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Wichtige Nachricht an sämtliches Personal der deutschsprachigen SCP Foundation
Dies ist eine Nachricht des O4-Direktionsgremiums, als auch des Ethikkomitees und der Personalabteilung, welche sich an sämtliche Angestellten des deutschsprachigen Zweiges richtet. Sie sind dazu angehalten, das folgende, angehängte Dokument in seiner Vollständigkeit zu lesen, um den darauffolgenden Sachverhalt besser verstehen zu können:
!! Dies ist ein offener Brief an das restliche Personal von Standort-DE18 !!
Dieser Brief ist ein Appell der Reinigungskräfte, der Hausmeister, des Kantinenpersonals an alle anderen Kolleginnen und Kollegen. Wir sind allesamt entrüstet, getrübt und traurig über die unrechte Behandlung von uns Servicekräften. Die ständigen Kommentare, die unnötigen Kommentare, die unbegründete Degradierung unseres Selbst ist etwas, das wir an einem solchen Ort, voller intelligenter Individuen nicht erwartet hätten. Und dass dies schon so lange eine Praktik zu sein scheint, gegen die niemand etwas unternimmt, ist eine Beleidigung gegenüber der harten Arbeit dieser Männer und Frauen, welche buchstäblich dafür sorgen, dass Ihr eure Arbeit sauber und problemlos verrichten könnt.
Wo ist der Respekt für die Reinigungskräfte, die dafür sorgen, dass eure Büros, Forschungsstationen, Einrichtungen und Flure sauber sind und nicht voll mit dem Müll, den Ihr trotz der strategisch platzierten Mülleimer hinterlässt?
Wo ist der Respekt für die Hausmeister, die dafür sorgen, dass eure Anlagen richtig funktionieren, eure Möbel richtig eingerichtet werden oder die Heizungen in den kalten Monaten ordentlich funktionieren und die sich für euch mit dem technischen Personal mit euren Problemen auseinandersetzen?
Wo ist der Respekt für das Kantinenpersonal, das unermüdlich euer Essen per Hand plant, organisiert, zubereitet, serviert, verfeinert, euch zu jeder Zeit anrichtet und dafür sorgt, dass Ihr eine ausgewogene Ernährung habt und nicht krank werdet?
Wo bleibt der Respekt für das Lieferpersonal, welches euch euer wichtiges Essen und Trinken zu euren Büros und Quartieren liefert, damit Ihr eure Arbeit weiterführen könnt oder euch nach einem harten Arbeitstag verdient ausruhen könnt?
Wir sehen diesen nötigen Respekt nicht, in keinster Weise. Niemanden von uns wird eine freie Minute gegönnt, wir wären sonst zu faul für unsere Arbeit. Niemanden von uns wird das Essen zubereitet, geliefert oder serviert, wir wären sonst zu überheblich. Und das alles nur, weil wir keinen Personalrang haben? Deswegen haben andere das Recht, uns so abartig zu behandeln? Natürlich ist nicht jeder so und besonders die Kollegen, welche unsere Arbeit offen schätzen und uns bereits Ihre Hilfe angeboten haben, seien gesegnet, aber was ist mit dem Rest? Warum werden wir ignoriert? Warum werden wir nicht wie Menschen behandelt? Sind wir nicht alle gleich? Haben wir hier nicht alle das gleiche Ziel? Sind Servicekräfte so selbstverständlich geworden, dass Ihr alle unsere Aufgabe vergessen habt?
Ab sofort fordern wir eine anerkannte, deutschlandweite Gleichbehandlung und einen Personalrang sowie ein Gehalt, das uns allen würdig ist und zusteht. Wir wissen nicht, wie andere Standorte mit ihrem Servicepersonal umgehen, aber hinsichtlich unserer Erfahrung an Standort-DE18 und den Aussagen anderer Kollegen in anderen Standorten ist dies peinlich.
