Schnittlauch und Beifuß, Teil 1
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Das letzte Mal bei Nexus:
Ein gutes Mädchen, Teil 3

Es lebten einmal in einer Höhle eine Bärin und eine Tigerin. Tagein, tagaus betrachteten sie die Menschen und beneideten sie. Sehnlich wünschten sie sich, ebenfalls Menschen zu sein. Mit diesem Begehren suchten sie den Gott Hwanung auf, ein Sohn des Himmels und Herrscher über das Volk der Menschen. Hwanung gewährte ihre Bitte, aber die Prozedur, um sie zu erfüllen, war nicht einfach. In ihrer Höhle mussten die Bärin und die Tigerin hundert Tage lang das Sonnenlicht meiden und durften nichts als Schnittlauch und Beifuß fressen. Beide stellten sich der Aufgabe, doch schon bald hatte es die Tigerin satt, denn sie konnte nicht jagen und der Beifuß war ihr zu bitter und der Schnittlauch zu scharf. Und so gab sie auf.
Die Bärin aber, fest entschlossen die hundert Tage durchzustehen, verwandelte sich am einundzwanzigsten Tag in eine schöne Frau. Aber ohne die Tigerin war sie einsam und suchte darum nach einem Ehemann. Hwanung, der an ihr großen Gefallen fand, nutzte diese Chance, heiratete sie und zeugte mit ihr den Halbgott Dangun. Und von Dangun heißt es, dass er im Jahre 2333 v. Chr. Go-Joseon gründete, das erste Königreich Koreas.

Frau Pfirsich war seit fünfzehn Jahren Lehrerin und hatte an dieser Realschule schon alles mitmachen müssen. Schülerstreiche, Mobbing von Klassenkameraden, Verweise. In letzter Zeit aber bereitete ihr noch etwas anderes Sorgen. Die Neue, Frau Jäger.
Sicherlich, sie machte ihre Sache absolut perfekt, als hätte sie ihren Lebtag nichts anderes gemacht, brachte innerhalb der ersten Wochen schon genug Noten von allen zusammen, um sich bloß noch auf Klausuren konzentrieren zu müssen. Und sogar von denen lagen bereits die ersten bereit…
Von den Schülern beschwerte sich keiner, auch wenn sie ständig Kontrollen schrieb und allgemein versuchte, sich möglichst unbeliebt bei ihnen zu machen.
Aber die Frau war Frau Pfirsich suspekt. Zunächst einmal, sie roch immer nach Alkohol. Durchgehend, als ob sie in der Schule trank. Nur erwischt hatte sie noch keiner. Wobei sie auch noch nie jemand gesehen hatte, wie sie die Schule verließ oder betrat. Sie erschien einfach jeden Früh und verschwand am Nachmittag. Und dann wie sie aussah…
Der Direktor freilich ließ das alles unter den Tisch fallen, da sich der Notendurchschnitt in den abnormal vielen Fächern, in denen sie unterrichtete, drastisch verbessert hatte, aber der Lehrkörper wurde das Gefühl nicht los, dass irgendwas gehörig nicht stimmte.
Im Lehrerzimmer fand sie Frau Jäger vor, wie sie an einem Laptop eine Matheklausur erstellte. Man sah sie immer nur Arbeiten erstellen und dabei ihr Pausenbrot essen oder was für den Unterricht vorbereiten. Noch nie hatte jemand beobachtet, wie sie diese Flut an Leistungskontrollen korrigierte, mit denen sie ihre Schüler triezte.
Frau Pfirsich schaute ihr neugierig über die Schulter.
"Potenzfunktionen", kommentierte sie nachdenklich. "Das ist für eine der höheren Klassen, richtig?"
"Nö, siebte", lautete die kurze Antwort.
Frau Jäger hatte nichtmal aufgesehen.
"Warte, was?", entfuhr es Frau Pfirsich.
Hastig eilte sie zu einem Aktenschrank und holte den aktuellen Lehrplan hervor.
"Äh, das was Sie da machen ist aber laut Lehrplan für die Klassenstufe zehn vorgesehen…"
"Oh", machte Frau Jäger mäßig überrascht. "Gut, dass das den Siebenern keiner gesagt hat."
