Das Ritual Der Reinigung
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Das Ritual der Reinigung

Der Anführer der Gruppe verbrachte die meiste Zeit seines Lebens damit, Krankheiten zu studieren und versuchte herauszufinden wie schnell Krankheiten, egal ob von Tieren auf Menschen übertragen, oder anderweitig, sich verbreiteten. Energisch blätterte er Tag für Tag durch seine Bücher, eignete sich über einige Jahre ein großes Wissen über viele Krankheiten an und nutzte dieses Wissen um seinen Kult, welcher aus sehr jungen Leuten bestand, zu belehren. Seine Philosophie entstand aus dem Wissen, dass es Krankheiten nur gibt um uns zu "erlösen" von unseren Leben. Er kannte viele Krankheiten und wusste welche sich schnell verbreiteten und welche tödlich, oder wie er es sagte "erlösend" und "reinigend" waren. Die sieben Mitglieder seiner Gruppe waren, zur gleichen Zeit, seine Schüler. Jeden Tag belehrte er sie. Darüber, dass Krankheiten reinigen und eine Erlösung für jene sind, die sie tragen. Seine "Philosophie" übernahm er aus Büchern mit Zeichnungen und einer Schrift, die außerhalb der Gruppe niemand entziffern konnte.

Zweieinhalb Jahre waren sie nun schon auf der Suche, nach jenem magischen Objekt, welches diese Welt "befreien" sollte, was ihren Lebenssinn ausmachen sollte und nun war es endlich so weit. Ein Ritual, welches einen sehr speziellen Vorbereitungsprozess enthielt. Und eine Gruppe jener, die zu dem scharlachroten Herrscher beteten, fand endlich den Aufenthaltsort des Kernstückes nötig für das Ritual.

Februar 1897: Eine Gruppe von acht Personen, gehüllt in dunkle Mäntel, zog nachts durch den Schwarzwald um zu einer bestimmten Stelle, in Richtung des Herzens des Waldes, zu gelangen. Das Knacken der Äste war das einzige Geräusch, was durch das Heulen der kalten Winterluft zu hören war. Eines Ihrer Mitglieder hatte vor kurzem gefunden, wonach sie jahrelang gesucht hatten, einen riesigen, fünf Meter hohen, schwarz-grün leuchtenden Stein. Froh endlich das gefunden zu haben, wonach sie suchten, und etwas zitternd betraten sie die Lichtung, begannen damit den Stein in eine längliche Form zu hauen und ließen die oberen fünfzig Centimeter wie eine Pfeilspitze aussehen.
Nach vier Monaten begannen sie Symbole in die Skulptur zu hauen. Diese seltsamen Symbole wurden aus einem Buch entnommen, welches voller Zeichnungen und einer unverständlichen Sprache war. Die "Skulptur" wurde später als SCP-203-DE-B gekennzeichnet.
Weitere zwei Monate verstrichen und die Leute begannen einen Kreis um die Skulptur herum zu graben. Nach zwei Tagen waren sie mit dem Graben fertig und begannen Wasser in die Mulde zu gießen. "Nun wird es Zeit die Vorbereitungen zu treffen, sagte eine der acht Figuren, unser König wird sich über dies' Ritual und dessen Opfer freuen". "Gelobe unserem König, unserer Erlösung dieser Welt, auf das auf die Gesunden dieser Welt, sein schlimmstes Urteil fällt", entgegnete der Rest und sie verließen den Ort. Auf Befehl des Anführers ging jedes Mitglied auf die Jagd eines bestimmten Lebewesens. Jedes der Mitglieder nahm sich Zeit um seine Aufgabe gewissenhaft zu erledigen.

Fast drei Jahre waren nun vergangen, seit die acht seltsamen Personen das letzte Mal den Wald betraten, doch das änderte sich schon sehr bald.

