Erkundungsmission 354-Alpha
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Persönliche Aufzeichnung von Dr. ██████
Unsere Expedition zur Erkundung von SCP-354, diese klaffende Wunde mitten in Kanada, wurde endlich bewilligt. Die F&E-Jungs entwickelten was, was man als U-Boot mit einem Bohrer dran beschreiben kann. Wir wissen, dass der Teich dichter wird, je tiefer man kommt. Wir vermuten also, dass wir an einem gewissen Punkt nicht sinken werden, sondern graben. Deshalb das riesige Bergbaugerät. Es ist überhaupt nicht hydrodynamisch, aber wir gehen ja auch nicht Schwimmen. Mein Kumpel sagte mir, dass da irgendwas auf der anderen Seite des roten Teiches ist, und als würden wir und runter (hoch?) nach China graben, müssen wir nur nach unten (oben?) graben.

Persönliche Aufzeichnung von Dr. ██████
Hatte eine nette lange Debatte mit O5-█ darüber, wer mitkommen darf. Ich hätte gern MTF Ω7 zu unserem Schutz dabei, oder zumindest SCP-076, aber sie werden es nicht erlauben. Trotz des massiven Schadens, den er verursacht, sehen sie ihn immer noch als zu wertvoll an, um seinen Verlust zu riskieren. Nicht, dass er es nicht ist, du weißt, UNSTERBLICH oder so. Vielleicht haben sie nicht die Eier, ihn zu fragen ob er mitkommt …?

Ackler, dieser Arsch, wollte dass wir SCP-███ mitnehmen, aber das werde ich nicht zulassen. Die Akte sagt, dass SCP-███ gerade geboren war, bevor er durchkam, also wäre er als Wegweiser nutzlos. Er könnte zur Sicherheit von Nutzen sein, aber das gleicht sich damit aus, dass er [DATEN GELÖSCHT] ist. Er würde wahrscheinlich sowieso nur ████ ███ ███ ██ ███ █████.

Außer mir besteht die Mannschaft aus drei Agenten, zwei D-Klasse, einem Geologen und einem F&E-Typ, der das Schiff steuert. Ich habe schon ihre Namen vergessen.

Erkundungsteam 354-alpha (ET354a), Missionsprotokoll, Tag 1
Beschissener Tag, um eine Mission zu beginnen. Gerüchten zufolge gab es letzte Nacht einen Eindämmungsbruch in irgendeinem Bereich. Dann stellte sich heraus, dass aus irgendeinem Grund überall in Areal-354 Kaffee verboten ist. Die ganze Mission endete fast im Desaster, als sich herausstellte, dass sie vergessen haben, den Zusatztank an Bord zu schaffen. Wer zur Hölle leitet die Show hier?

Immerhin sind wir jetzt unterwegs. Für eine Weile habe ich definitiv gespürt, wie es abwärts geht. Aber jetzt geht es wir viel langsamer runter. Marty (der Name von dem F&E-Typ) sagt, dass wir zehn Meter die Stunde sinken. In dieser Tiefe ist der rote Teich anscheinend verdammt dicht.

ET354a Missionsprotokoll, Tag 2
Es ist nichts Interessantes passiert, aber ich weiß jetzt, wie jeder heißt. Da sind Marty, unser „Pilot“, Agent Swanson, Agent Turqoise, Agent 86, Dr. Jay Macarthur, Chris Simmons und Leroy Tucker. Der helle Wahnsinn.

ET354a Missionsprotokoll, Tag 3
Um ca. 4.30 Uhr änderte die Gravitation plötzlich die Richtung. Mann, hat das Spaß gemacht, so aufzuwachen. Wir steigen jetzt, anstatt zu sinken. Das heißt, wir haben mehr als die Hälfte geschafft.

ET354a Missionsprotokoll, Tag 4
Wir haben die Oberfläche erreicht! Durch die Bullaugen sieht man fast nur Dunkelheit, es ist also Nacht. Wir können noch nicht raus, denn nach allem, was wir wissen, könnte die Atmosphäre Salzsäure sein. Wir haben einen Arsch voll Sensoren am Schiff, die ein paar Sachen analysieren; ob die Luft rein ist, mit welchen durch die Luft übertragbaren Bakterien wir es zu tun haben und einfaches Zeug wie die Temperatur. In acht Stunden werden wir wissen, ob es da draußen sicher für menschliches Leben ist.

