Erkundungsprotokoll 1689-I
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Eröffnungsbemerkung: Die Erkundungsmission 1689-I war für den 8. August 201█ mit einem vierköpfigen Erkundungsteam unter der Leitung von Cameron Wells geplant. Das Team wurde über den bevorstehenden Einsatz am 2. August 201█ informiert. Weitere Informationen finden Sie in Dokument Mission 1689-I Ausrüstungsverzeichnis.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag -6
Sie sagten mir heute, dass ich Fredrick, Carlen und Xander in einen Sack Kartoffeln führen werde.

Okay.

Anscheinend ist er innen größer oder er ist eine Taschendimension oder es ist ein Portal oder sowas, das in Irgendwas führt, das voll mit Kartoffeln ist. An dieser Stelle überrascht mich nichts mehr.

Oh, und es soll ein offizielles Protokoll sein, also sollte ich sie Agenten Meryle, Ozols und Peterson nennen. Aber niemand kontrolliert sie. Also werde ich es verdammt nochmal nicht tun.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag -1
Sie gaben uns den Rest unserer Ausrüstung und machten uns für morgen fertig. Der Plan ist, bis Mittag dort zu sein.

Die Labore haben diese wirklich coole Flüssigkeit für uns hergestellt. Sie ist eine Art Säure oder Enzym, das die Kartoffeln in eine stärkehaltige Paste auflöst. Sie fließt meistens ab, aber dann härtet ein Teil davon aus, um diese schöne Tunneldecke zu bilden. Es ist wirklich beängstigend, wie schnell das funktioniert, und wir müssen einen Hautschutz tragen, damit es nicht an uns kommt. Mit Sprühdüsen können wir uns direkt durch die Kartoffeln schnitzen.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 0
Es war angenehm herauszufinden, dass sie schon einen kleinen Raum aus Sperrholz auf der anderen Seite von SCP-1689 eingerichtet hatten. Es war sicher seltsam, in einen Sack zu kriechen und in einem völlig anderen Raum wieder rauszukommen, aber auch hier überrascht mich nichts mehr. Wir haben tatsächlich auf Anhieb keine Kartoffeln gesehen. Dann öffneten wir die Ausgrabungstür und ja, eine Wand aus Kartoffeln. Kartoffeln oben, vorne und unten. Wir beschlossen, einen etwa 2 mal 2 Meter großen Tunnel geradeaus zu machen. Kompasse funktionieren hier nicht, aber die Wahrscheinlichkeit, verloren zu gehen, ist nicht sehr hoch, da wir immer mit dem Funksignal zurückfinden.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 1
Ausgrabungen sind eine langsame Arbeit; wir können ungefähr 30 Meter pro Stunde räumen. Das klingt extrem langsam, aber das sind 120 Kubikmeter Kartoffeln und das ist ein Kilometer in zwei Tagen, wenn wir uns anstrengen. Und es ist nicht so schwer: zwei von uns sprühen und zwei von uns schaufeln das Klebrige Zeug weg. Alle hundert Meter stellen wir Stützbalken auf. Wer dieses Enzym erfunden hat, ist ein Genie.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 2
Gott, ich hasse den Geruch von diesem Zeug. Eigentlich mag ich den Geruch von Kartoffeln, aber durch dieses Enzym riecht dieser Ort wie Erbrochenes. Ich habe es schon satt. Verdammt.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 5
Wir haben heute versehentlich etwas von dem Enzym auf dem Boden verschüttet und es stellt sich heraus, dass wir nur einen Meter von diesem Betonboden entfernt sind. Command ist wirklich überrascht; das ist das Erste, das wir außer Kartoffeln gefunden haben. Cool.

Wir beschließen, einfach auf dem Boden zu laufen. Es ist nicht zu unbequem und es ist schön, einen festen Stand zu haben.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 8
Wussten Sie, dass das englische Wort "spud" für Kartoffel vom Graben mit einem "spade" kommt, dem englischen Wort für Spaten, um ein Loch zu machen, in das Sie gepflanzt werden? Calren tat es. Und sie hat dafür gesorgt, dass wir es auch alle tun. Und dann wiederholte Sie den ganzen Tag das Wort "spud". Stöhn.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 9
Das ist kaum noch Agentenarbeit. Warum lassen Sie das nicht von der D-Klasse machen?

