SCP-201-DE
Bewertung: +3+x

Objekt-Nr.: SCP-201-DE

Klassifizierung: Keter

Sicherheitsmaßnahmen: SCP-201-DE wird im Moment in Standort-DE9 eingedämmt und ist in einer Isolierzelle mit den Maßen 500 m x 500 m x 15 m unterzubringen. Die Wände der Zelle müssen mit 2 cm dicken Platten aus hochfestem Stahl verkleidet sein, die bei zu starker Beschädigung ausgewechselt werden müssen, vorzugsweise, wenn SCP-201-DE durch Futter abgelenkt ist. Durch in den Wänden verbaute Elektromagneten muss in der Kammer immer ein Magnetfeld mit einer Flussdichte von mindestens 2 Tesla herrschen. Um die Entität wirksam disziplinieren zu können, ist eine Sprinkleranlage ist in die Decke zu installieren, ebenso wie ein Abflusssystem im Boden der Kammer. Stützen der Decke müssen auf eine solche Weise verstärkt werden, dass SCP-201-DE sie nicht oder nur schwer zerstören kann.

SCP-201-DE ist monatlich mit etwa 1 t radioaktiven Material zu füttern, dass zu diesem Zweck im Moment aus verschiedenen Foundationstandorten mit Kernreaktoren und dem Atommüllendlager Gorleben beschafft wird. Zur Belohnung für gutes Verhalten können zudem Bananen verfüttert werden, zur Bestrafung hat sich das Bestäuben mit Wasser bewährt, wobei jedoch darauf zu achten ist, dass sich während Disziplinarmaßnahmen kein Personal in seiner Umgebung aufhält.

Zur Beschäftigung wurden der Entität mehrere Pezibälle, zwei alte Traktorreifen und ein Baumstamm zur Verfügung gestellt. Diese können ihr aber im Zuge disziplinarischer Maßnahmen wieder entzogen werden.

22700857144_8d71624241_z.jpg

SCP-201-DE während seines Angriffs auf Außenposten-DE19-B.

Beschreibung: SCP-201-DE ist eine Lebensform ungeklärter Klassifikation und Herkunft. Es besitzt einen 700 Meter langen, 1,5 Meter dicken, schlangenartigen Körper mit Rückenkamm und einen drachenartigen Kopf mit mehreren Paaren nach hinten gebogener Hörner. Die größte Auffälligkeit an SCP-201-DE ist allerdings, dass es vollständig aus Metalllegierungen besteht1. Trotz dieser Eigenschaft verfügt SCP-201-DE über eine organisch anmutende Bewegungsfähigkeit, über die klassischen Sinne und die Fähigkeit, selbst schwächste Gamma-Strahlung über große Distanzen hinweg aufzuspüren.

SCP-201-DE bewegt sich schlängelnd und vorzugsweise unterirdisch fort. Es besitzt die Fähigkeit, den Raum in einer solchen Form zu krümmen, dass es Materie zur Seite drückt, bis es deren ursprünglichen Aufenthaltsort passiert hat, wonach die Krümmung erlischt und etwaige versetzte Gegenstände und Strukturen ohne Schäden zurückbleiben. Auf diese Weise gekrümmter Raum besitzt einen Welleneffekt, der sich auf Materie in der Nähe überträgt, bis SCP-201-DE verschwunden ist. Es steht zu vermuten, dass SCP-201-DE nicht in der Lage ist, diese Fähigkeit auf Flüssigkeiten und Gase anzuwenden, da es Wasserkörper meidet und allgemein mit Abwehrreaktionen auf Wasser auf seinem Körper reagiert. Erwiesenermaßen kann SCP-201-DE seine Fähigkeiten ebenfalls nicht einsetzen, wenn ein Teil seines Körpers einem Magnetfeld mit einer Flussdichte von 1,2 Tesla oder mehr ausgesetzt ist. Unter derartigen Magnetfeldern kommt es außerdem zu einer merklichen Schwächung von SCP-201-DEs physischer Leistung, was seine Eindämmung stark vereinfacht.

