djkaktus' Vorschlag III
Bewertung: +2+x

2u4Y99z.png

13red.png


ZUVOR

— - —

warehouse.png

Das Verfahren wurde im Hinterzimmer eines verlassenen somalischen Lagerhauses eröffnet.

Calvin saß am Kopf eines langen Plastikklapptisches, während er leise an einem Fingernagel herumspielte. Am anderen Ende des Tisches drängten sich die sieben Mitglieder des Delta-Kommandos zusammen – der hohe Rat der Chaos Insurgency. Calvin hätte fast mit den Augen gerollt, als er in den Raum geführt wurde – trotz all ihrer hochtrabenden Rhetorik waren sie immer noch nicht in der Lage, etwas Besseres als staubige alte Gebäude und billige Plastikmöbel ranzuschaffen, um ihre Geschäfte zu führen.

Er wusste, dass das Delta-Kommando vom Ingenieur gegründet wurde, um die sieben zankenden Zweige dessen zusammenzubringen, was vorher "Die Insurgency" genannt wurde. Jede der sieben Gruppen schickte einen Vertreter zu Delta und zusammen formierten sie den größeren Widerstand. Der Name war natürlich ein Witz. Laut der Legende hatte es der Ingenieur fast aufgegeben, die sich zankenden Fraktionen zu koordinieren, während er sagte: "Noch niemals in der Geschichte hat es eine chaotischere Insurgency gegeben." Der Name blieb hängen, obwohl Delta dachte, dass "Chaos Insurgency" nicht repräsentativ genug war. Daher die "Chaos Insurgency".

Keiner dieser Leute mochte sich, noch kümmerten sie sich um Calvin. Er hatte eine angesehene Karriere als Spionageabwehragent hinter sich, unterstützte größere Angriffe auf die Foundation und führte sie später auch durch. Er, wie alle in der Insurgency, kannten ihren Platz in der Welt; der Zweck der Insurgency war nie, die Foundation zu zerstören, sondern nur als Kontrolle dagegen zu fungieren. Ein ständiger Dorn im Auge, der es der Foundation nie erlaubt, zu selbstgefällig zu werden. Wenn sie auf die Insurgency konzentriert wären, so die Logik, würden sie anderswo keinen Schaden verursachen. Bisher ging diese Strategie nicht auf.

Doch Calvin war außergewöhnlich gut in seinem Job und war weniger ein Dorn im Auge, sondern mehr eine Metallsäge in ihren Eingeweiden. Seine Beiträge für die Ziele der Insurgency hatten ihn schnell durch ihre Dienstgrade geführt und zu einem Zeitpunkt in der jüngeren Vergangenheit wurde er als das nächste Mitglied seiner Fraktion gehandelt, das Delta beitritt. Kurz vorher wurde er jedoch beschuldigt, während eines Überfalls auf einen Foundation-Standort, an dem sich mehrere möglicherweise magische Texte befanden, die begrenzten Insurgency-Ressourcen missbraucht zu haben.

Obwohl die Ermittlungen bezüglich seiner Handlungen nichts Besonderes ergeben hatten, passierte der Vorfall zum absolut falschen Zeitpunkt und er wurde beim Aufstieg zu Delta übergangen, was Howard Kowalski zugutekam, einem mittelständischen Bürokraten, der vorher ein Junior-Kongressabgeordneter für den Staat New Jersey war.

Zufälligerweise war es Howard Kowalski, der zuerst sprach.

"Guten Abend, äh, Calvin", sagte der beleibte Mann und balancierte eine dünne Brille auf seiner spitzen Nase. "Wir danken Ihnen, dass Sie hierhergekommen sind. Wie Sie wissen, sind wir mitten in, äh, Renovierungsarbeiten am Delta-Kommando-Hauptquartier …"

Das war natürlich ein Scherz. Delta behauptete, dass ihr ehemaliges Kommandozentrum, das vom Ingenieur selbst gebaut worden war, renoviert wurde, was die Versammlungen in den leeren Lagern und schmuddeligen Seitengassen notwendig machte. Es war ein öffentliches Geheimnis, dass das Gebäude fast drei Jahrzehnte zuvor von der Global Occult Coalition dem Erdboden gleich gemacht worden war, obwohl Delta sich weigerte, dies anzuerkennen.

"… das hier wird schon gehen, denke ich. Ja." Er nickte und klopfte einen Stapel Papiere auf den Schreibtisch. "Ich denke, was uns am meisten interessiert, Calvin, ist äh, nun, dieses Dokument, das Sie, wie wir hörten, geborgen haben." Er beugte sich vor. Der Glanz einer Lampe traf seine Brille, als er über den Stapel Papiere spähte. "Das Tagebuch. Haben Sie es?"

Calvin nickte. "Wenn Sie mir einen Moment Ihrer Zeit geben, verspreche ich, dass wir über das Tagebuch sprechen werden."