Am 19.10.1992 wird ein standortweiter Streik an Standort-DE18 ins Leben gerufen. Dieser ist nicht genehmigt, wird nicht bezahlt und wird eine ganze Woche stattfinden. Uns ist es egal, wie Ihr mit uns nach oder während dem Streik umgeht, es festigt nur unseren Punkt, wenn Ihr uns währenddessen nicht fair behandelt. Es soll nerven, damit Ihr es versteht.
Ich als Sprecher der Servicekräfte und Verfasser dieses Briefes sehe es kommen. Einige werden sich lustig machen oder es belächeln, dass ich nicht so gut mit Worten umgehen kann, wie Ihr Forscher, dass wir es "ja nicht ernst meinen würden" und "wie schlimm es doch sein könnte".
Wir werden sehen. Hoffentlich wird dies ein Denkanstoß für alle, wie Ihr mit uns umgehen solltet. Denn wir respektieren euch auch, und zwar ohne, dass ihr es vorher verlangen müsst.
Im Namen der Servicekräfte an Standort-DE18,
Fred Baumer
Der genannte Streik der Servicekräfte an Standort-DE18 trat genau wie geplant am 19.10.1992 um 5:45 Uhr morgens ein und sämtliche 43 Servicekräfte des Standortes verweigerten ihre Arbeit bis zu dem 29.10.1992, länger als von ihnen angekündigt. Während dieses Streiks zeigte sich nach den ersten paar Stunden bereits einige Verschlechterungen des Alltags an dem Standort.
Die Räumlichkeiten wiesen eine hochgradige Verschmutzung auf, viele Forscher und Reaktionskräfte mussten die eigentliche Arbeit der Hausmeister erledigen und während dieser Zeit befand sich die Kantine in einem Notzustand und ein vorübergehendes Schichtsystem musste eingeführt werden, in welchem nicht dafür zuständiges Personal für den Küchendienst eingeteilt wurde. Einige Forschungsteams und MTF-Einheiten litten dadurch mit Unterbesetzung und die Produktivität nahm im ganzen Standort rapide ab, bis sie auf geschätzt 55 % absank und sich mehrere Abteilungen über den zunehmend schlechter werdenden Zustand bei der Personalabteilung beschwerten.
Das O4-Direktionsgremium, des Ethikkomitees und die Personalabteilung unternahm zusammen mit Fred Baumer und einigen anderen Anhängern der Bewegung am 29.10.1992 eine Sitzung und ging auf ihre Forderungen komplett ein. Ab dem heutigen Tag, dem 01.11.1992, werden die Servicekräfte an Standort-DE18 wieder ihren normalen Arbeitsalltag unter folgenden Bedingungen fortführen:
1. Alle Servicekräfte sind deutschlandweit auf Personalrang C/Cleaning zu befördern und erhalten eine Sicherheitsfreigabe der Stufe 1/Cleaning.
2. Alle Servicekräfte deutschlandweit erhalten alle zwei Jahre eine 40 %-ige Gehaltserhöhung.
3. Jedes Personal hat die Rechte, Persönlichkeiten und die Individualität all ihrer Kollegen zu schätzen, respektieren und zu gewährleisten, unabhängig von ihrem Rang, Klasse oder ihrer Profession.
4. Die nicht Einhaltung dieser Regeln führt zu Disziplinarmaßnahmen der Personalabteilung und des Ethikkomitees.
Wir selbst sind entrüstet, dass es eine solch drastische Maßnahme unserer Mitarbeiter benötigt hat, um diesen simplen, humanen Schritt zu gehen und wir sind über uns selbst enttäuscht, dass wir so lange unsere Augen geschlossen hielten.
Wir hoffen, dass wir eine weitere Situation solchen Ausmaßes damit vermeiden können und in Zukunft alle zusammen Hand-in-Hand gehen, um unsere gemeinsame Mission mit vollster Effizienz absolvieren zu können.
Wir sichern, wir dämmen ein, wir beschützen.
— Vanessa Kröber, Leiterin der Personalabteilung
— Martin Bauer, Leiter des Ethikkomitees
— O4-1, im Namen des O4-Direktionsgremium