Mangels Fähigkeit, SCP-201-Des Inneres zu betrachten, sei es durch Röntgenaufnahmen oder Vivisektion, ist unbekannt, wie SCP-201-DEs Körper funktioniert. Auch wenn er aus Metall besteht, verhält er sich zumindest äußerlich wie typische Körper aus organischem Material. Es ist allerdings bekannt, dass sich SCP-201-DE von radioaktiven Stoffen und ernährt und diese offenbar vollständig in Energie umsetzt, da nie beobachtet wurde, dass das Wesen Reste ausgeschieden hätte. Ebenfalls bemerkenswert ist, dass SCP-201-DE den Zerfall von instabilen Isotopen in seiner Nähe stark beschleunigt und die dabei entstehende Strahlung mit seinem Körper absorbiert. Auf diese Weise ist es mit genug Zeit theoretisch in der Lage, ganze radioaktiv verseuchte Regionen zu reinigen. Allerdings hat es eine Vorliebe für stärkere Strahlungsquellen und angereichertes Spaltmaterial, wie etwa Kernreaktorabfälle und Atomwaffen und wird daher von Atomkraftwerken und Nuklearwaffendepots angelockt. Aus ungeklärten Gründen scheint es außerdem Bananen als Delikatesse anzusehen und kann sie scheinbar anhand der Strahlung ihres Kaliumisotops orten, um sie aufzuspüren und zu verzehren.

Entdeckung: SCP-201-DE wurde erstmalig am 28. Juni 2007 gesichtet, als es in das Kernkraftwerk Brunsbüttel einbrach und sämtlichen vorhandenen Reaktormüll und Brennstäbe zu verspeisen begann. Eingeschleuste Agenten der Foundation alarmierten umgebende Standorte, deren als Reaktion entsendete Einsatzkräfte SCP-201-DE unter Einsatz von großkalibrigen Waffen und Panzerfäusten angriffen. Die Entität trug von dem Angriff zwar keine sichtbaren Schäden davon, konnte aber erfolgreich verjagt werden, bevor es in die Reaktorblöcke eindringen konnte. Bei diesem Vorfall wurde beobachtet, dass SCP-201-DE offenbar nur dann den Raum um sich herum krümmt, wenn es Hindernisse nicht mit Gewalt durchbrechen kann, was zu schweren Schäden an dem Kraftwerk und seine subsequente Schließung zur Folge hatte. Der Öffentlichkeit wurde der Ausfall als Kurzschluss des Übertragungsnetzes und die Stilllegung als Maßnahme wegen baulicher Mängel erklärt. Das Kraftwerk wurde später von der Foundation übernommen und zu Standort-DE7 ausgebaut.

Nach diesem Vorfall wurden an allen Kernkraftwerken in Deutschland, der Schweiz und Österreich verdeckte MTF-Einheiten stationiert, die SCP-201-DE im Falle seines Auftauchens entweder einfangen oder vertreiben sollten. Tatsächlich griff die Entität die Kraftwerke Neckarswestheim und Emsland an, wurde aber jedes Mal erfolgreich zurückgeschlagen, bevor es zu große strukturelle Schäden verursachen konnte. Das Personal des Kraftwerks wurde daraufhin amnesiziert.

Im Sommer 2008 wurde SCP-201-DE in Außenposten-DE19-B gesichtet, wo es die Lager der Nuklearwaffen aufsuchte, und auf ihnen herumzukauen begann, um an den Explosivstoff zu gelangen. Zwar war keine der Waffen scharf geschalten, allerdings verursachte die Entität wie üblich strukturelle Schäden, etwa, um sich durch Türen zu zwängen und Kernwaffen aus ihren Halterungen zu reißen. Das Standort-Personal sowie das präsente Militär schafften es, SCP-201-DE mit gezieltem Pistolenfeuer auf seine Augen aus dem Nuklearwaffendepot zu vertreiben, woraufhin mit schweren Waffen das Feuer eröffnet wurde. Die Entität leistete eine Weile lang Gegenwehr, etwa indem es einen Helikopter zerdrückte und nach Soldaten schnappte und forderte bis zu seinem Abtauchen 24 Leben. Nach Standardprotokoll wurde an das Nicht-Foundationpersonal nach dem Vorfall ein Amnesiat ausgehändigt und die Toten und die Schäden zu Opfern einer Waffenfehlzündung erklärt. Auf dieses Ereignis hin wurden zusätzliche Einsatzkräfte zu SCP-002-DE geschickt, um die Anlage gegen SCP-201-DE zu verteidigen, falls es sich zeigen sollte. Es stand zu befürchten, dass ein derartiger Angriff SCP-002-DE dazu verleiten würde, Atomschläge durchzuführen, im schlimmsten Fall gegen seine eigene Position.

