wirkungen in ihrer Vergangenheit verursacht hätte. Personen, die von den Wirkungen betroffen sind, haben nie in Erwägung gezogen, ihren Namen ändern zu lassen, jedoch konnte keine Befragung ergeben, warum sie das nicht gemacht haben. Auch können Personen, die das Subjekt kennen, sich an solche Ereignisse erinnern.

Der Effekt von SCP-245-DE tritt sowohl in den Erinnerungen aller auf als auch auf jeglicher Art des Schriftguts, egal, ob per Schreibmittel oder Computer geschrieben. Audio- und vertonte Film-Aufnahmen, die vor der Umbenennung aufgenommen wurden, behalten jedoch den alten Namen, selbst wenn er eigentlich nicht mehr existiert, was belegt, dass sich diese außerhalb des Wirkungsbereiches von SCP-245-DE befinden.

Betroffene Subjekte, die diese Aufnahmen sehen und nicht den Effekt von SCP-245-DE kennen, werden zunächst behaupten, dass diese Aufnahmen gut gemachte Fälschungen seien, da es für sie angeblich unmöglich gewesen wäre, dass sie diese Aussagen gemacht hätten. Subjekte, die die Eigenschaften von SCP-245-DE kennen und die Aufnahmen sehen, werden diese anfänglich auch für Fälschungen halten, jedoch sind sie leichter zu überzeugen, dass sie von dem Objekt betroffen sind. Dies kann genutzt werden, um mögliche Manipulationen mit Hilfe von SCP-245-DE zu erkennen, solange die Aufnahmen nicht erst nach der Umbenennung entstanden sind.

Dieser Effekt auf die Realität verändert jedoch nur den Namen, der von nun an immer schon der echte Name war. Ein Subjekt, welches z. B. den Zusatz „Dr.“ im Namen enthält, ändert seinen Namen in „Dr.“, jedoch hat es nicht automatisch einen Doktortitel, da der Effekt nur den Namen betrifft.

Der Effekt betrifft auch nur den Namen, der in das Objekt eingetragen wurde. Wird zum Beispiel der Geburtsname der Person eingetragen, wird nur dieser betroffen und nicht der Name, den sie nach der Hochzeit angenommen hat4.

Entdeckung: SCP-245-DE wurde am 17. August 2016 während einer Durchsuchung der Wohnung eines Betrügers in █████████ geborgen, der angab, es öfter benutzt zu haben, um Zutritt zu geschützten Gebäuden zu erlangen. Laut seiner Aussage musste er nur den Namen und das Aussehen einer anderen Person kennen, um dann mit dem neu angepassten Namen auf seinem Ausweis Zutritt zum sonst verbotenen Gelände zu erlangen. Der Betrug fiel eines Tages auf, als er den Namen eines Doktors annahm, doch dieser zur selben Zeit am Ort war. Zwar trug er legal den Namen des Doktors, jedoch fehlten ihm trotzdem die Kenntnisse, die nur der echte Doktor haben konnte. Er gab an, SCP-245-DE irgendwann aus einer privaten Sammlung preußischer Güter ersteigert zu haben.

Das Subjekt wurde aufgrund des dringenden Verdachtes des Betruges in polizeilichen Gewahrsam genommen und SCP-245-DE als Beweisstück in die Asservaten-Kammer gebracht. Verdeckte Agenten, die zu der Zeit bei der dortigen Polizei tätig waren und auf den Fall aufmerksam wurden, übernahmen daraufhin die Verlegung des Subjektes sowie von SCP-245-DE in den nächstgelegenen Standort.
Der Name des Subjektes wurde während eines Tests durch D-8879 ersetzt.

"Ich will nochmals darauf hinweisen, dass SCP-245-DE im Gegensatz zu anderen SCPs, die wir beinhalten, zwar kein akutes Risiko unserer Realität darstellt, es aber theoretisch den Verlauf der Geschichte beeinflussen kann.

Als Beispiel möchte ich Otto Eduard Leopold von Bismarck-Schönhausen, bekannter als Fürst von Bismarck, nennen, der SCP-245-DE anscheinend genutzt hatte, um seinen Namen zu ändern.

Sein früherer Name war Fürchtegott Ehregott Schweinefried von Bismarck und wir sind uns ziemlich sicher, dass selbst zu dieser Zeit niemand ihn ernst genommen hätte, bei so einem Namen, geschweige denn, ihm eine so hohe politische Position zugetraut. Ich kann mir nicht mal vorstellen, warum jemand seinem Kind so einen Namen geben würde.

Ohne SCP-245-DE hätte vielleicht jemand anderes seinen Posten übernommen und die Geschichte wäre anders verlaufen. Jedenfalls sollten wir diese Anomalie nicht auf die leichte Schulter nehmen."

- Forschungsleiter Dr. Stahlhart-Großglied

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