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 11
Morgen sind wir auf uns allein gestellt. Es wird zu ineffizient, uns alle paar Tage mit Nachschub zu versorgen, deshalb stellt uns das Command eine Zwei-Monats-Ration MRE1s und Kanistern mit mehr als genug Enzymen zur Verfügung, um so lange durchzuhalten. Wenn wir danach nichts gefunden haben, sagen sie, wird die Mission abgebrochen. Natürlich haben wir noch Funkkontakt.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 12
Es ist schön, mit dem Team allein zu sein. Nachts ist es fast wie Camping. Ja, Camping in einer seltsamen Höhle. Hergestellt aus Kartoffeln.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 16
Aus heiterem Himmel geschah etwas Interessantes. Wir haben heute eine Wand gefunden. Sie besteht aus demselben Material wie der Boden. Der Grundboden, nicht das Stärkezeug. Beton. Er verläuft in einem Winkel von zwanzig Grad zur Senkrechten unseres Tunnels. Command hat uns gesagt, dass wir ihr folgen sollen, da es nicht so ist, als ob sonst noch etwas Interessantes passiert.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 19
Also, Betonboden und Betonwände – heute hat Fredrick nachgedacht und natürlich: Betondecke. Die ganze Zeit war sie drei Meter über uns.

Das bedeutet, dass wir die ganze Zeit in einem Gebäude waren. Ein riesiges Gebäude. Wenn wir es kartieren könnten, können wir wahrscheinlich den Ausgang finden und entdecken, wo in aller Welt diese Kartoffelhölle ist.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 28
Xander spricht es Kah-toff-el aus! Was zur Hölle. Wieso habe ich ihn das bis jetzt nicht sagen hören? Es sind nun schon vier Wochen, umgeben von Kartoffeln, und er hat das Wort bis jetzt nicht gesagt. Er ist die erste Person, die ich getroffen habe, die es wirklich so sagt.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 36
Es ist länger her, seit wir angefangen haben, der Wand zu folgen, als von der Wand zum Anfang. Xander denkt, dass sie nirgendwo hinführt, aber Fredrick wollte weitermachen. Das Command gab nach und, nun … ich möchte nicht, dass der letzte Monat sinnlos war. Wir gehen noch drei Kilometer weiter, mindestens.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 38
Heute haben wir beschlossen, ein verdammtes Loch in die Wand zu sprengen.

Carlen hatte Ladungen in ihrem Rucksack (Gott weiß, warum), also warum nicht. Die Wand führte nirgendwo hin.

Wir alle hielten Abstand und sprengten. Es dauerte lange, das ganze Kartoffelpüree wegzuräumen, aber wir haben tatsächlich ein drei Meter großes Loch geschaffen.

Ratet mal, was auf der anderen Seite ist.

Kartoffeln.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 39

Wir haben angefangen, uns durch das Loch zu graben, das wir gemacht haben, und es stellte sich heraus, dass es tatsächlich anders ist, draußen. Es ist definitiv draußen: Der Boden ist aus Dreck und extrem totem Gras. Das heißt, dieses Ding ist nirgendwo auf der Erde. Ich schätze, das Gebäude war eine Art gigantisches Warenhaus.

Wir haben diese Art von schwachem Grollen gehört, seit wird die Ladungen hochgejagt haben. Xander fängt an, deswegen komisch zu werden, aber soweit wir das beurteilen können, ist nichts passiert.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 43
Wie hoch gehen diese Kartoffeln? Wenn wir draußen sind, gibt es keine vertikale Grenze. Also reichen sie den ganzen Weg rauf in die Atmosphäre? Ist dieses ganze Universum mit Kartoffeln gefüllt?

Es ist so seltsam zu denken, dass wir draußen sind. Es fühlt sich nicht anders an als im Inneren des Gebäudes. Es ist, als wären wir unter der Erde. Nun, ich denke, das sind wir. Nur dass der Boden aus Kartoffeln besteht.

