SCP-001-DE-EX

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Objekt-Nr.: SCP-001-DE-EX

Klassifizierung: Erklärt

Sicherheitsmaßnahmen: Die Räumlichkeit für SCP-001-DE-EX ist auf einer geschützten Sektion in einem abgesperrten Bereich zu errichten. Nach Standortnorm, für Räume mit nur beaufsichtigtem Zutritt, ist der Zugang zu der Räumlichkeit zu sichern und die Innenwände sind mit einer Schalldämmung auszustatten. Innerhalb des Raums ist eine Lagermöglichkeit für medikamentöse Utensilien sowie Präparate zu errichten.

Die Anwendung von SCP-001-DE-EX ist in Fällen von Traumatisierung am Personal oder bei Gefährdung von Sicherheitsangelegenheiten gestattet. Die Autorisierung einer Prozedur wird beim Ethikkomitee beantragt und kann vom Direktorenrat votiert werden. Nach Genehmigung der Anwendung wird die Prozedur durch das befugte Personal von der Abteilung für innere Sicherheit durchgeführt. Anwendungen sind mit Angabe zum Subjekt, dem Grund sowie der Prozedur zu dokumentieren und im zugewiesenen Archiv abzulegen. Die Akteneinsicht erteilt die AIS und die Datenverantwortung hält die Archiv-KI des Foundation-Zweigs inne.

Beschreibung: SCP-001-DE-EX umfasst ein apparaturisches Verfahren zur psychologischen Manipulation an Menschen, mit den Anwendungsgebieten der Verdrängung, Veränderung sowie die Hinzufügung von Erinnerungen. Zuzüglich audiovisuellen Szenarien zur Hypnoprogrammierung und medikamentösen Präparaten, besteht SCP-001-DE-EX aus acht Komponenten; Fixierstuhl, neuronale Kopfhaube, Kopfhörer mit Visualisierungsbrille, Digitalrechner, Schaltpult, Mikrofon, Infusionsgerät, Vitalmessgerät.

Subjekte, die der Prozedur von SCP-001-DE-EX unterzogen werden, sind an der vorgesehenen Fixierung anzubringen und an den restlichen Apparaturen anzuschließen. Infolgedessen wird unter Verwendung von Psychopharmaka die allgemeine Gewissheit der Subjekte untergraben, mit einer parallelen Bewusstseinsaufweichung durch Hypnose, was zur Anfälligkeit des Urteilsvermögens gegenüber Suggestionen führt. Im Anschluss der Bewusstseinsaufweichung werden Schemata abgespielt, die mentale Programmierwerkzeuge im Unterbewusstsein der Subjekte hartcodieren. Während dieser Phase wird ein Zugriff auf die Schmerzrezeptoren und das Belohnungssystem des Gehirns benötigt, weshalb die Subjekte einer Neurostimulation unterzogen werden. Elektronische Impulse zur Schmerzweiterleitung dienen hierbei dazu den psychischen Widerstand der Subjekte zu brechen. Kontrollierte Dopaminausschüttungen unterstützen die Konditionierung der Gedächtnisempfängnisbereitschaft für den Vorgang der Mentizid.

Nach Abschluss der Basisprogrammierung werden den Subjekten prophylaktisch Epilepsie hemmende Mittel verabreicht und bei abweichenden Vitalwerten sind normstärkende Maßnahmen einzuleiten. Im Falle einer langzeitlichen Unterbrechung muss die fortgeführte Sitzung mittels kodierter Laufbilder initiiert werden, die aufgrund der Hardcodierung beim Subjekt eine hypnotische Trance auslösen. Bei stabiler Hirnsignatur wird vor der Beeinflussung einer Erinnerung die zu interagierende Erinnerung mit einer deduktiven Erlebniswiederholung, unter Zuhilfenahme von entsprechenden Hypnotika, extrahiert sowie rekonstruiert. Sind die Faktoren einer retrospektiven Strukturierung gegeben, wird das gewünschte Programm personalisiert und mit Psychostimulanzien an den Subjekten ausgeführt. Folglich wird ein archetypisches Szenario der entsprechenden Beeinflussung mit einer optischen als auch akustischen Produktion kodiert.

Bei der Vornahme einer Verdrängung wird die anvisierte Erinnerung im Bewusstsein unterdrückt. Sobald dem Subjekt die Erinnerungslücke bewusstwird, wird die Gedächtnisstörung rationalisiert. Wird eine bestehende Erinnerung verändert, rationalisiert das Subjekt die künstliche Erinnerung. Wurde der Gedächtnisinhalt erweitert, füllt der Verstand des Subjekts Kontinuitätslücken mit Trugerinnerungen. Anzumerken ist, dass die Ingerenz des Erinnerungsvermögens durch die Programmierung erfolgt, allerdings die gegebene Rationalisierung und Selbsttäuschung selbständig durch den Verstand des Subjekts erfolgt, wodurch die Erinnerungskontinuität als natürlich sowie eigen wahrgenommen wird. Bei Vertuschungsbedarf kann ein Abwehrmechanismus einprogrammiert werden, bei dem ein psychogener Schmerz ausgelöst wird, wenn über ein Hypnoverhör versucht wird die originalen Fragmente einer beeinflussten Erinnerung hervorzurufen.

