SCP-390-DE

Akten-Nr.: 390-DE

Klassifizierung: Euclid

Bedrohungsstufe: Gelb


Sicherheitsmaßnamen: Die Anomalie ist derzeit in einer fünf Quadratmeter großen und drei Meter hohen stahlbeschichteten Eindämmungskammer innerhalb von Standort-DE9 untergebracht. Um die schädliche Wirkung des Subjekts zu unterbinden, wurde einerseits eine aus Eisen bestehende Luftfilteranlage in der Zelle angebracht und andererseits ein faradayscher Käfig in die Wände integriert.

Das Subjekt benötigt keine reguläre Versorgung oder Sanitärgegenstände, weshalb die Einrichtung seiner Eindämmungszelle lediglich aus einer höhenverstellbaren Liege besteht, auf der die Anomalie liegen kann, sowie einen regulären Stromanschluss mit 230 Volt durch den die Anomalie seinen internen Akkumulator aufladen kann. Aus Sicherheitsgründen läuft die Verbindung dieses Anschlusses nach außen hin für die anschließenden 30 Meter durch eine Stahlröhre.

Der Zugang zu der Eindämmungskammer ist durch ein biometrisches sowie durch ein von der Standortadministration aus gesteuertes Schloss gesichert und benötigt die Zustimmung des O4-Rates. Aufgrund der von der Anomalie ausgehenden Gefahr befindet sich innerhalb des Kammereingangs eine Dekontaminationsschleuse, die Be- oder Austretende mit Stahlstaub enthaltender Luft besprühen; sämtliches Personal muss zudem beim Betreten einen Schutzanzug mit interner Sauerstoffversorgung tragen, der vollständig in eine stark eisenhaltige Beschichtung gedeckt wurde, beziehungsweise ein Visier aus ebenfalls stark eisenhaltigem Glas besitzt.

Derzeit besteht eine dauerhafte Zugangserlaubnis für das dem Subjekt zugeteilte Forschungspersonal, welches täglich einen Forscher in die Kammer zu entsenden hat, um mögliche Veränderungen an der Anomalie zu dokumentieren.

Anmerkung: Die Anomalie wird sich aufgrund der begrenzten Lebenszeit einer seiner Komponenten vermutlich in etwa 14 Jahren selbst neutralisieren. Von Forschungsbemühungen zur Lebensverlängerung wird derzeit abgesehen.

Beschreibung: Bei der Anomalie handelt es sich um eine 1,81 m große, 85 kg schwere Ansammlung aus elektronischen Bauteilen und Kunststoffen. Diese scheinen in ihrem Aufbau die Funktion eines normalen, menschlichen Körpers zu imitieren; Servomotoren "ersetzen" Muskeln und Sehnen, Kabel Blut- und Nervenbahnen, ein interner alchemischer Akkumulator Herz und Verdauungstrakt und eine Schicht aus alchemischem Kunststoff die Haut.

Eine Öffnung der Schädeldecke an der Stirn zeigte zudem, dass der Großteil des Schädels mit einem [DATEN GELÖSCHT] gefüllt ist.

Der Hals, der Hinterkopf, die Schultern sowie die oberen Hälften des Rückens und der Brust hingegen sind von einem anomalen Pilzgewebe bedeckt, das [DATEN GELÖSCHT]. Während ein Großteil des Myzels ziellos entlang und unterhalb der Oberfläche der Anomalie wächst, befindet sich ein Teil davon aber auch im Inneren des Kopfs und scheint etwa ein Drittel des Schädels auszufüllen.

Außerdem verteilt die Anomalie zu jedem Zeitpunkt Sporen, die zwar bisher keine weiteren Pilzgewebe erzeugten, aber ein aktives Gefahrengut für Personal darstellen: Sie sind neurotoxisch und können schon durch Berührung aufgenommen werden, was innerhalb weniger Minuten zum Exitus führt. Außerdem besitzen besagte Sporen den anomalen Effekt, sich durch solide Materie, aus unbekannten Gründen speziell Schutzausrüstung, hindurchbewegen zu können. Sie werden aber bei Kontakt mit Eisen oder unter großer Hitze (über 280°) neutralisiert, was dennoch Schutzmaßnahmen ermöglicht. Versuche mit Tieren zeigten zudem, dass die Sporen auf nicht-Menschen weder ihren anomalen Effekt noch ihre Giftigkeit besitzen.

[DATEN GELÖSCHT] ist des Weiteren weiterhin in der Lage, Funkübertragungen zu tätigen. Diese scheinen allerdings einen schädlichen Effekt auf Computer zu haben, mit denen Kontakt aufgenommen wird. Betroffene Rechensysteme werden, ohne physische Beschädigung, permanent unbrauchbar gemacht.

Die Anomalie ist zwar derzeit am Leben, scheint aber nicht gewillt oder in der Lage, sich zu bewegen oder zu kommunizieren.

Entdeckung: Die Anomalie wurde am 11.06.20██ in einem stillgelegten Salzstollen, in der Nähe des süddeutsches Alpingebirges, gefunden. Eine MTF-Einheit untersuchte diese aufgrund von Meldungen bezüglich dortiger Aktivität einer Interessengruppe. Es konnten zwar Hinweise auf kürzliche Grabarbeiten der Gruppe gefunden werden, aber keine ihrer Mitglieder; die Anomalie wurde in einem Stollenende liegend vorgefunden.






Anhang: ZENSIERT

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