"Das hat doch nichts mit Wissen zu tun!", ereiferte sich Frau Pfirsich. "Sie können doch nicht einfach den Lehrplan-"
"Der Lehrplan ist Quark, darüber sind sich hier alle einig", unterbrach sie Frau Jäger merklich genervt. "Warum soll ich mich drei Jahre mit Quatsch befassen, den ich in einem Monat abhandeln kann?"
"Aber sie können doch nicht einfach-"
Frau Jäger klatschte ihr eine Mappe mit der Aufschrift "Mathe 6" hin. Sie enthielt ein ganzes Bündel an korrigierten Klausuren. Mit unterschiedlichsten Rechenaufgaben, Geometrie, Wahrscheinlichkeitsrechnung, Funktionsgleichungen, alles war dabei. Frau Pfirsich wurde schwindelig davon, wie komplex manche Aufgaben waren. Und alle Schüler hatten nicht schlechter als drei abgeschnitten…
Frau Pfirsich sah Frau Jäger leichenblass an. Die zuckte nur mit den Schultern und wandte sich wieder ihrer Arbeit zu.

Elli ächzte genervt, als sie in ihr Haus im Nexus zurückkehrte. Chloe, die von ihr zusammen mit Dean mitgenommen worden war, nahm vorsichtshalber einen Meter Abstand, weil sie eine Explosion befürchtete. Elli löschte die metaphorische Zündschnur allerdings durch ausgiebigen Gebrauch ihres Flachmanns.
Ihr anschließender Seufzer wurde von Funken aus ihrem Mund begleitet.
"Jeden Tag dasselbe, ständig "Frau Jäger, aber der Lehrplan, Fünününü." Am liebsten würde ich ihnen das Dokument in den Hals stopfen. Und den Verantwortlichen im Bildungsministerium auch…"
Ärgerlich schraubte sie ihren Flachmann nochmal auf und trank.
"Was hast du heute geplant?", fragte Dean, um Elli von ihrer Schimpftirade abzubringen.
Elli war sofort wie ausgewechselt.
"Oh, heute schauen wir uns ein Naturschauspiel an. Passiert nur alle paar hundert Jahre. Ich habe sogar schon den genauen Ort abgepasst. Du hast hoffentlich Hunger, Chloe, es gibt Street Food bis zum Abwinken."
"Wo gehen wir denn hin? ", fragte Chloe leicht verwirrt.
"Süd-Korea. Du wirst Augen machen."

Chloe machte tatsächlich Augen. Wegen dem dichten Nebel überall…
Sie sah, oder besser, hörte, dass sie in einer Hafenstadt war, als sie aus dem Nexus trat, aber mehr auch nicht. Im Moment befanden sie sich im verlassenen Teil einer Hafenanlage. Es war anscheinend kurz nach Sonnenuntergang.
"Wo sind wir, Elli?"
"Mujin City, die vernebelte Stadt", erklärte Elli.
"Und hier soll ein Naturschauspiel stattfinden? Wir sehen es doch gar nicht."
"Äh, doch."
Elli kramte ihn ihrer Handtasche und holte drei Hornbrillen hervor.
"Wasserfilterbrillen, probier mal."
Chloe setzte sich stirnrunzelnd die Brille auf. Und plötzlich war die Sicht klar. Keine Nebelschwaden. Auch keine Wolken am Himmel.
Und kein Meer im Hafen….
Chloe schaute verwirrt auf das leere Hafenbecken, die darin wabernden Dreckpartikel und die Schiffe, die scheinbar in der Luft schwebten.
"Diese Brillen blenden alles aus, was aus Wasser besteht", erklärte Elli.
Sie selbst hatte sich auch eine Brille aufgesetzt und erschien dadurch wie eine Frau, die ohne viel Erfolg versuchte, klug zu wirken.
"Och nein, Seeluft, du hast die falsche Kleidung an, Elli", mokierte sich Dean.
Elli schaute an sich hinunter. Chloe fand, dass sie normal angezogen war. Sie selbst war froh, einen langen Rock zu tragen.
"Was soll damit sein?", fragte Elli.
