SCP-188-DE
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Historische Aufnahme von SCP-188-DE-A

Objekt-Nr.: SCP-188-DE

Klassifizierung: Neutralisiert

Sicherheitsmaßnahmen: Von SCP-188-DE existieren keine Proben mehr. Sollten wider Erwarten Proben gefunden werden, sind diese gemäß den Standardbestimmungen für mikrobielle biologische Kampfstoffe der Klasse 3 einzufrieren und zu handhaben. Eine Nachproduktion von SCP-188-DE anhand der gefundenen Forschungsunterlagen ist strikt untersagt, es findet keine Forschung dahingehend statt.

Alle Originalunterlagen sowie möglicherweise vorhandene Kopien sind zwar nicht anomal, aufgrund der Gefahr, die durch eine mögliche Nachproduktion droht, sind sie jedoch in einem kameraüberwachten Hochsicherheitstresor der Stufe S4 aufzubewahren. Der Zugriff auf die Dokumente ist niemandem gestattet. Digitale Kopien unterliegen der Sicherheitsstufe 5/188-DE. Im Falle eines unberechtigten Zugriffs wird der Inhalt des Tresors automatisch von einer Thermitladung zerstört. Versuche sich Zugang zu verschaffen sind im Zweifel mit tödlicher Gewalt zu unterbinden.

Mit SCP-188-DE infizierte Personen und Tiere oder solche, die im Verdacht stehen infiziert zu sein, sind in einem verstärkten Quarantäneraum zu isolieren und zu beobachten. Sollten sich Symptome zeigen, steht es dem Projektleiter frei, eine Euthanasierung anzuordnen; infiziertes Foundationpersonal kann eine Euthanasierung beantragen, für den Fall das sich Symptome zeigen. Treten nach sechs Wochen keine Symptome auf, gilt die Infektion als abgewendet und die Subjekte als nicht mehr ansteckend. Die Leichname von Opfern von SCP-188-DE und eventuell damit Infizierten sind als biologischer Gefahrstoff der Klasse 3 zu behandeln und zu kremieren.

SCP-188-DE kann an der Luft bis zu fünf Tage nach der Freisetzung überleben und infektiös sein. Tatsächlich oder vermeintlich kontaminierte Räumlichkeiten sind mit oxidierendem gasförmigen Desinfektionsmittel wie Ozon oder Chlorgas zu fluten und alle Oberflächen mit einem geeigneten Oxidationsmittel zu reinigen. SCP-188-DE selbst ist zwar nicht maskenbrechend, kann aber mit maskenbrechenden Trägerstoffen kombiniert werden. Für den Fall eines Einsatzes durch das SKP aus R-3378-DE ist Standort-DE3 mit einem Ozongenerator ausgestattet, um im Ernstfall Raum ᚠ sowie angeschlossene Flure zu fluten. Sollte es zu einer Freisetzung kommen, sind Schutzanzüge mit Sauerstoffversorgung und Servokampfanzüge bevorzugt einzusetzen und anschließend mit Oxidationsmittel oder Niedertemperaturplasma zu dekontaminieren. Dabei eventuell beschädigte Bauteile sind zu ersetzen.

Beschreibung: SCP-188-DE ist ein anomal modifiziertes multiresistentes Staphylococcus aureus Bakterium (SCP-188-DE-A), an welches ein anomales Prion (SCP-188-DE-B) gekoppelt ist. Es wurde 1944 vom Sonderkommando für Paranormales als Biowaffe B4 "Blitzgewitter" entwickelt. Ihre Wirkung ist zwar tödlich, ihr Hauptzweck war jedoch die Demoralisierung feindlicher Verbände. Es sind keine Proben mehr vorhanden (siehe Anhang #188-DE/A1). Es ist desweiteren nicht bekannt, ob die Aufzeichnungen der Entwicklung tatsächlich ausreichen, um SCP-188-DE zu reproduzieren.

SCP-188-DE wurde entwickelt, um in einer Trägerflüssigkeit von Flugzeugen aus über feindlichen Stellungen und Feldlagern als Aerosol ausgebracht zu werden. Die Trägerflüssigkeit ist zunächst grell-gelb und schlägt sich durch Oxidation als farbloses, klebriges Gel auf allen Oberflächen nieder. Sie ist nicht mit Wasser löslich und nur schwer zu entfernen. SCP-188-DE bleibt teils in der Trägersubstanz gebunden, teils wird es aerob und dringt so bei der ersten Exposition über die Atemwege, Augen und Schleimhäute oder später durch versehentliche Aufnahme über kontaminierte Speisen oder Schmierinfektion bei Kontakt mit kontaminierten Gegenständen in den Körper ein. Wird die Trägersubstanz eingeatmet, führt sie zu einem Hustenreiz, bleibt jedoch lange genug in den Atemwegen, um eine Infektion herbeizuführen. In der Trägersubstanz überlebt SCP-188-DE für ca. eine Woche und bleibt so lange infektiös. Von Mensch zu Mensch ist SCP-188-DE durch Körperflüssigkeiten und die Luft übertragbar, überlebt aber außerhalb des Körpers oder der Trägersubstanz nicht länger als 2 Stunden. Es bleibt die gesamte Zeit der Einwirkung über infektiös. SCP-188-DEs Effekt tritt nur bei Menschen auf, Tiere sind jedoch für ca. eine Woche infektiös, danach denaturiert SCP-188-DE aufgrund einer ungeeigneten Umgebung. Es ist gegen alle nicht-oxidierenden Desinfektionsmittel resistent. Die Trägersubstanz ist nicht anomal und wurde vernichtet, als sie begann sich zu zersetzen, die chemische Zusammensetzung wurde jedoch zuvor ermittelt und ist zusammen mit Anweisungen zur Synthese in Dokument #188-DE/A2 hinterlegt.

