SCP-151-DE
Bewertung: +8+x

Objekt-Nr.: SCP-151-DE

Klassifizierung: Euclid

Sicherheitsmaßnahmen: SCP-151-DE wird unter ständiger Beobachtung auf Ebene 4 von Standort-DE35 gehalten. Geschultes Foundation-Personal nimmt dort in passend gestalteter Umgebung die Rollen von Ärzten und Patienten einer psychiatrischen Einrichtung ein, um SCP-151-DE davon zu überzeugen, dass er sich in einer solchen Einrichtung befindet. SCP-151-DE darf sich frei auf der ganzen Ebene bewegen, um diese Illusion zu unterstützen. Vom 30.10. bis 2.11. jedes Jahres darf SCP-151-DE die Anlage verlassen und muss dann aus sicherer Entfernung durch Drohnen und MTF DE5-ℌ überwacht werden. Sollte SCP-151-DE plötzliche Veränderungen zeigen, ist der Einsatz jedweder tödlicher Gewalt automatisch gestattet.

Beschreibung: SCP-151-DE bezeichnet einen 11-jährigen Jungen mit einer Körpergröße von 154 Zentimetern und einem Körpergewicht von 61 Kilogramm. SCP-151-DE hat blonde Haare, braune Augen, trägt eine blau-grüne Brille und hat unterhalb des linken Auges eine circa 5 Zentimeter lange Narbe, sowie jeweils eine weitere Narbe an beiden Händen, auf der rechten Brust und kurz oberhalb des linken Beckenknochens. Diese Narben scheinen gut verheilt zu sein und stammen wohl aus jüngeren Jahren. Er hört auf den Namen Niklas.

SCP-151-DE wird einmal jährlich in dem Zeitraum vom 30.10 bis zum 2.11 eines Jahres von mehreren Entitäten (SCP-151-DE-1 bis -6) "besucht". Diese sechs Entitäten haben das Erscheinungsbild von verkleideten, ca. 8 Jahre alten Kindern. Darunter sind 4 männlich erscheinende und 2 weiblich erscheinende Gestalten. Die "Verkleidungen" variieren zwischen den einzelnen Entitäten:

Männliche Entitäten

  • Zombie
  • Mumie
  • Werwolf
  • Vampir

Weibliche Entitäten

  • Hexe
  • Fledermaus

SCP-151-DE interagiert mit den Entitäten wie mit nicht-anomalen Spielkameraden. Er unterhält sich mit diesen und spielt anscheinend mit ihnen. SCP-151-DE und SCP-151-DE-1 bis -6 weisen höhere Aktivitäten auf, wenn der letzte Tag des Oktobers beginnt. An diesem Tag zieht SCP-151-DE in den frühen Abendstunden mit allen Instanzen um die Häuser; diese Häuser befinden sich in der näheren Umgebung von SCP-151-DEs Unterbringung. Wenn er dies tut, manifestiert sich ein Eimer in Form und Farbe eines Kürbisses in seiner Hand; und SCP-151-DE klingelt anschließend an den Nachbarhäusern. Die SCP-Instanzen folgen SCP-151-DE und jeder von ihnen manifestiert ebenfalls einen solchen Eimer wie SCP-151-DE. Nachdem SCP-151-DE geklingelt hat, ruft er "Süßes, sonst gibt es Saures!". Macht eine Person auf und gibt SCP-151-DE Süßigkeiten, bedankt er sich und geht zum nächsten Haus/zur nächsten Wohnung, um dort erneut zu klingen und nach weiteren Süßigkeiten zu fragen. Sollte eine Person aufmachen und jedoch keine Süßigkeiten übergeben, so tut SCP-151-DE so, als würde er gehen und wartet, bis die Haustür der besagten Person geschlossen ist. SCP-151-DE geht daraufhin erneut zur Haustür und redet kurz mit SCP-151-DE-1 bis -6, welche danach damit beginnen, diverse Gegenstände zu manifestieren, darunter Eier, Toilettenpapier, Zahnpastatuben. SCP-151-DE beginnt danach damit, "klassische" Halloween-Streiche zu spielen. Während dieser Zeit scheint er Spaß zu haben und lacht mit SCP-151-DE-1 bis -6. Dies wird so die ganze Nacht bis zum ersten Tag des kommenden Monats fortgesetzt. SCP-151-DE verspeist anschließend die in der Nacht mit seinen "Freunden" gesammelten Süßigkeiten. Am zweiten Tag des Monats verschwinden SCP-151-DE-1 bis -6 und tauchen erst im kommenden Jahr wieder auf, um dieselbe Prozedur zu wiederholen.

Interview zwischen SCP-151-DE und Doktor Lange:
Interview aufgenommen am 03.11.2010

Interview Start

Dr. Lange: Na, Niklas, wie geht es dir denn heute?

SCP-151-DE: Ah, mir geht's Super-Dupi.

Dr. Lange: Du weißt, dass ich dir wieder die üblichen und langweiligen Fragen stellen muss.

SCP-151-DE: Ah, macht doch nichts, wollen Sie ein Stück Schokolade? (Hält Dr. Lange ein Schokoladen-Bonbon hin.)

Dr. Lange: Lieber nicht, du musst doch wissen, dass ich auf einer Diät bin. (lacht)

SCP-151-DE: Ach, immer noch? Muss doch auch mal gut sein. Und einen Schwabbelbauch haben wir doch beide.