"Das kriege ich nur mit Aufwand wieder ordentlich gewaschen…"
"Dean, in aller Freundschaft", entgegnete Elli genervt. "Du regst dich schon auf, wenn ich bei vierzig Grad in der Sonne Dreißig-Grad-Wäsche vollschwitze. Ich werde auch mit Klamotten klarkommen, die nicht extraflauschig sind… Na gut, bis auf meine Spezialunterwäsche… Die ich gerade nicht an hab… Weil Chloe da ist… Genau…"
Dean seufzte resigniert.

Mujin City entpuppte sich als eine ziemlich lebendige Stadt mit riesigen Häusern, auch wenn das Meiste davon im Nebel lag. Aber in den Häuserschluchten war es auszuhalten. Vor allem in den kunterbunt erleuchteten Gassen, wo was zu Essen angeboten wurde. Elli kaufte für sich und Chloe einen Bungeoppang, ein Gebäck in der Form eines stilisierten Fisches, das allerdings keinen Fisch, sondern rote Bohnenpaste enthielt. Chloe hätte gerne einige andere Sachen probiert, aber wenn sie auch nur auf das zeigte, was sie wollte, machte sich auf Deans Gesicht kaum merklicher Ekel breit. Sie beließ es bei einem Eiertoast und einem Ojingeo Twigim, was im Prinzip Tintenfisch im Schlafanzug war, so ähnlich wie Kalamari. Chloe hatte noch nie Tintenfisch gegessen und daher schien es ihr, als hätte sie einen fleischgewordenen Kaugummi im Mund. Dean aß nichts, wie üblich, und versuchte, den dreckiger aussehenden Straßenläden nicht allzu nahe zu kommen.
"Gibt es einen Grund, warum es gerade diese Stadt ist und nicht eine mit, naja, einem weiteren Sichtfeld?", fragte Dean.
"Das Phänomen, das wir beobachten werden, kommt aus einer anderen Dimension und die Realität in Mujin City besitzt eine merklich geringere Dichte als der Durchschnittsort. Dadurch komme ich hier auch mit dem Nexus leicht ran."
Elli biss in ihren eigenen Tintenfisch.
Chloe meinte sich zu erinnern, das der Begriff Realitätskonzentration schonmal gefallen war1, allerdings waren sie damals in einer Extremsituation gewesen, weshalb Chloe nicht weiter hatte nachfragen können. Jetzt aber war die Gelegenheit günstig.
"Elli, was meinst du eigentlich damit, wenn du von "Realitätsdichte" sprichst?"
Elli überlegte kurz.
"Du musst dir vorstellen, dass unser Universum gewissermaßen verankert ist, um stabil zu bleiben, damit die Naturgesetze so wirken wie sie es tun und die Grenzen des Universums stabil bleiben. Diese Verankerung heißt Realität. Nun ist die Verankerung an einigen Ort schwächer oder stärker als an anderen, stell es dir am besten als Berge und Täler vor. In den Tälern passieren dann mehr übernatürliche Sachen als auf den Bergen, eben weil die Realität nicht stark genug ist. So funktioniert übrigens auch der Nexus."
"Also passieren hier übernatürliche Sachen?", fragte Chloe. "Und das merkt keiner?"
"Oh, es gibt Typen, die hier verhindern, dass die Leute was merken. Um Panik und Ausbeutung zu verhindern. Zum Glück ist die Realität hier noch stark genug, denn in sehr unrealen Gebieten können sogar du und ich die Welt Kraft unseres Willens formen. Das wäre vielleicht ein Chaos."
Elli trank einen Schluck aus ihrem Flachmann.
"Und was hat das jetzt mit dem Naturschauspiel zu tun?", fragte Chloe weiter.
"Wie bereits erklärt, kommt das Phänomen aus einer anderen Dimension zu uns, ähnlich wie wir aus dem Nexus. Aber es kann sich auch bei hoher Realitätsdichte teilweise manifestieren und schaut dann aus wie eine Luftspiegelung. Hier aber kriegen wir vermutlich die handfesteste Sichtung, die es jemals geben wird."
Sie schaute auf die Uhr.
"Wir müssen uns ranhalten, es geht in fünfzehn Minuten los."
Die drei beschleunigten ihre Schritte.