Eins der anderen Delta-Mitglieder, eine große, langhaarige Frau namens Norris, machte ein Geräusch in ihrer Kehle. "Teste nicht unsere Geduld, Bürschchen. Es ist schlimm genug, dass wir die Reise hierher ertragen mussten, doch ich schwöre bei Gott, wenn wir das getan haben, um uns mit einem gefälschten Buch rumzuschlagen, erledige ich deinen Job."

Kowalski lachte nervös, als Calvin eine Augenbraue wegen ihres Ausbruchs hob. "Na, na, Priscilla", sagte Kowalski vorsichtig, "hören wir einfach zu, was er uns zu sagen hat. Calvin hat, äh, wirklich viel für unsere Organisation getan. Ich denke, dass wir uns alle einig sind, dass er den, äh, Vorteil des Zweifels hier verdient hat." Er machte Calvin ein Zeichen weiterzumachen.

Calvin nahm seinen eigenen Stapel Papiere und öffnete ihn. "Also gut. Was Sie vor sich sehen, ist etwas, woran ich in den vergangenen paar Monaten mit ein paar Leuten zusammen gearbeitet habe – nennen Sie es eine Absichtserklärung. Wir haben in Zusammenarbeit mit Dr. Vernon Aldermans Labor in Sydney gearbeitet und die Ergebnisse der Arbeit seines Teams sind … beunruhigend. Die von der Foundation fortgeführten Tests mit unnatürlichen Entitäten und Phänomenen hat das von eben jenen Entitäten verursachte Problem verschlimmert – sie kratzen an einer Wunde. Kombinieren Sie dies mit dem Wissen, das wir in den vergangenen Jahren von Leutnant Horvers Team bezüglich der Kalibrierungsänderungen des Scranton-Ankers gesammelt haben, und die Beweise sind eindeutig." Er hielt inne und blätterte auf die nächste Seite. "Wir erreichen bald einen Punkt ohne Wiederkehr."

Er überflog die Seite weiter. "Unsere aktuellen Modelle gehen davon aus, dass wir es ohne ein großes, öffentliches, übernatürliches Ereignis nicht über 2020 hinausschaffen. Und auch nicht mehr fünf Jahre darüber hinaus, bis die Dinge zu groß werden, dass noch nicht einmal die Foundation damit fertig werden kann. Das ist nicht gut und ist der Grund, warum wir uns jetzt darum kümmern müssen – wenn wir noch länger warten, können wir wahrscheinlich nichts mehr von Wert unternehmen.

Sylvester Sloan, das älteste Delta-Mitglied, stieß ein seltsames Gackern aus. "Unser Wert besteht darin, die Bemühungen der Foundation zu bremsen. So wie es sich anhört, beabsichtigen Sie, sie komplett aufzuhalten."

Calvin lehnte sich etwas zurück. "Mehr als das. Ich beabsichtige, die Foundation komplett zu entwurzeln – mit Laub und Stamm."

Große Stille breitete sich unter der Gruppe aus, als hätte jemand gerade ein verfaultes Ei in einen Fahrstuhl geworfen. Herman Van Gandry, noch ein Delta-Veteran, lachte als Erster. Der Rest folgte kurz darauf.

Kowalski versuchte, ein ernstes Gesicht zu behalten, schaffte es aber kaum. "Sehen Sie, Calvin, ich weiß, Sie meinen es gut und Sie wissen, dass Sie den Respekt von allen von uns haben, aber kommen Sie schon. Das ist vergebliche Mühe."

Priscilla grinste ihn an. "Wenn Sie das Geld, die Männer und die Ausrüstung für die Destabilisierung der mächtigsten, geheimnisvollsten und einflussreichsten Behörde aufbringen können, sagen Sie uns Bescheid und wir machen Sie zum König von Scheißhaufen. Wie klingt das?"

Calvin hob diesmal beide Augenbrauen und atmete tief ein, als er weiter durch den Stapel Papiere ging.

"Zu diesem Zweck", fuhr er fort, "möchte ich die im Summa Modus Operandi festgelegten Verfahren zitieren."

Delta wurde still. Ein paar von ihnen schauten sich verwirrt an. Die Augen von Sylvester Sloan wurden plötzlich sehr scharf. "Ist dem so?"

"Moment mal", sagte Dane Blank, der hastig in seinen eigenen Papieren blätterte. "Was ist das? Ich habe davon noch nichts gehört. Das klingt wichtig, ist es wichtig?"

Desdemona Vance, die Jüngste der Gruppe, zog eine schmutzige, dicke Mappe aus der Tasche neben ihr. Sie öffnete sie, blätterte ein paar Seiten weiter und begann vorzulesen: "Wir halten das Folgende für unausweichliche Wahrheiten …"

Calvin hob eine Hand hoch. "Ich erspare Ihnen den Ärger. Dieses Dokument wurde auf Geheiß des Ingenieurs selbst vom ersten Delta-Kommando geschrieben. Wenn wir dieses Dokument beim Wort nehmen, dann müssen Sie die Foundation nicht zerstören, um die Foundation zu zerstören. Sie müssen die Aufseher zerstören."