Am 15.11.2009 dokumentierte eine Rastplatzkamera nahe Düsseldorf, wie SCP-201-DE gegen 01:00 Uhr nachts aus dem Boden auftauchte und begann, einen geparkten Lastwagen aufzubrechen, der Bananen geladen hatte. Die Entität verzehrte die Bananen restlos und tauchte anschließend wieder in den Boden. Der Lastwagenfahrer und seine mitgeführte Katze kamen mit dem Schrecken davon. Zeugen wurden amnesiziert, nachdem die Foundation den Notruf des Fahrers im Zuge der Routineüberwachung des Telekommunikationsnetzwerks abgefangen und zurückverfolgt hatte.

Im Herbst 2010 wurde im Atommülllager Gorleben der Alarm ausgelöst, als im Transportbehälterlager Sensoren meldeten, dass Undichtheiten an einigen Behältern mit hochradioaktiven Abfall registriert worden waren. Bei der Überprüfung wurde festgestellt, dass die fraglichen Behälter nicht undicht, sondern von SCP-201-DE gefressen worden waren. Laut Zeugenberichten leckte es beim Erscheinen des Notfallteams gerade radioaktive Trümmerstücke auf, ergriff aber beim Anblick von Menschen die Flucht und tauchte in den Boden ab. Die Zeugen des Vorfalls wurden amnesiziert und die Posten der verschwundenen Behälter aus den Akten gelöscht.

Am 09.01.201█ tauchte SCP-201-DE unmittelbar nach Ereignis V/073/09011█ in Köln auf und trug zur Verwüstung bei, wahrscheinlich auf der Suche nach der Strahlenquelle. Standort-DE19 stufte dieses Ereignis als schwerwiegenden Eindämmungsbruch ein und entsendete MTF DE4-𝔙 "Die Verteidiger", um SCP-201-DE zu vertreiben. Es stellt sich allerdings heraus, dass das Wesen nicht mehr in der Lage war, im Erdboden zu verschwinden und sich beim Versuch dessen selbst bewusstlos schlug. Bei einer vorläufigen Untersuchung wurde entdeckt, dass mehrere Neodymmagneten an seiner Schnauze steckten, die es vermutlich bei seiner Zerstörung von Häusern eingesammelt hatte. Während die Amnesika-Behandlung im Nachgang von Ereignis V/073/09011█ begann, wurde die Entität nach ihrem Erwachen auf Anraten des SCP-201-DE-Projektteams unter Einsatz einer großen Menge an Bananen aus einem zerstörten Supermarkt aus der Stadt durch ein mit dem Eisler-Wurmlochprojektor erzeugtes Wurmloch direkt nach Standort-DE9 gelockt, wo es dann in eine seit 2009 für es vorbereiteten Eindämmungszelle untergebracht wurde. Diese Zelle wurde später mit Elektromagneten versehen. SCP-201-DE wurde während dieser Zeit mit Neodymhalsbändern von der Flucht abgehalten, die es aber nach einiger Zeit abzustreifen begann.

Am 7. Februar 2018 kam es zu einem Ausfall der Lieferkette, die Atommüll nach Standort-DE9 liefert, da das Atommüllager Asse II in Wolfsbüttel, Niedersachsen vollständig gelehrt worden war. SCP-201-DE kam daraufhin für zehn Monate ohne Nahrung aus, schien allerdings nach sieben Monaten unter Schmerzen zu leiden. Im Dezember konnte die Lieferung durch das Atommüllager in Gorleben wieder aufgenommen werden. begann sich SCP-201-DEs Körper unvermittelt stark aufzuheizen und erzeugte große Mengen radioaktiver Strahlung, die seine Kammer nachhaltig kontaminierten. Sein Körper wurde nach etwa fünf tagen Minuten so heiß, dass das Metall unter ihm zu schmelzen begann und die Elektromagneten darunter ausfielen2. Als sein Körper zu glühen anfing, erreichte die Lieferung endlich Standort-DE9 und SCP-201-DE wurde mit der dreifachen Menge an Nahrung versorgt. Das Material wurde mit großem Enthusiasmus verzehrt und SCP-201-DEs Körpertemperatur nahm wieder gewohnte Werte an. Die beschädigten Stahlplatten und Magneten wurden später ersetzt und die Kontamination der Kammer durch SCP-201-DEs eigenen Effekt bereinigt.

Im Moment werden Maßnahmen ergriffen, um SCP-201-DEs Versorgung sicherzustellen, wenn die Atommüllvoräte der Bundesrepublik Deutschland erschöpft sein sollten.

Sofern nicht anders angegeben, steht der Inhalt dieser Seite unter Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 License