ET354a Missionsprotokoll, Tag 5
Es stellte sich raus, dass die Luft rein ist. Allerdings dauert die Nacht jetzt schon 28 Stunden an. Was passiert hier?

ET354a Missionsprotokoll, Tag 6
Endlich kam der Tagesanbruch. Die Sonne war riesig und rot. Ich bin Biologe, aber ich weiß genug über Astronomie, um zu erkennen, dass wir einen ganz anderen Stern umkreisen. Ist dies eine andere Zeit, ein anderer Ort oder eine andere Dimension? Leroy vermutete, dass wir in ‚einer anderen Existenzebene‘ sind. Ich denke, dass er da wahrscheinlich nah dran ist.

Der Teich ist auf dieser Seite viel größer, eher großer Weiher oder ein kleiner See. Das Ufer ist auch klarer abgegrenzt als auf unserer Seite. Wir sind mit einem aufblasbaren Boot zum Ufer gefahren (Marty und Simmons sind dageblieben) und sind nach Norden weiter. Der Boden hier, zumindest um den Teich herum, ist fast vollkommen pflanzenlos. Das einzige Grün, was wir sahen, war irgendein struppiges Moos auf dem Boden, das mehr wie eine Art von Schimmel aussah. Der Boden besteht aus gräulich gefärbtem Dreck, der wie eine Mischung aus Sand und Mehl ist. Macarthur sagte, es wäre ein Mineral oder was auch immer. Ich habe vergessen, wie er es genannt hat.

Ich habe erwartet, dass die Hälfte unsere Elektronik hier nicht funktioniert, aber das war nicht das Erste, was schief ging. Nachdem wir ungefähr zwei Stunden über flachen, langweiligen Boden gewandert sind, änderte der Kompass plötzlich die Richtung. Nun zeigte er dahin, wo vorher Osten war. Nachweislich funktioniert das Magnetfeld dieses Planeten (ist es überhaupt ein Planet?) nicht so wie unseres.

Damit wir uns nicht verlaufen, machten wir sofort eine 180 und gingen zurück zum Schiff. Ich hätte schwören können, das der Weg zurück weniger als halb so lange dauerte, wie der Hinweg. Morgen arbeiten wir an einer Möglichkeit, wie wir ohne funktionierenden Kompass navigieren können.

ET354a Missionsprotokoll, Tag 7
Mieser Schlaf. Die Sonne ist nicht untergegangen. Nach meinen Berechnungen scheint der Tag-Nacht-Zyklus hier ungefähr 43 einhalb Stunden, im Gegensatz zu unseren 24 Stunden. Das ist gewöhnungsbedürftig.

Wir haben uns auf ein Navigationssystem geeinigt. Zuerst bewegen wir uns geradeaus, sodass wir
einfach zum Schiff zurückkommen, indem wir uns umdrehen und in die andere Richtung gehen. Solange wir nicht in einen unnavigierbaren Dschungel kommen, sollte uns nichts passieren.
Dann noch Martys manipuliertes Radio … Leitungs … Ding. Ich erinnere mich nicht mehr an seine Erklärung, aber sollten wir irgendwo innerhalb von 800 Meilen sein, sagt uns sein kleines Dingsbums, in genau welcher Richtung wir wieder zurückkommen und wie weit es noch ist.

ET354a Missionsprotokoll, Tag 9
Wir machten uns ein paar Stunden vor dem berechneten Sonnenaufgang auf den Weg. Als wir ans Ufer kamen stellten wir fest, das dieses Mooszeug ÜBERALL war. Es hatte beträchtlich an Masse gewonnen. Ich vermute, dass das Zeug tagsüber in der Sonne zusammenschrumpft und sich nachts ausdehnt, um Nährstoffe oder sowas einzusaugen. Wir beschlossen, nicht dadurch zu gehen, also gingen wir zurück und warteten auf den Sonnenaufgang.

Die Sonne ging auf, und wir machten uns wieder auf den Weg. Das Mooszeug war wieder in seinem kleineren Zustand. Dann fiel mir auf, dass an diesem Ort überhaupt kein Wind ging. Das Resultat ist Totenstille. Ich schäme mich nicht zuzugeben, dass diese ganze Leere ziemlich gruselig war.

Wir fanden einen Bereich, in dem für ein paar Hundert Fuß kein Mooszeug wuchs und beschlossen, hier ein ‚Nacht‘-Lager aufzuschlagen. Die Sonne ist immer noch da, aber für Menschen ist es Schlafenszeit, also nenne ich es ‚Nacht‘.

