SCP-209
Bewertung: 0+x
scp209tumbler.jpg

SCP-209 wird für die aktive Phase vorbereitet.

Objekt-Nr.: SCP-209

Klassifizierung: Euclid

Sicherheitsmaßnahmen: SCP-209 muss in einem druckversiegelten Speicherschrank mit den Maßen 0,5 m x 0,5 m x 0,5 m aufbewahrt werden; isoliert, um zu verhindern, dass mögliche Aromen an die Umgebung abgegeben werden. Der Zugang zu SCP-209 ist bei Transporten auf einen einzelnen Mitarbeiter der Stufe 2 oder höher beschränkt. Ein standardmäßiges Sicherheitsteam sollte jeden Transport von SCP-209 in einem Abstand von mindestens dreiundzwanzig (23) Metern begleiten. Außerhalb eines wissenschaftlichen Testszenarios sollte sich jederzeit nicht mehr als ein (1) menschliches Subjekt irgendeiner Klassifizierung innerhalb eines minimalen Sicherheitsabstands von zwanzig (20) Metern rund um SCP-209 aufhalten.

Da derzeitige Hypothesen bezüglich der Funktion der "aktiven" Phase von SCP-209 auf eine Verwendung durch olfaktorische Manipulation hinweisen, sollte jeder Mitarbeiter, der für Forschungsversuche oder Sicherheitsdaten eingesetzt wird, mitab persönlichen Luftfiltergeräten ausgestattet sein, die mindestens den Foundation-Standards von Euclid-III (HEPA-Filter, ölbeständig) entsprechen.

Die Forschung hat die Verwendung des Prototyps des Modularkartensystems (SCPass) für den Speichersperrmechanismus von SCP-209 genehmigt. Die Zugangskarte für den Speicher von SCP-209 ist mit einem Näherungsalarm- sowie einem Deaktivierungsprotokoll modifiziert, um das Einschließungsmandat für Einzelbenutzer zu erzwingen. Sollte mehr als ein (1) menschliches Subjekt sowohl in der Nähe der Zugangskarte, als auch des Schranks entdeckt werden, erschallt ein Eindämmungsbruchalarm der Stufe 1 und das Schließsystem wird deaktivert, um das Entfernen von SCP-209 aus dem Speicherschrank zu verhindern.

Beschreibung: Bei SCP-209 scheint es sich um ein Single-Malt Scotch-Glas zu handeln, der 10 cm groß ist und an der breitesten Stelle einen Durchmesser von 8 cm aufweist. Der Becher weist keine Herstellerzeichen auf, hat aber Anzeichen von mäßiger bis starker Beanspruchung und leichter Abnutzung, einschließlich eines kleinen Splitters, der am Rand fehlt. Wenn es sich nicht im Besitz eines menschlichen Subjekts befindet, enthält der Becher ungefähr 88 bis 91 ml (3 Unzen) einer unbekannten, goldbraunen, durchsichtigen Flüssigkeit. Diese Flüssigkeit kann weder abgesaugt, noch ausgeschüttet, abgelassen, verdampft oder auf andere Weise aus SCP-209 entfernt werden, es sei denn durch ein menschliches Subjekt, das den Becher in die Hand nimmt und die Flüssigkeit trinkt. Sämtliche Aktivator-Subjekte berichteten nach einer Probe der durch SCP-209 hergestellten Flüssigkeit, dass sie alkoholisch sei und ein Gefühl von Wärme, Selbstsicherheit und allgemeinem Wohlbefinden vermittle. Dieser Effekt hat sich als äußerst süchtigmachend erwiesen, wobei die Methadontherapie derzeit die höchsten Erfolgsraten bei der Entgiftung bezüglich der Auswirkungen von SCP-209 aufweist.