Zwecks posthypnotischer Suggestion kann ein Syntagma, in Form von einer Befehlsphrase, bei den Subjekten eingespeichert werden, mit den die betroffenen Subjekte dazu bewegt werden georderte Handlungen auszuführen. Die Handlung, die durch die Befehlsphrase ausgeführt wird, ist den Subjekten bewusst, weswegen versucht werden kann, den Zusammenhang zwischen der Phrase und dem Handeln mit nachvollziehbaren Umständen zu verschleiern. Alternativ ist eine Aktivierungsphrase zur Initiierung von einem abgespeicherten Modus Operandi möglich. Bei einer Aktivierungsphrase wird der Bewusstseinszustand so eingeschränkt, dass das Subjekt keine Kenntnis über sein Handeln nimmt, bis der Modus Operandi ausgeführt wurde. In beiden Fällen sind kodierte Wortlaute zu verwenden, die im alltäglichen Sprachgebrauch nicht vorkommen, um einer unabsichtlichen Aktivierung vorzubeugen. Die regelmäßige Auslösung der Phrase kann bei den Subjekten in einen Absence-Anfall1 münden.

Die Dauer der Prozedur beträgt je nach Umfang zwischen 45 und 80 Stunden. Aufgrund der durchgeführten Hardcodierung fallen die nachfolgenden Programmierungen rund 25 Stunden kürzer aus, da bereits mentale Programmierwerkzeuge im Unterbewusstsein der Subjekte abrufbar sind. Nach Abschluss der Prozedur erleidet das Gehirn des Subjekts eine dissoziative Amnesie, diese umfasst die direkten Umstände welche zu der Prozedur führten, wie auch die Ereignisse während der Prozedur, empfehlenswert ist es die Subjekte in einer Umgebung zu hinterlegen, die den Umstand der Erinnerungslücke suggeriert. Im Falle eine Anwendung am Personal ohne deren Einverständnis ist die Willenserklärung spätestens nach der Prozedur zu fingieren oder die Prozedur als Gesundheitsvorsorge zu tarnen. Bei Gebrauch von Amnesika, dass den Zeitraum der Prozedur beeinflusst, negiert dieses die Programmierung und fragmentiert die Hardcodierung.

Durch die Prozedur können bei den Subjekten physiologische Kurzschäden auftreten, die sich in Form von einer Augenreizung äußern, sowie Hautreizungen an Kopf, Hautabschürfung an Handgelenken und Injektionsspuren. Nach mehreren Prozeduren entsteht das Risiko von psychologischen Langzeitschäden, wobei die Ausprägung unterschiedlich ausfällt. So kann das Unterdrücken von einer Vielzahl von Erinnerungen zu gehäuften Jamais-vu-Erlebnissen2 führen. Bei veränderten sowie hinzugefügten Erinnerungen äußert sich dies in einer spontan auftretenden Palilalie3 der eingespeicherten Erinnerungen. Bei unterdrückten Erinnerungen von Psychotraumata kommt das anachronistische Durchschimmern von unterdrückten Erinnerungen vor, oder ein im Widerspruch stehendes Überlappen mit unterdrückten und künstlichen Erinnerungen; intern wird dieses mnestische Phänomen als "Sickereffekt" bezeichnet.

Entdeckung: Während den Abrissarbeiten an der Cottbuser Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit, wurde im Februar 2014 ein unverzeichneter Kellerabschnitt hinter einer verschiebbaren Scheinmauer freigelegt. Innerhalb der Räumlichkeit befanden sich leerstehende Kellerräume, Gummizellen und ein Raum mit der SCP-001-DE-EX Variante der Abteilung XXV. Im März erfolgte die Meldung an das Stasi-Unterlagen-Archiv, als auch der Abtransport des Objekts und MfS-Akten, die wiederum in einem frei zugänglichen Kellerraum gefunden wurden. Informanten der Foundation im Bundesarchiv berichteten von dem Fund und deklarierten dem Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, dass es sich bei dem Objekt um elektronischen Unrat handle. Das Objekt wurde dem Projekt Mohn der Abteilung XXV zugeordnet und nach Wiederinbetriebnahme mit dem SCP-Status der Klasse "Sicher" eingestuft, woraufhin die Abteilung für außerbetriebliche Angelegenheiten die Medienberichterstattung über den Zufallsfund überarbeitete.

Es folgen Schriftstücke hinsichtlich SCP-001-DE-EX, die durch das Rechercheteam 25 rekonstruiert wurden:

Kommentar: Nach erfolgreicher Replizierung und eingehender Erörterung durch das zuständige Kollegium wurde, aufgrund des Verständnisses vom Wirkprinzip, SCP-001-DE-EX in "Erklärt" umklassifiziert. Auf Anfrage der Abteilung für innere Sicherheit genehmigte anschließend der O4-Rat den Einsatz und die Optimierung der technischen Verfahren, welche zu der internen Version von SCP-001-DE-EX führten.

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