ET354a Missionsprotokoll, Tag 10
Irgendwann in der ‚Nacht‘ (was in Wirklichkeit Tag war… fuck, das wird echt verwirrend) wurden wir alle von einer Art Brüllen geweckt. Erinnerst du dich daran, wie sich der T-Rex in dem alten Film Jurassic Park angehört hat? Es klang sehr danach; groß und reptilienartig. Es war so laut, dass ich mir sicher war, das dass, was dieses Geräusch macht, nicht mehr als zwanzig Fuß entfernt sein konnte. Aber als wir aus unseren Zelten kamen, konnten wir nichts sehen. Das ganze Areal ist so flach, dass wir jede Art Tier innerhalb einer Meile oder so hätten sehen können. Aber da war nichts. Verdammt beängstigend.

Wir packten unser Lager zusammen und machten weiter. Nach einer Weile sahen wir das Mooszeug nicht mehr (vielleicht wächst es nur rund um den Teich?), und der Boden wurde felsiger. In der Ferne schien das Land hügeliger zu werden. Ich denke, ich sehe Bäume.

ET354a Missionsprotokoll, Tag 11
Der kahle Boden hörte auf, und wir gingen über ein enormes Feld von schönem grünem Gras. Es sah fast wie ein gut gemähter Rasen aus. Das Gras schien normal genug zu sein, bis Turqoise über einen Felsen stolperte. Beim Aufstehen sah er, dass seine Hand von mehreren Dutzend blutigen Nadelstichen übersät war. Wahrscheinlich ist die Spitze eines Grashalms unglaublich scharf und kann einfach Haut durchdringen. Unseren Foundation-Stiefeln macht das nichts aus, aber wir müssen alle aufpassen, dass wir nicht darauf fallen.

Wir kamen zu einem winzigen Bach, nicht mehr als ein Rinnsal. Swanson schlug vor, unsere Feldflaschen aufzufüllen, aber Leroy und Macarthur wollten das Wasser erstmal überprüfen. Macarthur packte etwas Ausrüstung aus, und nach ein paar Minuten verkündete er, dass das kein Wasser sei, sondern flüssiges Kohlendioxid. CO2 ist bei dieser Temperatur gewöhnlich gasförmig und nie flüssig. Die Gesetze der Physik scheinen nicht richtig zu funktionieren.

ET354a Missionsprotokoll, Tag 14
Hatte ein paar Tage keine Zeit, etwas aufzuzeichnen. Wir schafften es zu einem Gebiet, das spärlich von Bäumen besiedelt war. Das Gras hier war welk und braun und nicht scharf genug, um noch Haut zu durchbohren. Die Bäume waren normal, sahen wie Birke aus, aber die Blätter stimmten nicht.
Irgendwann verloren wir Swanson. Dieser Ort ist so ruhig, dass sich niemand traut, zu sprechen. Demnach haben wir keine Ahnung, wann wir ihn verloren haben. Es ist ein gut achtstündiges Zeitfenster, in dem er hätte verschwunden sein können. Wir riefen nach ihm, aber wir wollten uns nicht aufteilen, um ihn zu suchen.

Während der ‚Nacht‘ fiel ein Baum auf 86s Zelt. Er wurde nicht verletzt und die Ausrüstung nicht beschädigt, aber dafür wurde das Zelt irreparabel zerrissen. 86 schwört, dass dieser Baum nicht so nah war, als er das Zelt aufschlug, und keiner von uns kann sagen, was ihn zum Umstürzen brachte. Der Stamm ist einfach … umgeknickt. Wir waren uns alle einig, unsere Zelte ab sofort nicht mehr in der Nähe von Bäumen aufzustellen.

Am nächsten ‚Tag‘ (der eigentlich Nacht war) hörten wir das gleiche Brüllen wie vor ein paar Tagen.
Es klang genauso wie vorher und wieder hatten wir keine Ahnung, was dieses Geräusch verursacht hat, und keiner war sich einig, von wo es kam.

Dann fing es an zu regnen. Wir schlugen unsere Zelte für die ‚Nacht‘ auf; dieses Mal viel näher zusammen, als vorher. Der nächste Baum war etwa dreihundert Fuß weit weg. Macarthur bestätigte, dass es echter Regen und kein CO2-Scheiß war, also stellten wir dieses Trichterding auf, um unsere Feldflaschen zu füllen.