Priscilla bellte wieder ein Lachen aus, eins, das nicht von ihren Kameraden erwidert wurde. "Ja, natürlich. Das wird ja so viel einfacher sein. Dreizehn unsterbliche Halbgötter, die sich zweifellos längst in Zaubern und Hexerei vergraben haben. Wie einfach."

Doch Sylvester Sloan schaute sich Calvin immer noch genauer an. "Der Dreizehnte Aufseher hat den anderen Unsterblichkeit zugesichert, solange er im Rat sitzt. Sie müssen ihn zuerst finden … und irgendwann müssen Sie alle finden, was selbst unmöglich wäre, wenn Sie nicht …", seine Augen verengten sich, "… wenn Sie nicht das Tagebuch hätten."

Calvin nickte, griff in die Brusttasche seines Jacketts und zog ein kleines, blaues Lederbuch heraus, das teilweise in braunes Papier eingewickelt war.

"Heilige Scheiße", sagte Kowalski, "woher haben Sie das?"

Desdemona starrte es fragend an. "Was ist das?"

"Vor Jahren", sagte Kowalski, "erhielten wir einen Bericht darüber, dass einer der besten Agenten der Coalition, ein Kerl mit einem komischen Codenamen, einen Bericht über die Foundation-Aufseher zusammengestellt hat – wo sie leben, Orte, die sie aufsuchen, ihre Gewohnheiten und Aktivitäten. In anderen Worten, wenn Sie die Aufseher finden wollen, wäre das ein perfekter Anfang."

"Ich verstehe immer noch nicht", sagte Priscilla, "behalten wir die Aufseher nicht sowieso im Auge? Wir wissen, wo sie sind, nicht wahr?"

Sylvester spottete: "Nein. Wir sagen unseren Agenten, dass wir es tun und ab und an flattert hier ein Bericht über sie rein und jemand wirft einen Blick drauf. Wenn wir wirklich müssten, könnten wir wahrscheinlich die Aufenthaltsorte in Echtzeit von vielleicht der Hälfte ausmachen. Ein paar mehr, wenn wir Glück haben." Er streckte einen krummen Finger nach dem Tagebuch aus. "Aber diese Aufseher sind nicht der Grund, weshalb es wichtig ist. Es ist wichtig, weil es angeblich die Positionen von zwei Aufsehern enthält – inklusive des Dreizehnten – der noch nie zuvor gesehen wurde. Bis das Buch geschrieben war, war sich niemand sicher, ob sie überhaupt existierten."

Kowalski rieb sich wütend die Schläfen. "Ok, ok. Beruhig dich. Lass mich … lass mich nachdenken." Er sah den Papierstapel in seinen Händen wieder durch. "Also gut, Sie sagen, dass Sie sie finden können. Das ist großartig, das ist ein, äh, das ist ein guter Anfang. Aber das war es auch schon. Der Vertrag – sie haben einen Vertrag mit dem Tod und so lange sie diesen Vertrag haben, können sie nicht sterben. Dem war noch nicht so, als der Summa Modus Operandi geschrieben wurde, daher wurde er eher als eine Richtlinie betrachtet und nicht als eine handfeste Regel, weil man den Tod nicht töten kann."

Calvin nickte. "Sie haben recht. Man kann den Tod nicht töten. Ich glaube nicht, dass Sie den Tod töten müssen, Sie müssen nur den Vertrag brechen."

Sylvester lehnte sich nach vorn und antwortete nun mit sorgfältig ausgesuchten Worten: "Wenn Sie den Vertrag brechen wollen, brauchen Sie etwas, das jemand vom Tod zurückstehlen kann. Sie brauchen … nun, Sie brauchen etwas, das es seit hundert Jahren nicht mehr gegeben hat."

Calvin fischte wieder in seiner Tasche und zog eine kleine Glasphiole mit einer klaren Flüssigkeit darin heraus. Er stellte sie mit einem deutlichen Klack auf den Tisch.

"Wenn Sie den Vertrag brechen könnten, was dann?"

Flüstern umgab Calvin. Er war sich plötzlich der Präsenz von etwas Großem und Schrecklichem bewusst; etwas, dessen wütende Aufmerksamkeit er sofort auf sich zog. In der Stille des Lagerhauses, hinter Geheimnissen und unter der Welt darüber, kam eine Präsenz durch – und war dann verschwunden.

Dann, wie so viele Male zuvor, brach Delta in Chaos aus.

"Heilige Scheiße, Calvin, wie konnten Sie …"

"Was ist das …"

"Die Quelle war ausgetrocknet, sie leerten …"

"… spielt keine Rolle, sogar wenn er …"

"Es weiß, es weiß, wir haben schon zu viel gesagt, wir …"

"… es würde möglich werden, die Dreizehn Foundation-Aufseher zu zerstören."

"Es wäre möglich, den Summa Modus Operandi zu erfüllen."

Kowalski hatte es aufgegeben, die Ordnung in den Papieren beizubehalten und legte sie träge um sich herum. "Wo in aller Welt haben Sie das her?"