Damit SCP-209 in seine aktive Phase eintritt, müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Mindestens zwei (2) menschliche Subjekte müssen sich innerhalb von zwanzig (20) Metern im Umkreis von SCP-209 befinden.
  • Mindestens eines (1) der menschlichen Subjekte muss einen normal funktionierenden Geruchssinn besitzen und das Aroma von SCP-209 wahrnehmen. Geruchslose Testsubjekte waren nicht in der Lage, die aktive Phase einzuleiten.
  • Das Subjekt, welches den Geruch von SCP-209 als erstes wahrnimmt, muss in den Besitz des Bechers gelangen und eine beliebige Menge der darin befindlichen Flüssigkeit zu sich nehmen (im Folgenden "Aktivator-Subjekt" genannt).

Sobald diese Voraussetzungen erfüllt sind, tritt SCP-209 in die aktive Phase ein. Das Aktivator-Subjekt strebt unverzüglich eine entspannte oder bequeme Position an, um die Flüssigkeit in SCP-209 in gemächlichem Tempo auszutrinken. Jedes andere menschliche Subjekt in einem Umkreis von zwanzig (20) Metern um das Aktivator-Subjekt (im Folgenden als "Beutesubjekt" bezeichnet) wird für die Dauer der aktiven Phase auf zwei verschiedene physikalische Parameter festgelegt:

  • Beute-Subjekte sind physisch nicht in der Lage, sich weiter als zwanzig (20) Meter vom Aktivator zu entfernen, sobald die Einnahme begonnen hat.
  • Beute-Subjekte sind physisch nicht in der Lage, sich dem Aktivator auf mehr als einen (1) Meter zu nähern, sobald die Einnahme begonnen hat.

Sämtliche bisherigen Versuche, irgendein lebendiges Beute-Subjekt jenseits dieser Grenzen zu bewegen sind gescheitert. Jedes menschliche Subjekt, welches den zwanzig (20) Meter großen Einflussbereich von SCP-209 betritt, nachdem Aktivator- und Beute-Subjekte festgelegt wurden, bleiben unbeeinträchtigt.

Jedes beschreibende Wort oder jeder Satz, der in Bezug auf SCP-209 vom Aktivator-Subjekt während der aktiven Phase verwendet wird, spiegelt das Beute-Subjekt auf verschiedene Weise wider. Siehe Experimentenprotokoll 209-6.2 bis 209-33.8 für Details. Die Aktivator-Subjekte scheinen sich sowohl den Grenzbeschränkungen für die Beute-Subjekte, als auch der physikalischen Wirkung ihrer beschreibenden Sprache bewusst zu sein, unabhängig vom Ausmaß des körperlichen Schadens oder der Belastung, das Beute-Subjekten zugefügt wird, scheinen sich Aktivator-Subjekte ein leicht amüsiertes Verhalten zu bewahren. Man nimmt an, dass die Wirkung, die SCP-209 auf Beute-Subjekte hat, als eine Art Unterhaltung für die Aktivator-Subjekte gedacht ist, während es den berauschenden Effekten von SCP-209 ausgesetzt ist.

Sobald das Aktivator-Subjekt die gesamte Flüssigkeit innerhalb von SCP-209 konsumiert hat, werden beide Grenzparameter aufgehoben. Wenn sie noch in der Lage sind, sich zu bewegen, können und werden vormalige Beute-Subjekte so schnell wie möglich aus dem Bereich fliehen. Das Aktivator-Subjekt wird unverzüglich vom nun leeren SCP-209 irritiert und versucht, es mit jeder verfügbaren Flüssigkeit wieder zu füllen. Sobald der Aktivator SCP-209 erfolgreich mit etwa 88 bis 91 ml (3 oz) Flüssigkeit gefüllt hat, verwandelt sich dieses in einen anderen, mit goldbrauner, durchsichtiger Flüssigkeit gefüllten Becher und der Kreislauf beginnt von Neuem, vorausgesetzt, ein weiteres potentielles Beute-Subjekt ist in Reichweite. Sobald Beute-Subjekte oder andere SCP-209 vom Aktivator trennen oder ihn behindern, bevor dieser es „erneut befüllen“ kann, beendet SCP-209 die aktive Phase und bleibt für ungefähr neunundsiebzig (79) Stunden leer und inaktiv, bevor es sich mit unbekannten Mitteln wieder auffüllt, um eine etwaige neue aktive Phase zu beginnen.

