Bodenkontrolle
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Die Dunkelheit wurde einmal mehr langsam in Licht. Blendendes, rotes, feuriges Licht. Anfangs war es atemberaubend gewesen wie die Sonne aufging um seinen Blick zu grüßen und ihm seine Glieder wärmte. Wie alles andere nach dem Unfall auch war es eine falsche Wärme, ein falsches Gefühl der Hoffnung.

Lass los.

Sicherlich war er die ersten paar Male in denen er es geschafft hatte seinen Kopf der Erde zuzuwenden von der Hoffnung erfüllt worden, dass er zurückgebracht würde, dass ihn seine Kameraden irgendwie finden und nach Hause bringen würden. Jetzt aber ist er erleichtert, dass sie es nie getan haben. Es hätte ihr Ende bedeutet.

Du kannst nach Hause zurückkehren.

Sie ist irgendwie auch zum Funkempfänger geworden. Über die Jahre hinweg hatte er einen konstanten Strom an Funkübertragungen von seinem Zuhause gehört, was aus der Welt geworden war. Das war aber vermutlich nur dazu da um ihn zu verführen, ihn zum Fallen zu bringen. Aber das würde er nicht, nicht jetzt und auch nicht irgendwann in der Zukunft.

Sie wollen dass du nach Hause kommst, schau wie sehr sie sich anstrengen…

Er war sich nicht ganz sicher wie es sich zugetragen hatte oder was sie überhaupt war. Erst war er in einem Shuttle gewesen, hatte sich auf einem geheimen Flug in den Weltraum befunden und dann… Nun, er war dort gewesen wo er jetzt war und diese Präsenz war bei ihm.

Du kannst nicht mehr lange durchhalten…

Erst dachte er es sei nur eine Wahnvorstellung. Dass es dazu diente dass er in der kalten Leere des Alls bei Verstand blieb. Aber als er begann auf die Erde zu zu driften, da merkte er dass er nicht driftete. Er wurde gezogen und je näher er kam, umso stärker wurde die Präsenz und es fühlte sich… falsch an.

Falsch. Falsch. Falsch.

Also hielt er sie auf. Er selbst weiß auch nicht wie er das angestellt hat. Er stoppte sich selbst, stoppte seine unnatürliche Bewegung. Er fing sich in der Erdumlaufbahn. Oh, war die Präsenz zornig gewesen… Aber was er nicht erwartet hatte war, dass sie sich so gut verteidigen konnte.

Kann nicht aufhören… Schwaches, erbärmliches Ding.

Es legte sich um ihn und seinen Anzug, nichts Festes, nur eine Präsenz. Und es war die Präsenz, die ihn unaufhaltbar machte. Alles was er berührte zerbrach durch seine Dichte und Geschwindigkeit. Sogar jene die hochgeschickt worden waren um ihn zu bergen konnten nichts tun außer zu versagen und zu sterben. Aber weißt du was…

Du wirst fallen.

Ich habe sie aufgehalten. Ich habe meine Kameraden gerettet, ich habe uns gerettet. Oder besser gesagt, ich habe das Unvermeidliche gestoppt. Aber ich werde nicht loslassen. Auch wenn ich in diesem Körper, diesem Anzug gefangen bin, ich werde nicht loslassen. Manchmal erlange ich sogar die Kontrolle, ich schlage dann gegen mein Visier. Sie dem Vakuum des Weltalls auszusetzen würde uns beide töten, so tief wie sie sich in mir verwurzelt hat. Aber dafür ist sie zu klug. Zu alt und zu klug. Also werde ich damit fortfahren standzuhalten. Ich werde damit fortfahren der Vorbote des Todes zu sein, dessen Klinge über der Kehle der Erde schwebt. Und an dem Tag an dem dieser Hurensohn stirbt, an dem Tag an dem die Präsenz merkt dass sie uns nicht besiegen kann… werde ich endlich nach Hause kommen.

Nach Hause.

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