Calvin steckte die Phiole wieder in seine Tasche. "Als wir uns zum Lagerhaus der Foundation in Bangladesch aufmachten, als mir erzählt wurde, ich hätte Insurgency-Ressourcen missbraucht", er starrte Kowalski aus den Augenwinkeln an, "haben wir danach gesucht. Sie war zwar nicht dort, aber das …", er hielt die Phiole auf Augenhöhe, "fand ich genauso, wie ich das Tagebuch fand. Glück."

Sylvester nickte langsam. "Wenn es das ist, von dem wir alle denken, dass es das ist, dann haben Sie denke ich recht, Calvin. Ich glaube, das könnte funktionieren." Er strich sich über die Handvoll drahtiger Haare an seinem Kinn. "Wissen sie, dass wir sie haben?"

Calvin zögerte. "Nein."

Desdemona lehnte sich nach vorn. "Was ist also Ihr Plan?"

Calvin schob das Tagebuch vor und stellte die Phiole daneben. "Wir finden jeden einzelnen dieser verrotteten Bastarde und benutzen das …", er zeigte auf das Tagebuch. "Wir fangen bei dem Dreizehnten an und arbeiten uns vor. Sind sie einmal begraben, wird die Foundation ohne Führung sein und auseinanderbrechen. Wir kehren die Teile auf und ohne die Aufseher kann diese Welt anfangen zu heilen." Er lehnte sich zurück. "Eines Tages wachen wir in einer Welt auf, die nicht mehr vom Übernatürlichen bedroht wird. Eine Welt, die frei ist, ihr eigenes Schicksal zu wählen."

Kowalski ging weiter durch die Papiere, die Calvin vor ihn hinlegte, doch nun langsamer. Er zögerte an einer Stelle und schaute dann hoch.

"Gut. Ich bin überzeugt. Unsere Ressourcen sind begrenzt – hätten Sie das vor etwa zwanzig Jahren versucht, wären wir womöglich in einer besseren Lage gewesen, Ihnen zu helfen." Er trommelte mit einem Finger auf den Tisch. "Natürlich, bis jetzt hatten Sie das Tagebuch nicht, doch das ändert nun alle Regeln."

Kowalski wandte sich wieder an seine Kollegen. "Ist irgendjemand dagegen? Wenn wir das tun, müssen wir es tun – es gibt keine halben Sachen. Ich werde der Erste sein, der zugibt, dass wir weit unterlegen sind, doch wenn das wahr ist, was Calvin sagt, haben wir die Überraschung auf unserer Seite, das ist doch schon etwas." Er nickte. "Sind alle dafür?"

Alle sprachen gleichzeitig. "Ja."

Kowalski wandte sich wieder zu Calvin.

"Was brauchen Sie?”


JETZT

— - —

roughseas.png

Er hatte drei Personen angefordert – jeweils spezialisierte und erfahrene Agenten. Die Logik war klar: Die Foundation war eine riesige, unerbittliche Maschine. Die Mittel der Insurgency dagegen zu richten, würde fehlschlagen, so war es immer schon. Die Insurgency hatte sich nie richtig davon erholt, vor all den Jahren von der Foundation zerschlagen worden zu sein, und die zankenden Fraktionen und Spaltungen innerhalb dieser Gruppe wurden gerade so von Delta zusammengehalten. Es wäre katastrophal, diese Unordnung zur Tat schreiten zu lassen.

Aber eine Gruppe aus vier Personen, klein genug, um an dem Allsehenden Auge der Foundation vorbeizuschleichen, könnte funktionieren. Die Insurgency hatte Ressourcen, genug, um wenn nötig für Ablenkung zu sorgen und das Team zu stärken. Aber Delta hatte es sehr deutlich gemacht: Sie hatten ihre Grenzen erreicht. Sollte die Gruppe über Deltas Fähigkeiten hinausgehen, wäre sie auf sich allein gestellt.

Der erste von ihnen war Anthony Wright, ein erfahrener britischer Agent der Insurgency in den Fünfzigern und mit einer Todesliste, die fast so lang war, wie die Liste seiner Auszeichnungen. Nachdem Delta an die Macht kam, war die Insurgency immer noch eine Handvoll bedrängter und chaotischer Idealisten – doch während ihrer gesamten Vergangenheit war Anthony eine Stimme der Vernunft und Führung. Er hatte die ursprünglichen Ziele der Insurgency beibehalten und wurde immer schon um Rat gebeten. Wann immer Delta eine Stelle frei hatte, wurde angenommen, dass er sich dort an den Tisch setzten würde, aber er lehnte die Position immer ab.

Der zweite Agent war eine junge Frau, etwas jünger als Calvin. Ihr Name war Olivia Torres und bis vor ein paar Jahren war sie innerhalb der anomalen Gemeinschaft bekannt als die berühmte Parakünstlerin "Ivory". Ihre Installationen waren bekannt, besonders in den Three Portlands, die sie ihr Zuhause nannte. Die Foundation, die lange glaubte, dass sie in AWCY?1-Kreisen aktiv war, hatte sie gnadenlos verfolgt. Als sie ihr endlich nahekamen, floh sie zur Insurgency und fing dort von vorn an.