Anhang: Experimentenprotokoll 209-18.4

Drei (3) Subjekte der Klasse D sind für Tests vorgesehen. Ein Raum mit den Maßen 25 m mal 25 m mal 6 m wird ausgestattet mit einem einfachen Klappstuhl aus Stahl und SCP-209. Das Aktivator-Subjekt wird als „D-Akt“ bezeichnet, die Beute-Subjekte erhalten die Bezeichnungen "D-Beute 1" und "D-Beute 2". Das Protokoll beginnt 122 Sekunden nach der Einnahme von SCP-209 durch D-Akt.

122 Sekunden: D-Akt setzt sich auf den einfachen Stuhl, der sich im Raum befindet. D-Beute 1 nähert sich D-Akt. D-Beute 2 beginnt damit, die Grenzen des Raums zu auszuloten.

188 Sekunden: D-Beute 1 entdeckt die innere Begrenzung und kann sich D-Akt nicht weiter nähern.

194 Sekunden: D-Beute 2 entdeckt die äußere Begrenzung und ist nicht in der Lage, die östliche Mauer zu erreichen.

227 Sekunden: D-Beute 1 beginnt, Obszönitäten zu schreien und versucht, D-Akt damit zu treffen. Keine Wirkung. D-Beute 2 versucht, die äußere Begrenzung zu kartografieren.

255 Sekunden: D-Akt beschreibt SCP-209 als "rauchig".

258 Sekunden: D-Beute 1 beginnt, heftig zu husten. D-Beute 2 nähert sich.

284 Sekunden: D-Beute 1 bricht zusammen, von schwerem Husten geplagt. Mit jedem Husten wird ein unbekanntes, schwarzes Rauchgas durch den Mund ausgestoßen. D-Beute 2 versucht, sich D-Akt zu nähern.

299 Sekunden: D-Akt beschreibt SCP-209 als "flüssig".

302 Sekunden: D-Beute 2 beginnt, heftig zu schwitzen. D-Beute 1 hustet weiter krampfartig. Die rauchähnlichen Substanz setzt ihren Austritt aus Mund, Nase und Augen fort.

363 Sekunden: D-Beute 2 verströmt eine dicke Schicht einer dickflüssigen, nahezu reibungsfreien Substanz aus allen Poren. Die Substanz hat die Kleidung, sowie offenbar die erste Schicht der Epidermis erodiert. D-Beute 2 kann nicht mehr stehen, fällt um und versucht, den Fluss der unbekannten Substanz, die aus seinen Poren austritt, zu stoppen. D-Beute 1 stirbt schließlich. Die rauchartige Substanz tritt weiterhin aus Mund, Nase und Augen aus. D-Akt applaudiert zeitweise.

484 Sekunden: Die aus D-Beute 2 ausgeschiedene, dickflüssige Substanz hat zwei (2) weitere Hautschichten erodiert; Wunden entsprechen in etwa Verbrennungen zweiten und dritten Grades. D-Beute 2 drückt den Wunsch aus, terminiert zu werden.
Bitte verweigert. D-Akt scheint auf die verbleibende Flüssigkeit von SCP-209 fixiert zu sein.

522 Sekunden: D-Beute 2 stirbt. Die Substanz scheint aufzuhören, aus den Poren auszutreten. D-Beute 1 hört auf, eine rauchähnliche Substanz auszustoßen. D-Akt fährt damit fort, SCP-209 zu trinken.

948 Sekunden: D-Akt konsumiert das letzte Bisschen von SCP-209. Es steht sofort auf und eilt auf die Leiche von D-Beute 1 zu. Es beginnt, mit der linken Hand an der Leiche zu kratzen, während es SCP-209 weiterhin in der rechten Hand hält.

954 Sekunden: Die Forscher stellen fest, dass D-Akt versucht, SCP-209 mit dem Blut aus der Leiche von D-Beute 1 wieder aufzufüllen. Auf Befehl betritt ein Mitglied des Sicherheitspersonals den Raum, neutralisiert D-Akt und holt SCP-209 zurück, welches sich immer noch in leerem Zustand befindet.

Sofern nicht anders angegeben, steht der Inhalt dieser Seite unter Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 License