Leroy spendete sein Zelt Agent 86, und ich bot an, meins zu teilen. Es war schließlich größer als das der anderen Jungs. Ich fragte Leroy was er getan hat, um als D-Klasse zu enden. Er sagte, er hätte ein paar Leute vergewaltigt. Ich glaube er hat nur versucht, mir Angst einzujagen, aber wer weiß? Trotzdem ist er einer der wohlerzogensten D-Klasse, die ich je kennen gelernt habe, ich denke also nicht, dass er mich im Schlaf angreift.

ET354a Missionsprotokoll, Tag 17
Guter GOTT, der Regen hat endlich aufgehört. Alles ist triefnass, inklusive uns. Aber nicht der Boden. Nach so viel Wasser würde man meinen, es wäre verdammt matschig, aber der Boden neben dem Gras ist nicht mal feucht. Vielleicht absorbieren die Pflanzen Feuchtigkeit effizienter, als die zu Hause.
Wir machten uns wieder auf den Weg. Vielleicht hat der Regen irgendwelche Tiere geweckt.

[DATEN BESCHÄDIGT]

sionsprotokoll, Tag 25
Was von Weitem wie ein riesiger Felsvorsprung aussah, entpuppte sich als künstlich erbaute Mauer. Sie ist aus festem rostigem Eisen und etwa fünfzig Fuß hoch. Nach links und rechts erstreckt sie sich weiter, als das Auge sehen kann. Wir haben keinen Weg drum herum. Wir werden drüber weg oder hindurch gehen müssen. Wir schlugen ein Camp für die Nacht auf. Wir werden am Morgen einen Plan machen.

ET354a Missionsprotokoll, Tag 26
Leroy bastelte eine Art Schneidbrenner mit unserer Ausrüstung. Ich schwöre, der verdammte Kerl ist MacGyver.

Wir schnitten ein Loch in die Eisenwand, das groß genug war, dass wir hindurch konnten. Es stellte sich heraus, dass sie nur ungefähr ein Viertel Inch dick ist, aber weniger als ein Viertel Fuß dahinter ist noch eine Wand. Offenbar hat das Ding mehrere Schichten. Leroy schnitt durch acht von ihnen, bevor wir es endlich auf die andere Seite schafften.

Das Gras auf dieser Seite ist schwarz. Nicht verbrannt oder so, es hat nur eine andere Farbe. Und endlich etwas Wind! Mir geht dieses

[DATEN BESCHÄDIGT]

ussfolgerten, dass es ein Fehler war, herzukommen. Wir müssen umkehren.

ET354a Missionsprotokoll, Tag 39
Wir passierten die zweite Barriere und waren wieder an dem seltsamen Ort mit dem schwarzen Gras. Ich hätte erwartet, dass das Loch, das Leroy da reingeschnitten hat, versiegelt war oder so, aber es war noch da. Danke, Gott, oder wer immer die Show in dieser Welt veranstaltet.
Ich glaube nicht, dass Macarthur die Nacht überlebt. Er hat viel Blut verloren.

ET354a Missionsprotokoll, Tag 40
Wir wachten auf und Macarthur war tot. Wir wollten es nicht tun, aber wir hatten keine Wahl, als ihn zu töten. 86 sagte, dass irgendwas Zuhause ihm helfen könnte, und er mag Recht gehabt haben, aber wir konnten es uns nicht leisten, dass er uns ausbremst. Wir haben nur noch ein paar Tage, bis

[DATEN BESCHÄDIGT]

ag 48
Wir haben es zurück zum Schiff geschafft, mit nur ein oder zwei Stunden übrig. Als erstes fragten sie, was mit Swanson, Turquoise, Macarthur und 86 passiert ist. Als ob ein paar tote Teammitglieder jetzt unser größtes Problem wären. Dank Marty sind wir unterwegs. Wir sind sinken definitiv. Ich hoffe nur, dass sie

[DATEN BESCHÄDIGT]

[PROTOKOLL ENDE]

Dieses Dokument wurde in der zentralen Datenbank der Foundation entdeckt. Bisher wurde keine derartige Mission zur Erkundung von SCP-354 vorgeschlagen oder genehmigt. Über in diesem Protokoll erwähntes Personal existieren keine Aufzeichnungen. Der Ursprung dieses Protokolls ist unbekannt.

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