Dr. Ores Ratgeber für Autoren
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Als derjenige der im Deutschsprachigen Wiki bis jetzt die meisten Artikel verfasst hat, werde ich immer mal wieder gefragt: "Ore, wie machst du das?"
Die Antwort auf diese Frage ist wesentlich komplexer als sich das viele vorstellen, daher habe ich beschlossen, diesen Ratgeber zu schreiben. Ich merke an, dass man sich vorher bereits mit den Seiten Wie schreibt man ein SCP? und SCP-Guide für Anfänger und Neueinsteiger auseinandergesetzt haben sollte, da hier Thematiken vertieft werden, die auf diesen Seiten angesprochen werden. Ich warne außerdem davor, dass ich hier viele meiner eigenen Werke erwähne, der Grund: An ihnen kann ich das jeweilige Thema besser erklären als an fremden Arbeiten, über deren Schaffensprozess ich wenig bis nichts weiß. Wer also ein Problem mit Eigenwerbung hat, ist hier an der falschen Adresse.

Die Ideenfindung

Der erste Schritt bei der Kreierung jedweder Kunst ist die Formulierung einer Idee. Ich selbst benutze hierbei gerne verschiedene Techniken oder Kombinationen dieser, die ich hier kurz erläutere.

1 + 1 = Heureka!: Eine der wie ich finde einfachsten Methoden ist die Kombination zweier oder mehrerer Erfahrung oder Fakten miteinander. Aus dieser Methode ist unter anderem das erste Thaumiel-SCP der deutschen Foundation, SCP-050-DE hervorgegangen. Der Auslöser war der Film Das Philadelphia-Experiment: Reactivated gewesen (im Übrigen nicht allzu empfehlenswert, wie ich finde), in dem die USS Eldridge zufällig durch Zeit und Raum sprang. Problem: Das Philadelphia-Experiement wurde bereits von jemandem in einem SCP verbaut. Bis ich einen Artikel über einen B2 Spirit Langstreckenbomber las. Die Grundidee war geboren, zu der anschließend noch der Wunsch kam, ein Thaumiel-SCP daraus zu machen, da ich zuvor eines im Forum auseinandergenommen korrigiert hatte. Diese Technik funktioniert auch gut über Wortassoziation. Kenner von TvTropes wird sicherlich schon mal der Begriff Large Ham über den Weg gelaufen sein. Ich verbinde ihn mit der Internetseite BADASS, welche sich diesen Tropus ausgiebig zunutze macht. Dann habe ich diese beiden Dinge kombiniert und SCP-055-DE-J WAR GEBOREEEEEEEEN!

Logikfehler entdeckt!: Eine wie ich finde sehr amüsante Methode, sich eine Idee zu verschaffen, ist das Ausnutzen von Logikfehlern in populären Medien, allen voran Superhelden-Comics à la Marvel und DC, wobei sich auch die meiste Science-Fiction gut macht. Man nehme irgendeinen Sachverhalt aus diesen Geschichten, der so absolut nicht in der Realität funktionieren würde, etwa Laserschwerter (die sich eigentlich gegenseitig passieren müssten wenn man versucht ein Laserschwert mit einem Laserschwert zu parieren, eigentlich extrem lang sein müssten weil Licht nicht einfach aufhört sich auszubreiten und dazu nicht ohne angeschlossenes Kernkraftwerk funktionieren würden) oder Zeitmaschinen (Die gerne vergessen, dass sich mit der Zeit nicht nur die Umgebung verändert, sondern auch der Planet seine Position im Weltraum wechselt). Aus dieser Methode ist SCP-067-DE entstanden, das sich mit den Logikfehlern beschäftigt, die viele populäre Superkräfte in der Realität haben sollten.

Von Null auf Hundert: Ein Gedankenspiel, das bestimmt jeder von euch schon mal gemacht hat. Man nehme eine Ausgangssituation her und überlege sich, wie sie sich entwickelt. Der Machina-Kanon hat in dieser Methode seinen Ursprung. Die Frage lautete: Was wäre wenn die Menschheit plötzlich nicht mehr da wäre und Androiden damit beauftragt wären sie wiederzubeleben? Diese Methode kann natürlich auch in kleinerem Maßstab angewendet werden (etwa: Was wenn Gras ein Bewusstsein hätte? Was wenn der Döner eine außerirdische Lebensform ist? Was wenn Die USA ein als Mensch verkleidetes Kamel als Präsidenten hätte? Was wenn es eine Möglichkeit gäbe Juckreiz abzuschaffen?) und kann sich mit Logikfehler entdeckt! überlappen.