Missionsprotokoll, Captain Wells, Tag 44:
Wir haben einen echten Baum gefunden! Ein toter, umgeben von Kartoffeln, aber trotzdem ein Baum, der im Boden verwurzelt ist. Wir mussten vorsichtig sein, weil das Enzym ihn zerkaut, aber wir haben es geschafft, in vollständig freizulegen. Seine Äste waren irgendwie seltsam, spalteten sich in diesen perfekten Dreißig-Grad-Winkeln, aber insgesamt sah er ziemlich normal aus. Das Labor ließ mich eine Rindenprobe entnehmen. Das machte die "Draußen"-Tatsache ziemlich real. Was ist dieser Ort?

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 48
Xander machte sich Sorgen wegen des Grollens, das wir gehört hatten, also drehte er sich um, um nachzusehen. Stellte sich heraus, dass etwa hundert Meter des Tunnels eingestürzt sind.

Command wusste das auch nicht. Sie sagten, sie würden anfangen, uns von der anderen Seite auszugraben, und dass es mir überlassen wäre, wenn ich weitergraben wollte. Fredrick und Carlen wollen weitermachen, also machen wir weiter und hören Xander zu, wie er sich beschwert. "Ich habe mich nicht für diesen Scheiß gemeldet." Ja, kein Scheiß. Die Foundation wusste nicht genau, dass du "Ins Reich der Kartoffeln" gehen würdest, als sie dich rekrutiert hat. Das ist nicht die Art von Dingen, die sie ins Kleingedruckte schreiben, nur für den Fall.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 51
Wir finden immer mehr komischen Scheiß. Fredrick entdeckte dieses verdrehte Fahrrad und wurde ganz aufgeregt. Ich wusste wegen des Gebäudes, dass hier früher Menschen gewesen sein müssen, aber es kam mir erst jetzt richtig in den Sinn, als ich das Fahrrad sah. Jesus.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 55
Verdammt. Ich bin ein schrecklicher Captain.

Heute gab es wieder ein großes Grollen. Ein riesiger Einsturz. Wir wurden fast zerdrückt, aber irgendwie schafften wir es alle, sichere Zuflucht unter den Ästen der Bäume zu finden.

Dieses Mal verloren wir den Kontakt zum Command. Wir können immer noch einige schwache Funkübertragungen ermitteln, aber sie sind zu verrauscht für eine Korrespondenz. Natürlich habe ich uns zurückbeordert, aber wir haben keine Ahnung, wie schlimm es ist. Es könnte Wochen dauern rauszukommen.

Verdammt. Ich hätte umkehren sollen.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 62
Fredrick sagte uns heute, dass wir einen Iren hätten mitbringen sollen. Ich sagte ihm, dass er ein Arschloch ist. Er hat den ganzen Tag darüber geschmunzelt. Was für ein absoluter Scheißkerl.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 65
Heute sind uns die Essensrationen ausgegangen. Xander flippte aus und sagte, wir würden verhungern, bis ich ihm sagte, dass er ein verdammter Idiot sei.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 67
Wir hätten gottverdammte Gewürze mitbringen sollen. Carlen hatte tatsächlich Kochausrüstung in ihrem Rucksack (Gott weiß warum), also konnten wir die Kartoffeln auf verschiedene Weise zubereiten. Aber es sind immer noch Kartoffeln. Meine Geschmacksknospen beginnen sich zu schließen.

Das wird ewig dauern.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 68
Es ist zu schwer, die ursprünglichen von uns gebauten Tunnel zu säubern. Es wird schneller gehen, wenn wir uns direkt bis zum Sack durchgraben würden. Morgen werde ich dem Team sagen, dass es einen neuen Tunnel graben soll.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 69
Verdammt.

Uns ist heute das Enzym ausgegangen. Sicher habe ich die Vorräte schwinden sehen, aber es funktioniert nicht wirklich, es zu rationieren. Also haben wir es einfach weiter wie gewohnt genutzt und jetzt haben wir keins mehr.

Okay, die gute Nachricht ist, dass wir im Gebäude waren, als es passierte. Das bedeutet, dass wir uns unseren Weg nach draußen graben können, weil es eine Decke gibt. Es sind fünf Meter von oben nach unten, und ich kann mir nicht vorstellen, dass wir einen Tunnel schmaler als anderthalb Meter bauen können. Das wird langsam sein, aber wir sollten es schaffen.

