Ein langweiliger Valentinstag

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7. Februar 2014

Hey.
Ich brauche eine Idee für einen Ort, wo zwei Personen hingehen können.

Ist für eine Mission.

Das klingt nach einem romantischen Tête-à-Tête.

( ͡° ͜ʖ ͡° )

Hast Du jetzt eine Idee oder möchtest Du dich nur über mich lustig machen?

Lass mich nachdenken

Wie viel soll es kosten?

An was denkst Du, Johnny?

Klassisch: Ein Restaurant

Mir wäre draussen lieber.
Ein Park?



Nein, wartet.

Der Zoo!

Das wird lustig!

Ach, sei ruhig, Viktor.


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14. Februar 2014

Stephan Faust ist nervös. Sein Kopf ist gefüllt mit Fragen: Ob sein langes Haar etwas spleißt und ungekämmt wirkt? Ob er die richtige Menge an Parfum aufgetragen hatte? Und ob es wirklich die beste Idee gewesen war, ein Leinenhemd anzuziehen?
Er überprüft die Uhrzeit und anschließend den elektronischen Brief, den seine Verabredung auf den Vorschlag in den Zoo zu gehen beantwortet hatte. Er seufzt. Alles ist korrekt und etwas Ruhe kehrt in ihn ein.


Wie läuft's?
Wirkst einsam.

Ich bin auch zehn Minuten zu früh.

Ich hoffe, es ist dies und nicht was anderes…

Kopf hoch

Ich glaube ich sehe sie. :^)


Stephan schreckt auf. Dann werden seine Augen hinter der Sonnenbrille groß.
Mit weiten, schwungvollen Schritten kommt eine Frau in 501 Levi's Back Jeans und einem karierten Holzfällerhemd auf ihn zu.
„Hallo“, trotz des lässigen Tons, ist Alice' Nervosität zu hören. Sie tippt an ihre Schirmmütze, die sie verkehrt aufhat. „Musstest du lange warten?“
„Ah… Nein, überhaupt nicht“, Stephan schaut diskret auf seine Uhr. Sie sind immer noch im Zeitplan, den Stephan akribisch ausgearbeitet hat.
Alice bietet ihren Arm mit einem schiefen, spitzbübischen Lächeln an. „Wollen wir, mein Herr?“

Es ist keine wirkliche Überraschung, dass am 14. Februar der Eintrittspreis des Sjhlfelser Zoo für Pärchen geringer ist. Trotzdem sind noch nicht so viele Person zu sehen.
Das Duo studiert gerade die Broschüre mit dem Lageplan des Tiergartens.
„Möchtest du zuerst die Orang-Utans und Gorillas im Affenhaus ansehen, Alice?“
„Stephan! Wie kommst du denn darauf!“
Alice lacht über den erschrocken-verwirrten Blick von Stephan und stupst ihn an. „Du weißt doch, dass ich ihnen gern zuschaue. Ich wollte dich nur etwas auf den Arm nehmen.“
Auf dem Gesicht des Mannes erscheint augenblicklich Erleichterung und er sieht sie mit gespieltem Vorwurf an, was bei ihr nur noch mehr Lachen auslöst.

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Alice fischt ihr Mobiltelefon aus einer Jackentasche, als Stephan nicht hinsieht, während er Popcorn an einem Essenstand kauft, und loggt sich in einen Chat ein.


Eeeeeh… Ich bin nervös.

Logisch. Ihr seid wie lange zusammen?

Zwei Jahre?

Es ist nur, dass Stephan immer einen Rückzieher macht, wenn ich was aus uns Zweien machen möchte.

Ich dachte, dies wäre nicht möglich.

Du weißt schon:
„Für einander bestimmt”-Quatsch.

In die Richtung halt.

Das Wesen hat offenbar Stephans Schüchternheit unterschätzt. ^~^

Und sie hat nur dafür gesorgt, dass wir uns verlieben, nicht dass wir in einer Beziehung sind. Offenbar ein Anfänger. ;P

Schau: Konzentrier' dich auf euer romantisches Tête-à-tête und Orlanda und ich unterstützen aus dem Hintergrund.


Ich schmeiße mal die Drohne an, die ihr mir vor kurzen geschenkt habt. Die wollte ich eh mal ausprobieren.


Und mach' nicht den Witz mit dem Affenhaus, Alice.

Hast du gehört?