Der Letzte war Adam Ivanov, der Delta überraschte. Er war jung, unerfahren und kein Kämpfer. Er war gut im Umgang mit Computern – sogar ein Wunderkind – aber mit einer Waffe war er so gut wie nutzlos. Calvin war jedoch unnachgiebig in seiner Entscheidung. Er wusste von Adam, bevor Adam von ihm wusste und hatte in den vergangenen Jahren einiges unternommen, um ihn von der ukrainischen Separatistengruppe, mit der er zu tun hatte, wegzubekommen und in die wartenden Arme der Insurgency zu treiben.

Calvin hatte eine Vergangenheit mit Anthony und Olivia – er hatte in den besseren Zeiten des vergangenen Jahrzehnts mit Anthony trainiert, an seiner Seite gekämpft und Olivia war ihm vor seinem Exil bei einer Handvoll Angriffe zugeteilt. Beide antworteten bereitwillig auf seine Anfrage. Adam zögerte jedoch. Er musste überzeugt werden. Trotzdem konnte Calvin ein Verlangen in seinem Herzen spüren. Adam hatte seine Jugend als D-Klasse bei der Foundation verbracht, der [SCP-610] zugeteilt war, da seine Eltern ukrainische politische Gefangene waren. Ein Überfall auf ein Arbeitslager der Foundation hatte ihn von den Schrecken der Gefangenschaft befreit und Anthony selbst hatte ihn außer Gefahr gebracht. Als der junge Mann hörte, dass sein Retter unter jenen war, denen er zur Seite stehen würde, nahm er die Anfrage schnell an.

So kam es knapp drei Monate später, dass ihr kleines Schiff gegen die Wellen rang und auf einen gezackten, schwarzen Speer zusteuerte, der das stürmische Wasser des Südatlantiks durchbohrte und mit stummer Bosheit drohte. Calvin stand am Bug des Schiffs, als der Turm in Sichtweite kam. Er konnte fühlen, wie die Mnesika in seinem Kopf brannten, er konnte das schimmernde Leuchten der anomalen Natur des Turms sehen. Eine Narbe, dachte er.

"Was ist das?", hörte er Olivia sagen, als sie ihren Platz neben ihm einnahm. "Es ist Magie, richtig? Eine Wahrnehmungsstörung vielleicht?"

"Nein, keine Wahrnehmungsstörung. Es ist ein Antimeme. Die Foundation hat das nicht gebaut. Etwas anderes hat es vor langer Zeit. Für was auch immer sie es bauten, es ist nicht mehr da, also hat die Foundation es neu verwendet." Er lachte. "Wie fliehst du aus einem Gefängnis, wenn du noch nicht einmal weißt, dass du drin bist? Oder in unserem Fall, wie findest du etwas, dass nicht auf irgendeiner Karte verzeichnet ist? Das nicht einmal auf einer Karte sein kann?"

Olivia zuckte mit den Schultern. "Ich habe mich dasselbe gefragt. Wie hast du es gefunden?"

Calvin nahm das kleine blaue Tagebuch heraus. "Das war das persönliche Tagebuch von jemandem, der die Aufseher und ihre Methoden jahrzehntelang studiert hat." Er drehte es vor und zurück. "Es lag jahrelang in einer Kiste, bevor jemand erkannte, was es war. Als Skitter Marshall es aufhob, wusste er, dass er auf Gold gestoßen war."

"Was hat es gekostet?"

Calvin zuckte mit den Schultern. "Nichts. Ich hab’s gestohlen."

Olivia nickte und er schaute wieder auf den Turm. "Er ist wunderschön, irgendwie. Außerweltlich."

"Das ist er."

Eine Welle schlug gegen die Seite des Schiffs und wogte vor ihnen in einer Decke aus gefrorenem Meerschaum auf. Calvin streckte instinktiv die Hand aus, um sie zu schützen. Olivia trat zurück, schenkte ihm aber ein Lächeln.

Das gedämpfte Heulen des Nebelhorns ertönte hinter ihnen. Calvin drehte sich um und eilte die Stufen zum Steuerhaus hinauf. Dort zerrte Anthony Wright schroff am Steuerrad – dazwischen nahm er lange, tiefe Züge von der fetten Zigarre, die aus seinem Mundwinkel ragte.

"Das ist dumm, Calvin", sagte Anthony und kaute wütend auf der Zigarre. "Wir können nirgendwo anlegen. Ich bin schon seit sechzehn Jahren nicht mehr auf einem Schiff gewesen. Das war dein Plan?"

Calvin schaute mit zusammengekniffenen Augen auf den Turm. Ihre Mnesika würden nicht mehr lange anhalten; danach wären sie nicht einmal mehr in der Lage, den Turm wahrzunehmen. Es musste schnell gehen – und die Gezeiten waren nicht hilfreich.

