SCP-1831
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Digitale Kopie von SCP-1831. Zum Vergrößern anklicken.

Objekt-Nr.: SCP-1831

Klassifizierung: Sicher

Sicherheitsmaßnahmen: SCP-1831 wird derzeit in einem Minimalsicherheitsschließfach in Standort-551 aufbewahrt.

Beschreibung: SCP-1831 ist eine Polaroidaufnahme, ca. 2002. Es stellt den vermeintlichen Hinterhof eines Haushalts dar. Es ist unbekannt, ob dieser Haushalt existiert. Auf der Rückseite des Fotos sind die Worte "Das Gefängnis ♥. -Großer Bruder" mit einem Marker geschrieben.

Wenn ein Subjekt SCP-1831 betrachtet und versucht, sich auf etwas im Bild zu konzentrieren, gewinnt es Erinnerungen an diesen spezifischen Gegenstand aus seiner Kindheit, obwohl diese Ereignisse nie stattfanden. Jedes bestimmte Element innerhalb von SCP-1831 kann dies auslösen. Dieser Effekt funktioniert nur bei Probanden, die zwischen den Jahren 1976 und 2002 geboren wurden.

Anhang SCP-1831-1: Protokolle

Die folgenden Tests wurden durchgeführt, um die Fähigkeiten von SCP-1831 zu messen. Die Tests wurden mit D-3731, einem 1991 geborenen Mann, durchgeführt. Nach Abschluss der Tests wurde D-3731 Klasse-A-Amnesika verabreicht und einem neuen Projekt zugewiesen.


Test 1


Objekt: Das Haus.

Abschrift des Subjektes:

Das weckt Erinnerungen. Ha. Das war mein Haus, als ich aufgewachsen bin. Ich habe mit meiner Familie darin gelebt, und wir hatten ein allgemein normales Leben, würde ich behaupten.

Wir hatten 2 Schlafzimmer, ein Badezimmer, die Waschküche, die Küche, das Esszimmer, das Wohnzimmer, all das nötige halt. Die Tür zum Haus führt tatsächlich in einen sehr kleinen Raum, der sowohl mit der Küche als auch mit der Waschküche verbunden ist. Nachdem ich mit meinem Bruder für einen Tag spielte ging ich da rein und machte uns was zu essen. Oh- nun, nein, mein Bruder hat das immer gemacht, aber Sie verstehen schon.

Zeit: 1m, 26s

Test 2


Objekt: Das kaputte Dach.

Abschrift des Subjektes:

Es überrascht mich, dass es so lange dauerte, bis das Ding den Löffel abgegeben hat. Ich und mein Bruder sprangen, rutschten und schlugen ständig dieses Ding, als wäre es unser rothaariges Stiefkind, haha. Als es kaputt ging, hatten wir bereits geplant umzuziehen, also war es kein so großes Problem.

Das erinnert mich daran, dass ich und mein Bruder draußen Kämpfen gespielt haben, als er mich packte und mich einfach auf das Deck warf und es fast in zwei Hälften teilte. Ich musste in die Notaufnahme gehen, um meinen Kopf genäht zu kriegen. Er warf…. ein wenig zu hart.

(D-3731 seufzt.)

Zeit: 59s

Test 3


Objekt: Der Fernseher.

Abschrift des Subjektes:

Das war mal in meinem Zimmer, bis…. sagen wir, es gab einen Vorfall. Ich erinnere mich, dass das ein paar Tage nachdem ich in die Notaufnahme gegangen bin passiert ist. Ich war am Esstisch und habe meine grünen Bohnen und Kartoffelpüree gegessen, als plötzlich der Tisch in zwei Hälften gebrochen ist. Ich war mit Kartoffelpüree bedeckt, und meine Mutter weinte, während mein Vater wie wild rumgeschrien hat. Beide trugen sehr schöne Kleidung. Anscheinend gingen sie nach dem Abendessen auf ein Date zum See und sagten mir und meinem Bruder, wir sollen nichts anstellen.