Ihr geht in die Richtung. Du hast ihn gemacht…

War seine Idee, Bell.

Und ich konnte ihn (noch) nicht bringen.


„Wem schreibst du?“, Stephan schaut ihr über die Schulter. Alice erschrickt und hastig verschwindet das Mobilgerät wieder in dem Inneren des Hemdes.
„Nie-Niemandem!“ Alice versucht, etwas Dampf abzulassen darüber, dass sie nicht aufgepasst hat, indem sie ihm einige Schläge verpasst, darauf achtend, die wertvolle Ware nicht zu treffen.
„He! Wenn es nicht schlimm ist, warum schlägst du mich?“, neckt ihr Valentinsschatz sie.
Sie greift eine Tüte vom salzigen Knabberzeug und nimmt immer noch schmollend einen Mundvoll.
„MMMH! Sind die gut!“, nuschelt Alice mit aufgerissen Augen. Stephan folgt ihrem Beispiel und stimmt nickend zu. „Anomal gut!“
„Danke, das freut mich“, brummt der Verkäufer lächelnd. Er hat sich als eine Mischung von Dummer Augustin und Weißer Clown verkleidet und mit seinen auffallend langen Armen sieht er selber wie ein Orang-Utan aus.
Alice sieht ihn lange an. „Sie sehen jemandem den ich kenne ähnlich. Haben Sie einen Bruder?“
Der Narr wird sofort nervös, was durch den gehetzten Blick ersichtlich ist.
„Sie müssen mich wahrscheinlich verwechseln. Jeeeeeedenfalls solltet ihr bei Cand…“, er räuspert sich, „Bei meiner Kollegin am Süßwarenstand vorbeischauen.“
Alice kniff kurz die Augen zu, entscheidet sich jedoch, der Sache nicht nachzugehen.

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„Schau mal diesen Vogel an, Ksavis!“, quietscht eine Riesin von Frau. Ihre Haut hat einen sonderbaren Graustich. Der Mann, der offenbar Ksavis heißt, versucht, seine Begleitung zu beruhigen, was ihm nicht ganz so gut gelingt.
„Ihre Freundin ist sehr lebhaft, scheint mir“, meint Stephan, als sie auf ihrem Rundgang auf die zwei stießen. Alice muss über die offene und fröhliche Persönlichkeit der sonderbaren Riesin kichern.
Die Angesprochenen erröten und sehen sich verlegen an.
„CorCo war noch nie im zoologischen Garten“, erklärt der junge Mann. Seine Freundin nickte, während sie mit dem Schneckenhaus-Anhänger ihrer Kette spielte.
„Bin ich wirklich nicht“, bestätigt corCo.
„Komm, wir gehen weiter“, mit diesen Worten verschwindet das unglaubliche Paar.

Alice zupft Stephan am Ärmel. „Hey, wollen wir zum Aquarium gehen? Weil ich gerade Georg mit einem anderen Mann hineingehen gesehen habe.“
Er trank seinen Schluck Erfrischungsgetränk fertig, bevor Stephan antwortete: „Willst du ihnen nachspionieren?“
„Bist du nicht neugierig?“
Kurze Bedenkpause.
„Doch, eigentlich schon etwas. Ich dachte er hätte ein Auge auf uns geworfen, so wie er normalerweise an uns hängt.“
Alice hob ihre Sonnenbrille hoch. „Ich hatte auch diesen Eindruck! Wobei ich eher fand, dass er an dir mehr Interesse hatte.“