Dr. Lange: So, genug herumgealbert, die Fragen warten. Erstens, diese Geister, wie du sie nennst, wer sind die?

SCP-151-DE: Das habe ich Ihnen doch schon gesagt, das sind meine besten Freunde.

Dr. Lange: Und, warum sind es Geister?

SCP-151-DE: Das habe ich doch schon mal gesagt, sie sind tot.

Dr. Lange: Du scheinst ja gar nicht traurig zu sein?

SCP-151-DE: Doch, das bin ich … sehr sogar. Aber ich hatte drei Jahre Zeit, um mich daran zu gewöhnen. Und es stört mich ja auch nicht, ich habe immer, wenn ich sie sehe, echt viel Spaß.

Dr. Lange: Verstehe.

SCP-151-DE: Kommt noch was?

Dr. Lange: Wieso verkleidest du dich nicht an Halloween?

SCP-151-DE: Ich bin doch schon aus dem Alter raus, und zudem passt mir doch mein Sensenmann-Kostüm gar nicht mehr. Können wir die Fragen nicht verschieben? Ich habe keine Lust mehr.

Dr. Lange: Eine Frage noch: Erinnerst du dich, was in der Halloween-Nacht vor drei Jahren passiert ist?

SCP-151-DE: Nein, ich weiß nichts. Nur, dass da meine Freunde zu Geistern wurden.

Dr. Lange: Gut, das wär es fürs Erste. Man sieht sich.

(Dr. Lange verlässt den Raum.)

Interview Ende

Nachtrag von Doktor Lange:
Ich weiß einfach nicht, was sich dieser Junge jedes Mal denken muss, wenn er seine toten Freunde sieht. Oder was sich seine Freunde ihm gegenüber denken müssen. Dieser Junge hat alles vergessen, was in dieser Nacht vor drei Jahren passiert ist. Das muss wohl der Schock sein … oder die Klinge, die in seinen Kopf gerammt wurde. Von seinen Freunden. Wer hätte nur gedacht, dass seine eigenen Freunde versuchen, ihn umzubringen. Und das mit acht Jahren, was Kinder nur zu so etwas treiben kann … werden wir wohl niemals herausfinden. Hätte Niklas sie nur nicht alle enthauptet. Von ihm würde man solche Kraft nicht erwarten. Knochen abzuschneiden schafft kein gewöhnlicher Achtjähriger. Aber nun … wir kennen ja die Wahrheit. Er ist einer der letzten Sensenmänner. Aber solange er nichts davon weiß, und sich an nichts erinnert, sollten wir ihn weiterhin ein … "normales" Kinderleben leben lassen.

Dr. Lange: Hallöchen Niklas.

SCP-151-DE: Ha-hallo, Doktor.

Dr. Lange: Wie geht's dir denn heute?

SCP-151-DE: Mir … mir geht's heut nicht besonders gut, mir tut der Kopf so weh, und ich schwitze so viel und – und meine Augen tränen.

Dr. Lange: Oh, das klingt aber nicht besonders gut … ich bin ja ein Arzt, vielleicht kann ich dir ja helfen, wenn ich darf?

SCP-151-DE: Wenn Sie es versuchen wollen, dann gerne.

Dr. Lange: Ok, ich gucke mal.

(Dr. Lange geht zu SCP-151-DE und schaut ihn sich genauer an.)

Dr. Lange: Ja, deine Augen sind ziemlich gerötet und du bist ziemlich blass, aber wahrscheinlich ist das nur eine starke Erkältung.

SCP-151-DE: Ach, wenn's nicht mehr ist … bin ich ja beruhigt … Sie sind als Nächstes.

DR. Lange: … wie meinst du das, 'als Nächstes'?

SCP-151-DE: Ja, Sie sind nun mal als Nächstes, den es erwischt.

Dr. Lange: Ach, wenn ich als nächstes eine Erkältung bekomme, macht mir das gar nichts.

SCP-151-DE: Nein, Sie sind als Nächstes.

Dr. Lange: Ähm, Niklas … geht's dir gut?

SCP-151-DE: Ja, Doktor, mir geht's gut aber Sie sind als Nächstes, Sie sind als Nächstes, Sie sind als Nächstes.

Dr. Lange: Was ist nur mit dir los, und womit bin ich als Nächstes? Sag es mir bitte.

SCP-151-DE: Sie sind als Nächstes, Sie sind als Nächstes, Sie sind als Nächstes, Sie sind als Nächstes.

DR. Lange: Jetzt hör mit dem Quatsch auf, langsam machst du mir wirklich Angst.

Eine rote Lampe beginnt zu blinken, während ein schriller Alarmton ertönt, gefolgt von einer allgemeinen Durchsage.

Durchsage: SCP-███-DE ist aus seiner Zelle ausgebrochen, ich wiederhole, SCP-███-DE ist aus seiner Zelle ausgebrochen. Begeben Sie sich in den nächsten Schutzraum.

Dr. Lange Niklas, wir müssen weg, ganz schnell.

SCP-151-DE hebt seine Hand und eine Sanduhr manifestiert sich, welche SCP-151-DE anschließend auf den Tisch abstellt; der Sand beginnt zu fließen.

SCP-151-DE: Sie sind als Nächstes.

SCP-151-DE manifestiert eine Sense in seiner Hand.

Interview beendet

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