Ich war verwirrt, verängstigt, kurz davor zusammenzubrechen und zu weinen, während mein Bruder einfach weiter in seinem Stuhl saß und aß, keine Emotionen in seinem Gesicht. Mein Vater nahm meinen Fernseher und warf ihn so hart nach draußen, dass er fast kaputt ging. Ich habe ihn gelegentlich hinein gebracht und eingesteckt, während meine Eltern schliefen.

Er war eigentlich schon völlig zerstört und das Bild war nun statisch, aber es war wohl der Reiz.

Zeit: 1m, 7s

Test 4


Objekt: Die Holzstruktur auf der rechten Seite.

Abschrift des Subjektes:

Wussten Sie, dass wir Kaninchen gezüchtet haben? Eigentlich direkt hinter dem Bild hier befand sich ein extrem großer Käfig voller Brutkaninchen und das, was wir "Dinner-Kaninchen" nannten. Diese Holzstruktur war ein alter Käfig, den wir zerlegten, weil das Holz auseinanderfiel. Wie auch immer, über die Kaninchen…. nun, wissen Sie, wir haben sie gegessen. Wir haben die Kaninchen aufgezogen, getötet und gegessen. Kaninchenfleisch ist extrem gut, aber anscheinend war mein Bruder gegen die Idee. Extrem dagegen.

Ein gutes Stück nach dem Notaufnahmebesuch kauften wir Luftgewehre, so dass wir keine Messer benutzen mussten, um die Kaninchen zu töten, und es wäre ein schmerzloser Tod. Einen Moment streichle ich ein Kaninchen, und im nächsten bin ich im Krankenhaus, direkt neben meiner Mutter, die eine Luftwaffenwunde in der Brust hat. Es war keine echte Waffe, also erholte sie sich relativ. Mein Vater schlug mich in dieser Nacht. Er nahm sogar seinen mit Strass überzogenen Gürtel heraus und zerfleischte meinen Hintern quasi. Anscheinend habe ich meine Mutter mit einer Luftpistole abgeschossen.

Ich weiß immer noch nicht, wie man eine Waffe abfeuert.

Zeit: 2m, 17s

Test 5


Objekt: Der Hund.

Abschrift des Subjektes:

Wir hatten nie einen Hund.

Zeit: 3s

Test 6


Objekt: Das verputzte Fenster links neben der Haustür.

Abschrift des Subjektes:

Nach diesem Vorfall mit der Luftwaffe wurde mir von meinem Vater gesagt, dass ich nicht mehr in meinem Bett schlafen dürfe und dass ich zur Strafe in der Waschküche schlafen müsse. Ich hatte einen Haufen Kleidung zum Anziehen, also war es kein Problem, oder?

Keiner von uns mochte es, die Wäsche zu waschen, also wurde sie nie gemacht, besonders mit meiner Mutter im Krankenhaus, und meinem Vater so gut wie nicht funktionsfähig. So war es bis zum Rand gefüllt mit schweißgebadet, kotverkrusteten, knusprigen, kotzegefüllten Kleidern. Die Tür zur Waschküche war immer geschlossen. Und es blieb für die meiste Zeit geschlossen. Wir dachten, es lohnt sich, immer wieder neue Kleider zu kaufen, statt diesen Ort zu betreten. Und, nachdem es mein neues Zimmer wurde, blieb es, abgesehen von den 3 Mahlzeiten pro Tag, immer noch geschlossen. Mein Vater hat ein Schloss an der Tür angebracht, damit ich nicht weggehen konnte.