"Der Eingang ist oben", Calvin zeigte auf eine Öffnung in der Felswand. "Kannst du uns da hochbringen?"

Anthony schaute ihn an, als wäre er wütend. "Ich kriege irgendwas da hoch. Hoffentlich brauchst du das Boot danach nicht mehr."

Calvin schlug ihm grinsend auf den Rücken. "Es gibt immer noch mehr Boote."

Anthony rollte seine Augen und drehte das Rad, um sie heranzubringen. "Bei der nächsten Woge werde ich es dagegenfeuern. Sag allen, sie sollen sich da unten festhalten, denn dabei wird das Schiff zerstört. Hast du kapiert? Das Schiff wird zerstört."

Calvin nickte.

"Also gut. Lass uns das Schiff zerstören."

Calvin eilte die Treppen hinunter, um die anderen zu finden. Olivia und Adam waren im Flur; Adam sah so aus, als müsse er brechen. Er packte beide, zog sie zur Kombüse und drängte sie gegen eine Säule. "Bleibt hier und wartet!"

Er drehte sich um, um wieder nach oben zu gehen – gerade als das Schiff mit der Wucht eines Donnerschlags auf eine riesige Welle knallte. Das ganze Schiff rutschte ab, hoch, dann nach vorn. Für einen Moment konnte Calvin fühlen, wie seine Eingeweide nach oben aus seinem Rachen gequetscht wurden und sich hinter seine zusammengebissenen Zähne drückten. Als er das Ende der Treppe erreichte, kreischte der Schiffsrumpf. Eisen und Holz zermalmten auf hartem, gnadenlosem Stein.

Der Rumpf knarrte und knallte und blieb dann stehen. Calvin stolperte an Deck; das Boot war nun vollständig am Eingang des Turms angedockt. Hinter ihnen tobte der Ozean weiter.

Adam war der Erste, der hinter Calvin hinauskroch, denn nur so konnte er seinen Mageninhalt über die Reling würgen.

Anthony, der wie ein Wunder fast trocken blieb, ging an Adam vorbei, löste den Anker und warf ihn über die Seite. Es machte ein dumpfes, metallisches Pock, als er in den trocknen Felsen knallte.

"Land in Sicht", verkündete er.

Adam wischte sich mit seinem Ärmel die Spucke von seinem Mund. "Irrsinn. Du bist irre. Das ist Irrsinn. Ich kann kaum … urg … der ganze Ort macht mich schwindlig." Er versuchte zu stehen, stolperte rückwärts. "Ihr Leute, ihr alten Leute, ihr habt es schon hinter euch. Ich habe noch mein ganzes Leben vor mir und ihr lasst uns gegen einen Berg knallen. Sehr rücksichtsvoll." Er drehte sich wieder zur Reling und würgte erneut.

Calvin klopfte Adam auf den Rücken. "Geduld, Adam. Du wirst hier bei Olivia und Anthony bleiben. Ich werde allein gehen." Er schaute zurück zu Anthony. "Kümmere dich darum, dass mir keiner folgt."

Anthony nickte. "Denk dran, was ich dir gesagt habe. Glaube kein Wort. Sie werden alles sagen – das Blaue vom Himmel lügen. Sei vorsichtig."

Calvin beruhigte den älteren Mann mit einem Schlag auf die Schulter. "Das werde ich. Ich werde euch – jeden von euch – bald brauchen. Doch diesen Teil … Das kann ich allein schaffen."

Calvin sprang über die Reling und auf den Stein hinunter. Der Eingang verengte sich zu einem Tunnel; er folgte dem Gang in die Dunkelheit.

Er endete nach vierzig Metern an einem Lastenaufzug. Er konnte immer noch das entfernte Rauschen des Ozeans von den glatten Steinmauern widerhallen hören. Im trüben Licht konnte Calvin gerade so tiefe Schnitte im Stein erkennen – fast wie Verletzungen. Er zog das Eisengeländer auf, ging hinein und drückte einen Knopf. Kurz bevor es nach unten ging, kam ihm der Gedanke, dass der Eingang in den Turm hineingeschlagen statt geschnitzt worden zu sein schien.

Er konnte nicht sagen, wie lange der Abstieg dauerte. Nach ein paar Minuten wurde das glatte Metall des Schachts von Stein abgelöst. Das Innere des Aufzugs wurde kalt; er konnte das leise Geräusch von etwas ausmachen, das unten pochte. Calvin griff in seine Tasche und berührte die Phiole, um sich zu vergewissern, dass sie noch da war.

Der Aufzug hielt an. Der Wagen zitterte und mit einem Stöhnen glitt das Tor auf. Er hatte eine riesige Kammer erreicht, die von Fackeln erhellt war, von denen jede mit einer rauchlosen smaragdgrünen Flamme brannte. In die Wände waren uralten Runen geritzt, die sich nach oben in die gähnende Dunkelheit wanden; dieselbe Dunkelheit gähnte neben seinen Füßen. Nichts stand zwischen ihr und ihm – außer dem Aufzug und einem stählernen, unterteilten Gang, der sich daraus erstreckte.