SCP-188-DE-A bleibt bei einem gesunden Menschen für ca. drei Tage asymptomatisch und vermehrt sich lediglich. Erreicht SCP-188-DE-B nach dieser Zeit einen bestimmten Punkt seiner Verbreitung, löst es die Ausschüttung eines Hormons über die Hypophyse aus, welches SCP-188-DE-A aktiviert. Dies führt zu einem spontanen Ausbruch einer blasigen Ablösung der Epidermis ähnlich dem Lyell-Syndrom sowie der Bildung nekrotischer Furunkel und Karbunkel und möglicherweise weiterer typischer Symptome einer Infektion mit Staphylococcus aureus. Die Periode, in der SCP-188-DE inert bleibt, hängt von verschiedenen Umweltfaktoren während der Ausbringung sowie der "Reifungsperiode" und der Dauer von der Züchtung bis zur Ausbringung ab; solange alle Infizierten an einem Ort bleiben und den gleichen Faktoren ausgesetzt sind, bricht es jedoch bei gleichzeitig Infizierten innerhalb einer Stunde gleichzeitig aus, wenn alle SCP-188-DE der gleichen Charge entstammen.

Nicht bei allen Infizierten treten Symptome auf. Wenn SCP-188-DE-B nicht binnen 37 Stunden das Gehirn erreicht, beginnt es sich zu zersetzen, der Botenstoff bleibt aus, SCP-188-DE-A bleibt inert und beginnt nach einigen Wochen abzusterben. Forschungen des SKP dahingehend, SCP-188-DE auf bestimmte Haplogruppen zu spezialisieren, blieben fruchtlos.

SCP-188-DE-B infiziert das Gehirn und reift zunächst für die oben genannte Zeit asymptomatisch heran. Durch die Ausschüttung des Hormons wird nicht nur SCP-188-DE-A aktiviert, sondern auch SCP-188-DE-B. Zunächst treten lediglich Kopfschmerzen und Wahrnehmungsstörungen wie Doppelsehen oder Tinnitus und Gleichgewichtsstörungen auf. 4-8 Stunden nach dem Aussenden des Hormons kommt es zum spontanen Auftreten von Verhaltensänderungen. Die Betroffenen zeigen außergewöhnliche Aggression und Angriffslust gegen Lärmquellen und schnelle Bewegungen, unabhängig davon, ob es sich um Personen, Tiere oder Objekte handelt. Der Ausbruch der Verhaltensänderung mindert den Intellekt, die Wahrnehmung oder die Fähigkeit, zu sprechen, und Waffen und Gerät zu bedienen jedoch nur langsam über einen Zeitraum von mehreren Stunden.

SCP-188-DE-B führt zu einer fortschreitenden Degeneration des Gehirns; etwa 12 Stunden nach Ausbruch der Verhaltensänderung besitzen die Betroffenen nur noch "animalische Instinkte" und sind weder in der Lage zu sprechen, noch Gerätschaften zu bedienen und scheinen weder Sprache noch Schrift zu verstehen. Der Zerfall des Gehirns setzt sich weiter fort und erreicht etwa 5 Tage nach Ausbruch vitale Bereiche und führt dadurch zum Tod, sofern die Betroffenen nicht vorher verdurstet oder an einer Sepsis verendet sind. Das Hormon, das fortwährend durch SCP-188-DE-B freigesetzt wird, führt zu einer chemischen Veränderung des Schweißes, der damit einen anderen Geruch annimmt. Die Betroffenen neigen deutlich seltener zu Aggression gegenüber anderen Infizierten.

SCP-188-DE-A ist gegen alle bekannten Antibiotika, auch gegen moderne Antibiotika gegen MRSA wie Vancomycin oder Linezolid und fast alle Desinfektionsmittel außer Oxidationsmitteln und Niedertemperaturplasma resistent. Es sei anzumerken, dass das SKP SCP-188-DE-B für ein anomales Eiweiß hielt. Das Konzept von Prionen hat sich ihnen nicht erschlossen. Außer Maßnahmen zur Vermeidung einer Infektion gibt es keine möglichen Gegenmaßnahmen oder Impfungen.

SCP-188-DE war bei der Auflösung des SKP zwar bereits fertig gestellt und an KZ-Insassen und Kriegsgefangenen getestet worden, die Proben wurden jedoch vor ihrem ersten Feldeinsatz beseitigt (siehe Anhang #188-DE/A1), sodass der Foundation lediglich die Dokumentation in die Hände gefallen ist und einige Zeugen vernommen werden konnten.

SCP-188-DE wurde zwar als Biowaffe zum Einsatz gegen feindliche Befestigungen und Feldlager entwickelt, eine Verbreitung in modernen Ballungsgebieten würde jedoch je nach Zahl der Erstinfizierten rasch katastrophale Ausmaße annehmen. Da keine Proben mehr existieren, wurden noch keine konkreten Eindämmungsmaßnahmen für diesen Fall geplant.

Anhang #188-DE/A1

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