Von Hundert auf Null: Der Leser kann es sich schon denken, die Methode ist der umgekehrte Fall zu Von Null auf Hundert:, Man nehme eine Situation her und überlege sich dafür eine Ursache. Eine Frage die ich mir gestellt habe war: Warum könnte der Protoplanet Theia mit der Protoerde kollidiert sein? Das Ergebnis war SCP-096-DE. Ähnliche Fragen könnten unter anderem lauten: Wie sind Menschen auf die Idee gekommen Kühe zu melken?

Traumsicht: Eine eher unzuverlässige Methode, die aber großartiges Material bietet, wenn man Glück hat. Sie ist die Verarbeitung von Träumen zu SCPs, Geschichten oder ähnlichem. SCP-043-DE ist zum Beispiel aus einem solchen Traum hervorgegangen. (Es war ein heißer Sommer, okay?)

Die Zehn Gebote der SCP-Autoren

Beim Schreiben von SCPs oder Geschichten oder dergleichen sind allgemein ein paar Dinge zu beachten, um ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen.

I, Du sollst nicht stehlen: O.K., ja, ich gebe zu, hier habe ich aus einem etwas älteren Schriftstück abgeschrieben. Aber gültig ist es trotzdem. Es gilt, keine Artikel die es schon gibt kurz so zu verändern dass sie nicht mehr wie das Original aussehen und dann nochmal neu zur Kritik zu stellen, das ist unkreativ, bringt einen schlechten Ruf ein und, was ich persönlich am schlimmsten finde, es ist extrem unhöflich.

II, Du sollst keine Medien neben der SCP-Foundation haben. Ebenso wie bei I ist es zu vermeiden, einfach irgendeine Figur oder einen Gegenstand aus einer Serie oder einem Buch oder einem Film oder einem Comic oder einem Manga oder einem Anime oder einem Puppentheater oder dergleichen zu nehmen und die einfach zum SCP zu machen oder diese in Geschichten einzubauen. Es sei allerdings gesagt, dass man durchaus Inspiration aus anderen Medien ziehen kann und eventuelle Überschneidungen damit erklären kann, dass sich die Charaktere in-univers vom selben Werk haben inspirieren lassen.

III, Du sollst das Format ehren: SCPs haben ein strenges Format, das nur bei SCPs gebrochen werden darf, deren Effekt das Format bricht, oder Witz-SCPs. In beiden Fällen ist aber trotzdem so nahe wie logisch möglich am originalen Format dranzubleiben.

IV, Du sollst keine Umgangssprache verwenden: Bei wissenschaftlichen Texten wird wissenschaftlich geschrieben, außer ein SCP macht da einen Strich durch die Rechnung (z.B. SCP-019-DE). Keine Forscher wird anstatt "SCP-XYZ muss zu jeder Zeit Musik des Genres Rock’n Roll ausgesetzt sein." schreiben "Digga, das Ding muss immer Mucke hören."

V, Du sollst anderen kein Plothole graben: Denn du fällst nur selbst hinein. Es ist darauf zu achten, dass deine Geschichten in sich stimmig sind. Es muss für alles eine Erklärung geben, oder so verschleiert sein, dass man sich was zusammenreimen kann. Oder du schreibst einfach so, dass du nichts erklären musst.

VI, Du sollst nicht sinnlos Zeug erwähnen: In der Foundation sind Querverweise ganz lustig, aber es ist wie mit jedem guten Gewürz, man muss sie mit Bedacht einsetzen und nur da, wo es auch logisch Sinn machen würde wenn sie dort wären. Ein SCP zu referenzieren, einfach um eine Fähigkeit deines Entwurfs zu beschreiben, ist eine sehr schlechte Idee.

VII, Du sollst dich nicht selbst in ernsten Geschichten erwähnen: Seinen Autor-Avatar in einem Nicht-Witz-Artikel zu erwähnen wird allgemein als schlechte Form angesehen.

VIII, Du sollst dein SCP nicht beim Namen nennen: SCPs werden generell nur bei ihrer Nummer gerufen oder "das Objekt" oder ähnliches genannt. Ihr Personalpronomen in der dritten Person Einzahl ist außerdem immer "es". Ausnahmen können gemacht werden, wenn der Effekt des SCPs was anderes verlangt oder der Name von der Anomalie in Aufzeichnungen oder Interviews erwähnt wird.

IX, Du sollst keine riesigen Textblöcke schreiben: Menschen haben die Eigenart, sich riesige Dinge in Abschnitte zu unterteilen, damit sie kleiner erscheinen. So ähnlich ist es bei Textblöcken. Ein Riesentext mit vielen Paragrafen lädt eher zum Lesen ein als ein einziger, großer Paragraph.