Der Gang erreichte das Zentrum der Kammer. Dort erhob sich eine Steinsäule aus der Grube. Als Calvin einen Schritt darauf zu machte, prallte ein Kieselstein an der Seite seines Schuhs ab und fiel nach unten. Er wartete darauf, dass er unten landete.

Zwei Minuten später hörte er auf zu warten.

Er überquerte den Abgrund über den Gang. Seine Schritte waren das einzige Geräusch, das er hörte, außer dem leisen Pochen, das von unten kam. Als er sich dem Podest näherte, konnte er seinen einsamen Bewohner ausmachen: Auf einem kleinen, schlichten Metallklappstuhl sitzend, mit einer Goldkette daran gebunden, war eine menschliche Leiche.

Calvin öffnete seinen Mund, um zu sprechen, wurde jedoch von einem Geräusch unterbrochen. Es war wie ein erschrecktes Rasseln – ein schreckliches, leeres Geräusch. Es füllte den Raum wie ein Chor, der von den Wänden hallte. Es war ein Lachen. Spottendes Lachen.

Er näherte sich dem Leichnam und untersuchte ihn. Hohle, verweste Höhlen waren alles, was von seinen Augen übrig geblieben war. Trotzdem starrte er ihn mit einer wütenden Intensität an. Er fühlte die vertraute Kälte wieder; plötzlich hörte das Pochen unter ihm auf.

"Ein Besucher." Der Mund des Leichnams bewegte sich nicht, dennoch ächzte eine Stimme daraus hervor wie ein Luftzug durch ein Grab. "Wie eigenartig. Ich empfange nicht oft Gäste."

Calvin zögerte. "Du bist O5-13, richtig?"

Dieses elende Lachen breitete sich wieder aus. "In gewisser Hinsicht. Dieser Körper war einmal der von Dr. Felix Carter; Der Einheimische. Er war der Dreizehnte. Ich wohne hier an seiner Stelle."

Calvin nickte. "Also ja dann, gut. Du wirst dich mit mir unterhalten. Ich bin gekommen, um deinen Vertrag neu auszuhandeln."

Etwas schoss ihm durch den Sinn. Er sah endlose Felder aus Leichen; Feuer und Blut. Er sah eine Parade roter Schrecken – und eine stille Gestalt, die von oben zuschaute. Calvin schüttelte den Kopf und schaute weg. Als er sich umdrehte, sah es fast so aus, als ob der Leichnam lächelte.

"Du hast hier keine Macht, Calvin Lucien." Calvin trat schockiert zurück. "Ja, ich kenne deinen Namen. Deiner gehört nicht zu den dreizehn im Vertrag. Deine Hand kann ihn nicht brechen."

Calvin riss sich zusammen. "Du hast recht. Gehört er nicht. Aber tu mir einen Gefallen. Dein Vertrag – was sind seine Bedingungen? Was wurde dir versprochen?"

Irgendwo in der Leiche knurrte etwas. "Na gut. Es schadet nichts, den bald Toten einen Gefallen zu tun. Der Vertrag bot den Dreizehn einen Ausweg aus der Hand des Schicksals an. Das ewige Leben."

"Sie hatten schon den Jungbrunnen. Warum haben sie dich gebraucht?"

"Der Brunnen ist ausgetrocknet. Doch auch er konnte sie nicht vor mir retten, sondern mich nur auf Distanz halten. Als sie anfingen zu sterben, kam der Erste, um mit mir zu verhandeln. Ich bot an, mich zurückzuhalten – als Austausch für einen Platz am Tisch." Die verfaulte Stimme lachte wieder. "Es war eine einfache Verhandlung."

Calvin ging hinter den Leichnam. Seine Augen folgten den Siegeln an den Wänden, die sie umgaben. "Und als ein Teil des Vertrags gaben sie dir diesen Mann? Gaben dir sein Leben?"

"Nein. Sein Leben war versichert als Teil des Vertrags. Sie gaben mir seinen Körper. Er verweilt auf ewig am Abgrund des Todes; sein Geist wurde der unglaublichen Verzückung des Nahtods übergeben."

Calvin neigte den Kopf zur Seite. "Er ist nicht tot?"

Der Leichnam spottete. "Nein."

Calvin zog die Phiole aus seiner Tasche und zog den Korken heraus.

"Gut. Trink aus, du verkrustete alte Schlampe."

Er packte den Leichnam von hinten am Kinn. Mit nur einem Druck öffnete er seinen Mund. Mit der anderen Hand leerte er den Inhalt der Phiole in das Loch seiner Kehle – und achtete darauf, keinen Tropfen zu verschwenden. Als die Phiole leer war, ließ er sein Gesicht los und stellte sich vor ihn.