November 1899: Die seltsam gekleideten Personen tauchten urplötzlich wieder auf der Lichtung auf und der Führer der Gruppe begann: "Meine treuen Begleiter, hoffentlich habt ihr alle Vorbereitungen getroffen, die uns von unserem König aufgetragen wurden." "Jawohl", antwortete der Rest. "Dies wird unseres Königs Tor zu dieser Welt, unser Tod wird seinen Willen spiegeln jene, die sich seiner widersetzen, werden wir in seine Klauen hetzen und jene die wie wir, ein adäquates Leben pflegten, sollen folgen ihm mit unserem Segen." Die Zeremonie begann und der Reihe nach wurde von jedem ein Opfer in den Kreis zwischen der Skulptur und dem Wasserkreis gelegt. Die Opfer wurden auf den Boden gelegt und in acht Himmelsrichtungen ausgerichtet. Eine Maus wurde gen Norden gestreckt, einen Raben ließ man nach Nordosten blicken, ein Hase lag in Richtung Osten, ein Huhn war Richtung Südosten gestreckt, ein Wolf wurde Richtung Süden langezogen, gefolgt von einem Schwein im Südwesten, ein Reh wurde im Westen platziert und schließlich fand im Nordwesten eine Jungfrau (unbestimmten Geschlechts) ihren Platz. Die Opfergaben wurden der Größe nach platziert und von manchen trat schon ein leichter Geruch von Verwesung aus. Alle Voraussetzungen für die Zeremonie waren nun erfüllt. Nun begann die Zeremonie und der Führer der Gruppe Sprach "Oh, unser scharlachroter König, leere deinen hasserfüllten Kelch, gieße seinen Inhalt hier auf diese Welt. Erlöse uns von diesem Leben, lass uns Harmagedon neu durchleben. Lass die Bewohner unsres Planeten um ihr lächerliches Leben beten. Jedwede Zerstörung dieser Welt, ist was unsres Lebens Ziel enthält."

"Harmagedon", das Resultat der Zeremonie der "absoluten Erlösung", wie es jene, die den scharlachroten König anbeteten, nannten. All diese Vorbereitungen zahlten sich am Ende aus und alles verlief genau so, wie es sollte. Die Welt würde nun gereinigt werden, zumindest dachten sie das.

Nun war das Ritual endlich vollendet. Die Opfergaben begannen, eine nach der anderen, sich in eine seltsame schwarze Flüssigkeit zu verwandeln. Die Zeichen der Skulptur fingen an zu leuchten, die nun verflüssigten Opfergaben flossen in das Wasser, es begann sich schwarz zu färben und ehe sie sich versahen standen alle von ihnen in schwarzen Flammen. Brennend waren sie nun da und fingen an etwas zu murmeln, jedoch ähnelte ihr Vokabular keiner menschlichen Sprache. Alle acht von ihnen nahmen den Schmerz einfach hin und begannen zu lächeln. Ein paar Minuten lang waren sie nun auf ihren Knien und sprachen diese seltsame Sprache bevor sie sich in den Flammen auflösten. Nichts blieb von den acht mysteriösen Personen übrig und Deutschland würde nun eines der schlimmsten Infernos der letzten Jahrhunderte erleben. Kurz darauf fingen die schwarzen Flammen an sich durch ganz Deutschland zu "fressen" und eine lebende Hölle wurde geboren. Die schwarzen Flammen breiteten sich aus wie ein Lauffeuer und selbst Flüsse verschwanden vollständig von der Landkarte. Zwölf Stunden lang ging dieser Albtraum und es sollte keine Zeitzeugen geben. Genauso schnell wie Deutschland verbrannte, löschte es sich auch wieder, und die Flammen schienen nach der dreizehnten Stunde der Verwüstung, von alleine zu verschwinden. Und unter jenen, die den Scharlachroten König anbeteten munkelte man, dass das Feuer vom ersten Ritual lediglich ein Bruchteil der ursprünglichen "Kraft" besaß und von Ritual zu Ritual größer und tödlicher werden würde und in der Lage wäre die Welt zu "reinigen", doch dann kamen "sie". Zweiundneunzig Tage lang versuchten sie den Obelisk zu zerstören und jeden Tag auf eine andere Art, als zuvor. Zuerst wollten sie den Obelisk in die Luft jagen mit 5 Fässern Dynamit, dann versuchten sie die Flüssigkeit zu entfernen, aber ohne Erfolg, und am nächsten Tag hatten sie es mit doppelt so viel Dynamit versucht. Jeder Versuch schlug fehl und sie hatten (vorerst) aufgegeben. Nur wenige Tage später kamen dann jedoch "sie" und bauten eine riesige Struktur um den Ritualplatz und überwachten ihn Tag ein Tag aus. Doch diejenigen, die versuchten den Obelisk zu zerstören kamen nach der Errichtung der Struktur zurück und waren alles andere als froh, zu sehen, dass sie ihre Zerstörungsversuche nicht fortführen konnten. Ein siebentägiger Konflikt brach aus und beide Seiten waren kurz davor sich gegenseitig zu bekriegen. Doch dann, als es zum Krieg kommen sollte, am einhundertsten Tag, fingen beide Seiten plötzlich an die schwarze Flüssigkeit zu trinken, begannen sich zu zersetzen und in der Mulde zu verschwinden. Doch kaum zwei Tage später kamen neue Leute und bewachten die Lichtung aus einer "sicheren" Entfernung. Das nächste Ritual musste vorerst warten. Doch es würde eines Tages stattfinden, dessen waren sie sich sicher.

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