X, Du sollst die Rechtschreibung beachten: Nein wirklich. Das mag vernachlässigbar klingen, ist es aber nicht. Niemand will etwas lesen bei dem sich Fehler an Fehler reiht. Ein Fehler den ich im besonderen sehr häufig sehe ist, dass Maßangaben nicht richtig geschrieben werden. Da ließt man gerne mal 3mx3mx3m. Richtig ist aber 3 m x 3 m x 3 m. Immer ein Leerzeichen zwischen Zahl und Einheit. Davon ausgenommen sind Prozentangaben.

Schlechte Ideen

Methoden zur Ideenfindung und die Gebote sind schön und gut, aber trotzdem kann da auch großer Mist bei rauskommen. Normalerweise ist es ein gutes Zeichen, wenn man eine Geschichte oder ein SCP nicht in sieben Worten oder weniger zusammenfassen kann.

X-Men-Syndrom: Ein Begriff, den der Autor hier bestimmt schon mal irgendwo gehört hat. Im Prinzip sind Menschen (und Tiere), deren einzige Masche krasse Superkräfte sind, in den meisten Fällen weder spannend, noch anderweitig interessant.

Das IKEA-Problem: Das Phänomen, wenn bestimmte Sachverhalte nicht so zusammenpassen wie man sich das wünscht. Während man ein SCP mit bestimmten Eigenschaften als Ziel schreiben kann, dies sogar eine gute Form der Ideenfindung sein kann, ist stets der Kontrast zu beachten. Besteht zwischen dem was mein SCP kann, ist oder erlebt hat ein logisch nachvollziehbarer Zusammenhang. Oder auch nur ein Zusammenhang, der sich irgendwo erahnen lässt. Wenn du beispielsweise eine Eiscreme produzierende Kommode hast, die jeden Dienstag Metal-Musik von sich gibt, hast du ein IKEA-Problem.

Was du kannst, kann ich besser!: Es ist generell eine schlechte Idee, ein SCP zu schreiben, das einfach nur eine noch extremere Variante eines bereits existierenden SCPs ist. Wir reden hier von SCPs, die mit diesem Ziel geschrieben wurden, passiert auch teilweise zufällig, aber das ist dann eben so. Niemand merkt sich 5000+ SCPs.

Der Terminator: SCPs zu schreiben, deren Masche einzig ist, dich möglichst brutal zu töten, sind selten interessant. Kann ein unschöner Nebeneffekt sein, aber nie das Hauptziel.

Zu Badass zum Leben: Ja, Anomalien die Ärsche treten können, können cool sein, sind es aber meistens nicht. Der Grund: Wenn ein SCP nur daraus besteht, wie es jeden um sich herum zu Brei schlägt, ist das nicht unbedingt spannend. Der Trick ist, genau die richtige Mischung zwischen Badass und anderen Ideen zu finden. In der Mutter-Foundation kennt man das als die Abel Line.

Super-Ultra-Hyper-Mega-Über-Alpha-Omega-Omni-Präfix-Gott: Übermächtige SCPs sind selten ein guter Einfall, weil man dann in Erklärungsnot gerät wie die Foundation sie eindämmt. Das Problem mit Allmacht ist außerdem, was Spannendes aus ihr zu machen.

Das freundliche Monster: SCPs, die ohne erkennbaren Grund zahm und nett sind, sind oftmals unglaubwürdig. Niemand findet es großartig, in einer Zelle eingesperrt zu sein… Na gut, ein paar schon, aber die sind komisch… SCPs, die mit der Foundation kooperieren, tun das meist, weil sie außerhalb der Foundation etwas Schlimmeres als eingesperrt zu sein erwartet, ein solcher Grund muss dem Leser aber auch klargemacht werden.

Der Mr. Bean: Foundation-Personal besteht nicht aus Stümpern. Die machen keine offensichtlichen Fehler und wenn doch, ist dafür eine glaubhafte Erklärung vonnöten.

Die Recherche

Hab Ahnung von dem was du schreibst. Wir legen Wert auf korrekte Fakten. Darum solltest du zum Beispiel nichts über einen Teilchenbeschleuniger schreiben, wenn du keinen Dunst von Teilchenbeschleunigern hast.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wo kriegst du deine Informationen her? Das Internet ist generell ein riesiger Ort und insbesondere Wikipedia ist trotz gelegentlicher Trolle eine gute Anlaufstelle. Besser sind aber immer noch Fachzeitschriften oder diese antike Technologie, die sich Sachbuch nennt. Was da drin steht ist meist korrekt, außer der Editor hat gepennt oder das Werk hat bereits zehn Jahre oder mehr auf dem Buckel.