"Was war das?" Seine Stimme zischte. "Woher hast du das? Wie hast …"

Die Veränderung kam sofort. Farbe strömte zurück in das Gesicht des Leichnams; Blut schoss durch seinen Körper. Frisches rosa Gewebe füllte die Lücken, wo sich seine Haut ablöste. Glitzerndes Weiß füllte seine Augenhöhlen. Der ausgemergelte Torso krampfte und dehnte sich dann aus; die Leiche taumelte aufwärts, als sie keuchend und erstickt einatmete. Ein heftiger, schmerzhafter Hustenanfall zwang viele Jahre angesammelten Staubs dazu, seine Lunge zu verlassen. Seine Arme griffen nach unten, um seinen Stuhl zu packen.

In nur einer Minute wurde der Leichnam zu einem nackten Mann. Die Krämpfe wurden weniger. Seine Augen – haselnussgolden und nun angsterfüllt – huschten hin und her.

"Was hast du getan?", kreischte er, seine Stimme heiser, da er sie lange nicht genutzt hatte. "Was hast du getan?"

Etwas Dunkles und Silbernes sickerte aus Augen, Nase und Mund des Mannes. Es war wie Rauch, aber dicker. Es schimmerte in der Luft über ihm wie eine Wolke. Seine Augen wanderten zurück zu der Gestalt; er schrie wie ein panisches Tier.

"Nein! Verlass mich nicht. Verlass mich nicht! Verlass …"

Calvin richtete Weine Waffe auf den Mann und drückte den Abzug. Er vergrub eine Kugel in seiner Schläfe und eine andere in seinem Herzen.

Dr. Felix Carter wich mit einem letzten Atemzug zurück. Sein Körper sackte im Stuhl zusammen; sein Kopf fiel zurück. Er starrte in die Dunkelheit über ihm.

Calvin packte die Lehne des Metallklappstuhls und zog ihn an den Rand des Podests. Mit einem festen Fußtritt schob er den Stuhl – zusammen mit seinem Insassen – in die Grube darunter. Es gab ein kurzes Klappern von Ketten – dann nichts.

Calvin spürte die Anwesenheit wieder. Als er sich umdrehte, sah er eine in Dunkelheit gehüllte silberne Frau neben sich stehen. Sie spähte in den Abgrund. Ihre Augen sahen traurig aus.

"Der lebendige Leichnam des Dreizehnten", sagte sie. "Der Vertrag ist ungültig. Ich bin von meiner Pflicht befreit."

Calvin schluckte und nickte. "Wenn ihnen tödliche Gefahr droht, werden die anderen Zwölf nicht länger von deiner Hand beschützt?"

"Werden sie nicht." Sie schaute nicht von der Grube weg. "Sie sind frei zu sterben."

Calvin seufzte. "Gut. Das reicht." Er wandte sich dem Aufzug zu und machte einen Schritt. Etwas ließ ihn innehalten. Er schaute zurück auf die blasse Gestalt und kämpfte mit der Frage, die er stellen wollte.

"Warum hast du mich nicht aufgehalten? Du hast die Befugnis und Macht dazu. Warum hast du nichts getan?"

Endlich drehte sie sich um und betrachtete ihn. Calvin spürte eine überwältigen Woge der Einsamkeit – der Melancholie – durch ihn hindurchströmen. "Etwas eitert am Herzen des Rats. Etwas, das nicht sterben wird. Ich dachte, wenn ich einen Platz an ihrem Tisch hätte, könnte ich es vielleicht finden und zum Sterben bringen. Doch ich konnte es nicht. Es gibt Dinge in dieser Welt, die selbst ich nicht erreichen kann, Calvin Lucien."

Sie wandte sich wieder zur Grube. "Vielleicht wirst du besser abschneiden. Vielleicht nicht."

— - —

Das Delta-Kommando schickte ein anderes Schiff, um sie abzuholen. Kurz nachdem sie an Bord gingen, näherte sich Desdemona Calvin, die ihm eine Anweisung aushändigte.

"Hatten Sie irgendwelche Schwierigkeiten?" fragte sie.

Calvin schüttelte seinen Kopf. "Hier hinzukommen. Hineinzukommen." Er schaute dorthin zurück, wo der Turm gewesen war. "Ich kann ihn nicht mehr sehen. Als ob er nie dagewesen wäre, und doch …" Er griff in seine Tasche und zog das Tagebuch heraus. "Dieser Kerl wusste schon vor Jahrzehnten davon."

Die junge Frau lachte. "Ja. Nun, ich bin mir sicher, ihr mysteriöser Agent hatte seine eigene Sicht der Dinge. Genauso, wie Sie Ihre haben sollen. All Ihre Pläne sind nun in Bewegung, Calvin. Sie alle ruhen darauf, dass Sie Ihre Pflicht erfüllen." Sie nickte in Richtung des nicht mehr vorhandenen Turms. "Mit etwas Glück wird der Rest genauso einfach sein."

Calvin lachte und schüttelte den Kopf. "Das ist unwahrscheinlich. Wir hatten einen guten Vorgeschmack, als sie nicht hinsahen, doch nächstes Mal wird es keine Überraschung geben."




ZURÜCK


13.png
Sofern nicht anders angegeben, steht der Inhalt dieser Seite unter Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 License