Unbemerkt von ihnen erschienen in der Nähe drei Schemen. Sie sahen aus wie verschwommene Menschen, die aber innerhalb von Sekunden an Schärfe gewannen. Es handelte sich um einen Mann und zwei Frauen, alle drei schwarzhaarige Koreaner. Zwei von ihnen trugen gewöhnliche Alltagskleidung mit langen Trenchcoats, er kurzrassiert, sie mit schulterlangen Haaren und Narbe an der rechten Schläfe. Die dritte im Bunde trug eine Ballonmütze und eine blaue Bordjacke der deutschen Bundesmarine zu braunen Hosen. Auf ihrem Rücken baumelte ein dünner, hüftlanger Pferdeschwanz.
"Sie sind wegen dem Shin-dan-su hier, Chef", bemerkte der Mann.
Die Angesprochene, die Frau mit der Ballonmütze, sog an einer Zigarette in einem Zigarettenhalter.
"Ich weiß, Ki-nam", erwiderte sie. "Da-hee, deine Wahrnehmung war goldrichtig. Aber wer hätte gedacht, dass ausgerechnet die Büßende hier auftaucht."
"Was machen wir?", fragte Da-hee.
"Ersteinmal werden wir sie verfolgen", erklärte die Anführerin. "Es könnte sein, dass sie hier ist, um das Siegel zu erneuern."
Die drei verblassten wieder.

Mujin City besitzt einen ziemlich großen, gepflasterten Platz vor seinem Rathaus, umringt von Geschäften, Restaurants und Cafès. Chloe, Elli und Dean saßen vor einer Kneipe, Elli mit einem Glas Soju in der Hand. Alle hatten ihre Wasserfilter auf. Von ihrem Standort aus hatten sie einen guten Blick auf die Berge hinter Mujin City.
"Worauf genau warten wir?", fragte Chloe.
"Auf den Beginn", kam es knapp von Elli. "Von hier haben wir einen guten Blick auf das Geschehen."
"Und was genau ist es?
"Jetzt verdirb dir doch nicht die Überraschung", lachte Elli. "Es geht gleich los."
Sie nippte gut gelaunt an ihrem Glas.
Bevor Chloe weiter fragen konnte, stellten sich ihre Nackenhaare auf.
Irgendwas war zornig. Hasserfüllt.
Verwirrt sah sich Chloe um, aber weder Dean, Elli, noch irgendwelche Passanten zeigten irgendwelche Beunruhigung.
Chloe kam zu dem Schluss, dass es Ku sein musste, der irgendwas spürte und an sie weiterleitete.
Bevor sie weiter darüber nachdenken konnte, ertönte ein lautes Knacken. Ein Knacken als hätte der Schöpfer beschlossen, die größte Walnuss des Multiversums mit einem entsprechend großen Nussknacker zu zerbrechen.
Auf dem Platz erschien etwas als Schemen, aber gewann rasch an Substanz, bis Chloe es als eine gewaltige, goldene Baumwurzel erkannte, die so groß wie ein Apartmentblock war. Chloe klappte die Kinnlade herunter, als ihre Augen an ihr emporwanderten. Der dazugehörige Baum erhob sich wie ein Berg über ihnen in den Sternenhimmel und seine Krone schien mit ihm zu verschmelzen. An seinen zahlreichen Ästen flatterten lange Stoffstreifen mit Tigerstreifenmuster.
Die Menschen um sie herum gerieten in leichte Panik. Aufgeregte Rufe wurden ob dieser Pflanze laut, die ihren goldfarbenen Stamm strategisch gerade außerhalb der Stadt auf der Flanke eines Berges positioniert hatte, um keine Gebäude zu zerquetschen. Nicht, dass sie das gekonnt hätte, sie war offenbar eine Fata Morgana, denn mehrere Personen versuchten vergeblich, die Rinde zu berühren. War vermutlich auch besser so, denn ihre Wurzeln hätten sonst ganze Straßen blockiert. Der Anblick animierte viele Einwohner zu einem für die heutige Gesellschaft typischen Verhalten: Sie holten ihre Smartphones heraus und machten Fotos und Videos.
"Elli, was ist das?", fragte Chloe erschrocken.
Elli lächelte.