Veraltete wissenschaftliche Fakten und Theorien die nicht länger relevant sind, sind auch nicht gerne gesehen. Vergewissere dich, dass deine Erkenntnisse aktuell sind. Ähnliches gilt für "Fakten", die zwar als allgemein bekannt gelten, aber komplett falsch sind. Beispiel Chamäleon: Die meisten Leute sind der Meinung, Chamäleons benutzen ihre Fähigkeit des Farbwechsels um sich zu tarnen. tatsächlich liegt der Fall anders. Sie ändern ihre Farbe um miteinander zu kommunizieren.

Manchmal wird es außerdem nötig, konkrete Zahlen anzugeben, beispielsweise Zeitangaben. Hierbei wird Wert auf konkrete Berechnungen gelegt, auch wenn man häufig schätzen muss. Wenn du nicht weißt wie du das einschätzen kannst oder Mathe nicht dein liebstes Fach ist, frag besser jemanden um Hilfe.

Die Narrative

Es ist wichtig zu erkennen, dass ein SCP-Artikel heutzutage nicht einfach nur eine Beschreibung von irgendwas Übernatürlichem ist. Ein SCP-Artikel muss mehr enthalten als "Objekt A hat Eigenschaft B, was Person C sehr ärgert." Ein Artikel muss beim Leser eine Reaktion hervorrufen, sei es nun Grauen, Mitleid, Spannung, Verwirrung oder haltloses Gelächter. Hier einige Wege, die ich benutzt habe um das zu erreichen.

Der blanke Horror: Etwas von dem ich hoffe, dass es bei SCP-096-DE funktioniert hat. Horror schreiben ist nicht einfach, da einem bloßes Gemetzel oder einfache gruselige Situationen noch keinen Schock erzeugen. Es empfiehlt sich, dort nach Furchtbarem zu suchen wo man es nicht erwartet, da die meisten Horrorklischees mittlerweile ausgelutscht sind. Ein gruseliges Bild kann auch sehr hilfreich sein.

Akte als Story: Eine gute Möglichkeit ist, den Artikel als Geschichte aufzufassen, mit der Anomalie als Mittel sie rüberzubringen. SCP-094-DE, SCP-149-DE und SCP-089-DE sind auf diesem Prinzip aufgebaut.

Fasziniert vom Seltsamen: Es ist möglich Neugier zu wecken, indem man ein SCP in allen Einzelheiten beschreibt, wie es geschaffen wurde, was seine Effekte für Auswirkungen haben oder wie es sich verhält. Die Bedingung: Das SCP muss Einzelheiten besitzen, die faszinierend sind. Klappt gut beim Verhalten von Tieren, wie etwa SCP-061-DE, oder Abläufen, wie bei SCP-009-DE und SCP-043-DE.

Falsches Format: Um das starre Format von SCP-Artikeln aufzulockern, kann man ein anderes Format benutzen. Bedingung: Es muss einen guten Grund dafür geben. SCP-019-DE etwa zwingt den Autor zum Reimen. Hab eine Woche gebraucht bis ich das fertig hatte.

Zweck zum Mittel: Wenn du nur einen Hammer hast, ist die Welt ein Nagel. SCPs können interessant gestaltet werden, wenn man ihnen einen einfallsreichen Einsatzzweck gibt und diesen beschreibt. SKP-038 ist so ein Fall (gut, über die Definition von "einfallsreich" lässt sich streiten, aber du verstehst was ich meine, oder?)

Die Liste: Auflistungen von Auswirkungen eines SCPs können eine nette Bereicherung sein, etwa was es herstellt oder welche Effekte es hat, siehe SCP-036-DE oder SCP-067-DE. Das bedingt allerdings eine große Bandbreite an Möglichkeiten. Wenn deine Anomalie einfach nur Würfel ausspuckt, die jedes Mal eine andere Farbe haben, kann man, glaube ich, nicht von "faszinierend" reden.

Franz Kafka: Die Verwandlung: Auch interessant kann sein, wie eine Anomalie entstanden ist. Da reichen allerdings nicht nur zwei Sätze, sondern mindestens ein Absatz dazu muss her. Ich empfehle allerdings, andere Dokumentformen wie etwa Interviews oder handschriftliche Aufzeichnungen zu verwenden. Wie zum Beispiel bei SCP-053-DE.

Kritik

Nein, wir sind noch nicht am Ende. Auch bei Kritiken fallen mir immer wieder Dinge auf, die ich hier gerne ansprechen würde.