Dr. Georg Sturm steht mit einem anderen Mann im dichtgedrängten Gang mit dem gedimmten Licht vor einem großen Schaufenster. Der kleinere Mann, den Stephan und Alice erst jetzt überrascht als Dr. Orma Kabhu erkennen, gestikuliert und deutet auf die vorbei schwimmenden Wassertiere. „Dies ist ein Atelomycterus marmoratus. Einer meiner Lieblingsknorpelfische.“
Georg studiert den kleinen Haifisch, der begeistert herumschwimmt.
„Ich finde Silurus glanis mit seinem Bartel drollig.“
„Wo sehen Sie ihn?“
Georg zeigt auf den dösenden Wels auf dem kiesigen Grund.
„Ah! In der Tat ein Silurus glanis. Ich hörte, dass einige Exemplare fast zwei Meter erreichen, aber selber einen gesehen habe ich noch nicht.“
Stephan sieht auf Alice' Gesicht Enttäuschung. In der Zwischenzeit haben die zwei das Tierforscher-Duo erreicht.
„Ah, guten Tag, Frau Peterson, Herr Faust“, begrüßt Dr. Sturm sie.
Dr. Kabhu begrüßt sie mit einem Winken und dem ihm so eigenen Lächeln.
„Wie ich sehe beobachten Sie die Aquarien.“
„In der Tat, meine Liebe“, bestätigt Georg, „Der werte Kollege Dr. Kabhu ist ohne Zweifel ein Meister seines Fachs.“
Orma wirkt etwas verlegen. „Ah, Sie Schmeichler. Wenn ich dies nicht tun würde, was wäre ich dann von Nutzen für die …“, er unterbrach sich, als er sich bewusst wird, dass die vier in der Öffentlichkeit sind.
Alice stellt schließlich die Frage, die ihr auf den Lippen brennt:
„Wir hatten Sie zwei gesehen und ich möchte jetzt mal so direkt fragen, was denn zwei so gebildete Herrn am Valentinstag zusammen unternehmen?“
Georg wendet sich jetzt vollständig zu den Beiden und hebt überrascht die Augenbrauen: „Oh, das erklärt, warum wir weniger Eintritt bezahlen mussten.“
Der Belgier neben ihm gluckst über die Naivität seines Begleiters.
Stephan zwinkert Orma spitzbübisch zu. „Sie scheinen sich des Feiertags bewusst zu sein.“
„Wenn ein so strammer und gebildeter Mann mich fragt, ob er mit mir Fische studieren möchte, kann ich schwerlich «Nein» sagen, Herr Faust. Und Sie scheinen auch einen guten Fang gemacht zu haben.“
Georg stupst verlegen den Limnologen gegen die Schulter, während Alice die Augen verdreht und Stephan errötet.
Plötzlich hört das Quartett Rufe und Schreie. Einer der Zoowärter in ihrer Umgebung holt ihr Funkradio hervor und lauscht. Ihre Augen werden groß. „Was meinst du mit: Jemand ist mit einem Schlachtruf in das Becken mit den Katzenhaien gesprungen‽“
Georg prustet und Orma kichert: „Wer würde denn ein Becken voller Haifische springen? Wer wäre das? Wollen wir uns darum kümmern oder …“
Doch als der Belgier sich umdreht, sind Alice und Stephan schon verschwunden. Er kratzt sich am Kopf, dann meint er zu seiner Begleitung: „Dann müssen wir zwei uns alleine damit beschäftigen.“
Georg zuckt mit den Schultern. Die Zwei hängen sich möglichst diskret an die Fersen des Zoopersonals.

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Alice zieht Stephan über die verschlungenen Wege an den vielen Käfigen. Beim eindrucksvollen Außengehege mit den scheuen Zebras, trägen Nashörnern und herumstelzenden Giraffen und den Hyänen in einer separaten, getrennten Ecke machen sie einen Stopp. Stephan ist etwas außer Atem.
„Du hast meinen Puls hochgejagt“, kommt es schnaufend und belustigt von ihm. Dann fällt sein Blick auf seinen Valentinsschatz, der auf einer Bank sitzt. Alice tätschelt neben sich auf die Sitzgelegenheit. Es ist eine deutliche Aufforderung. Stephan ziert sich trotzdem.
Alice nimmt seine Hand und zieht ihn zu sich. Er landet – wie von Alice erhofft – auf ihrem Schoß. Oder eher halbwegs, da die andere Hälfte auf der Bank ist. Zufrieden mit sich, legt Alice beide Arme um ihn. Stephan sieht weniger begeistert aus und versucht, eine etwas weniger peinliche Position zu erreichen. Einige Besucher, die offenbar auch ein Rendezvous haben, lachen über die Szene und ein, zwei spornen Alice an, nicht loszulassen.

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Hey Orlanda.

Ich sehe sie nicht mehr.

Siehst du sie mit deinem „Thunderbird“?

Du hast es gesagt!

=_=

Oh, tut mir leid.
Mal sehen.

Hast du sie nicht im Auge behalten? :/

 

Naja.
Wie soll ich das erklären?

Ich stalke Leute gerne, aber ich spanne nicht.

Willst du etwas implizieren?

Nicht direkt, wenn ich überhaupt etwas direkt implizieren kann.

Im Moment sitzt Steph' auf Alice' Schoß. (^ ͜ʖ^)


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