Das geflickte Fenster war früher ein normales Fenster, das in die Außenwelt blickte, aber wir mussten es mit Plastik abdecken, damit Fliegen nicht die Waschküche und dann bald das eigentliche Haus befallen. So kann man nicht mehr aus dem Fenster schauen. Aber, wenn es regnete, konnte man die einzelnen Regentropfen sehen, die auf dem Kunststoff landeten. Und eins muss ich sagen, ich wurde wirklich gut darin, Regentropfen zu zählen. Meine schnellste Zeit, jeden einzelnen Regentropfen zu zählen, waren 2 Minuten, die ich heute wohl schlagen kann, wenn ich es versuche.

Was? Sehen Sie mich nicht so an. Was soll ich sonst tun? Mich in den Müllhaufen legen und die Scheiße, Pisse, Schweiß und Blut umarmen? Weil, darauf kann ich gerne verzichten.

Zeit: 5m, 37s

Test 7


Objekt: Das Laub.

Abschrift des Subjektes:

Ja, ich erinnere mich daran, dass ich das nie gekürzt habe, obwohl mir gesagt wurde, dass ich es tun sollte. Es wurde so groß, dass es die Stelle blockierte, an der wir unser Wasser vom Schlauch erhielten, da es ein Rohr von der anderen Seite des Zauns blockierte. Ein paar Tage, nachdem meine Mutter aus dem Krankenhaus zurückkam, wollte sie den Garten gießen. Als sie den Schlauch holen musste stolperte sie, fiel in das Laub und war dort gefangen. Sie schrie, aber wir hörten sie nie. Mein Bruder stand von seinem Sitzplatz auf und ging nach draußen, so als wäre es ein Instinkt.

Ich hab aus dem Fenster geguckt, um zu sehen, was passierte. Er hockte sich neben meine Mutter, während sie ihm sagte, er solle sie ja sofort da rausholen. Er starrte sie einfach an. Ohne Emotionen. Meine Mutter hörte auf zu schreien, aber sie sah immer noch besorgt aus. Sie stand von den Blättern auf, als wäre nie was gewesen und hat den Garten bewässert.

Ich hab immer noch keine Ahnung, was damals passiert ist.

Zeit: 1m, 20s

Test 8


Objekt: Das weiße Haus.

Abschrift des Subjektes:

Schon irgendwie komisch, dass der Himmel immer die selbe Farbe wie das Haus hatte.

Zeit: 11s

Test 9


Objekt: Unbekannt

Abschrift des Subjektes:

Ich erinnere mich an eine schlaflose Nacht, als mein betrunkener Vater vergaß, das Schloss an der Tür anzubringen, und ich mich im Haus frei bewegen konnte. Ich weiß nicht mehr, wo meine Mutter war, aber in den nächsten Wochen habe ich sie nie gesehen, also kann ich mir denken, was mit ihr passiert ist. Ich öffnete die Tür und ging von der Waschküche in die Küche. Ich sah überall leere Glasflaschen, was mich buchstäblich davon abhielt, weiter zu gehen. Ich dachte mir, warum denn nicht, nahm eine halb leere Flasche und nahm einen Schluck. Es war Alkohol. Ich war nicht überrascht.

Ich musste pinkeln, also ging ich auf die Toilette. Während dieser Zeit wurde mir auf einmal sehr übel. Dann rutschte ich auf meiner Kotze aus, während ich noch pinkelte und schaffte es tatsächlich den ganzen Raum anzupissen. Ich fiel hin und schlug mir den Kopf am Rand der Toilette an. Es gibt jetzt überall Blut, Pisse und Kotze. Die Tür öffnet sich, und mein Bruder kommt herein, während er mich ansieht. Er hat weder ein Lächeln noch ein Stirnrunzeln. Er hatte überhaupt keine Gefühle im Gesicht. Ich habe einen Blackout, und alles, was ich sehen kann, ist, dass mein Bruder auf mich herabblickt…. unbeeindruckt. Die Dunkelheit umarmte meine Augen, und ich… Ich…

(D-3731 fängt an zu weinen.)

Ich hatte nie einen Bruder. Ich war Einzelkind.

Zeit: 9m, 57s

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