Der Fels in der Brandung: Ja, du hast dein Werk durchdacht. Ja, du hast dir ein halbes Jahr Zeit genommen. Ja, verständlich, dass du das Teil endlich rausbringen willst. Nein, das macht dich nicht über Kritik erhaben, die dir nicht gefällt, außer du kannst sie durch objektive Fakten widerlegen. Bei Subjektivität, wie etwa erzählerischer Ausführung oder Schockfaktor, muss man es differenzierter betrachten, weil jeder dein Werk anders sieht als du, auch wenn du in den meisten Fällen davon ausgehen kannst, dass der Kritiker eine breite Masse widerspiegelt. Hol dir im Notfall eine dritte Meinung, aber wenn die auch nicht zu deinen Gunsten ausfällt, musst du dich definitiv nochmal auf den Hosenboden setzen.

Ja, ich hab alles: Nimm dir alle, wirklich alle Kritikpunkte vor. Prüf hinterher nochmal, ob du alle erwischt hast und gib an, wenn du welche nicht beachtest oder anders umsetzt. Da hat sich jemand im Schweiße seines Angesichts hingesetzt um deinen Entwurf durchzusehen, da gibt es nicht frustrierenderes als ignoriertes Feedback.

Die Debatte: Es ist für den Kritiker extrem nervig, wenn du versuchst Kritikpunkte ohne objektive Argumente zu verteidigen. Wenn du deinen Kritiker nach vier Wortwechseln immer noch nicht überzeugt hast, solltest du die Debatte als verloren betrachten. Wenn du aber objektive Argumente hast, irgendwelche Referenzen oder Beispiele, dann zögere nicht, sie sofort vorzulegen.

Liebe deine Feinde: Auch wenn dir Kritiker nicht gefallen, ist ihnen mit ausreichendem Respekt und Höflichkeit zu begegnen. So animierst du sie dazu, dich nochmal zu korrigieren. Zu vermeiden ist außerdem, sie damit zu beschuldigen, sie würden dein Werk nicht vom richtigen Blickwinkel aus betrachten oder nicht ordentlich würdigen. Wenn sie das tun, ist das deine Schuld, nicht ihre und die meisten Kritiker werden durch sowas verscheucht. Außerdem machst du so die Mods und Admins auf ungute Art auf dich aufmerksam.

Tipps und Tricks

Das war es eigentlich im Wesentlichen. Hier kommen noch ein paar Sachen, die zumindest mir mein Hobby extrem erleichtern.

Lass es die Maschine machen: Ich empfehle, Entwürfe nicht direkt in der Sandbox zu machen, weil ihre Rechtschreibprüfung unterirdisch ist. Nimm dir lieber irgendwelche Schreibprogramme wie Word, denn es ist nervig ständig zig Fehler aufzulisten. Wenn du ganz leise bist und horchst, kannst du vielleicht die Wutschreie der Kritiker hören, die schon wieder einen Rechtschreibfehler gefunden haben, der ausgebessert werden muss.

Brainstorming: Wenn du keine Ahnung hast, wie du eine Idee ausbauen kannst, frag im Discord nach Anregungen. Wir haben meistens eine Idee, aber wir schreiben dir nicht die Geschichte oder das SCP.

Recycling: Falls du eine Idee für ein SCP verworfen hast, behalte sie im Hinterkopf. Das Unterbewusstsein arbeitet weiter am nächsten großen Werk.

Nur mit Werkseinstellung: Bei Interviews und Ereignissen sind die Charaktere der Figuren wichtiger als man denkt. Daher ist es meist hilfreich, sich vorher genau zu überlegen welche Figur welche Wesenszüge hat. Versuche, sie artikelübergreifend zu verwenden, dann musst du dir nicht ständig neue Figuren ausdenken. Agent Straub und Agent von Dorff sind zwei meiner Figuren, die ich meistens verwende wenn ich erfahrene Agenten brauche.

Streng nach Protokoll: Sei dir im Klaren darüber was die Foundation ist und wie sie vorgeht (dasselbe gilt übrigens auch für GoIs). Wenn du keine Ahnung hast, was sie in bestimmten Fällen tut, frag jemanden der aussieht als wüsste er was.

Freiwilligendienst: Tu dir keinen Zwang an und schau dir die Entwürfe von anderen Usern im Kritikforum durch. Je mehr Kritik du abgibst, umso weniger muss das Team korrigieren, dass heißt, es hat mehr Zeit für deine Werke.

Gutes Gelingen, euer Dr Ore.

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