Das richtige Grabungsproblem ist der Platz. Wo wollen wir die Kartoffeln entsorgen? Am besten fünf Meter hinter uns, damit wir eine kleine Raumblase haben, die wir mit uns durch das Gebäude bewegen können.

Das wird lange dauern, aber ehrlich gesagt bin ich nicht sicher, was uns zuerst ausgeht. Für Essen ist gesorgt. Und sie haben tatsächlich genug Wasser in sich. Der Sauerstoff wird jedoch langsam muffig. Ich weiß nicht, wie viel in die Ritzen zwischen den Kartoffeln passt.

Ich weiß nicht einmal, was ich für die Moral tun kann. Ich habe jedem gesagt, dass das Command wahrscheinlich von der anderen Seite gräbt und uns finden wird, aber sie sind alle deprimiert. Das sollte eine 65-Tage-Mission sein, maximal.

Fredrick machte einen Witz über das Wort "Knolle". Ich weiß nicht mehr genau was. Es war sowieso idiotisch.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 70

Vielleicht liegt es daran, dass wir sie nur geschmolzen haben, aber da ist was, was keiner von uns vorher bemerkt hat. Die Kartoffeln sehen richtig hässlich aus. Sie haben diese Beulen, die irgendwie wackeln und langsam wachsen. Absolut widerlich und sie sind unsere einzige Mahlzeit.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 71
Ich hasse den Geruch von Kartoffeln. Ich würde sie lieber hochkotzen, nur für den Geruch. Verdammt.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 72
Sie ist verdammt kleiner. Unsere Raumblase ist kleiner und das liegt an noch mehr verdammten Kartoffeln.

Unser Bereich war nicht genau bemessen oder so. Aber Carlen hat es zuerst erwähnt, als wir aufwachten, und dann ist es plötzlich für alle klar. Der ganze Bereich ist um gut zehn Kubikmeter geschrumpft. Was zur Hölle?

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 73
Heute habe ich aufgepasst. Diese hässlichen Beulen? Sie werden tatsächlich schnell größer. Und wenn sie die Größte einer Kartoffel bekommen, spalten sie sich ab. Daher kommen all diese Kartoffeln.

Unser Bereich wurde heute noch kleiner.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 74
Uns gehen Platz und Zeit aus. Es gibt kaum genug Raum, um noch zu arbeiten; wir rammen uns Ellbogen und Schultern während wir schaufeln.

Verdammte Kartoffeln. Verdammte Erdäpfel. Verdammte Knollen. Verdammte Wurzeln. Ich schwöre, sie werden mich töten, während ich schlafe, mit einer verdammten Kartoffel in den Hals gestopft.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 75
Xander jammerte den ganzen Tag halt verdammt noch mal das Maul. Ich hasse das Dunkel auch. Wir alle hassen das Dunkel und die gelben Lampen mit den braunen Kartoffeln und dem geschmacklosen Essen wir alle hassen es okay? OKAY?

Es ist nicht so, dass ich das Team anschreien kann. Ich lasse sie weitermachen. Ich bin der Captain. Captain Wells, Kartoffelkommandant. Ich halte es zusammen und lasse alles in diesen verdammten Protokollen raus.

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 76
Ich kann nicht atmen. Ich kann verdammt nochmal nicht atmen und es gibt keinen Platz zum schaufeln Scheiße Scheiße Scheiße

Missionsprotokoll, Captain Wells: Tag 78
Ich fühle mich, als würde ich in den Lungen eines anderen atmen, der schon ausgeatmet hat, sodass nur noch Kohlendioxid übrig ist. Niemand kann sprechen, während wir arbeiten.

Wir sind innerhalb der Woche Tot. Tod durch Kartoffeln.

Abschließende Bemerkung: Am 2. November 201█ schlossen sich Missions-Captain Wells und die Agenten Ozols, Meryle und Peterson mit dem zweiten Ausgrabungsteam zusammen. Obwohl sie an Sauerstoffmangel litten und in einem schlechten mentalen Zustand waren, erholten sich alle Teammitglieder innerhalb von drei Wochen vollständig. Captain Wells lehnte es ab, eine Post-Missions-Zusammenfassung zu schreiben.

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