"Das, Chloe, ist der Shin-dan-su, der Baum zwischen Himmel und Erde. Er bildet eine Verbindung zur göttlichen Sphäre, ähnlich wie du damals in der Ukraine2. Nur ist die hier wesentlich fachmännischer und stabiler. Für die Koreaner ist dieser Baum sowas ähnliches wie Yggdrasil für die Wikinger."
Chloe war nur noch verwirrter.
"Aber was macht er hier?"
"Das weiß keiner", entgegnete Elli schulterzuckend. "Er taucht alle paar hundert Jahre irgendwo in Korea auf. Meistens nur als Schemen, aber das hier ist die beste Manifestation aller Zeiten."
Chloe schaute wieder sprachlos zu diesem Baum, der eine Art gelassene Erhabenheit ausstrahlte. Die Stoffstreifen flatterten träge im Wind.
Irrte sich Chloe, oder standen sie leicht in Brand? Bei genauerem Hinsehen stellte sie fest, dass die Stoffränder glimmten.
Ein Erdbeben erschütterte Mujin. Es war mittlerweile nicht mehr Chloes erstes Erdbeben, aber sie hatte schon nach dem ersten Gerumpel beschlossen, dass sie diese Naturkatastrophe nicht mochte. Obwohl es nicht allzu stark war, musste Elli, wohl aufgrund ihres Alkoholpegels, mit dem Gleichgewicht kämpfen.
"Das sollte aber nicht passieren", merkte sie überrascht an.
Um sie herum wurden überraschte Rufe laut, bis das Beben wieder verebbte.
Dann schlug es in Knurren um…
Irgendwas änderte sich an der gesamten Atmosphäre. Von der verträumten Stadt im Nebel war plötzlich nichts mehr da, plötzlich erschien die Umgebung wild, dunkel und gefährlich…
"Elli? War das geplant?", fragte Dean unvermittelt mit Blick auf die Passanten. Viele von ihnen hatten sich auf alle Viere herabgelassen und knurrten und fauchten diejenigen an, die noch aufrecht standen. Diese versuchten natürlich, die Opfer dieses Phänomens wieder zu Vernunft zu bringen, redeten auf sie ein, versuchten sie zu berühren, aber nichts half.
Dann kam der erste Schrei, als sich eine Mutter unvermittelt auf ihr Kind stürzte und versuchte, es zu Tode zu beißen. Helfende Hände zogen die sich wie toll gebärdende Frau sofort weg, aber die Aggression griff um sich.
"Was ist das?", wunderte sich Elli.
Sie klang verunsichert, aber auch fasziniert.
"Dean, box mir mal einen um."
Dean ließ sich nicht zweimal bitten und stürzte sich auf gleich drei der Verrückten, die über einen alten Mann herfielen. Was auch immer es war, das die Leute zu solchen Tieren machte, es verstärkte sie in keiner Form, im Gegenteil. Dean hatte leichtes Spiel, die Angreifer niederzuschlagen, da sie allein nach Instinkt zu reagieren schienen. Er lockte jeden von ihnen mit der Linken, bis sie danach schnappten und dadurch nicht seine Rechte kommen sahen, die mit Urgewalt Kontakt mit ihrer Schläfe herstellte.
Der alte Mann beeilte sich zu entkommen, während Elli und Chloe zu Dean traten. Elli zog eine Taschenlampe aus ihrer Tasche, während Dean Chloe nah an sich zog und die Umgebung aufmerksam musterte. Die anfängliche Welle der Gewalt schien unter Kontrolle, da die Zahl der normalen Leute die der Betroffenen bei weitem Überstieg.
"Hm, Reflexe normal…", murmelte Elli, während sie mit der Lampe zwischen den Zähnen ihrem Forschungsobjekt in die Augen leuchtete.
Sie öffnete den Mund und besah sich das Gebiss.
"Keine äußerlichen Mutationen. Vermutlich rein psychologischer Natur. Interessant…"
Chloe wollte etwas sagen, doch irgendwie konnte sie das plötzlich nicht mehr. Sie konnte gar nichts. Irgendwas machte sich in ihrem Geist breit und übernahm die Kontrolle.
Ihr wurde schwarz vor Augen.

Das nächste Mal bei Nexus:
Schnittlauch und Beifuß, Teil 2

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